Zeitung für Schland

Franz Josef Wagner und die Frauen

Posted in Die üblichen Verdächtigen by Mr. Moe on April 18, 2008

Franz Josef Wagner, seines Zeichens oberste Dreckschleuder der BILD-Zeitung, weiß die Welt erneut durch sein Verständnis von Weiblichkeit zu beglücken, welches unter anderem darin besteht, dass Frauen ja meinten, wenn sie nein sagten – und umgekehrt. Auch erinnern wir uns gerne daran zurück, dass Wagner aus der Beziehung der Fernsehmoderatorin Anne Will zu einer Frau folgerte, dass WIll eine “Fata Morgana” sei. Infolgedessen konnte sich der gute Franz Josef Sonntagsabends leider nicht mehr vorstellen “ein Rendezvous” – oder anders ausgedrückt: geschlechtlichen Verkehr – mit Will zu haben. Denn Wagner sah ja nur allzu gerne, “wie sich Ihr Oberkörper zu dem einen oder anderen Gesprächspartner neigte” und gestand auch, dass er “mehr auf Ihren Busen als auf Ihre Worte” guckte. Ungeachtet dessen, dass dies mehr über Franz Josef Wagner, denn über Anne Will oder irgendeine sonstige von Wagner intendierte Botschaft aussagte, verblieb Wagner damals mit dem jovialen “Kompliment” zu Wills Partnerwahl, denn: “Zu Ihrer blonden, schönen Professorin hätte ich auch nicht Nein gesagt.” Darüber, ob dieses Nein dann als Ja zu verstehen wäre – geschweige denn wie es möglich ist auf eine nicht gestellte Frage zu antworten -, ließ Wagner uns seiner Zeit im Unklaren.

Wie dem auch sei, schreibt Wagner nun etwas verspätet Charlotte Roche zu ihrem Buch “Feuchtgebiete”. Durchaus passend sieht Wagner das Thema des Buches in “Ausscheidungen, Kot, Urin, Sperma, Schweiß, Onanieren, Körperbehaarung, Muschiflora” – Gebiete für die Wagner selbst nicht zuletzt durch seine eigene Tätigkeit als Fachmann gilt. Jedoch gefällt Wagner die Hauptaussage des Buches nicht, die er als Imperativ: “Nicht waschen – stinken” versteht. Nahezu rührend bezeichnet Wagner sich als “zu blöd” für “dieses neue Frauenbild” und gesteht: “Eine Frau, die furzt, kann ich nicht küssen”. Was sich zunächst als wünschenswertes Zugeständnis an Frauen liest – dergestalt, dass sie Wagners gierenden Blicken und seinem “Ein Nein ist auch ein Ja”-Gehabe durch Flatulenz entgehen können – entpuppt sich als nasaler Komplex Wagners. Seiner Ansicht nach “wollen viele Frauen wahrgenommen werden als furzende, stinkende, schwitzende Urgeschöpfe”, er selbst bevorzuge aber “wohlriechende Frauen”. Und ist Franz Josefs Bedürfnis – nach Anne Wills Brüsten, Neins die Jas sind und duftenden Frauen – nicht das, was wirklich zählt?

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  1. [...] und Nichtprominenten entweder verbal einzuheizen, sie unerträglich zu umschleimen oder sie mit vulgären Entgleisungen schwer zu beleidigen. Der auch als Gossen-Goethe bekannte 68er, der sich in seinen Rubriken häufig [...]

  2. [...] und Nichtprominenten entweder verbal einzuheizen, sie unerträglich zu umschleimen oder sie mit vulgären Entgleisungen schwer zu beleidigen. Der auch als Gossen-Goethe bekannte 68er, der sich in seinen Rubriken häufig [...]


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