Zeitung für Schland

Zeitung für Schland für John McCain

Posted in Die üblichen Verdächtigen by Mr. Moe on Oktober 27, 2008

Nach der New York Times und der Washington Post hat jetzt auch die Financial Times ihre Präferenz für Barack Obama öffentlich eingestanden. Die Zeitung für Schland fühlt sich in Anbetracht dessen dazu aufgerufen, sich ihrerseits zu dem von ihr bevorzugten Kandidaten zu bekennen. In diesem Sinne: Marc Pitzke for President!

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Gemeinsame Interessen mit Iran

Posted in Zwei mal Drei macht Vier by Mr. Moe on Oktober 24, 2008

Roger Cohen fordert in der New York Times eine Reformulierung der amerikanischen Strategie gegenüber Iran in Form von direkten Gesprächen ohne Vorbedingungen. So weit, so New York Times, so Obama. Die Begründung Cohens liest sich jedoch so herrlich weltfremd, dass sie den Lesern der Zeitung für Schland nicht vorenthalten werden soll:

Iran also has some shared interests with America — in preventing a breakup of Iraq, in preventing the return of the Taliban to power in Afghanistan, in avoiding a violent confrontation of the Sunni and Shia worlds. It wants security, more economic access and, eventually, restored diplomatic relations with the United States.

Und da es ja ach so viele gemeinsame Interessen gebe, dürften die USA sich nicht oberlehrerhaft geben oder gar Moralpredigten halten:

All of this says to me: think big. Don’t obsess about the nuclear issue, critical as it is. Get everything on the table. Be realistic, as in: We have interests. You have interests. Are there areas in which they coincide?

Don’t lecture. Don’t moralize. Don’t demand everything — an end to the nuclear program and terrorism and Lebanese and Gazan interference — without the means to back such demands. That’s been the Bush failure.

Wen stört da schon, dass Iran der größte finanzielle Unterstützer des weltweiten Terrors ist. Doch Cohen ist sich durchaus bewusst, dass es Einwände gegen seine Position geben könnte:

I can already hear the outrage. But Mahmoud Ahmadinejad, the president at least until elections next year, wants to wipe Israel off the map! He denies the Holocaust! Sunni powers like Saudi Arabia will race for their own bomb unless we take out the Iranian centrifuges!

Seine Antwort auf diese nichtigen Einwände:

To which I say: Focus on today’s reality, coldly. Iran does not have nuclear capacity yet. It’s time to talk.

So naiv Cohens Annahme gemeinsamer iranischer und amerikanischer Interessen auch sein mag: die sich aus ihr ergebene Konsequenz ist mörderisch. Dass Iran selbst Vorbedingungen für Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten fordert, ist anlässlich der an Besessenheit grenzenden Unterwürfigkeit der Appeasement-Freaks ein schwacher Trost.

It’s world domination we’re planning

Posted in Empfehlungen by Don Homer on Oktober 23, 2008

Da die Zeitung für Schland derzeit (noch) häufiger als gemeinhin üblich mit den Niederungen der Realität zu kämpfen hat, sei an dieser Stelle auf einen wunderbaren Song von Rav Shmuel verwiesen, der bei der schwierigen Aufgabe, “die Welt in Schach zu halten”(Kinky Friedman), helfen kann:

(Dank gilt an dieser Stelle der Netzklempnerin, die sich erfreulicherweise wieder “in die dunklen und stinkenden Abwasserkanäle des Netzes” begibt).

Prä-Präventivschlag

Posted in Zwei mal Drei macht Vier by Mr. Moe on Oktober 22, 2008

Wie die Haaretz berichtet, wird im Iran über einen Präventivschlag gegen Israel nachgedacht, um einem möglichen Angriff Israels gegen Irans Nuklearreaktoren vorzubeugen:

The official, Dr. Seyed G. Safavi, said recent threats by Israeli authorities strengthened this position, but that as of yet, a preemptive strike has not been integrated into Iranian policy.

Zur Freude von Christoph Bertram, Volker Perthes & Co erklärt Safavi, Leiter des Research Institute of Strategic Studies in Teheran und Berater Ali Chameneis sowie der Iranischen Revolutionsgarde, wer im Zweifelsfall einen “Präventivschlag” des Irans gegen Israel zu verantworten hätte:

Safavi said a small, experienced group of officials is lobbying for a preemptive strike against Israel. “The recent Israeli declarations and harsh rhetoric on a strike against Iran put ammunition in these individuals’ hands,” he said.

Demzufolge werde sich eine iranische Vergeltung auch nur gegen Israel richten:

Safavi said Tehran recently drafted a new policy for responding to an Israeli or American attack on its nuclear facilities. While the previous policy called for attacks against Israel and American interests in the Middle East and beyond, the new policy is to target Israel alone. He added that many Revolutionary Guard leaders want to respond to a U.S. attack on Iranian soil by striking Israel, as they believe Israel would be partner to any U.S. action.

Sonst noch was? Ach ja, richtig: der obligatorische Verweis auf die Friedwertigkeit des iranischen Atomprogramms:

Safavi said that Iran’s nuclear program is intended for peaceful purposes only, and that Khamenei recently released a fatwa against the use of weapons of mass destruction, though the contents of that religious ruling have not yet been publicized.

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Abschließendes zu Haider

Posted in Empfehlungen by Mr. Moe on Oktober 18, 2008


Quelle: Titanic.

Hajo Meyer strikes back

Posted in Briefe an die Herausgeber by Mr. Moe on Oktober 18, 2008

Was an von der Zeitung für Schland bereits vermutet wurde, hat sich nun bewahrheitet: Hajo Meyer hat sich in der auf der Leserbriefseite der F.A.Z. geführten Diskussion über Antisemitismus und Antizionismus zu Wort gemeldet. Bereits im ersten Satz zeigt Meyer, dass er nicht versteht – oder besser: nicht verstehen will – um was es eigentlich geht:

Obwohl Antizionismus und Antisemitismus völlig verschiedene Dinge sind, sahen sich die Verteidiger der unmenschlichen Politik Israels gezwungen, jegliche Kritik an der Politik Israels mithilfe der Antisemitismuskeule schwer oder gar unmöglich zu machen.

Ach ja, die gute alte Keule: Manchmal wünschte man sich in der Tat, es gebe sie.

Quelle: F.A.Z. vom 18. Oktober 2008, S. 39.

Was darf die Satire?

Posted in Deutsche Zustände by Mr. Moe on Oktober 16, 2008

Kurt Tucholsky beantwortete die Frage, was die Satire dürfe, einst mit einem eindeutigen “Alles”. Eine zeitgemäße Antwort auf die Frage hat jetzt das Museum für komische Kunst Caricatura gegeben und den vom Satiremagazin Titanic für den 18. Oktober ausgerufenen Mohammed-Ähnlichkeitswettbewerb aufgrund nicht ausreichender “Platzkapazitäten” sowie Sicherheitsbedenken abgesagt. Stefan Behr kommentiert dies in der Frankfurter Rundschau lapidar:

Es hat halt nicht sollen sein.

Was sich so anhört, als habe ein Fußballverein in der letzten Minute ein unglückliches Tor kassiert, verdeutlicht die allseitig vorherrschende Freude über die Absage der Veranstaltung.

Die Polizei:

Die ersten Reaktionen klingen meist nach Erleichterung. Etwa bei Polizeisprecher Jürgen Linker: “Wir hätten das mit abdecken können, sind aber erleichtert, weil es so nicht zu möglichen Protestaktionen kommt.” Vorfälle, wie sie sich ereignet haben, nachdem Mohammed-Karikaturen in der dänischen Zeitung Jyllands Posten erschienen sind, hätte man in jedem Fall unterbinden wollen. Vermutlich wäre also die Frankfurter Polizei in massiver Präsenz angerückt.

Die Staatsanwaltschaft:

Auch Doris Möller-Scheu, Sprecherin der Staatsanwaltschaft, ist über die Entwicklung alles andere als unglücklich. “Wir können das nur begrüßen, es hätte sonst sicher Probleme gegeben.” Es sei ja nicht so, dass die Veranstalter sich alleine in Gefahr brächten, sondern auch andere, völlig Unbeteiligte.

Genau so ist es: Nicht potentielle Attentäter gefährden die Öffentlichkeit, sondern Titanic-Redakteure. Ganz so, als ob Extremisten aufgrund des Einknickens eines Museums vom Glauben abfiehlen und ihre mörderischen Ziele nicht mehr verfolgten. Aber eigentlich geht es bei der ganzen Angelegenheit ja gar nicht um Islamismus oder Sicherheit:

Hauptgrund seien die Kunstwerke gewesen, die in der Caricatura hängen und um deren Sicherheit man sich Sorgen gemacht habe. “Das ist ja an und für sich kein Veranstaltungsort” – die Lesebühne befindet sich im Erdgeschoss des Museums, wo auch die Kurzausstellungen gezeigt werden, derzeit Bilder von Bernd Pfarr. Dass alles in so einem Schlamassel endet, hätte er nicht geglaubt: “Ich hätte nicht gedacht, dass das so ein Ding wird.”

Dass das Museum “kein Veranstaltungsort” sei und das zwei Tage vor der Veranstaltung plötzlich jemandem auffällt, lassen wir einmal so stehen. Schlimmer wiegt ohnehin, dass die Terroristen Titanic-Redakteure in ihrem Wahn weiter rücksichtslos die Öffentlichkeit gefährdeten:

Noch ist aber nicht endgültig klar, ob es nicht doch ein Ding werden könnte. Die Redakteure der Titanic halten nämlich nach wie vor den geplanten Schabernack für eine gute Sache und denken nicht ans Aufgeben.

Diese Monster!

Nachtrag: Es soll dem Leser nicht vorenthalten werden, dass Stefan Behr von der Frankfurter Rundschau die Absage der Veranstaltung in einem Leitartikel mittlerweile als “falsch” bezeichnet hat.

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Wer Iran sagt, muss auch Israel sagen

Posted in F.A.Z. by Mr. Moe on Oktober 15, 2008

Dass Volker Perthes von der Stiftung Wissenschaft und Politik für eine freundschaftliche Politik gegenüber Iran plädiert, ist altbekannt (vgl. etwa Wind in the Wires oder transatlantic forum). Gleiches gilt offenbar für Wolfgang Günter Lerch, der in der Literaturbeilage der F.A.Z. anlässlich der Frankfurter Buchmesse das Buch “Iran – eine politische Herausforderung” von Volker Perthes rezensiert. Was der Titel des Buches in Gestalt des Euphemismus “Herausforderung” bereits erahnen lässt, bewahrheitet sich in Lerchs Unterüberschrift, derzufolge Perthes die iranische Politik “nüchtern” analysiere. Um eben dieses zu zeigen, beschreibt Lerch zunächst George W. Bush und Mahmud Ahmadineschad als zwei gegenüberstehende Protagonisten, die jeweils einem verqueren Weltbild verfallen seien:

Folgt man den verbalen Kundgaben der jeweiligen Führer der Vereinigten Staaten von Amerika und der Islamischen Republik Iran, so kann es keine zwei erbitterteren Feinde geben als diese beiden Länder. Nach George W. Bush, dem scheidenden Präsidenten, führt das Iran der Mullahs noch immer die “Achse des Bösen” an und ist die “größte Bedrohung für Amerika” überhaupt. Und nach Präsident Mahmut Ahmadineschad gehört Iran längst zum Kreis der “Großmächte”:Schon sein Nuklearprogramm, an dem man festhalten werde, mache dies ja deutlich.

Ach welch’ Glück gibt es Volker Perthes, der den beiden Irren die Vernunft entgegensetzt:

Volker Perthes von der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin führt den Leser auf den Boden der Tatsachen zurück, auf die Verhältnisse, wie sie sich jenseits der Propaganda beider Seiten darstellen.

Und natürlich verrät Lerch auch, wie diese “Tatsachen” aussehen:

Weder ist Iran [...] eine wirkliche Großmacht oder gar die größte Bedrohung Amerikas, noch ist es angesichts der Ausgangslagen und Kalküle unmöglich, dass sich Teheran und Washington vernünftig über ihre Schwierigkeiten miteinander unterhalten  – das Nuklearprogramm als der größten Brocken eingeschlossen. [...]

In der ihm eigenen nüchternen Art mahnt Perthes zur Besonnenheit. Das ist umso nötiger, als er die Drohung eines Militärschlages seitens der Amerikaner (oder Israelis), an dem die Iraner zweifeln mögen, durchaus nicht ausschließen kann.

So sieht es also aus: Iran wird von Amerika respektive Israel bedroht und einen Militärschlag gegen Iran zu verhindern sei daher das Primärziel. Dass korrekterweise von einem Militärschlag gegen das iranische Atomprogramm und nicht von einem scheinbar willkürlichen Angriff auf den Iran die Rede sein müsste, ignoriert Lerch geflissentlich. Überflüssig auch zu erwähnen, dass Lerch den Einsatz einer iranischen Atombombe hingegen kategorisch auszuschließen scheint und die Vernichtungsdrohungen gen Israel daher folgerichtig nicht einmal erwähnt. Immerhin räumt Lerch ein, dass es da doch mal etwas war…

Natürlich kennt er [Perthes, Mr. Moe] die Stellungnahmen des nach außen so bizarr wirkenden iranischen Präsidenten, doch nimmt er dessen verbale Ausfälle nicht zum Nennwert. Ahmadineschad mag ein Mann sein, der von religiös unterfütterten eschatologischen Visionen gefangen ist, die seinen verbalen Radikalismus fördern. Doch repräsentativ ist er nach Auffassung von Perthes nicht für das System der Islamischen Republik.

So, so: Was Antisemiten von sich geben stellt also nicht den “Nennwert” dar. Warum sollte es auch, wirkt Ahmadineschad doch auch nur nach außen bizarr, ist aber eigentlich, vermutlich wenn man ihn besser kennenlernt, doch ein ganz netter Typ. Und überhaupt: Er ist halt leicht religiös angehaucht, vergleichbar mit den freundlichen Menschen, die einen Sonntagmorgens aus dem Bett klingeln um über Jesus zu sprechen… Sparen wir uns an dieser Stelle die weiteren Ausführungen (Grundtenor: Iran ist ein “logisch handelnder Akteur” und verfolgt berechtigte Sicherheitsinteressen; natürlich kein Sterbenswörtchen über das Aufhängen Homosexueller an Baukränen oder ähnlichen Gräueltaten) und springen direkt zu Perthes Schlussfolgerung:

Die internationale Diplomatie, Amerika und Europa, die IAEA in Wien müssen erreichen, dass Irans Zutrauen zur Weltgemeinschaft ebenso wächst, wie das Sicherheitsbedürfnis der Nachbarstaaten und des Westens befriedigt wird. Washington muss Iran als Mitspieler ohne Wenn und Aber akzeptieren.

Es bleibt der geringe Trost, dass weder Wolfgang Günter Lerch noch Volker Perthes bei den US-Präsidentschaftswahlen stimmberechtigt sind.

Quelle: Wolfgang Günther Lerch: “Logisch handelnder Akteur”, in: Literaturbeilage zur F.A.Z. vom 15. Oktober 2008, S. 36.

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“Ausschreitungen in Israel” mit Ulrike Putz

Posted in SPIEGEL & SPIEGEL ONLINE by Mr. Moe on Oktober 15, 2008

Akko – “Juden, kauft nur bei Brüdern”, steht in hebräischen Schriftzeichen auf dem Betttuch, das zwischen zwei Verkehrsschilder gespannt ist. “Soll heißen: Juden, kauft nicht bei Arabern”, erklärt der jüdische Israeli Schimon Ben Schuschan. “Der Slogan ist super, wir haben ihn auch per SMS-Kette verschickt.”

Was sich wie der Einstieg in einen schlechten alternative history Roman liest, ist in Wirklichkeit ein Paradebeispiel für die gewohnt ausgewogene Berichterstattung von Ulrike Putz respektive SPIEGEL ONLINE über Israel. Als Kontrast gegenüber den sich-mal-wieder-wie-die-Nazis-benehmenden-Juden wird über arabische Israelis wie folgt berichtet:

Szenenwechsel: “Die Juden wollen uns vertreiben, sie wollen uns umbringen. Deshalb schlagen wir zurück”, sagt Walaa Ramal im Restaurant eines arabisch geführten Hotels. “Wenn die Juden nicht mit uns Arabern leben wollen, sollen sie dahin zurückgehen, wo sie hergekommen sind: nach Deutschland, Russland, in die USA.”

Diese beiden kurzen – nach Ansicht von Ulrike Putz offensichtlich repräsentativen – Beschreibungen jeweils eines jüdischen und eines arabischen Israelis offenbaren bereits den Kern der Berichterstattung: Während Juden scheinbar grundlos und willkürlich gegen Araber vorgehen, werden die Handlungen letzterer stets als bloße Antwort auf die Taten der Juden betrachtet. Ganz simpel: Die Juden agieren, die Araber reagieren. Dieses Muster lehrt ja bereits die Geschichte – jedenfalls in ihrer Putzschen Auslegung:

Als 1948 der Staat Israel gegründet wurde, sollte die arabische Stadt zu Palästina gehören. Doch im folgenden Krieg eroberte Israel Akko, drei Viertel der Bevölkerung wurden vertrieben oder flohen.

Es ist erschreckend, mit welcher Selbstverständlichkeit sich die obrige Passage liest: Israel wird gegründet, Krieg folgt als scheinbar unvermeidliche Reaktion und die räuberischen Juden erbeuten Land. Auch nur eine Silbe über den Anlass des Krieges? Fehlanzeige. Wie auch schon im Artikeleinstieg fällt zudem auf, dass arabische Israelis für Putz keine aktiv handelnden Subjekte zu sein scheinen. Sie wehren sich zwar gegen Unrecht das ihnen widerfährt oder bilden sich auf den Handlungen jüdischer Israelis basierende Meinungen, aber ursächlich verantwortlich für ihr eigenes Tun sind sie nie:

Doch auch wenn nun viel davon geredet wird, dass es auf beiden Seiten bloß kleine Gruppen von Extremisten gewesen seien, die die Jom-Kippur-Randale veranstaltet hätten – die Ereignisse von Akko sind ein Zeichen dafür, dass der Graben zwischen Juden und Arabern in Israel tiefer wird. Die Radikalisierung ist ein Massenphänomen, sie ist nicht auf die Hamas im Gaza-Streifen beschränkt, und auch nicht auf ein paar fanatische Siedler im Westjordanland. Der fast völlig zum Stillstand gekommene Friedensprozess hat auch Wohlmeinende enttäuscht.

Dass der Friedensprozess wie von Zauberhand zum Stillstand gekommen sei, ist ein weiteres Beispiel dafür, dass Putz für ihre Sicht der Realität keine handelnden Menschen benötigt. Ansonsten werden hier zum einen die Taten der Terroristen von der Hamas durch den Vergleich mit israelischen – wohlgemerkt: sowohl jüdischen als arabischen – Staatsbürgern verharmlost. Zum anderen wird der Terror der Hamas als Reaktion auf “den fast völlig zum Stillstand gekommene[n] Friedensprozess” deklariert und so als lediglich falsche Antwort auf eine richtig gestellte Frage dargestellt. Vor diesem Hintergrund wirkt es geradezu rührend, wenn Putz anschließend die Vermischung von Tatsachen und Meinungen seitens der Beteiligten anprangert:

In Akko strickt sich derweil jede Konfliktpartei aus Gerüchten und Halbwahrheiten ihre Version der Ereignisse zusammen, gegen die Fakten keine Chance haben.

Unterschiedliche subjektive Wahrnehmung verschiedener Akteure zweier Konfliktparteien – welch’ ungewohnte Herausforderung für den Journalismus! Ja, wieso bilden sich die jüdischen und arabischen Israelis denn keine auf Fakten basierende Meinung? Vielleicht können sie ja einfach nur nicht gut genug deutsch, um die einfache Wahrheit bei Ulrike Putz nachzulesen.

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Worte der Woche (8)

Posted in Worte der Woche by Mr. Moe on Oktober 14, 2008

Das erste Mal war ich 1993 in einem längeren Urlaub in der Türkei. Nach dem Brandanschlag in Solingen habe ich meinen anders geplanten Sommerurlaub umgebucht und bin in die Türkei geflogen, um den Türken zu zeigen, dass wir Deutsche uns solidarisch zeigen.

Christoph Daum, Trainer des 1. FC Köln.

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