Kaisertreue und Auschwitz
F.A.Z.-Leser Wolfram Dahmer unterbreitet einen kreativen Vorschlag, wie das „dauerhaft notwendige Gedenken an Auschwitz und seine Befreiung“ noch optimiert werden könnte:
Wäre, bei dauerhaft notwendigem Gedenken an Auschwitz und seine Befreiung am 27. Januar 1945, wenigstens diesmal nicht auch noch Platz gewesen für ein Erinnern an den 150. Geburtstag von Kaiser Wilhelm II. am selben Tag?
In der Tat: Was läge näher, als das Gedenken an die Befreiung von Auschwitz ausgerechnet mit dem Erinnern an den notorischen Antisemiten Wilhelm II. zu verbinden? Und es kommt noch besser:
Wer beide Daten miteinander verbinden mag, dem hätte dieser Fingerzeig sicher geholfen. Aber auch die, denen solche Zuweisungen fernliegen, wären wieder einmal dessen gewahr geworden, dass deutsche Geschichte nicht erst 1933 oder 1945 beginnt.
Da hat Herr Dahmer allerdings recht, schließlich war man ja auch noch irgendwann Fussballweltmeister. Dass Herr Dahmer selbst vermutlich deutlich vor 1933 begonnen hat, zeigen seine abschließenden Worte:
Und für einige Ältere schließlich ist der 27. Januar in der Erinnerung noch immer ein leuchtender Tag: Kaisers Geburtstag.
Süß, oder?
Quelle: F.A.Z. Vom 7. Februar 2009, S. 8.




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