Zeitung für Schland

Obama greift durch!

Posted in Zwei mal Drei macht Vier by Mr. Moe on Mai 25, 2009

US-Präsident Barack Obama hat Nordkoreas Atomtest als “Gefährdung der ganzen Welt” verurteilt. Und greift zudem ungewöhnlich hart durch:

Obama erklärte in Washington, Pjöngjang habe mit seinen nuklearen Aktivitäten internationales Recht und internationale Abkommen verletzt. Dennoch werde Washington auch seine diplomatischen Bemühungen verdoppeln, Nordkorea davon zu überzeugen, die zugesagte Nuklearabrüstung umzusetzen.

Und weiter:

Der US-Präsident forderte, nach dieser “rücksichtslosen Aktion” Pjöngjangs müsse die internationale Gemeinschaft klar reagieren. Damit zielte er offensichtlich auf die für den Abend einberufene Dringlichkeitssitzung des Uno-Sicherheitsrats.

Nicht nur in Pjöngjang, sondern auch in Teheran werden den Machthabern angesichts dieser drastischen Schritte Obamas die Knie schlottern. Und wehe nur, Obamas Geduld sollte wirklich einmal am Ende sein, dann werden die “diplomatischen Bemühungen” womöglich noch vervierfacht – oder gar eine besonders dringende Dringlichkeitssitzung des Uno-Sicherheitsrats einberufen!

Lesetipp: Claudia Rosett – Obama’s North Korean – and Iranian – Nuclear Test.

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9 Antworten

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  1. heplev said, on Mai 26, 2009 at 5:18 nachmittags

    Ah, Worte! “Worte können töten”, nicht wahr?
    Nee, nicht wahr. Worte können nur dafür sorgen, dass Fanatiker töten.
    Haben wir Fanatiker, die die Atom-Irren umbringen würden?
    Nö, haben wir nicht.
    Wir haben Fanatiker, die Atombomben bauen. Also: Sagt was Falsches und die werden bomben!
    Deshalb dürfen wir auf keinen Fall vorbeugen, sonst können die uns nicht erpressen.
    Wir müssen dafür sorgen, dass “Worte” wieder töten können – äh, dass Fanatiker die Möglichkeit haben sich über Worte aufzuregen und das Töten zu beginnen!

  2. Parsa Kakashanian said, on Mai 26, 2009 at 11:29 nachmittags

    Was soll Obama auch tun? Er ist ja nicht Mister Allmächtig. China ist genauso besorgt. Eine Alternative zu Verhandlungen besteht allerdings kaum. Nicht auszudenken, was ein Krieg für Konsequenzen haben könnte. Im Falle Nordkorea kann man höchstens daraufhin arbeiten, das Regime von innen zu destabilisieren. Überhaupt erstaunlich, dass sich dieser Steinzeitkommunismus immer noch hält.

    Iran ist was ganz anderes. Erstens ist weiterhin nicht bewiesen, dass Iran die Bombe überhaupt anstrebt. Und zweitens fährt Iran seit 20 Jahren eine rationale Außenpolitik, die auf Einflussvergrößerung und Wiedereingliederung in die Weltgemeinschaft setzt. Das Teheraner Regime ist darüber hinaus auch kein Ein-Mann-Betrieb wie Nordkorea. Die Verhandlungslösung kann hier erfolgreich sein. Obama sollte versuchen, was Bush nicht versucht hat. Encha’allah kommt im Juni ein neuer Präsident.

  3. Mr. Moe said, on Mai 27, 2009 at 8:24 vormittags

    @Parsa Kakashanian:

    Was soll Obama auch tun?

    Mir ist bewusst, dass (nicht nur) Obamas Handlungsmöglichkeiten bezüglich Nordkorea eingeschränkt sind. Was mich stört ist das erneute Bekenntnis zum Multilateralismus (mit anderen Worten: der totalen Kapitulation gegenüber der Barbarei) sowie die (zumindest öffentlich) nicht geäußerte Einsicht, dass nach Atomwaffen strebende Schurkenstaaten nun einmal nicht durch Karotten davon abgehalten werden können.

    Er ist ja nicht Mister Allmächtig.

    Gott sei Dank!

    Iran ist was ganz anderes. Erstens ist weiterhin nicht bewiesen, dass Iran die Bombe überhaupt anstrebt.

    Über dieses Thema werde ich mit Ihnen nicht mehr diskutieren. Ich versuche ja auch nicht, kleinen Kindern die Existenz vom Weihnachtsmann auszureden. Abgesehen davon wissen Sie so gut wie ich, dass es bereits verheerende Folgen hätte, wenn die Mullahs auch nur über die entsprechende Technologie verfügten. Oder wollen Sie etwa auch leugnen, dass selbige angestrebt wird?

    Und zweitens fährt Iran seit 20 Jahren eine rationale Außenpolitik, die auf Einflussvergrößerung und Wiedereingliederung in die Weltgemeinschaft setzt.

    Zumindest für letzteres sind regelmäßige antisemitische Ausfälle in der Tat beste Werbung in eigener Sache.

    Das Teheraner Regime ist darüber hinaus auch kein Ein-Mann-Betrieb wie Nordkorea. Die Verhandlungslösung kann hier erfolgreich sein. Obama sollte versuchen, was Bush nicht versucht hat.

    Das sollte er wirklich, aber anders als Sie denken ;)

    Encha’allah kommt im Juni ein neuer Präsident.

    Abgesehen davon, dass ich es keinesfalls für sicher halte, dass Ahmadinedschad abge”wählt” wird: Der iranischen Präsidentschafts“wahl“ ist (hinsichtlich des Atomprogramms) nicht die geringste Bedeutung zuzuschreiben.

  4. willow said, on Mai 27, 2009 at 5:56 nachmittags

    Was mich wirklich wundert – bisher habe ich von keinem Politiker oder Journalisten gehört, der auch nur in Erwägung zieht, dem bankrotten Staat Nordkorea die überlebensnotwendigen Nahrungsmittel- und Brennstoffgeschenke zu streichen!

    Ganz im Gegenteil! Je agressiver sich Nordkorea verhält, um so größer werden die Geschenke “der Weltgemeinschaft”…

  5. Parsa Kakashanian said, on Mai 27, 2009 at 6:48 nachmittags

    @ willow

    “bisher habe ich von keinem Politiker oder Journalisten gehört, der auch nur in Erwägung zieht, dem bankrotten Staat Nordkorea die überlebensnotwendigen Nahrungsmittel- und Brennstoffgeschenke zu streichen!”

    Was glauben Sie denn, wären die Konsequenzen? Hunderttausende Tote? Sorry, ihr müsst sterben, weil euer Regime schrottig ist???
    Oder würde dies nicht tatsächlich dazu beitragen, dass Kimmilein endgültig ausrastet? Für ihn selbst wäre sicher noch genug zu fressen da.

    China ist die einzige Macht, die Einfluss auf die KDVR ausüben kann. Die halten das Regime ja auch am laufen. Ohne chinesische Hilfe wären die morgen weg. Das Problem ist nur, dass sich China mit einem Vereinten Korea keinen Alliierten der Amerikaner direkt vor der Haustür schaffen will. China wird das Regime beenden, wenn sicher ist, dass es seine Einflusssphäre behält.

    @ Moe

    “das erneute Bekenntnis zum Multilateralismus”

    Amerika kann nicht alles stemmen. Amerika ist praktisch pleite. Deshalb erkennt Obama richtigerweise, dass er für’s Nordkoreaproblem China und Russland mit im Boot haben muss.

    “Oder wollen Sie etwa auch leugnen, dass selbige angestrebt wird?”

    Nein, Teheran proklamiert ja selbst, dass es die Technologie entwickeln möchte. Dies ist übrigens sein Recht – festgeschrieben im Nichtverbreitungsvertrag. Fraglich ist weiterhin, ob man auch die Bombe anstrebt. Beweise gibt es nicht, nur Mutmaßungen. Hier gilt: auf Irans legitime Sicherheitsinteressen eingehen und dem Land von Seiten der USA eine Sicherheitsgarantie anbieten.

    “dass ich es keinesfalls für sicher halte, dass Ahmadinedschad abge”wählt” wird:”

    Es gibt keine gesicherten Umfragen dazu. Ahmadinedschad ist wenig beliebt in den Großstädten und bei den bürgerlichen und gebildeten Bevölkerungsteilen. Auf dem Land und unter den Armen mag dies anders aussehen – er tourt immerhin wie kein anderer Präsident vor ihm durch alle Provinzen. Allerdings konnte er sein größtes Versprechen, nämlich eine Anhebung des Lebensstandards nicht einhalten. Deshalb sind viele Menschen von ihm enttäuscht.
    Es hängt letztlich davon ab, ob die progressiveren Volksschichten zur Wahl gehen, oder diese wie 2005 boykottieren. Wenn sie sich für Mousavi mobilisieren lassen, dann hat dieser die reelle Möglichkeit zu siegen. Die Konservativen jedenfalls haben jetzt schon Angst, sie haben Facebook mal wieder verboten, weil sich dort bereits tausende Mousavi-Anhänger mobilisiert haben.

    “Der iranischen Präsidentschafts“wahl“ ist (hinsichtlich des Atomprogramms) nicht die geringste Bedeutung zuzuschreiben.”

    Sicher nicht hinsichtlich der zivilen Technologie. Iran wird nicht freiwillig auf die Ausübung seiner Souveränität verzichten. Dies wird auch von keinem anderen Land der Welt verlangt.
    Was die Bombe angeht, das hängt davon ab, ob die endgültige Entscheidung über ihre Entwicklung bereits getroffen ist, oder nicht, sowie wer die Verantwortung hat und ob bereits ein bürokratischer Apparat aufgebaut ist, der die Entwicklung aus Eigeninteresse vorantreibt. Falls eine Reformdynamik entsteht, so könnte dieses Programm noch gestoppt werden. Da sind sich auch die meisten Experten einig. Dafür braucht es aber einen amerikanischen Präsidenten, der die Reformbewegung unterstützt. Obama könnte die Intelligenz besitzen, dies zu tun.

  6. Mr. Moe said, on Mai 27, 2009 at 10:47 nachmittags

    Hier gilt: auf Irans legitime Sicherheitsinteressen eingehen und dem Land von Seiten der USA eine Sicherheitsgarantie anbieten.

    Und einen Lutscher in die Hand noch dazu…
    Im Ernst: Begeben Sie sich auf einen zivilisatorischen Mindeststandard zurück, ansonsten wird hier künftig doch härter bei der Freigabe von Kommentaren durchgegriffen. Wer Mullah-Apologeten lesen will, soll zu Christoph Bertram oder zur Süddeutschen greifen.

    Es gibt keine gesicherten Umfragen dazu.

    Eben. Und da es im ursprünglichen Beitrag nicht um die „Wahlen“ im Iran geht, ist dieser Kommentarstrang hiermit beendet. Gleiches gilt für die iranische Bombe.

  7. willow said, on Mai 28, 2009 at 8:24 vormittags

    @Parsa

    Nein, die nordkoreanischen Machthaber müßten dann verstärkte Anstrengungen unternehmen, “ihrer” Bevölkerung wenigsten ein Minimum an Energie und Nahrungsmitteln zur Verfügung zu stellen… denn eine verhungernde Bevölkerung ist nicht gut für das Überleben einer Diktatur.

    Diese “Last” wird ihnen im Moment von der “Weltgemeinschaft” abgenommen, dadurch werden offensichtlich ausreichend Ressourcen frei, um Bomben und Raketen zu bauen.

  8. Parsa Kakashanian said, on Mai 28, 2009 at 4:33 nachmittags

    @ Willow

    Die Bevölkerung hungert schon jetzt. Die Gretchenfrage ist: führen ökonomisch wirksame Sanktionen auch zu politisch effizienten Lösungen? Das ist nicht sicher. Eine hungernde Bevölkerung geht irgendwann auf die Straße, vielleicht. Und ein grausames Regime kann die Menschen dann auch niederkartätschen. Stalin hat auch Millionen Ukrainer in den Hungertod geschickt, ohne dass seine Macht ernsthaft in Gefahr.

    Wir im Westen müssen uns fragen, ob wir diese Hunger- und Gewalttoten ethisch verantworten können. Keine leichte Frage.

    @ Mister Moe

    “Und einen Lutscher in die Hand noch dazu…”

    Witzisch…
    Im Ernst, es kommt auf die Motive an. Verschafft sich Iran die Bombe aus aggressiven Motiven heraus, weil es die Region dominieren will. Oder verschafft es sie sich aus defensiven Motiven heraus, um dem Schicksal Iraks und Afghanistans zu entgehen? Nur wer die Motive versteht, der kann auch effektiv etwas dagegen unternehmen.

  9. Chewey said, on Mai 29, 2009 at 10:16 vormittags

    @ Parsa Kakashanian

    “Nur wer die Motive versteht, der kann auch effektiv etwas dagegen unternehmen.”

    Die Motive “Irans” zu verstehen im Sinne von vollständig zu durchschauen dürften wohl dem inneren Führungszirkel dieses Landes vorbehalten bleiben. Der Rest der Welt ist darauf angewiesen, sein Verhalten zu interpretieren. Und da läßt sich die wiederholte aggressive Rhetorik und die Unterstützung terroristischer Organisationen schwer mit einer angenommenen defensiven Motivation in Einklang bringen.


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