Zeitung für Schland

Worte der Woche (39)

Posted in Worte der Woche by Mr. Moe on Dezember 31, 2009

Die Europa-Sehnsucht der Türkei haben die Europäer [...] nicht als Kompliment begriffen, sondern als Bedrohung – allmählich verliert das Land selbst die Lust am EU-Beitritt, und eines Tages wird man sich erstaunt und womöglich entsetzt fragen, warum Istanbul auf einmal näher bei Teheran liegt als bei Wien.

Diese Worte von ZEIT-Redakteur Jan Ross seien stellvertretend und abschließend für ein Jahr(-zehnt) angeführt, in dem westliche Kommentatoren sich beharrlich geweigert haben und nach wie vor weigern, Muslime als eigenständig handelnde Akteure und nicht ausschließlich als reine Reaktions- und Opfermasse wahrzunehmen. Da es keinen Begriff dafür gibt, Angehörige einer bestimmten Religion sowohl individuell als auch kollektiv nicht als Subjekte, sondern ausschließlich als Objekte aufzufasse, sollten sich vielleicht jene Wissenschaftler, die sich ihre hoch geschätzten Köpfe über “Islamophobie” zerbrechen, einmal näher mit diesem Phänomen beschäftigen. Schließlich handelt es sich hierbei nicht zuletzt auch um tatsächlich um eine Diskriminierung – ja gar: Verunmenschlichung – von Muslimen, die kein Stück besser dadurch wird, dass sie nicht fremdenfeindlichen, sondern allzu gutmenschlichen Motiven entspringt.

Quelle: Jan Ross: “Wir hatten einen Traum”, in: DIE ZEIT vom 30. Dezember 2009, S. 4.

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Was wirklich eklig ist

Posted in Zwei mal Drei macht Vier by Mr. Moe on Dezember 27, 2009

Dass die Menschen, die ihr Leben dieser Stunden einmal mehr auf iranischen Straßen für Freiheit und Demokratie riskieren, von Washington und dem zumindest in dieser Hinsicht ja ohnehin kaum erwähnenswerten Rest des Westens nicht einmal im Ansatz, ja nicht einmal mit leeren Worten unterstützt werden.

Dass westliche Kommentatoren einen Triumph im Fall der Fälle – sollten die Menschen im Iran das faschistische Regime eines hoffentlich nicht mehr allzu fernen Tages tatsächlich ohne jegliche Hilfe von außerhalb zu Fall gebracht haben – in jener Art und Weise umlügen werden, in der sie auch die bisherige Geschichte ihrer Weltanschauung entsprechend zurecht geschrieben haben.

Dass westliche Journalisten und Politiker einen etwaigen Sieg, den die Menschen im Iran nicht aufgrund, sondern trotz der Präsidentschaft Obamaa, tatsächlich erreichen könnten, der “klugen” Politik jenes Mannes zuschreiben würden, an den die Menschen im Iran in den letzten Wochen und Monaten ebenso berechtigt wie verzweifelt und folgenlos die Frage gerichtet haben, auf wessen Seite er denn eigentlich stünde.

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Neues von Roger Cohen oder: alles löst sich von selbst

Posted in Die üblichen Verdächtigen by Mr. Moe on Dezember 19, 2009

Die amerikanische Ausgabe von Christoph Bertram heißt bekanntermaßen Roger Cohen. Wüsste man es nicht besser, man käme glatt auf den Gedanken, diese Leute würden ihre Gelder direkt aus Teheran beziehen. In der New York Times schlägt Cohen nun folgende Strategie bezüglich der Islamischen Republik Iran vor:

Do nothing.

Das Argument Cohens ist simpel: die Iranische Republik Iran sei mehr oder weniger am Ende, daher würden sich alle (nuklearen) Probleme früher oder später doch von selbst lösen. Der Ruhm für diese tolle Entwicklung kommt Cohen zufolge im Übrigen US-Präsident Obama zu:

It is President Barack Obama’s outreach that has unsettled a regime that found American axis-of-evil rhetoric easy to exploit. After struggling, Obama has also found his sweet spot in combining that détente with quiet support for universal rights.

Traurig aber wahr: Roger Cohens “Analysen” werden ebenso wenig wie diejenigen von Christoph Bertram von den Islamfaschisten selbst bezahlt, sondern von ihren useful idiots in den Vereinigten Staaten und in Europa, von den Lesern der New York Times und der ZEIT.

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Worte der Woche (38)

Posted in Worte der Woche by Mr. Moe on Dezember 15, 2009

Großbritannien sei entschlossen, „alles zu tun, um einen Beitrag zu Frieden im Nahen Osten zu leisten“, erklärte eine Sprecherin. Das heiße auch, dass führende Vertreter Israels die Möglichkeit haben müßten, zu politischen Gesprächen nach Großbritannien zu reisen.

Verkündet wurden diese überaus noblen Worte angesichts der Entscheidung eines Londoner Gerichts, aufgrund angeblicher “Kriegsverbrechen” im Gaza-Krieg einen Haftbefehl gegen die ehemalige israelische Außenministerin Zipi Livni auszustellen. Wäre Großbritannien indes wirklich entschlossen, “einen Beitrag zu Frieden im Nahen Osten zu leisten”, hätte es doch besser gegen die durch und durch antisemitische Hamas-Geburtstagsparty wenigstens protestiert.

Deutsche Medien berichten im Übrigen wenig bis gar nicht über die erneute öffentliche Kampfansage der Hamas, vielleicht ja, weil der Anteil teilnehmender Juden doch eher gering gewesen sein dürfte. Über aus typisch ist hingegen, dass sowohl F.A.Z. als auch SPIEGEL ONLINE in Zusammenhang mit Livni vorgeworfenen “Kriegsverbrechen” während des Gaza-Krieges von 1.400 getöteten Palästinensern schreiben und folglich palästinensische Angaben gewohnt unkritisch übernehmen. Natürlich wird der verhältnismäßig geringe Anteil an zivilen Opfern zudem ebenso wenig erwähnt wie Ursachen des Krieges. Ob die Vorwürfe gegen Livni berechtigt sind, bleibt folglich allein der Einschätzung der (F.A.Z.- oder SPIEGEL-)Leser überlassen. Vorausgesetzt, solche Geschworenen rezipierten ausschließlich die genannten Publikationen,  dürfte das Urteil eindeutig ausfallen.

Gerhard Schröder, “der Islam” und die “deutsche Geschichte”

Posted in Deutsche Zustände by Mr. Moe on Dezember 13, 2009

Im Gegensatz zu manch einem seiner medial omnipräsenten Vorgänger ist vom ehemaligen deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder glücklicherweise nicht mehr allzu viel zu vernehmen. Wenn Schröder sich indes einmal zu Wort meldet, dann fast immer, um einem jenen “lupenreinen Demokraten” zur Seite zu springen, die er ob ihrer Macht Zeit seines Lebens beneidet hat.

Jener Gerhard Schröder,  der SPIEGEL-Kommentator Gabor Steingart zufolge auf Grund des-gegen-den Irak-Krieg-Seins gemeinsam mit Jacques Chirac und Wladimir Putin (kein Witz) den Friedensnobelpreis verdient habe, hat nun in der für den Abdruck der Traktate ehemaliger Bundeskanzler berühmt-berüchtigten ZEIT einen Kommentar über das Schweizer Minarettverbot und die europäische Angst vor dem Islam veröffentlicht.

In Teilen erinnert Schröders Kommentar an Obamas Kairo-Rede, ist er doch ebenso von nahezu euphorischen Lobgesängen auf den Islam geprägt. Nachdem Schröder postuliert hat, dass man aufhören solle, von “dem Islam” zu sprechen, schreibt Schröder ein paar Zeilen weiter:

Der Islam ist keine politische Ideologie, sondern eine friedliche Religion.

Schröders mangelnde Fähigkeit, sich an seine eigenen nur wenige Sätze zuvor geäußerten Worte zu erinnern, einmal bei Seite gelassen: Stünde hinter dem “sondern” ein “auch”, wäre der Satz zumindest diskussionsfähig – in Schröders Formulierung steht er indes für die Weigerung, sich mit der Realität auseinanderzusetzen. Und weil Schröder zumindest zu ahnen scheint, dass sein “Argument” nicht allzu überzeugend ist, legt er mit der deutschen Geschichte nach:

Und wenn der falsche Vorwurf aufkommt, der Islam sei gewalttätig und kriegerisch, sollten gerade wir Europäer, vor allem wir Deutsche, einen Blick auf unsere Geschichte werfen.

Hätte Schröder auch nur irgendetwas aus der deutschen Geschichte gelernt, er würde aufhören, sie in Verbund mit seinem Gesinnungsgenossen Joschka Fischer fortlaufend dafür zu nutzen, die eigenen Ziele und Überzeugungen zu verfolgen und zu rechtfertigen. Hätte es die “deutsche Geschichte” nicht gegeben, die Schröder-Fischer-Menschen hätten sie erfunden, lässt sie sich doch ebenso als Begründung für als auch gegen militärische Gewalt anführen, je nachdem, was den Herren Gutsherren gerade besser in den Kram passt. Was an argumentativer Stärke nach Subtraktion der “deutschen Geschichte” bleibt ist offensichtlich: nichts.

Einmal in Fahrt gekommen, fährt Schröder munter damit fort, die Realität zu verleugnen:

Nicht nur unser Bild von den Muslimen in unserem Land muss sich ändern, sondern auch unser Bild von den islamischen Staaten, die sich von West- über Nordafrika, den Nahen und Mittleren Osten bis hin nach Südostasien erstrecken. Es sind rückständige wie fortschrittliche Länder, autoritäre wie demokratische Systeme, erfolglose wie erfolgreiche Volkswirtschaften.

Leider erwähnt Schröder nicht, welche “fortschrittlichen” und “demokratischen” islamischen Staaten dieser Regionen er im Sinn hat. Vielleicht die Islamische Republik Iran, da es dort ja Wahlen gibt? Schröder gibt die Antwort selbst:

Während meiner Amtszeit und danach habe ich auf zahlreichen Reisen viele Verbindungen in die islamischen Länder aufgebaut. Und mich haben Persönlichkeiten wie der ehemalige iranische Reformpräsident Chatami, der türkische Ministerpräsident Erdoğan oder die Mitglieder der Herrscherfamilie von Abu Dhabi beeindruckt. Sie, wie viele andere auch, setzen sich für eine Modernisierung ihrer Gesellschaften ein, politisch wie wirtschaftlich.

Es ist kein Geheimnis, dass sich Schröder während und nach seiner Amtszeit Verbindungen mit (Möchtegern- und echten) gesucht und gepflegt hat. Daher verwundert es auch nicht, dass Schröder Chatami als einen Reformer bezeichnet, obgleich Chatami fester Bestandteil eines nicht reformierbaren Regimes ist und das iranische Atomwaffenprogramm unter seiner Präsidentschaft eifrig vorangetrieben hat. Es verwundert auch nicht, dass Schröder von Erdogan schwärmt, unter dessen Führung sich die Türkei von Europa (und Israel) abgewandt hat und mittlerweile drauf und dran ist, Teil der  iranisch-syrischen Achse zu werden.

Bis auf Weiteres bleibt demnach geltendes Prinzip: wird ein Mensch von Gerhard Schröder öffentlich gepriesen, ist dies ein verlässliches Indiz dafür, dass es sich bei der entsprechenden Person – äußerst wohlwollend formuliert – um keinen allzu sympatischen Zeitgenossen handelt.

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ZEIT-Leser vs. Israel

Posted in DIE ZEIT by Mr. Moe on Dezember 11, 2009

In der letztwöchigen Ausgabe der ZEIT durfte Michael Thumann bekanntermaßen auf der Titelseite jene in Freundschaft verbundene “Israel-Kritik” üben, die in Deutschland noch keiner Auflage geschadet hat. Allerdings ist Thumanns Artikel einigen ZEIT-Lesern offenbar noch zu wohlwollend gegenüber Israel formuliert. Darauf weisen jedenfalls zwei Leserbriefen hin, die im Folgenden wortlos dokumentiert seien (sie sprechen für sich).

Ingo Braun zufolge müsse die Bundesregierung “unmissverständlich klarmachen, dass die seit 32 Jahren andauernde Siedlungspolitik gegen das Völkerrecht und die Politik gegen den Gaza-Streifen und die Palästinenser gegen die Menschenrechte verstößt” Hieraus wiederum folgert er:

Die Bundesregierung ist dem Völkerrecht und der Menschenrechtscharta verpflichtet und kann ein Regime [sic!], dass so hartnäckig gegen diese Rechte verstößt, nicht unterstützen. Sie muss ihre politische und finanzielle Unterstützung Israels von der Erhaltung dieser Rechte abhängig machen.

Der zweite “israelkritische” Leserbrief stammt – wie so oft – von einem habilitierten Akademiker. Prof. Martin Haspelmath Kernaussage lautet:

Eine [deutsche, Mr. Moe] Beteiligung an einem Krieg gegen Iran wäre eindeutig grundgesetzwidrig. Teil der deutschen Staatsräson sollte es sein, ethnischer Unterdrückung überall auf der Welt entgegenzutreten, ob es Juden trifft oder andere. Und die heutigen Opfer sind die Araber.

Quelle: DIE ZEIT vom 10. Dezember 2009, S. 42.

Spenden sammeln für Thorsten Schmitz!

Posted in SZ by Mr. Moe on Dezember 10, 2009

Deutsche Nahost- und Israelberichterstatter sind wahrlich zu bedauern, müssen sie doch häufig Jahre lang just in jenem Land leben, das sie von ganzem Herzen verabscheuen und gegen das sie tagein, tagaus anschreiben. Kein Wunder also, dass selbst die Besten ihres Fachs angesichts dieser enormen inneren Spannungen irgendwann ausgebrannt sind und sich versetzen lassen. Nachdem der F.A.Z.-Korrespondent Jörg Bremer mittlerweile aus Italien berichtet, zieht Thorsten Schmitz von der Süddeutschen Zeitung jetzt von Tel Aviv ins “billigere Berlin”. Natürlich nicht, ohne sich standesgemäß von Tel Aviv zu verabschieden.

Über die Stadt, in der er viele Jahre lebte und arbeitete, schreibt Schmitz zum Abschluss, dass man dort “Europa spielen und nichts vom Gaza-Streifen und dem besetzten Westjordanland mitbekommen kann”. Und in dieser ignoranten Besetzer-Stadt war der arme Herr Schmitz gezwungen zu leben! Ein wenig verwundert es jedoch, dass Schmitz gerade in einer Zeit die Segel streicht, in der Hoffnung aufkeimt, dass die allzu lebensfreudigen Juden aus Tel Aviv doch endlich einmal mit der von ihnen selbst verschuldeten Realität konfrontiert werden: Tel Aviv liegt mittlerweile in Reichweite der Raketen der Hamas und die iranische Bombe, die auf Tel Aviv gerichtet sein wird, dürfte ja auch bald fertig sein. Wäre Schmitz konsequent, würde er in Tel Aviv bleiben, könnte er sich doch dann an den möglicherweise baldig auftretenden Veränderungen erfreuen.

Allerdings verbindet sich Schmitz ideologische Abneigung gegenüber Tel Aviv im Speziellen und Israel im Allgemeinen mit einem handfesten finanziellen Motiv: Schmitz kann (oder will) sich seine Wohnung in Tel Aviv offensichtlich nicht mehr leisten:

In der Mittelmeermetropole wird um Wohnungen gekämpft, nicht um Frieden. Das Angebot ist so mager, dass eine der größten Immobilienagenturen seit Monaten auf Plakatwänden an Wohnungs- und Grundstücksbesitzer appelliert, sie mögen ihren Besitz doch bitte veräußern. Die Mieten in Tel Aviv haben das (unverschämte) Niveau von Manhattan erreicht, als hätte es nie eine Finanzkrise gegeben. Unsere 100 Quadratmeter große Vier-Zimmer-Wohnung kostete vor drei Jahren noch 1500 US-Dollar, inzwischen 2600 (ohne Parkplatz wohlgemerkt). Die Vermieter nutzen die Misere aus und rühren keinen Finger. Sie wissen: Es gibt Dutzende Anwärter auf jede Wohnung.

Ja, diese Vermieter, die nur am Profit interessiert sind – wirklich unverschämt. Warum gibt es eigentlich kein israelisches Gesetz, gemäß dessen deutsche Berichterstatter, die ausgewogen über Israel schreiben und dadurch viel dazu beitragen, Israels Ansehen in der Welt zu steigern, mietfrei in Tel Aviv residieren dürfen? Angesichts dieser zum Himmel schreienden Ungerechtigkeit seien die Leser der Zeitung für Schland dazu aufgerufen, ein paar Groschen für Thorsten Schmitz in die Sammelbox zu werfen. So wäre es Schmitz möglich, in Tel Aviv wohnen zu bleiben – könnte es für einen unverbesserlichen Israelhasser eine schlimmere und zugleich gerechtere Strafe geben?

hat tip: Opposite Editorial.

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Shame On You, President Obama (III)

Posted in Zwei mal Drei macht Vier by Mr. Moe on Dezember 8, 2009

Ein Auszug aus der Rede von US-Präsident Barack Obama anlässlich seiner (Versagens-)Strategie bezüglich Afghanistan:

We must make it clear to every man, woman and child around the world who lives under the dark cloud of tyranny that America will speak out on behalf of their human rights, and tend to the light of freedom, and justice, and opportunity, and respect for the dignity of all peoples.

In Anbetracht der Tatsache, dass Obama zum wiederholten Male schweigt, während die Menschen im Iran, die für ihre Freiheit auf die Straße gehen, niedergeprügelt werden, verdienen des Präsidenten Worte nur eine Bezeichnung: zynisch.

hat tip: Joachim Steinhöfel

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Aus gegebenem Anlass

Posted in SPIEGEL & SPIEGEL ONLINE by Mr. Moe on Dezember 5, 2009

Angesichts Henryk Broders “Israel-Debatte” mit dem Antisemiten Erich Follath, dass gegen Ende – anders kann es leider nicht gesagt werden – ins Anbändeln abdriftet, sei auf eine – zeitgenössische Variante – von Wiglaf Drostes klassischem Text “Mit Nazis reden” verwiesen:

Alle Welt sucht das Gespräch mit Antisemiten. Warum? Haben sie einem etwas zu sagen? Ist nicht hinlänglich bekannt, was sie denken, fordern und propagieren? Wo liegt der beschworene aufklärerische Wert, wenn Henryk Broder im SPIEGEL mit Erich Follath debatiert?

Muß man an jeder Mülltonne schnuppern? Niemand liest die Texte von Antisemiten oder wird einer, weil er sich über deren Ziele täuscht, – das Gegenteil ist der Fall; Antisemiten sind Antisemiten, weil sie welche sein wollen. Eine der unangenehmsten deutschen Eigenschaften, das triefende Mitleid mit sich selbst und den eigenen Landsleuten, aber macht aus solchen Irrläufern der Evolution arme Verführte, ihrem Wesen nach gut, nur eben ein bißchen labil etc., “Menschen” jedenfalls, so Henryk Broder, mit denen man “zusammen essen” gehen kann.

Am Ende reduziert sich die Diskussion dann eben doch auf die offensichtlich wesentlichere Frage:  “Chinese, Thai oder Vietnamese?”

Worte der Woche (37)

Posted in Worte der Woche by Mr. Moe on Dezember 1, 2009

Der türkische Ministerpräsident Erdogan hat das Bauverbot von Minaretten in der Schweiz als Zeichen einer “zunehmenden rassistischen und faschistischen Haltung in Europa” kritisiert. Islamophobie sei wie Antisemitismus ein “Verbrechen gegen die Menschlichkeit”, sagte Erdogan am Dienstag vor der Parlamentsfraktion seiner Regierungspartei AKP in Ankara, wie der Fernsehsender Kanal 7 berichtete.

Erdogan gelingt damit, was noch niemand vor ihm geschafft hat: ein lupenreiner Hattrick, durfte er doch bereits die letzten beiden Male die “Worte der Woche” verkünden. Harte Konkurrenz bekommt der stets um die Menschlichkeit besorgte Erdogan jedoch von der Schweizer Außenministerin Calmy-Rey:

Die Volksabstimmung in der Schweiz gefährdet nach den Worten von Außenministerin Micheline Calmy-Rey die Sicherheit ihres Landes. Während des Außenministertreffens der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in Athen, sagte Calmy-Rey laut Redetext, “jeder Angriff auf die Koexistenz verschiedener Kulturen und Religionen gefährdet auch unsere Sicherheit”. Es bestehe die Gefahr, dass “die Provokation andere Provokationen” nach sich ziehe und “Extremismus” schüre.

Ja, diese um “Extremismus” besorgte Dame ist eben jene, die mit Ahmadinedschad anbändelt.

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