Was wirklich eklig ist
Dass die Menschen, die ihr Leben dieser Stunden einmal mehr auf iranischen Straßen für Freiheit und Demokratie riskieren, von Washington und dem zumindest in dieser Hinsicht ja ohnehin kaum erwähnenswerten Rest des Westens nicht einmal im Ansatz, ja nicht einmal mit leeren Worten unterstützt werden.
Dass westliche Kommentatoren einen Triumph im Fall der Fälle – sollten die Menschen im Iran das faschistische Regime eines hoffentlich nicht mehr allzu fernen Tages tatsächlich ohne jegliche Hilfe von außerhalb zu Fall gebracht haben – in jener Art und Weise umlügen werden, in der sie auch die bisherige Geschichte ihrer Weltanschauung entsprechend zurecht geschrieben haben.
Dass westliche Journalisten und Politiker einen etwaigen Sieg, den die Menschen im Iran nicht aufgrund, sondern trotz der Präsidentschaft Obamaa, tatsächlich erreichen könnten, der “klugen” Politik jenes Mannes zuschreiben würden, an den die Menschen im Iran in den letzten Wochen und Monaten ebenso berechtigt wie verzweifelt und folgenlos die Frage gerichtet haben, auf wessen Seite er denn eigentlich stünde.
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[...] auf Zeitung für Schland. Veröffentlicht in Reaktionen von außerhalb. Schlagworte: Iran, Journalismus, Obama. [...]
Thank you for this analysis.
Ich finde es gut, dass der Westen (vor allem Israel und USA) nocht nicht eingreift.
Das würde dem Präsidenten mehr Autorität verschaffen und den revolutionären Bewegungen mehr schaden als helfen.
Eine Revolution ist nur dann richtig und erfolgreich, wenn sie von innen kommt.
@lightem:
Ich denke auch nicht unbedingt, dass der Westen militärisch intervenieren sollte. Das Argument, dass das Regime durch “Einmischung von außen” gestärkt werden würde, halte ich jedoch nicht für schlagkräftig. Erstens weist das Regime die Schuld für die Unruhen ohnehin dem Ausland bzw. “den Zionisten” zu, ganz egal was auch passiert. Zweitens sind vermehrt Stimmen aus dem Iran zu vernehmen, die nach einer deutlicheren Positionierung des Westens und insbesonderer der USA/Obamas verlangen.
Fazit: die Revolution sollte von innen kommen – was sie ja auch tut -, aber dennoch von außen befördert werden. Und sei es nur dadurch, dass dem Regime öffentlich die Legitimität aberkannt und der iranischen Demokratiebewegung Unterstützung zugesichtert wird.
Jede militärische Einmischung wurde die Bewegung um Jahre zurückwerfen und tausender Menschen mehr das Leben kosten. Die westlichen Staaten haben schon mal mit ihrem Schwein(Saddam, Rhetorik des Westens, unser Schwein) die Entwicklung im Iran verlangsamt und fast zum Erliegen gebracht.
Und wenn sie auch eingreifen, wird am Ende einen Undemokraten wie Karzay oder Maleki uns erwarten mit Millionen materiellen Schäden und toten Menschen. Also die Füße, Hände, Gedanken, … still halten.
http://maziarworld.wordpress.com