Zeitung für Schland

Wer Lügen nicht aussprechen kann, ohne sie selbst zu glauben

Posted in DIE ZEIT by Mr. Moe on April 22, 2010

Martin Klingst erklärt in der ZEIT, „warum Obama Streit mit Israel sucht“. Das Credo der Obama-Regierung in Bezug auf Israel umschreibt Klingst wie folgt:

„Achtung, Israel, wir werden uns nicht aus dem Nahostkonflikt heraushalten, denn eure Interessen sind nicht mehr zwangsläufig die unseren!“

Dass man dieser Tage in Washington dieser Ansicht ist, steht ebenso außer Frage wie die Tatsache, dass es an und für sich Journalisten wie Klingst vorbehalten wäre, in aller Deutlichkeit auf den Wahn hinzuweisen, der ihr zu Grunde liegt. Als Anregung hierfür möge ein Einwurf von Caroline Glick dienen, in dem die Bedeutsamkeit Israels für ureigene amerikanische Interessen im Nahen Osten in Schrift sowie auch Bild und Ton herausgestellt wird. Denn auch wenn Obama es anders sehen oder nur an jene ihm in Scharen davonzulaufen drohende jüdische Wählerschaft zu verkünden vermag; bis auf Weiteres haben Israel und die Vereinigten Staaten die gleichen Feinde im Nahen Osten.

Klingst ist indes ein Vertreter der deutsch-europäischen Logik, die sich die Obama-Regierung längst zu Eigen gemacht hat und gemäß derer ausschließlich demokratische und insbesondere jüdische Staaten für Probleme verantwortlich sind, während jedes autoritäre Regime und jeder mörderische Ideologe mindestens potentielle Empfänger für ausgestreckte Hände darstellen. Auf Grundlage dieser Überzeugung schreibt Klingst, dass in der Haltung der Obama-Regierung

„der ganze Zorn über Israels Besatzungs- und Siedlungspolitik [steckt], die der amerikanischen Mission in der Region schadet, Feinde wie Iran und al-Qaida stärkt und obendrein das Leben amerikanischer Soldaten zwischen Kabul und Bagdad gefährdet.“

Nicht etwa die „Islamische Republik“, die die Vereinigten Staaten – in den Augen deutsch-europäischer Ideologen: auch, selbst, sogar unter Obama – im Irak und Afghanistan attackiert, sondern die israelische Politik seien also für Mord und Totschlag verantwortlich. Klingst schließt sich demnach der Behauptung der Obama-Regierung – „der gute Freund [Israel, Mr. Moe] gefährde Amerikas Sicherheit“ an und ist folgerichtig nicht in der Lage, sie ihn ihr immer deutlich werdendes Gegenteil zu verkehren: Obamas Amerika gefährdet Israels Sicherheit.

Die seinen eigenen Worten nach auf den „Streit mit Israel“ hinauslaufende Politik Obamas rationalisiert Klingst als das „Ergebnis vieler Strategiesitzungen und unzähliger Enttäuschungen“, anstatt wenigstens zu erwähnen, dass viele von Obamas Beratern und Weggefährten für ihre “israelkritischen” Positionen bekannt und durch bisweilen offen antisemitische Äußerungen in Erscheinung getreten sind. Diese von Klingst als politisch klug und aus der Erfahrung lernend dargestellten Berater Obamas geben etwa folgende Weisheit von sich, die Klingst für bare Münze nimmt:

Der [Nahost-]Konflikt bleibt das Brennglas, durch das viele Araber die USA sehen; er ist die Quelle für die öffentliche Wut auf die Außenpolitik der USA. Er ist der Hauptgrund für Militanz und für den iranischen Einfluss in der arabischen Welt“.

Ob Obamas Berater und ihr offenkundiger Bewunderer Klingst den Juden Israel auch die Schuld für den Ausbruch des Vulkans unter dem Eyjafjallajökull zuschreiben, ist leider nicht überliefert.

Quelle: Martin Klingst: „Hassliebe“, in: DIE ZEIT vom 22. April 2010, S. 8.

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4 Antworten

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  1. willow said, on April 22, 2010 at 4:26 nachmittags

    Caroline Glick ist großartig! Kennst du auch “ihre” Satireshow? Seeehr böse, besonders für die “linke” Journaille… ;)

    Aber auch Obama bekommt sein fett weg, in “the tribal update 43″ gibt es sogar ein Interview mit ihm ;)

  2. Mr. Moe said, on April 22, 2010 at 5:29 nachmittags

    @willow:
    Hatte mir zum Start der Show zwei, drei Videos angesehen, die ich jedoch nicht so lustig fand. Werde mir das von Dir verlinkte Video aber ansehen und der Show ggf. eine zweite Chance einräumen ;)

  3. [...] Martin Klingst, DIE ZEIT – Israel ist die Quelle allen Übels und die Tyrannen, Diktatoren, Mörderbanden unter dem grünen Banner des Propheten können für nichts und sind absolut unschuldig. Es lebe Obama! [...]

  4. jerry said, on Mai 2, 2010 at 9:14 vormittags

    we remember in November :-)


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