Zeitung für Schland

Aus gegebenem Anlass

Posted in Zwei mal Drei macht Vier by Mr. Moe on April 25, 2010

Aus gegebenem Anlass (s.u.) wurde der “Defending the Right to Offend”-Button auf der rechten Seite wieder eingeführt – natürlich in zeitgemäßer Form.

Die Islamisten haben gewonnen. Sie können sich brüsten, ein weltweit ausstrahlendes Fernsehnetzwerk eingeschüchtert zu haben: Die Folgen 200 und 201 der Zeichentrickserie „South Park“, die in den Vereinigten Staaten Mitte der Woche gelaufen sind, werden nicht mehr gezeigt. Nicht mehr in Amerika und auch nicht in den anderen Ländern, in denen „South Park“ im Programm ist. Auch auf den Internetseiten zur Serie, die eigentlich sämtliche Episoden vorhalten, kann man sich nicht mehr ansehen, welchen Reim sich die Macher von „South Park“, Trey Parker und Matt Stone, auf religiösen Wahn, Intoleranz und fanatische Bilderverbote machen. Dafür haben die Islamisten gesorgt, welche die Internetseite RevolutionMuslim.com bestücken und sich daran reiben, dass bei „South Park“ angeblich der Prophet Mohammed in einem Bärenkostüm auflief. […]

Kein Risiko eingehen will nun auch MTV, das hinter dem Programm von „Comedy Central“ steht. „MTV Networks hat sich entschlossen, die South-Park-Episoden 200 und 201 nicht auszustrahlen“, hieß es auf Anfrage dieser Zeitung, „wir haben diese Entscheidung mit großem Widerstreben getroffen. Wir glauben fest an kreative Ausdrucksfreiheit: Wir alle profitieren davon, wenn es einzigartigen und tiefgründigen Kreativen wie den Machern von South Park erlaubt ist, sich frei auszudrücken. Allerdings steht die Sicherheit unserer Angestellten für uns stets an erster Stelle, und so haben wir uns zu diesen Vorsichtsmaßnahmen entschlossen.“ [F.A.Z.]

Und während Michael Hanfeld im oben verlinkten Artikel fast noch zu vorsichtig von einem erneuten “Kniefall vor den Feinden der Pressefreiheit” schreibt, fragt man beim Guardian bereits, ob die Macher von South Park nicht “Gone too far?” seien.

Update: Auf der South Park Fanseite Planearium gibt es eine chronologische Zusammenfassung der Ereignisse sowie Hintergrundinformationen. Auf der Seite ist zudem ein CNN Interview mit Ayaan Hirsi Ali verlinkt, die bekanntlich unter Schutz leben muss und folgende simple Wahrheit ausspricht:

If the entertainment business were to take this on and show how ridiculous this is, there’ll be too many people to threaten. And at that time I won’t need protection and the gentlemen from South Park won’t need protection.

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9 Antworten

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  1. Michael said, on April 25, 2010 at 10:57 vormittags

    Am 20. Mai ist Everybody Draw Mohammed Day.

  2. […] noch auf, mehr oder weniger, illegale Weise zu sehen sein werden. Mehr dazu kann man bspw. bei der Zeitung für Schland und Jörg Lau […]

  3. Bernd Dahlenburg said, on April 25, 2010 at 2:37 nachmittags

    Mit seiner antijüdischen Hetzrubrik Comment is Free” (CiF) hat der Guardian aber überhaupt keine Probleme:

    http://backsp.wordpress.com/2010/04/06/aufraumen-bei-comment-is-free/

  4. beeeep : nada said, on April 25, 2010 at 4:54 nachmittags

    […] Die Folgen 200 und 201 der Zeichentrickserie „South Park“, die in den Vereinigten Staaten Mitte … . . Teilzensiert gibt es die nicht sonderlich herausragenden Folgen nach wie vor unter allsp.com zu […]

  5. Gerrit said, on April 25, 2010 at 9:38 nachmittags

    Und wenn jetzt ein Bär zu Schaden käme, in einem Zoo, weil er für einen verkleideten Zeichentrickfilm-Darsteller aus der South Park Serie gehalten wird — ob das mit den “religiösen” Gefühlen dann auch noch okay geht ?

  6. Mr. Moe said, on April 28, 2010 at 11:14 vormittags

    @Michael:
    Der “Everybody Draw Mohammad Day” scheint sich auch zu einem interessanten Fall zu entwickeln…

  7. […] über das Thema gibt es unter anderem hier, hier und hier zu lesen. Einen chronologischen Überblick über die Ereignisse gibt es […]

  8. Widderhorn said, on Oktober 6, 2011 at 12:44 vormittags

    Diktatoren vertragen keinen Humor.

    Die kulturelle Moderne darf sich vom barbarischen Restmittelalter namens Scharia nicht einschüchtern lassen.

    Dürften derartige totalitäre Sittenwächter demnächst den schulischen Religionsunterricht gestalten?

    Nordrhein-Westfalen

    Am 22. Februar 2011 unterschrieb die nordrhein-westfälische Ministerin für Schule und Weiterbildung eine ‘Verabredung’ (Gemeinsame Erklärung), die den Koordinationsrat der Muslime in Deutschland (KRM) über den Kunstgriff eines bislang nie dagewesenen Beirats dazu ermächtigt, Ansprechpartner des Staates für den schulischen Religionsunterricht nach Artikel 7 (3) GG zu sein.

    Kritiker halten im Mai 2011 den KRM für derzeit nicht in der Lage, den gesetzlich geforderten Ansprechpartner darzustellen:

    “Wenn es keinen Ansprechpartner gibt, kann der Staat sich keinen basteln.”

    http://www.derwesten.de/nachrichten/politik/Scharfe-Kritik-an-Islamunterricht-in-NRW-Schulen-id4618894.html

    Rechtsprofessor Christian Walter (München) warnt:

    “Unter dem Grundgesetz ist es ausgeschlossen, dass sich der Staat über den Beirat einen ihm genehmen Staats-Islam schafft.”

    http://www.zeit.de/gesellschaft/schule/2011-09/islam-unterricht-nordrhein-westfalen/komplettansicht

    Sylvia Löhrmann hat bislang darauf verzichtet, zu problematisieren, dass die Islamische Gemeinschaft in Deutschland (IGD), die als der deutsche Zweig der global agierenden Muslimbruderschaft gilt, Mitglied des im KRM organisierten Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD) ist. Entsprechendes gilt für die Islamische Gemeinschaft Milli Görüş (IGMG) und ihre Rolle im ebenfalls im KRM organisierten Islamrat für die Bundesrepublik Deutschland (IR). Der KRM distanziert sich nicht von der grundgesetzwidrigen Scharia und den dazugehörigen Gesellschaftsentwürfen und Menschenbildern, weshalb er für Staat bzw. Land einstweilen kein Ansprechpartner für einen islamischen Religionsunterricht sein sollte.

    In Petition I.3/15-P-2011-05451-00 vom 20.09.2011 heißt es zweckmäßigerweise:

    “Der Landtag möge beschließen: Der Koordinationsrat der Muslime (KRM) ist gegenwärtig kein Ansprechpartner für Nordrhein-Westfalen auf dem Weg zu einem bekenntnisorientierten Islamunterricht; die am 22.02.2011 in Düsseldorf diesbezüglich getroffene Gemeinsame Erklärung des Koordinationsrats der Muslime (KRM) und der Ministerin für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen, in der die Einberufung eines im Einvernehmen mit dem KRM zu besetzenden Beirats verabredet worden ist, ist für den Staat, hier vertreten durch das Bundesland NRW, nicht bindend; der von KRM und Schulministerin geplante Beirat ist nicht einzurichten.”

    Das von Ministerin Löhrmann und dem KRM vereinbarte Beiratsmodell muss gestoppt werden.

  9. […] über das Thema gibt es unter an­de­rem hier, hier und hier zu lesen. Einen chro­no­lo­gi­schen Über­blick über die Er­eig­nis­se gibt […]


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