Zeitung für Schland

Worte der Woche (36)

Veröffentlicht in Worte der Woche von Mr. Moe am November 9, 2009

Ein Muslim kann keinen Völkermord begehen.

Der türkische Ministerpräsident Erdogan, „Israelkritiker“ und selbst erklärter Freund Ahmadinedschads erklärt, warum der sudanesische Staatspräsident al-Bashir in der Türkei willkommen ist, obwohl ihm Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen werden. Hand aufs Herz: bessere Referenzen für einen EU-Beitritt als pathetisch vorgetragene „Israelkritik“, Anbandeln mit der Islamischen Republik Iran sowie die kategorische Weigerung, von Muslimen begangene Menschenrechtsverletzungen überhaupt erst einmal als solche wahrzunehmen, geschweige denn zu kritisieren oder zu bekämpfen, gibt es nicht.

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Worte der Woche (35)

Veröffentlicht in Worte der Woche von Mr. Moe am Oktober 26, 2009

There is no doubt he is our friend. [...] As a friend so far we have very good relations and have had no difficulty at all.

So sprach’s der türkische Ministerpräsident Erdogan über den iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad und die Islamische Republik Iran. In diesem Zusammenhang lesenswert ist die Analyse von Caroline Glick: How Turkey Was Lost to the West.

Harte Konkurrenz erhält Erdogan allerdings vom lybischen Staatsoberhaupt Muammar al-Gaddafi, der auspricht, was die Mehrheit der Europäer sowie die Mehrheit der Amerikaner, die derzeit im Weißen Haus residieren, denken.

Wenn die Israelis Nuklearwaffen haben und über atomare Kapazitäten verfügen, so haben auch die Ägypter, Syrer und Saudiaraber ein Recht darauf. Sogar die Palästinenser sollten welche haben, denn ihre Kontrahenten oder Feinde verfügen auch über nukleare Kapazitäten – warum also nicht? [...] Sollten wir diese Situation nicht wünschen, dann müssen wir Israel von seinen Atomwaffen und -kapazitäten entwaffnen“.

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Worte der Woche (34)

Veröffentlicht in Worte der Woche von Mr. Moe am Oktober 15, 2009

Iran baut in einen Berg hinein eine Nuklearanlage. Nordkorea testet Atomraketen. Die Israelis treiben den Siedlungsbau voran. Der Taliban lässt sich mit Argumenten ohnehin nicht überzeugen, er lässt sich ja kaum fangen.

Gabor Steingart zählt für SPIEGEL ONLINE die tristen Probleme der Wirklichkeit auf, mit denen US-Präsident und Nobelpreisträger Barack Obama konfrontiert sei. Wer den Fehler findet, darf sich freuen. Wer ihn nicht finden kann, ist als Kandidat für den nächsten Friedensnobelpreis qualifiziert.

hat tip: Claudio Casula.

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Worte der Woche (33)

Veröffentlicht in Worte der Woche von Mr. Moe am Oktober 8, 2009

Ist es diplomatischer Bluff oder die ernsthafte Vorbereitung zu einem Krieg gegen Iran?

Bei SPIEGEL ONLINE ist man angesichts der amerikanischen „Monster-Bombe“ (siehe Abbildung unten) offenbar ziemlich in Panik geraten. Und schreibt zur Sicherheit schon einmal, dass Experten die Erfolgsaussichten von Luftschlägen gegen das iranische Vernichtungsprogramm bezweifelten. Na, dann haben die Appeaser ja noch einmal Glück gehabt!

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Worte der Woche (32)

Veröffentlicht in Worte der Woche von Mr. Moe am September 17, 2009

Das ist eine logische Folge der kompromisslosen Haltung Russlands.

Der außenpolitische Sprecher des Föderationsrates in Moskau, Michail Margelow, über den jüngsten Kniefall der Obama-Regierung vor einem autoritären Regime. Mit besten Grüßen nach Teheran!

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Worte der Woche (31)

Veröffentlicht in Worte der Woche von Mr. Moe am September 7, 2009

Aus unserer Sicht ist das Thema erledigt.

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad versetzt den Appeasern einen erneuten Stoß vor die Brust, bezüglich ihrer Hoffnung, der Islamischen Republik die Erlangung von Nuklearwaffen mit Engelszungen auszureden. Bleibt auf Christoph Bertrams Artikel am Donnerstag in der ZEIT zu warten, in dem gebetsmühlenartig gefordert wird, den „Dialog“ jetzt bloß nicht abbrechen zu lassen. Vielleicht könnte man angesichts der Tatsache, dass die ganze Angelegenheit ja wahrlich nicht sonderlich dringlich ist, die Zeituhr ja auch wieder auf Null setzen und noch einmal ganz von vorne anfangen? Ohne Vorbedingungen und auf Augenhöhe, versteht sich!

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Worte der Woche (30)

Veröffentlicht in Worte der Woche von Mr. Moe am August 21, 2009

Durch seine unparteiischen Äußerungen zog er den bin Ladens und Netanjahus zugleich den Teppich unter den Füßen weg.

Akram Baker, bis 2007 Berater der palästinensischen Autonomiebehörde, in der ZEIT über Obamas „unparteiischen Äußerungen“ bezüglich seiner „Ablehnung der seit 42 Jahren andauernden israelischen Besatzungspolitik“. Und da bin Laden momentan ja etwas in Vergessenheit geraten ist, macht Baker ein paar Zeilen weiter unter zur Sicherheit gleich noch einmal klar, mit was für Leuten Netanyahu auf eine Stufe gehört. Über Obamas „Aufbruch in eine neue Zukunft“ im Nahen Osten heißt es:

Zweifellos überlegt eine ganze Reihe von Spielverderbern in diesem Moment, wie sie diese Partei schon in ihrem Ansatz wieder zerstören kann – man denkt sofort an Irans Ahmadinedschad und Israels Netanjahu.

Natürlich, an wen denn auch sonst?

Aufschlussreich ist überdies, dass Bakers Artikel „fünf Vorschläge, was die muslimischen Staaten [zur Beilegung des Nahostkonfliktes, Mr. Moe] tun müssen“ beinhaltet. Wer die ZEIT einigermaßen regelmäßig liest weiß daher, dass nächste Woche an gleicher Stelle ein Artikel erscheinen wird, in dem gefordert vorgeschlagen wird, was Israel zu tun habe tun solle. Die Frage ist nur, wie der Vergleich Netanyahus mit bin Laden und Ahmadinedschad noch getoppt werden kann. Doch eins ist sicher: bei der ZEIT wird man eine Möglichkeit finden.

Quelle: Akram Baker: „Die arabische Antwort auf Obama“, in: DIE ZEIT vom 20. August 2009, S. 9.

Worte der Woche (28)

Veröffentlicht in Worte der Woche von Mr. Moe am Juli 9, 2009

Martin „Ach-heult-mir-wegen-ein-paar-Millionen-toter-Juden-doch-nicht-die-Ohren-voll“ Walser hat einen „offenen Brief an Bundeskanzlerin Merkel“ geschrieben, der in der ZEIT veröffentlicht wurde. Die zentrale Forderung Walsers ist der Abzug deutscher Truppen aus Afghanistan. Unabhängig, was man von dieser, selbstredend im Befehlston moralischer Überlegenheit vorgetragenen, Forderung hält, stoßen zwei Aussagen Walsers stoßen besonders auf. Erstens:

Es mag meine Privatsache sein, dass ich glaube, Kriege seien unter gar keinen Umständen zu rechtfertigen.

Kurz und deutlich: Wenn Kriege unter keinen Umständen geführt werden dürften, wäre Walser wohl heute noch in der Wehrmacht.

Der zweite Punkt, den Walser nennt, kann getrost als Doktrin der Einfaltspinsel bezeichnet werden:

Wir [gemeint ist Deutschland, Mr. Moe] sind, wenn wir uns nirgends militärisch engagieren, kein Ziel mehr für den Terrorismus.

Auf Deutsch, der Sprache die Walser ebenso wie sein Gesinnungsgenosse Grass in vielen Romanen vergewaltigt hat: Wenn man angesichts jeder noch so großen Schweinerei nur immer schön die Augen verschließt, hat man ein schönes und einfaches Leben. In diesem Sinne: Herzlichen Glückwunsch verehrte Terroristen und Despoten, sie haben gewonnen!

PS: Dass die ZEIT neben Walser auch noch Günter Grass zu Wort kommen lässt und ergo gleich zwei moralisierende deutsche Quacksalber in der gleichen Ausgabe abdruckt, sei ihr auf ewig nicht verziehen. Diesbezüglich gilt, schon aus rein ästhetischen Gründen: es kann nicht sein, was nicht sein darf.

Quelle: Martin Walser: „Unser Irrtum“, in: DIE ZEIT vom 09. Juli 2009, s. 3.

Worte der Woche (26)

Veröffentlicht in Worte der Woche von Mr. Moe am Juni 14, 2009

The Obama administration is determined to press on with efforts to engage the Iranian government, senior officials said Saturday, despite misgivings about irregularities in the re-election of President Mahmoud Ahmadinejad.

Auf Deutsch: Keine Unterstützung für die Menschen, die derzeit in Teheran und anderen iranischen Großstädten gegen das Regime auf die Straße gehen. Sowie: Verhandeln, bis die Bombe kommt, Yes we can!

Harte Konkurrenz bekommen die obigen Worte unteressen vom Kanzlerkandidaten der SPD, Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier, der die „Unregelmäßigkeiten“ bei den „Wahlen“ im Iran folgendermaßen kommentiert:

Ich erwarte von den Verantwortlichen in Teheran, dass sie diesen Vorwürfen genauestens nachgehen und für umfassende Aufklärung sorgen

Der war gut, oder?

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Worte der Woche (25)

Veröffentlicht in Worte der Woche von Mr. Moe am Juni 7, 2009

Dieser Wahlkampf in Iran ist alles, was Wahlkampf in Europa nicht ist: spannend, temperamentvoll, unterhaltsam, bejubelt von einer jungen leidenschaftlichen Anhängerschaft.

Man ist geneigt zu ergänzen, dass Wahlen in Europa dafür frei und demokratisch sind, aber das ist natürlich nicht ganz so wichtig wie Spiel, Spaß und Spannung. Die obige Laudatio auf die „Wahlen“ im Iran stammt von Christiane Hoffmann. Genau, das ist die Frau Hoffmann, die – sofern sie ihre Zeit nicht gerade damit verbringt, deutsche Zeitungsleser für noch dümmer zu verkaufen, als sie ohnehin schon sind – gerne auch Hamas-Führer Khaled Meschal in Form unkritischer Interviews hofiert. Dass es sich bei Hoffmann aber doch um eine wahrhaft „kritische“ Journalistin handelt, zeigt sich gegen Ende des Artikels, wenn Hoffmann geradezu provozierend investigativ und aufklärerisch fragt: „Werden die Wahlen fair verlaufen“? Wenn Frau Hoffmann von ihnen berichtet, mit Sicherheit.

Ansonsten bringt Michael Ledeen alles, was über die „Wahlen“ im Iran zu wissen ist, auf den Punkt:

Of course Iran doesn’t have elections, as we understand the term.  It has circuses.  Most people don’t bother to vote, since they think–with good reason–that the outcome simply reflects the wishes of the only voter whose opinion matters:  Supreme Leader Ali Khamenei.

Ebenfalls lesenswert ist Wahied Wahdat-Haghs Artikel über die „Säkulare Kritik der iranischen Präsidentschaftswahl“.

Quelle: Christiane Hoffmann: „Das Volk verlangt nach politischer Erregung“, in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 7. Juni 2009, S. 7.

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