Are You An Islamophobe?
Are you an Islamophobe? Here is a simple test.
Lorna Saltzman’s Test
Do you favor equal rights and treatment of women and men?
Do you oppose stoning of women accused of adultery?
Do you favor mandatory education of girls everywhere?
Do you oppose slavery and child prostitution?
Do you support complete freedom of expression and the press?
Do you support the right of an individual to worship in her chosen religion?
Do you oppose government- and mosque-supported anti-Semitic publications, radio, TV and textbooks?
Do you oppose the wearing of burqas in public places, schools and courts?
Do you oppose segregation of the sexes in public places and houses of worship?
Do you oppose the death penalty for non-Muslims and Muslims who convert to another religion?
Do you oppose “honor” killings?
Do you oppose female genital mutilation?
Do you oppose forced sexual relations?
Do you oppose discrimination against homosexuals?
Do you support the right to criticize religion?
Do you oppose polygamy?
Do you oppose child marriage, forced or otherwise?
Do you oppose the quranic mandate to kill non-Muslims and apostates?
Do you oppose the addition of sharia courts to your country’s legal system?
Do you disagree with the quran which asserts the superiority of Islam to all other religions?
If you answered most or all of these affirmatively, you are a vile Islamophobe and deserve to be beheaded as the quran instructs.
If you answered one third or more of them affirmatively, you are a borderline Islamophobe and need to receive brainwashing to become a full-fledged dhimmi.
If you answered a quarter or fewer affirmatively, you need a few private lessons in dhimmitude to scrub yourself clean of those remnants of Islamophobia.
If you answered affirmatively to NONE of these, Congratulations! You are a worthy observant (radical–PC addition) Muslim and have a bright future vilifying Jews, torturing women or, inshallah, becoming a suicide bomber.”
hat tip: Phyllis Chesler, der Test wurde von Lorna Saltzman verfasst.
Apologists for Evil – Pat Condell in Höchstform
Pat Condell tritt den „Lefty, Liberal, Multicultural, Appeasement Monkeys“ gegen das Schienenbein – und dies absolut zu Recht:
hat tip: Aron Sperber.
Was Obama in Kairo hoffentlich nicht sagen wird
Vor nicht allzu langer Zeit hat SPIEGEL-Journalist Erich Follath seiner Phantasie freien Lauf gelassen und dem israelischen Außenminister Avigdor Lieberman in einer fiktiven Rede an Stelle Frank-Walter Steinmeiers einmal richtig die Meinung gegeigt, oder wie Follath selbst es formulierte: „Tacheles geredet“. Dem SPIEGEL eine Widerwärtigkeit zurückzuliegen konnte man bei der ZEIT offenbar nicht ertragen und hat folgerichtig eine eigene fiktive Rede veröffentlicht. Diese reicht zwar nicht an Follaths Erguss heran, „verdient“ aber dennoch Beachtung, da auch sie r ein gesellschaftliches Phänomen steht.
Die von Michael Thumann, dem leitenden ZEIT-Redakteur für den Mittleren Osten, verfasste Rede mit dem vielsagenden Titel „Ich bedaure“ ist indes nicht an den israelischen Außenminister respektive Israel gerichtet, sondern an „die gesamte muslimische Welt“. Anlass für Thumanns „Entwurf einer Rede an die Muslime“ ist die bevorstehende Rede von US-Präsidenten Barack Obama am kommenden Donnerstag in Kairo. Den Auftakt der Rede, die Obama Thumanns Ansicht nach halten soll, bildet eine handfeste Lüge:
Schauen Sie auf die großen gemeinsamen Leistungen der Weltkulturen. Die Länder im Nahen Osten, Ägypten mit seiner großartigen Hauptstadt Kairo sind die Bühnen dieser produktiven Vielfalt.
Bekanntermaßen gibt es im Nahen Osten in der Tat haufenweise Demokratien, keinerlei Diskriminierung oder Verfolgung von Minderheiten, sowie Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen – „produktive Vielfalt“, im wahrsten Sinne des Wortes also. Aber Spaß bei Seite: Dass sich ein jeder Redner vor seinem Publikum in der Regel zunächst beliebt machen muss, ist ebenso trivial wie grundsätzlich akzeptabel. Das Problem an Thumanns Rede ist jedoch, dass der kritiklose Ton eben nicht allein in einem besonders freundlichen Einstieg vorherrscht, also lediglich einen rhetorischen Kniff darstellte, sondern sich durch die gesamte Rede zieht und folglich Sinn und Zweck selbiger ausmacht. Dies zeigt sich gleich in den anschließenden Sätzen:
Doch unser Zusammenleben wird bedroht. Es gibt bewaffnete Kräfte, die den Frieden zerrütten, unsere Zivilisationen verwüsten wollen. Diese Drohung trifft Muslime, Christen und Juden gleichermaßen.
Ross und Reiter zu nennen ist eines der obersten und nobelsten Ziele des Journalismus. Mögen Muslime, Christen und Juden auch gleichermaßen von „bewaffneten Kräften“ bedroht sein, so muss doch konstatiert werden, dass die Bedrohung eben nicht gleichermaßen von Muslimen, Christen und Juden ausgeht. Weder Thumann, noch Obama oder die „muslimische Welt“ kommen an der Tatsache vorbei, dass die von Thumann nebulös als „bewaffnete Kräfte“ umschriebenen Subjekte des Kampfes gegen die Zivilisation nun einmal vornehmlich Muslime sind. Und während Thumann an dieser Stelle peinlichst genau jegliche Zuweisung von Verantwortung vermeidet, ist er einige Zeilen später mehr als eindeutig:
Mein Land [die Vereinigten Staaten, Mr. Moe] hat in den vergangenen Jahren große Fehler gemacht und gegen eigene Grundsätze verstoßen. Ich bedaure das. Wir wollen Rechtsbrecher nicht mit Rechtsbrüchen verfolgen. Wir führen keinen „Krieg“, sondern verteidigen Freiheit, Frieden und das Recht.
Dass die Verteidigung von „Freiheit, Frieden und Recht“ dieser Tage erfordert, einen Kampf zu führen, der nicht anders denn als „Krieg“ bezeichnet werden kann, sollte eigentlich jedem klar sein, der über die Gabe des Denkens verfügt. Ebenso klar sollte sein, dass nicht die USA oder der Westen diesen Krieg erklärt und auf weite Teile der Welt ausgeweitet haben, sondern radikalislamische Kräfte. Bei allem Gutmenschentum und Akzeptanz-Toleranz-Geschwafel, das so viele Menschen so sehr lieben: An dieser simplen Begebenheit ist Anfang des 21. Jahrhunderts nicht vorbeizukommen, auch wenn die Thumanns und Obamas dieser Welt eben dies nahezu täglich versuchen.
Neben dieser fundamentalen Fehlauffassung fällt Thumanns Rede vor allem durch widerwärtige Relativismus auf. So zählt Thumann „Rechtsbrüche im Nahen Osten“ auf:
Wir wünschen uns die Achtung der Menschenrechte in den arabischen und muslimischen Staaten. Wir wünschen uns die Wahrung der Menschenrechte im israelischen Umgang mit den Palästinensern.
Saudi-Arabien, Iran, Israel – irgendwie ist doch jedes Land im Nahen Osten gleich (schlimm). Alle verstoßen halt ein bisschen gegen die Menschenrechte, und das ist schade. Es folgt die nächste faustdicke Lüge:
Rechtsstaat, unabhängige Richter, Meinungsfreiheit, Freizügigkeit sind keine Lehrstunden des Westens, keine Exportartikel. Sie sind Werte von Muslimen, Christen, Juden zugleich.
Bei allem Respekt vor Thumann: Jemand der schreibt, dass Meinungsfreiheit und Freizügigkeit Werte von Muslimen seien, kann nicht recht bei Trost sein. Um Missverständnissen vorzubeugen: Selbstverständlich gibt es Muslime, die diese Werte teilen. Aber hier geht es eben nicht um einzelne Muslime, Christen oder Juden, sondern um die Religion als solche. Und bei allem Verständnis dafür, dass Obama in seiner Rede nun wahrlich nicht jeden Missstand im Nahen Osten oder der muslimischen Welt aufzählen kann,denn seine Zeit wird ja begrenzt sein: Es besteht doch noch ein bedeutsamer Unterschied zwischen respektvollen Austausch und unterwürfigem Anbiedern.
Doch eine Rede an die muslimische Welt wäre natürlich nicht vollendet ohne Forderungen gegenüber Israel zu stellen:
Wir treten ein für das Recht der Palästinenser auf einen eigenen Staat, in lebensfähiger Gestalt und in naher Zukunft. Von Israel erwarten wir einen sofortigen Stopp des Siedlungsbaus und den Abriss aller illegalen Siedlungen. Zugleich stehen wir ein für die Sicherheit Israels und sein Recht auf eine Existenz frei von Angst und Bedrohungen.
Wie ein palästinensischer Staat „in naher Zukunft“ mit Israels „Recht auf eine Existenz frei von Angst und Bedrohungen“ in Einklang zu bringen sein soll, wissen wohl nur Thumann und Obama. Jedoch muss wenigstens Thumanns Aufrichtigkeit gelobt werden, stellt er doch nicht die üblichen halbherzigen Forderungen an die Palästinenser, sondern macht von vornherein deutlich, dass er allein von Israel erwartet, Frieden herbeizuführen. Wie Thumann sich darüber hinaus eine sorgenfreie israelische Existenz vorstellt, sagt er anschließend selbst:
Ich befürworte die arabischen Friedensbemühungen für eine Lösung der arabisch-israelischen Gegensätze.
Welche Bemühungen? Etwa die Initiative der arabischen Liga, die den Rückzug Israels auf nicht zu verteidigende Grenzen sowie die Rückkehr der „Flüchtlinge“ vorsieht? Welche „Friedensbemühungen“ Thumann auch immer meinen mag, eine Herzensangelegenheit scheint ihm „die baldige Regelung der Streitigkeiten zwischen Israel und Syrien“ zu sein. Denn:
Wir wollen Staaten nicht ausgrenzen, sondern in eine umfassende Regelung im Nahen Osten einbinden.
Auch hier ist Thumanns Offenheit anzuerkennen, sagt er doch frei heraus, dass er jedes noch so widerwärtige Regime akzeptiert und einbinden will. Apropos: Die islamische Republik Iran wird in Thumanns Rede auch erwähnt:
Niemand soll an friedlicher Nutzung der Kernenergie gehindert werden, aber er hat die Pflicht, sich ohne Zögern den Regeln der internationalen Atomaufsichtsbehörde zu unterwerfen. Das gilt auch für Iran.
Damit wäre dieses Thema also auch abgehandelt und das Problem so gut wie gelöst. Zumal die USA Thumann zufolge ja auch Israel entwaffnen sollten:
Wir sehen nicht an der Tatsache vorbei, dass Israel und Pakistan über Atomwaffen verfügen. Doch folgt für mich daraus nicht, dsas jeder solche Waffen braucht. Die USA wollen mit allen Staaten der Region über einen umfassenden Sicherheitspakt ohne Kernwaffen reden.
So viel noch einmal abschließend zur „Sicherheit Israels“.
So ekelerregend Thumanns Rede auch sein mag: Das Problem besteht nicht allein darin, dass Thumann seine Forderung der Selbstaufgabe sowie der Kapitulation vor der Barbarei und den Feinden der Zivilisation hunderttausenden Lesern präsentieren darf. Das Problem besteht vielmehr darin, dass diese Position längst mehrheitsfähig ist, und dass sie überdies vom Führer der freien Welt geteilt wird, mit allen verheerenden politischen Folgen. Sollte Obamas Rede in Kairo Ähnlichkeit mit Thumanns Buckelei haben, es wäre ebenso folgerichtig wie ein neuerlicher Tiefpunkt.
Quelle: Michael Thumann: „Ich bedaure“, in: DIE ZEIT vom 28. Mai 2009, S. 16.
Worte der Woche (24)
The Zionist regime is the real threat to the entire region, he said and called for removal of this cancerous tumor.
Der iranische Außenminister und Gelegenheits-F.A.Z.-Autor Manutshehr Mottaki ruft beim Treffen der 57 Außenminister der Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) zur Vernichtung Israels auf. Ihrer Selbstzuschreibung zufolge versteht sich die OIC übrigens als „die kollektive Stimme der muslimischen Welt“, die die „Interessen der Muslimischen Welt“ schütze. Empörte Distanzierungen der 56 weiteren Außenminister sowie Geistesgrößen der „muslimischen Welt“ werden daher in den kommenden Tagen erwartet.
Über „positive Signale für die islamische Welt“ oder: „Shut up, Mr. President!“
US-Präsident Barack Obama hat die Europäische Union dazu aufgerufen, die Türkei als Vollmitglied aufzunehmen. Über Sinn und Unsinn einer EU-Mitgliedschaft der Türkei kann man sicherlich geteilter Ansicht sein. Was aber auf keine Kuhhaut geht, ist des Präsidenten Begründung, dass so ein „positives Signal für die islamische Welt“ gesetzt werden könne.
Zur Erinnerung: Die islamische Welt tritt die Menschenrechte mit Füßen. Die islamische Welt hofiert den sudanischen Präsidenten Bashir. Die islamische Welt steht der Meinungsfreiheit feindlich gegenüber. Die islamische Welt weigert sich, im Namen ihrer Religion verübte Anschläge und Attentate zu verurteilen. Usw. usf.
In Anbetracht dieser Tatsachen wäre es allerhöchste Zeit für die islamische Welt, ein „positives Zeichen“ zu setzen. Und, nebenbei bemerkt, höchste Zeit für Barack Obama , als Anführer der freien Welt den Feinden eben jener Freiheit nicht mehr in den Allerwertesten zu kriechen.
Mumbai und Kaschmir
Ulrich Ladurners „Mumbai-Analyse“ in der ZEIT kann als Paradebeispiel für die in den letzten Tagen häufig zu beobachtende Blindheit westlicher Kommentatoren gegenüber islamistischen Gräueltaten dienen. Liegt den Anschlägen von Mumbai etwa eine menschenverachtende Ideologie, ein „war against civilisation“ (Melanie Phillips; deutsche Übersetzung via heplev) zugrunde? Waren die Anschläge nicht offenkundig antisemitischer Natur? Aber nicht doch!
Es wird derzeit viel über die Drahtzieher dieser Anschläge spekuliert, und die indische Regierung scheint davon überzeugt zu sein, dass sie in Pakistan sitzen. Neu-Delhi gestikuliert zornig in Richtung Islamabad. Jenseits aller Indizien über die Hintermänner ist es freilich so, dass islamistisch begründete Anschläge quasi zwangsläufig einen pakistanischen „Hintergrund“ haben, allerdings nicht in einem polizeilichen Sinne. Jeder muslimische Attentäter bezieht sich auf die eine oder andere Weise auf Kaschmir, die seit 1947 zwischen Pakistan und Indien umstrittene Region. Wann immer es aber um diese Region geht, ist auch Pakistan mit im Spiel. Denn dieser Staat begreift sich als Schutzherr der Muslime auf dem gesamten Subkontinent. Indien und Pakistan haben drei Kriege geführt, und immer ging es auch um Kaschmir.
Es geht also um einen regionalen Konflikt. Doch wie kann eine solche Annahme erklären, dass von über 20 Millionen Menschen in Mumbai gezielt Juden ausgewählt und überdies vor ihrer Ermordung noch grausam gefoltert wurden? Ganz einfach:
Kaschmir ist für den Subkontinent das, was der Palästinakonflikt für den Nahen Osten ist. Er ist das Symbol für die Ausgrenzung und Unterdrückung der Muslime.
Mit anderen Worten: ein Teil der Opfer der Anschläge von Mumbai waren halt Juden und die sind ja – qua Gleichsetzung mit Israel – bekanntermaßen Sinnbild für „die Ausgrenzung und Unterdrückung der Muslime“. Na, klingelt’s?
Was darf die Satire?
Kurt Tucholsky beantwortete die Frage, was die Satire dürfe, einst mit einem eindeutigen „Alles“. Eine zeitgemäße Antwort auf die Frage hat jetzt das Museum für komische Kunst Caricatura gegeben und den vom Satiremagazin Titanic für den 18. Oktober ausgerufenen Mohammed-Ähnlichkeitswettbewerb aufgrund nicht ausreichender „Platzkapazitäten“ sowie Sicherheitsbedenken abgesagt. Stefan Behr kommentiert dies in der Frankfurter Rundschau lapidar:
Es hat halt nicht sollen sein.
Was sich so anhört, als habe ein Fußballverein in der letzten Minute ein unglückliches Tor kassiert, verdeutlicht die allseitig vorherrschende Freude über die Absage der Veranstaltung.
Die Polizei:
Die ersten Reaktionen klingen meist nach Erleichterung. Etwa bei Polizeisprecher Jürgen Linker: „Wir hätten das mit abdecken können, sind aber erleichtert, weil es so nicht zu möglichen Protestaktionen kommt.“ Vorfälle, wie sie sich ereignet haben, nachdem Mohammed-Karikaturen in der dänischen Zeitung Jyllands Posten erschienen sind, hätte man in jedem Fall unterbinden wollen. Vermutlich wäre also die Frankfurter Polizei in massiver Präsenz angerückt.
Die Staatsanwaltschaft:
Auch Doris Möller-Scheu, Sprecherin der Staatsanwaltschaft, ist über die Entwicklung alles andere als unglücklich. „Wir können das nur begrüßen, es hätte sonst sicher Probleme gegeben.“ Es sei ja nicht so, dass die Veranstalter sich alleine in Gefahr brächten, sondern auch andere, völlig Unbeteiligte.
Genau so ist es: Nicht potentielle Attentäter gefährden die Öffentlichkeit, sondern Titanic-Redakteure. Ganz so, als ob Extremisten aufgrund des Einknickens eines Museums vom Glauben abfiehlen und ihre mörderischen Ziele nicht mehr verfolgten. Aber eigentlich geht es bei der ganzen Angelegenheit ja gar nicht um Islamismus oder Sicherheit:
Hauptgrund seien die Kunstwerke gewesen, die in der Caricatura hängen und um deren Sicherheit man sich Sorgen gemacht habe. „Das ist ja an und für sich kein Veranstaltungsort“ – die Lesebühne befindet sich im Erdgeschoss des Museums, wo auch die Kurzausstellungen gezeigt werden, derzeit Bilder von Bernd Pfarr. Dass alles in so einem Schlamassel endet, hätte er nicht geglaubt: „Ich hätte nicht gedacht, dass das so ein Ding wird.“
Dass das Museum „kein Veranstaltungsort“ sei und das zwei Tage vor der Veranstaltung plötzlich jemandem auffällt, lassen wir einmal so stehen. Schlimmer wiegt ohnehin, dass die Terroristen Titanic-Redakteure in ihrem Wahn weiter rücksichtslos die Öffentlichkeit gefährdeten:
Noch ist aber nicht endgültig klar, ob es nicht doch ein Ding werden könnte. Die Redakteure der Titanic halten nämlich nach wie vor den geplanten Schabernack für eine gute Sache und denken nicht ans Aufgeben.
Diese Monster!
Nachtrag: Es soll dem Leser nicht vorenthalten werden, dass Stefan Behr von der Frankfurter Rundschau die Absage der Veranstaltung in einem Leitartikel mittlerweile als „falsch“ bezeichnet hat.
Bestechende Logik
Dass in der muslimischen Welt nach wie vor zahlreiche Verschwörungstheorien hinsichtlich des 11. Septembers grassieren, berichtet Michael Slackman in der New York Times. Bemerkenswert ist hierbei, welche Erklärung Slackman diesbezüglich anbietet:
It is easy for Americans to dismiss such thinking as bizarre. But that would miss a point that people in this part of the world think Western leaders, especially in Washington, need to understand: That such ideas persist represents the first failure in the fight against terrorism — the inability to convince people here that the United States is, indeed, waging a campaign against terrorism, not a crusade against Muslims.
Zugespitzt: Das Handeln der US-Regierung im Anschluss an die Anschläge trage einen großen Teil zur Verfestigung der Verschwörungstheorien in islamisch geprägten Ländern bei. Wie Slackman zu dieser Schlussfolgerung gelangen kann, ist angesichts der folgenden Zitate verschiedener Befragter jedoch äußerst fragwürdig:
It was organized by other people, the United States or the Israelis. [...]
Why is it that on 9/11, the Jews didn’t go to work in the building? Everybody knows this. I saw it on TV, and a lot of people talk about this. [...]
What happened in Iraq confirms that it has nothing to do with bin Laden or Qaeda. They went against Arabs and against Islam to serve Israel, that’s why. [...]
Vor diesem Hintergrund offenbart sich die Widersinnigkeit von Slackmans These: Wenn es den USA gelänge „die Muslime“ davon zu überzeugen, dass sie keinen Krieg gegen den Islam, sondern lediglich gegen islamistischen Terror führten, dann entzögen sie den Verschwörungstheorien den Nährboden. Schön und gut – doch darüber, wie diese Behauptung mit dem unverhohlen antisemitischen und antizionistischen Wesen der Verschwörungstheorien in Einklang zu bringen ist, erwähnt Slagman leider nicht.
Und wieder einmal: Die Lust am Einknicken
Wie bereits am vergangenen Sonntag auf Zettels Raum berichtet wurde, hat der dem deutschen Konzern Bertelsmann zugehörige Verlag Random House die Veröffentlichung des Buches „Jewel of Medina“ der amerikanischen Journalistin Sherry Jones zurückgezogen. Am heutigen Dienstag hat das Thema nun auch Einzug in die Feuilletons deutscher Tageszeitungen Einzug erhalten (nebenbei: soviel zu der vom SPIEGEL geführten Diskussion über die mangelnde Qualität deutscher Weblogs).Während die F.A.Z. weitestgehend neutral berichtet, schreibt Eva Schweitzer in der Frankfurter Rundschau über die Reaktionen auf den Fall:
Als aber die Vertragsauflösung bekannt wurde, brach erst recht Ärger los – diesmal von amerikanischen Bloggern. „Hat Random House es zugelassen, dass die Terroristen gewinnen?“, fragt Mediabistro.com. Gawker.com, ebenfalls ein Medienblog, meinte, offenbar sei es heute sehr einfach, ein Buch „umzubringen“. Noch mehr Kritik kam allerdings von Rechten: Das zionistische Blog Frontpagemagazine.com nannte Randoms Entscheidung „reaktionär und anti-demokratisch“. Und auf der Website Stoptheaclu.com hieß es, die Moslems sollten sich lieber darüber aufregen, dass Mohammed Sex mit einer Minderjährigen hatte. [Hervorhebungen nicht im Original, Mr. Moe]
Doch worüber überhaupt die ganze Aufregung? Thema des Buches „Jewel of Medina“ ist die Heirat des Propheten Mohammeds und seiner dritten Ehefrau Aischa, die bei der Hochzeit sechs Jahre alt und beim ersten Geschlechtsverkehr neun Jahre alt gewesen sein soll. Die Selbstzensur des Verlages Random House basiert unter anderem auf der Einschätzung von Denise Spellberg, Professorin für islamische Geschichte an der University of Texas, die das Buch nicht nur für „dumm und pornographisch, sondern auch für gefährlich“ hält. Nachdem Asra Q. Nomani im Wall Street Journal auf die ganze Angelegenheit aufmerksam gemacht hatte, verteidigte sich Spellberg in einer Stellungnahme wie folgt gegen die Vorwürfe:
I felt it my duty to warn the press of the novel’s potential to provoke anger among some Muslims.
Die – auf die Veröffentlichung von „Jewel of Medina“ möglicherweise folgende – Wut der Muslime könne Spellberg zudem nachvollziehen:
There is a long history of anti-Islamic polemic that uses sex and violence to attack the Prophet and his faith.This novel follows in that oft-trodden path, one first pioneered in medieval Christian writings. The novel provides no new reading of Aisha’s life, but actually expands upon provocative themes regarding Muhammad’s wives first found in an earlier novel by Salman Rushdie, „The Satanic Verses,“ which I teach. I do not espouse censorship of any kind, but I do value my right to critique those who abuse the past without regard for its richness or resonance in the present.
Interessant ist auch die Reaktion des Online-Magazins „altmuslim.com“, deren Herausgeber Shahed Amanullah bezüglich „Jewel of Medina“ zwar einerseits schreibt:
Watching this exchange over time has taught me that the best response to free speech is simply more speech in return. Anyone should have the right to publish whatever they want about Islam or Muslims – even if their views are offensive – without fear of censorship or retribution.
Andererseits gelte aber auch, dass:
Muslims, however, shouldn’t be expected to be passive consumers of these views. An offended Muslim has the right – indeed, the responsibility – to vigorously critique anything written about them or their religion, provided they do not cross the line into intimidation and coercion. In an ideal world, both parties would open their minds enough to understand the other point of view. [Hervorhebungen nicht im Original, Mr. Moe]
Ernüchterung bringt jedoch gleich der erste Kommentar zu dem Beitrag: Der Blog „Ethnic Ashkenazim Against Zionist Israel“ ruft zur Solidarität mit Denise Spellberg auf:
The issue is not free expression. We do not have free expression in the USA.How many Palestinian sympathetic Hollywood films have been produced?
Interessierte können den Prolog von „Jewel of Medina“ auf „Smart, Bitches, Trashy Books“ online lesen.
Quelle: Oliver Jungen: „Überfüllte Prophezeiungen: Zwei Jahre nach „Idomeneo“ trifft die vorauseilende Selbstzensur nun einen Mohammed-Roman“, in: F.A.Z. vom 12. August 2008.
Qualitätsjournalismus zwischen Anspruch und Wirklichkeit
Was macht denn guter Journalismus? Er trennt das Interessante vom Belanglosen. Er sortiert, wählt aus und deckt eine wunderbare Tafel. Er macht neugierig, aber nicht mit dem Dahergeplauderten. Seine Daseinsberechtigung ist die Autorität, hinter der Kenntnis und Urteil stehen.
Diese Zeilen stammen aus Josef Joffes in der ZEIT erschienem Plädoyer für einen „guten Journalismus“, der sowohl im Print- als auch im Onlinebereich zu wahren sei. „Guter Journalismus“ zeichne Joffe zufolge „Qualitätszeitungen“ aus, wobei es sich von selbst versteht, dass Joffe die u.a. von ihm herausgegebene ZEIT unter die Kategorie „Qualitätszeitung“ einordnet.
Wie es um diese vermeintliche Qualität steht zeigt der Artikel „Der rosa Halbmond“ von Michael Thuman in der selben Ausgabe der ZEIT (mit dem sich auf „Gay West“ befasst wird) . Bereits in der Unterüberschrift formuliert Thumann die Frage, warum das „Los der Schwulen in der muslimischen Welt“ so „elend“ sei. Thumann widmet sich folglich einem sowohl wichtigen als in den deutschen Medien auch nicht allzu häufig thematisierten Thema. Das Vorgehen des Qualitätsjournalisten Thumanns ist der löblichen Absicht jedoch nicht entsprechend.
Zu Beginn formuliert Thumann die bereits in der Überschrift formulierte Frage weitere zweimal, vermutlich um sicherzustellen, dass sie auch wirklich jeder Leser der Qualitätszeitung verstanden hat:
Das Leben ist schwer für Homosexuelle im Nahen und Mittleren Osten. Liegt es am Islam?
[...]
In den meisten muslimischen Ländern ist das [eine Gay Pride Parade, Mr. Moe] undenkbar. Homosexuelle werden gehetzt und verfemt. Warum?
Was erwartet der Leser von einem solchen Artikel? Richtig: Eine – nach Möglichkeit sogar fundierte – Antwort auf die in dem Artikel gestellte Frage. Thumann begnügt sich hingegen zunächst mit der in diesem Zusammenhang irrelevanten Feststellung, dass „alle monotheistischen Religionen“ mit der gleichgeschlechtlichen Liebe haderten. Nach einer kurzen – und in weiten Teilen auch verkürzten – Darstellung der Situation Homosexueller in der Türkei und der arabischen Welt stellt Thuman anschließend überrascht fest, dass Homosexuelle auch in „säkularen Systemen“ (gemeint sind Ägypten, das palästinensische Westjordanland und die Türkei) verfolgt werden:
Warum verfolgen weltliche Beamte im Mittleren Osten Homosexuelle? Hier reicht der Islam als Erklärung allein nicht aus.
Scheint nach Ansicht Thumanns der Islam zunächst also zumindest teilweise ursächlich für die Verfolgung Homosexueller im Mittleren und Nahen Osten zu sein, schreibt Thumann wenige Zeilen später, dass der Islam die Ermordung Homosexueller etwa im Iran oder Saudi-Arabien nicht erklären könne:
Man blättert vergeblich im Koran, um dafür [Homophobie, Mr. Moe] eine Erklärung zu finden. [...] Der Islam diene hier nur als Rechtfertigung, um das Patriarchat zu zementieren.
Die daraus unmittelbar resultierende Frage, ob das Patriarchat vom Himmel gefallen ist oder den Völkern des Nahen und Mittleren Ostens qua Herkunft unweigerlich anhängt, thematisiert Thumann jedoch nicht weiter. Wichtig ist Thumann lediglich zu betonen, dass der Islam nicht für die in seinem Namen verübten Schandtaten verantwortlich gemacht werden könne, da der Koran nicht explizit zu diesen aufriefe.
Der Leser verbleibt mit zwei Fragen: Erstens, warum Thumann die von ihm selbst in der Unterüberschrift formulierte und im Text weitere zweimal gestellte Frage in seinem Artikel nicht nur nicht beantwortet, sondern sie zu Ende des Artikels gar aufhebt. Zweitens, wann die simple Einsicht, dass sich das Wesen einer Religion nicht nur aus ihren heiligen Schriften, sondern auch und insbesondere aus dem Handeln ihrer Anhänger speist, auch zu den selbsternannten Qualitätsjournalisten durchgedrungen sein wird.
Um an dieser Stelle nicht mit Fragen zu enden, sei abschließend in Joffes Worten gesprochen: Thumann sortiert, wählt aus und deckt eine wunderbare Tafel. Er macht zunächst sogar neugierig. Beim Lesen des Artikels zeigt sich jedoch, dass Thumann bloß daherplaudert und seinem Artikel infolge nicht vorhandener Autorität, welche wiederum aus mangelnder Kenntnis und fehlendem Urteilsvermögen resultiert, selbst die Daseinsberechtigung entzieht – und im Vorbeigehen auch Joffes Bekenntnis zum Qualitätsjournalismus die Glaubwürdigkeit.





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