Zeitung für Schland

Neues von Roger Cohen oder: alles löst sich von selbst

Posted in Die üblichen Verdächtigen by Mr. Moe on Dezember 19, 2009

Die amerikanische Ausgabe von Christoph Bertram heißt bekanntermaßen Roger Cohen. Wüsste man es nicht besser, man käme glatt auf den Gedanken, diese Leute würden ihre Gelder direkt aus Teheran beziehen. In der New York Times schlägt Cohen nun folgende Strategie bezüglich der Islamischen Republik Iran vor:

Do nothing.

Das Argument Cohens ist simpel: die Iranische Republik Iran sei mehr oder weniger am Ende, daher würden sich alle (nuklearen) Probleme früher oder später doch von selbst lösen. Der Ruhm für diese tolle Entwicklung kommt Cohen zufolge im Übrigen US-Präsident Obama zu:

It is President Barack Obama’s outreach that has unsettled a regime that found American axis-of-evil rhetoric easy to exploit. After struggling, Obama has also found his sweet spot in combining that détente with quiet support for universal rights.

Traurig aber wahr: Roger Cohens “Analysen” werden ebenso wenig wie diejenigen von Christoph Bertram von den Islamfaschisten selbst bezahlt, sondern von ihren useful idiots in den Vereinigten Staaten und in Europa, von den Lesern der New York Times und der ZEIT.

Crossposted auf FREE IRAN NOW!

Was die F.A.Z. kann, kann die New York Times schon lange

Posted in Die üblichen Verdächtigen by Mr. Moe on Mai 5, 2009

Hamas-Führer Khaled Meschal ist nicht nur beim Guardian oder der F.A.Z. (siehe auch hier und hier) ein viel gefragter Mann. Jetzt hat Meschal auch der New York Times ein Interview geben dürfen, in dem er u.a. Israel scheinbar eine zehn Jahre lange “Waffenruhe” – das Wort kann in Bezug auf die Hamas nur in Anführungszeichen gesetzt ausgeschrieben werden – anbietet:

On the two-state solution sought by the Americans, he [Meschal, Mr. Moe] said: “We are with a state on the 1967 borders, based on a long-term truce. This includes East Jerusalem, the dismantling of settlements and the right of return of the Palestinian refugees.” Asked what “long-term” meant, he said 10 years.

Apart from the time restriction and the refusal to accept Israel’s existence, Mr. Meshal’s terms approximate the Arab League peace plan and what the Palestinian Authority of President Mahmoud Abbas says it is seeking. Israel rejects a full return to the 1967 borders, as well as a Palestinian right of return to Israel itself. [Hervorhebungen nicht im Original, Mr. Moe]

Während die Reaktionen der Mainstream-Medien noch ausstehen (Prognose: überschwänglich), hat sich bereits ein zumindest nicht vollends verblendeter Kopf wie Jörg Lau vorsichtig optimistisch geäußert:

Dieses Angebot Meshals ist bemerkenswert, obwohl es viele Hürden enthält. Es wird keinen vollständigen Rückbau aller Siedlungen geben können, sondern höchstens einen Deal, bei dem Land gegen einige wenige verbleibende Siedlungen getauscht wird. Und das vollständige Rückkehrrecht aller Flüchtlinge nach Israel ist schlicht nicht durchsetzbar, weil es das Ende des jüdischen Staates bedeuten würde. Hier wird es eine Kompensationslösung geben müssen.
Aber das Angebot eines langen Friedens ist schon bedeutsam. Es ist eine für den Hamas-Chef diplomatisch vertretbare Form der Anerkennung. Ein Land, mit dem man 10 Jahre Frieden hätte, wäre eine Realität, mit der man schließlich auch leben könnte/müsste.
Die Äusserungen können natürlich auch vorwiegend taktisch bedingt sein. Aber dass Hamas sich genötigt sieht, überhaupt Bewegungsfähigkeit zu demonstrieren, ist interessant.
Im übrigen sucht Meshal seine Ernsthaftigkeit zu untermauern, indem er auf den nahezu völligen Stopp der Raketenangriffe auf Israel im April hinweist. [Hervorhebungen nicht im Original, Mr. Moe]

Realistischer erscheint bisweilen jedoch die Einschätzung von Elder of Zyion:

So Meshal wants to see Israel destroyed, he wants all Jews in the Middle East murdered, and he might be willing to offer a ten year pause for Israel to get destroyed demographically. The prestigious NYT, however, characterizes this as being virtually indistinguishable with the most moderate Arabs, and casts Israel as the intransigent party for not wanting to joyfully accept suicide.

Eine wichtige Frage in Zukunft lautet demnach, ob sich westliche Intellektuelle und Politiker von der Hamas blenden lassen werden (um die Medien ist es seit langer Zeit geschehen). Die Aussichten sind alles andere als rosig.

hat tip: Yaacov Lozowick, Soccer Dad.

Wie die New York Times Ahmadinedschad und das Mullah-Regime hofiert

Posted in Die üblichen Verdächtigen by Mr. Moe on Februar 25, 2009

Was hat es zu bedeuten, wenn unter der Rubrik “Meinung” auf den Seiten der  New York Times ein Artikel mit dem Titel “Our friend in Theran” veröffentlicht wird, und damit allen Ernstes Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad gemeint ist? Handelt es sich um eine gekonnte Satire-Aktion? Oder hat gar Gerhard Schröder klammheimlich die Redaktion der Gray Lady übernommen?

Nichts dergleichen liegt vor. Die NY Times tut ganz einfach das, was westliche Medien und vermeintliche Experten seit geraumer Zeit tun: Sie geben Vertretern einer barbarischen Ideologie und deren Apologeten ein Forum, in einer medialen Öffentlichkeit um Verständnis für ihre abscheulichen Ansichten zu buhlen. Denn was Ali Reza Eshragi unter dem oben genannten Titel in der NY Times veröffentlicht, ist nichts anderes als Propaganda für das Mullah-Regime und dessen Präsidenten.

“Unser Freund in Teheran”

Bereits im ersten Satz beschreibt Eshraghi Ahmadinedschad als “the Iranian leader Washington loves to hate” und legt damit nahe, dass die USA geradezu dankbar für den Irren von Teheran sein müssten. Diese Wirklichkeitsverdrehung in Form von haarsträubenden Behauptungen einerseits und bewussten Auslassungen von Tatsachen andererseits zieht sich durch Eshraghis gesamten Text:

In a speech earlier this month commemorating the Islamic revolution’s anniversary, an event normally reserved for anti-American rhetoric, Mr. Ahmadinejad declared Iran’s readiness to talk to the United States. The election of a new president in June could slam shut a rare window of opportunity.

Mit keinem Wort erwähnt Eshraghi die Verlogenheit von Ahmadinedschad, etwa wenn er als Präsident des größten Förderers des Terrorismus in seiner Rede Unterstützung im “Kampf gegen den Terrorismus” anbietet. Oder dass Ahmadinedschad auch davon sprach, dass die Islamische Revolution nicht auf iranische Grenzen beschränkt sei. Auch Ahmadinedschads vorherigen Äußerungen, die nicht auf eine ernsthafte Dialogbereitschaft schließen lassen, verschweigt Eshraghi geflissentlich. Stattdessen wirbt Eshraghi lieber um Sympathien für einen Holocaust-Leugner und Antisemiten.

Von Briefen, Heldentaten und edlen Absichten

Das grundsätzliche Argument Eshraghis lautet wie folgt: Ahmadinedschad wird die kommenden Wahlen im Juni möglicherweise nicht gewinnen. Die Hoffnungen und das Warten auf einen gemäßigteren Präsidenten seien jedoch unsinnig, da Ahmadinedschad womöglich am Besten geeignet sei, Teherans “Hard-Linern” zu trotzen, ganz so, als ob Ahmadinedschad selbst nicht zu jenen Hardlinern gehöre. In Eshraghis Märchenwelt jedenfalls wird Ahmadinedschad dafür gerühmt, Zugeständnisse gemacht zu haben wie kein anderer iranischer Präsident vor ihm. Wie auch in Deutschland üblich, wird hierzu eine Unterscheidung zwischen Ahmadinedschads “harten Worten” und diesen angeblich gegenüberstehenden Taten getroffen:

Mr. Ahmadinejad has, after all, boldly gone where no Iranian president has ventured before. His harsh rhetoric belies his willingness to reach out to those with differing views. In 2006, he wrote his famous 18-page letter to President George W. Bush discussing religious values, history and international relations.

Wie Ahmadinedschad in seinem Brief “religiöse Werte, die Geschichte und internationale Beziehungen” diskutiert, kann nachlesen, wer das für notwendig hält. Ebenso, dass Ahmadinedschads Diskussion über Geschichte natürlich auf eine antiisraelische Umschreibung selbiger hinausläuft. Laut Eshraghi hingegen habe Ahmadinedschad seinen Edelmut nicht nur in Briefen gezeigt, sondern auch im Nahen Osten wahre Wunder vollbracht:

He was the first Iranian head of state to visit the United Arab Emirates, a country that has a longstanding conflict with Iran over the ownership of some small but strategically important islands. He was also the first Iranian president to participate in the summit of the Gulf Cooperation Council — an organization that is frowned upon by Iranians for its use of “Arabian Gulf” instead of “Persian Gulf.”

Angesichts solch diplomatischen Eifers fragt man sich ja glatt, warum der gute Mahmud noch nicht für den Friedensnobelpreis nominiert wurde! Wobei: Was nicht ist, kann ja noch werden. Sollte er seine “harsh rhetoric belies” jedenfalls in die Tat umsetzen, wäre ihm der Nobelpreis wohl gewiss – hätte er den Nahostkonflikt und die Judenfrage doch auf einen Schlag einer Endlösung zugeführt, der weite Teile der Welt bedenkenlos zustimmen dürften.

Doch da dieses Unternehmen bislang nicht in die Tat umgesetzt wurde, kann Eshraghi munter mit seiner Aufzählung real existierender Leistungen des Freundes aus Teheran fortfahren. Ganz besonders verwegen sei Eshranghi zufolge dessen Annäherungen an die Vereinigten Staaten gewesen:

Shortly after the American presidential election, Mr. Ahmadinejad wrote a letter to Mr. Obama congratulating him on his historic victory. This marked the first time, at least since the revolution, that an Iranian leader congratulated the winner of an election in the United States. To be sure, some wonder if this friendly gesture reflected official sentiment in Tehran. Mr. Ahmadinejad is, after all, not the most powerful or influential person in his country. Supreme Leader Ayatollah Ali Khamenei basically steers Iran’s foreign policy. But it is foolish to believe that Mr. Ahmadinejad was truly acting alone. He could not have sent a congratulatory letter to Mr. Obama without at least the tacit permission of the supreme leader.

Die zahlreiche diesem Brief vorangegangene und folgende antiamerikanische Rhetorik lässt Eshraghi gekonnt unter den Tisch fallen.Vielleicht ja deswegen, weil es sich dabei ja bloß um “Worte” gehandelt habe, wohingegen ein längerer Brief natürlich ein eindeutiger Beweis für edle Absichten darstellt.

Die abschließenden Empfehlungen Eshraghis in Richtung Obama lesen sich erwarteterweise wie von Ahmadinedschad diktiert:

Mr. Obama has expressed interest in engaging in dialogue with Iran, and there is no time to waste. Over the next few months he should initiate negotiations without preconditions and establish formal diplomatic ties with Iran. Mr. Ahmadinejad, for all his faults, has taken unprecedented steps to reach out to the United States. Iran’s next leader may not be able to do the same. Mr. Obama must seize the opportunity to shake the Iranian president’s outstretched hand.

Das Traurige daran: So wird es vermutlich geschehen. Und die westlichen Medien werden ihren Teil dazu beitragen haben, indem sie Propaganda für das Mullah-Regime oder das Terroristenpack der Hamas abdrucken.

Kein Einzelfall

In diesem Zusammenhang sei auch auf die Anzeige hingewiesen, die die NY Times, ebenso wie die F.A.Z., die Washington Post, die Times und der International Herold Tribune abgedruckt hat.

Zudem befindet sich ebenfalls auf den Seiten der NY Times ein Bericht von Roger Cohen über die jüdische Gemeinschaft im Iran. Cohen schreibt etwa:

Still a mystery hovers over Iran’s Jews. It’s important to decide what’s more significant: the annihilationist anti-Israel ranting, the Holocaust denial and other Iranian provocations — or the fact of a Jewish community living, working and worshipping in relative tranquillity.

Perhaps I have a bias toward facts over words, but I say the reality of Iranian civility toward Jews tells us more about Iran — its sophistication and culture — than all the inflammatory rhetoric.

Der Tenor von Cohens Artikel ist demnach eindeutig: So lange Juden im Iran nicht totgeschlagen werden, ist doch alles in Ordnung! Sehr interessant ist auch, wer Cohen zufolge Mitschuld am iranischen Nuklearprogramm hat:

Double standards don’t work anymore; the Middle East has become too sophisticated. One way to look at Iran’s scurrilous anti-Israel tirades is as a provocation to focus people on Israel’s bomb, its 41-year occupation of the West Bank, its Hamas denial, its repetitive use of overwhelming force. Iranian language can be vile, but any Middle East peace — and engagement with Tehran — will have to take account of these points.

“Hamas denial” verhält sich zu “Holocaust denial” wie “Islamophobie” zu “Antisemitismus”. Doch wen vermögen begriffliche Differenzierungen schon zu interessieren, wenn es um “Tatsachen” und nicht um “Worte” geht. Dass Tatsachen in der Regel aus Worten folgen, scheint für Cohen & Co kein Grund zu sein, bis auf Weiteres darauf zu verzichten, um Verständnis für das Mullah-Regime zu werben.

Gemeinsame Interessen mit Iran

Posted in Zwei mal Drei macht Vier by Mr. Moe on Oktober 24, 2008

Roger Cohen fordert in der New York Times eine Reformulierung der amerikanischen Strategie gegenüber Iran in Form von direkten Gesprächen ohne Vorbedingungen. So weit, so New York Times, so Obama. Die Begründung Cohens liest sich jedoch so herrlich weltfremd, dass sie den Lesern der Zeitung für Schland nicht vorenthalten werden soll:

Iran also has some shared interests with America — in preventing a breakup of Iraq, in preventing the return of the Taliban to power in Afghanistan, in avoiding a violent confrontation of the Sunni and Shia worlds. It wants security, more economic access and, eventually, restored diplomatic relations with the United States.

Und da es ja ach so viele gemeinsame Interessen gebe, dürften die USA sich nicht oberlehrerhaft geben oder gar Moralpredigten halten:

All of this says to me: think big. Don’t obsess about the nuclear issue, critical as it is. Get everything on the table. Be realistic, as in: We have interests. You have interests. Are there areas in which they coincide?

Don’t lecture. Don’t moralize. Don’t demand everything — an end to the nuclear program and terrorism and Lebanese and Gazan interference — without the means to back such demands. That’s been the Bush failure.

Wen stört da schon, dass Iran der größte finanzielle Unterstützer des weltweiten Terrors ist. Doch Cohen ist sich durchaus bewusst, dass es Einwände gegen seine Position geben könnte:

I can already hear the outrage. But Mahmoud Ahmadinejad, the president at least until elections next year, wants to wipe Israel off the map! He denies the Holocaust! Sunni powers like Saudi Arabia will race for their own bomb unless we take out the Iranian centrifuges!

Seine Antwort auf diese nichtigen Einwände:

To which I say: Focus on today’s reality, coldly. Iran does not have nuclear capacity yet. It’s time to talk.

So naiv Cohens Annahme gemeinsamer iranischer und amerikanischer Interessen auch sein mag: die sich aus ihr ergebene Konsequenz ist mörderisch. Dass Iran selbst Vorbedingungen für Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten fordert, ist anlässlich der an Besessenheit grenzenden Unterwürfigkeit der Appeasement-Freaks ein schwacher Trost.

Stets das Gute sehen

Posted in Zwei mal Drei macht Vier by Mr. Moe on September 19, 2008

Bei vielen Menschen besteht die Neigung, komplexe Sachverhalte immer nur von ihrer negativen Seite zu betrachten. Dieser Fehler unterläuft auch Henyrk M. Broder, der Ahmadinedschads neuste Auslassungen über Israel äußerst einseitig liest und folglich voller Häme kommentiert. Doch trifft Broder nur eine Teilschuld, unterliegt er doch der hinterlistigen Berichterstattung zionistischer Medien. Unter Berücksichtigung eines Artikels der New York Times hat Ahmadinedschad hingegen durchaus auch versöhnliches im Angebot:

“We have no problem with people and nations,” he said. “Of course, we do not recognize a government or a nation for the Zionist regime.”

Für den ersten Satz ist ohne jeden Zweifel Lob angebracht und der zweite Satz – nun ja, über das Existenzrecht eines zionistischen Staates darf doch durchaus noch diskutiert werden. Leider besteht gerade in Deutschland die Tendenz, solche Äußerungen gleich als Antisemitismus zu denunzieren und ehrbare Debattanten so moralisch totzuschlagen. Doch zurück zu Ahmadinedschads Äußerungen, deren positive Botschaft sich entfaltet, wenn sie im Kontext gelesen werden:

Mr. Ahmadinejad made clear his opposition to Israel, saying that while “some say the idea of Greater Israel has expired, I say the idea of lesser Israel has expired too.” He also called the Holocaust a “fake” and accused Israel of perpetrating a holocaust on Palestinians.

But he added that the people who lived in Israel were tricked into moving there, and that the Zionist government used them as a shield to protect itself.

So sieht es nämlich aus: Nicht der Jude an und für sich ist bösartig, sondern nur die jüdischen Strippenzieher, diejenigen an der Macht. Ein typisches Missverständnis also. Außerdem hat hat Ahmadinedschad für die ganze hässliche Angelegenheit eine überaus humane Lösungen parat:

“We are opposed to the idea that the people who live there should be thrown into the sea or be burnt,” he said. “We believe that all the people who live there, the Jews, Muslims and Christians, should take part in a free referendum and choose their government.”

Wer damit fertig ist, über die freie Volksabstimmung und Wahl der Regierung zu lachen, sollte es sich auf der Zunge zergehen lassen: Die Juden sollen nicht ins Meer getrieben oder verbrannt werden – jeder paranoide Gegner Ahmadinedschad sollte sich diesen Satz nicht nur hinter die Ohren schreiben, sondern am Besten mitten auf die Stirn tätowieren. Denn wer stets beteuert kein Feuer zu legen, dem vertraut man doch gerne eine Packung Streichhölzer an.

Bestechende Logik

Posted in Die üblichen Verdächtigen by Mr. Moe on September 9, 2008

Dass in der muslimischen Welt nach wie vor zahlreiche Verschwörungstheorien hinsichtlich des 11. Septembers grassieren, berichtet Michael Slackman in der New York Times. Bemerkenswert ist hierbei, welche Erklärung Slackman diesbezüglich anbietet:

It is easy for Americans to dismiss such thinking as bizarre. But that would miss a point that people in this part of the world think Western leaders, especially in Washington, need to understand: That such ideas persist represents the first failure in the fight against terrorism — the inability to convince people here that the United States is, indeed, waging a campaign against terrorism, not a crusade against Muslims.

Zugespitzt: Das Handeln der US-Regierung im Anschluss an die Anschläge trage einen großen Teil zur Verfestigung der Verschwörungstheorien in islamisch geprägten Ländern bei. Wie Slackman zu dieser Schlussfolgerung gelangen kann, ist angesichts der folgenden Zitate verschiedener Befragter jedoch äußerst fragwürdig:

It was organized by other people, the United States or the Israelis. [...]

Why is it that on 9/11, the Jews didn’t go to work in the building? Everybody knows this. I saw it on TV, and a lot of people talk about this. [...]

What happened in Iraq confirms that it has nothing to do with bin Laden or Qaeda. They went against Arabs and against Islam to serve Israel, that’s why. [...]

Vor diesem Hintergrund offenbart sich die Widersinnigkeit von Slackmans These: Wenn es den USA gelänge “die Muslime” davon zu überzeugen, dass sie keinen Krieg gegen den Islam, sondern lediglich gegen islamistischen Terror führten, dann entzögen sie den Verschwörungstheorien den Nährboden. Schön und gut – doch darüber, wie diese Behauptung mit dem unverhohlen antisemitischen und antizionistischen Wesen der Verschwörungstheorien in Einklang zu bringen ist, erwähnt Slagman leider nicht.

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