Zeitung für Schland

Worte der Woche (51)

Posted in Worte der Woche by Mr. Moe on April 28, 2010

Syria and Iran are providing Hezbollah with so many rockets that they are at a point where they have more missiles than most governments in the world.

Auf diese ebenso offenkundige wie bedrohliche, aber dennoch von vielen wahlweise ignorierte oder befürwortete Tatsache hat nicht etwa der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hingewiesen, sondern der amerikanische Verteidigungsminister Robert Gates, der – es muss erwähnt werden, auch wenn es in Wiederholung ausartet – jener Regierung angehört, die seit Amtsbeginn und trotz keinerlei vorzuweisender (positiver) Resultate auch weiterhin auf Syrien und den Iran zugehen wird.

Aus gegebenem Anlass

Posted in Zwei mal Drei macht Vier by Mr. Moe on April 25, 2010

Aus gegebenem Anlass (s.u.) wurde der “Defending the Right to Offend”-Button auf der rechten Seite wieder eingeführt – natürlich in zeitgemäßer Form.

Die Islamisten haben gewonnen. Sie können sich brüsten, ein weltweit ausstrahlendes Fernsehnetzwerk eingeschüchtert zu haben: Die Folgen 200 und 201 der Zeichentrickserie „South Park“, die in den Vereinigten Staaten Mitte der Woche gelaufen sind, werden nicht mehr gezeigt. Nicht mehr in Amerika und auch nicht in den anderen Ländern, in denen „South Park“ im Programm ist. Auch auf den Internetseiten zur Serie, die eigentlich sämtliche Episoden vorhalten, kann man sich nicht mehr ansehen, welchen Reim sich die Macher von „South Park“, Trey Parker und Matt Stone, auf religiösen Wahn, Intoleranz und fanatische Bilderverbote machen. Dafür haben die Islamisten gesorgt, welche die Internetseite RevolutionMuslim.com bestücken und sich daran reiben, dass bei „South Park“ angeblich der Prophet Mohammed in einem Bärenkostüm auflief. [...]

Kein Risiko eingehen will nun auch MTV, das hinter dem Programm von „Comedy Central“ steht. „MTV Networks hat sich entschlossen, die South-Park-Episoden 200 und 201 nicht auszustrahlen“, hieß es auf Anfrage dieser Zeitung, „wir haben diese Entscheidung mit großem Widerstreben getroffen. Wir glauben fest an kreative Ausdrucksfreiheit: Wir alle profitieren davon, wenn es einzigartigen und tiefgründigen Kreativen wie den Machern von South Park erlaubt ist, sich frei auszudrücken. Allerdings steht die Sicherheit unserer Angestellten für uns stets an erster Stelle, und so haben wir uns zu diesen Vorsichtsmaßnahmen entschlossen.“ [F.A.Z.]

Und während Michael Hanfeld im oben verlinkten Artikel fast noch zu vorsichtig von einem erneuten “Kniefall vor den Feinden der Pressefreiheit” schreibt, fragt man beim Guardian bereits, ob die Macher von South Park nicht “Gone too far?” seien.

Update: Auf der South Park Fanseite Planearium gibt es eine chronologische Zusammenfassung der Ereignisse sowie Hintergrundinformationen. Auf der Seite ist zudem ein CNN Interview mit Ayaan Hirsi Ali verlinkt, die bekanntlich unter Schutz leben muss und folgende simple Wahrheit ausspricht:

If the entertainment business were to take this on and show how ridiculous this is, there’ll be too many people to threaten. And at that time I won’t need protection and the gentlemen from South Park won’t need protection.

Freundschaftsdienst

Posted in Zwei mal Drei macht Vier by Mr. Moe on April 18, 2010

Die Obama-Regierung hat Israel offenbar davor bewahrt, ihrer schändlichen Appeasement-Politik gegenüber Syrien sich selbst zu schaden:

Although US officials contacted by The National could not completely confirm that such technology [Raketen, mit denen die Hisbollah Jerusalem und Tel Aviv treffen kann, Mr. Moe] had been transferred to Hizbollah by Syria, one official privy to intelligence briefings confirmed a story previously reported in the Israeli press that in the weeks before Senator John Kerry’s visit to Damascus on April 1, Israel almost bombed what it claimed was a convoy of advanced weaponry headed from Syrian military bases to Hizbollah along the shared border with Lebanon.

“I can’t promise you that planes were actually in the air, but it was close, very close,” said the official. “The White House had to talk them down from the attack and promised that Kerry would use strong language” with the Syrian president, Bashar Assad.

Wenn die ersten Scud-Raketen in Israel einschlagen, wird man sich an die “strong language” der Obama-Regierung erinnern müssen – zumal jene “strong language” ja nicht zuletzt für einen israelischen Präventivschlag gegen das iranische Atomwaffenprogramm (mit-)verantwortlich wäre, der der Hisbollah jenen herbeigesehnten Anlass zum erneuten und verstärkten Angriff auf Israel gäbe, für den man in Europa und dieser Tage wohl auch in Washington dann allergrößtes Verständnis hätte.

Worte der Woche (46)

Posted in Worte der Woche by Mr. Moe on März 2, 2010

Zwar sind die letzten “Worte der Woche” erst zwei Tage alt, doch die Obama-Regierung agiert bezüglich ihres ohnehin bereits äußerst naiven und unklugen Zugehens auf Syrien derart stümperhaft, das es nicht anders geht. Die Ha’aretz berichtet über die jüngste Sternstunde der Appeasement-Politik:

The U.S. administration has asked Syrian President Bashar Assad to immediately stop transferring arms to Hezbollah. American officials made the request during a meeting Friday with the Syrian ambassador to Washington.  [...]

The administration also said the meeting was part of its efforts to achieve a direct dialogue with Syria on issues of interest to both sides.

Haaretz has learned that Burns’ visit to Damascus ended unsatisfactorily for the U.S. administration. During Burns’ meeting with Assad, the Syrian leader denied all American claims that his regime was providing military aid to terrorists in Iraq, or to Hezbollah and Palestinian terror groups.

Assad essentially told Burns that he had no idea what the American was talking about.

Triumph des Terrors

Posted in Zwei mal Drei macht Vier by Mr. Moe on Februar 21, 2010

“Dumm ist der, der dummes tut” – nichts umschriebe die Außenpolitik Obamas besser als diese Worte und verharmloste sie zugleich aufs Schlimmste. Obamas jüngstes Zugehen auf Syrien in Form der Entscheidung, erstmals seit 2005 wieder einen amerikanischen Botschafter nach Damaskus zu entsenden, zeigt eindrucksvoll, dass Obamas Außenpolitik entgegen der Behauptungen manch eines “Experten” keinesfalls “realistisch”, sondern durch und durch ideologisch geprägt ist. Während die Bush-Regierung 2005 gute Gründe hatte, den US-Botschafter aus Damaskus abzuziehen, basiert der jüngste Appeasement-Streich der Obama-Regierung vornehmlich darauf, dass Obama Verhandlungen offenbar nach wie vor für einen politischen Selbstzweck und nicht etwa nur eine bloße Methode hält.

Im Mai des vergangenen Jahres warnte Bret Stephens im Commentary Magazine vor der “Syrian Temptation” und zeigte auf Grundlage sowohl der Vergangenheit als auch der Natur des syrischen Regimes ausführlich auf, “why Obama must resist it”. Obama indes konnte nicht widerstehen und schickte in der vergangenen Woche William Burns, Staatssekretär im US-Außenministerium,vorab zu einem Gespräch mit Syriens Präsident Assad. Burns beschreibt das Treffen in Damaskus mit den folgenden Worten:

“We talked candidly about the areas in which we disagree, but also identify the areas of common ground on which we can build,” Burns said in the statement.

Während die “areas in which we disagree” Nebensächlichkeiten wie die Anerkennung Israels, das iranische Vernichtungsprogramm sowie individuelle Freiheiten und Demokratie umfassen, stellt sich die Frage, welchen “common ground” die Vereinigten Staaten mit einem terroristischen Regime teilen sollen, welches in der Vergangenheit nicht nur keinerlei Bereitschaft zu einer Verhaltensänderung gezeigt hat (geschweige denn dazu auch nur grundsätzlich in der Lage wäre), sondern überdies der engste Verbündete des selbsternannten Todfeindes der USA ist – venezolanische Vorkämpfer des Sozialismus des 21. Jahrhunderts einmal bei Seite gelassen.

Dass aus Syrien auch in jüngster Zeit fortlaufend Drohungen gegenüber Israel zu vernehmen waren, dürfte die Obama-Regierung indes verkraften können, erscheint der Kampf gegen den jüdischen Staat doch nahezu Bedingung für die ausgestreckte Hand der Obama-Regierung zu sein. Überraschend ist angesichts des überwältigenden Erfolges der bisherigen Außenpolitik Obamas jedoch, dass Syrien am vergangenen Samstag, wenige Tage nach Bekanntwerden der Entsendung des US-Botschafters, den Mut besaß, das Drängen der Internationalen Atomenergiebehörde abzulehnen, Zugang zu jener 2007 von Israel zerstörten Anlage zu erhalten, in der Uranteilchen gefunden wurden und die folglich auf Syriens nicht mehr ganz so geheimes Atomprogramm hinweist (deutsche Medien berichteten nicht; es gab ja schließlich Wichtigeres).

Update: Die Jerusalem Post berichtet Folgendes:

Iranian President Mahmoud Ahmadinejad headed to Syria on Thursday, a day after US Secretary of State Hillary Rodham Clinton warned that Washington’s concerns about Damascus had not been addressed, despite the decision to return an American ambassador.

Syria’s state-run news agency and Palestinian officials have said that Ahmedinejad will meet with top Syrian leaders as well as senior officials from the terror groups Hamas and Hizbullah.

Speaking to lawmakers on Wednesday, Clinton said the recent nomination of career diplomat Robert Ford to be the new US envoy in Damascus is a sign of a “slight opening” with Syria. But she said Washington remains troubled by suspected Syrian support for militant groups in Iraq and elsewhere, interference in Lebanon and Syria’s close relationship with Iran.

Update 2: Ahmadinedschad und Assad verstehen sich offenbar nach wie vor und jeglicher Anbiederung der US-Regierung zutrotz prächtig:

Iranian President Mahmoud Ahmadinejad has said Tehran-Damascus ties are as “solid” as ever despite the US calls on Syria to distance itself from the Islamic Republic.
“Relations between Syria and Iran are brotherly, deep, solid and permanent … Nothing can damage these relations,” President Ahmadinejad said at a joint press conference with his Syrian counterpart Bashar al-Assad in Damascus on Thursday.

The Iranian president further pointed out that Israel was “on the path to disappearing.”

“If the Zionist entity wants to repeats its past errors, its death will be inevitable,” Ahmadinejad said.

Only Thing That Matters

Posted in Deutsche Zustände by Mr. Moe on Februar 19, 2010

Wenn deutsche Medien schreiben, dass die „deutsch-israelische“ Beziehung, gar das „deutsche Verhältnis zu Israel“ belastet und eine “diplomatische Krise” ausgelöst worden sei, ist davon auszugehen, dass der jüdische Staat es wieder einmal gewagt hat, sich gegen jene zu verteidigen, die ihn vernichten wollen. In pawlowscher Manier erklingt der jüngste deutsch-europäische Aufschrei selbst dann, wenn noch nicht einmal mit Sicherheit feststeht, ob Israel für die Ermordung des Hamas-Kommandanten Mahmud Al-Mabhuh in Dubai überhaupt tatsächlich verantwortlich ist – im Zweifel gegen den Angeklagten, wenn der Angeklagte der Jude unter den Staaten ist.

Während Josef Joffe in der ZEIT ausbreitet, warum Al-Mabhuh sowohl Israel als auch etwa Ägypten oder Saudi-Arabien berechtigterweise an der Tötung Al-Mabhuhs interessiert gewesen sein dürften, und Alan Dershowitz diskutiert, ob die Tötung Al-Mabhuhs, sofern vom Mossad durchgeführt, rechtmäßig gewesen sei, labt sich Hans Leyendecker für die Süddeutsche Zeitung und deren Leserschaft am „Mythos mit Kratzern“, der dem von Leyendecker als ebenso rachedurstig wie pannenanfällig dargestellten israelischen Geheimdienst anhafte – über das Böse lacht man eben gerne. Den wirklichen Sachverhalt in bemerkenswerter Manier verfehlend lässt Leyendecker zudem einen “deutschen Sicherheitsexperten” eine Frage stellen, die sich deutschen Lesern offenbar aufdrängt:

“Wie würden wir reagieren, wenn ein iranisches Kommando einen Israeli in einem Berliner Hotel umbringen würde?”

Die Analogie des “deutschen Sicherheitsexperten” ist so schief, dass sie wahrlich nur dem Kopfe eines eben solchen entspringen kann. Zum einen wird ignoriert, dass es sich bei Al-Mabhuh um einen Terroristen gehandelt hat, von dessen Handeln unmittelbare Gefahr für das Leben israelischer Bürger ausging, während ein entsprechendes “israelisches” Äquivalent schlichtweg nicht existiert und folglich auch nicht auch nur legitimes Ziel für “ein iranisches Kommando” werden könnte. Zum anderen wird unterschlagen, dass “ein iranisches Kommando” sich selbst im Fall der Fälle eben nicht darauf beschränken würde, eine einzelne Zielperson zu liquidieren, sondern vermutlich das komplette Gebäude, indem sich die Zielperson befände, samt etwaiger weiterer Insassen in die Luft jagen würde. Leon de Winter schreibt über die Tötung Al-Mabhuhs demnach zu recht:

No innocent bystanders were killed, no building was blown up. No, a surgical operation planned by professionals resulted in the death of a terrorist, an evil man with a specific task in the machinery of terrorist acts organized by an anti-Christian, anti-Semitic, anti-Western, pro-mullahs organization called Hamas. The world should rejoice.

In the universe of the Persian Gulf, where cruel, terrorist attacks on innocent civilians are part of the daily routine, this killing was simple and clean. It’s an act the Israeli government, if it really allowed it, should be proud of. As should other governments that oppose terrorism.

Und so liegen die Dinge im Falle Al-Mabhuhs in der Tat ebenso einfach, wie von Eitan Haber für Ynet auf den Punkt gebracht:

Only thing that matters is that al-Mabhouh is dead and his assassins are safe.

No innocent bystanders were killed, no building was blown up. No, a surgical operation planned by professionals resulted in the death of a terrorist, an evil man with a specific task in the machinery of terrorist acts organized by an anti-Christian, anti-Semitic, anti-Western, pro-mullahs organization called Hamas. The world should rejoice.

In the universe of the Persian Gulf, where cruel, terrorist attacks on innocent civilians are part of the daily routine, this killing was simple and clean. It’s an act the Israeli government, if it really allowed it, should be proud of. As should other governments that oppose terrorism.

Die Grenzen der Islamkritik-Kritiker

Posted in DIE ZEIT by Mr. Moe on Februar 5, 2010

Im Hinblick auf den seit einigen Wochen im deutschen Feuilleton geführten Streit über “Islamkritik” und “Islamophobie” hat sich Jens Jessen, Feuilletonchef der ZEIT, auserkoren, zu erklären, „warum in der hysterisch geführten Debatte derzeit so viel Verwirrung herrscht“. Als erwiesenermaßen sachliche und moralisch integere Instanz ist Jessen ist für diese Aufgabe wahrlich prädestiniert, wies er doch schon im Zuge eines in einer Münchener U-Bahn-Station brutal zusammen geschlagenen Rentners darauf hin, dass hierbei doch die „Kette einer unendlichen Masse von Gängelungen, blöden Ermahnungen, Anquatschungen“ zu berücksichtigen sei, „die der Ausländer, namentlich der Jugendliche, hier ständig zu erleiden hat“.

Ganz im Sinne Jessens aufklärerischen Auftrags ist neben seinem Artikel das berüchtigte Plakat der Schweizer Volkspartei (SVP) abgebildet, auf dem für ein “Ja zum Minarettverbot” geworben wird. Da weder die SVP, noch das Minarettverbot in Jessens Artikel behandelt werden, stellt sich die Frage, welchen Sinn das Abbilden des Plakates hat, werden hierdurch doch alle Islamkritiker, die von Islamkritik-Kritikern wie Jessen im Übrigen ohnehin selten beim Namen genannt werden, in einen Topf geworfen. Jene Islamkritik-Kritiker, die fortlaufend darauf hinweisen, dass es „den“ Islam doch gar nicht gebe und dass peinlichst genau zwischen „Islam“ und „Islamismus“ zu unterscheiden, haben ihrerseits offenbar keine Scheu, von den Islamkritikern zu sprechen und sie unisono zu bekämpfen.

Zu Beginn seines Kommentars stellt Jessen die Frage, ob es „schon ein Zeichen von gefährlichem Appeasement“ gewesen sei, „dass der versuchte Anschlag auf den dänischen Mohammed-Karikaturisten eher resignativ hingenommen wurde“. Diese Frage hält Jessen offenbar für nichtig, nennt er den von Islamisten bedrohten Zeichner Kurt Westergaard doch nicht einmal beim Namen, sondern begnügt sich ähnlich wie bei den gewalttätigen Jugendlichen mit einem Verweis auf den vermeintlichen Akt der Provokation – die Gängelungen durch “Spießer” respektive die Mohammed-Karikaturen -, ganz so als ob dieser letztlich, wenngleich auch keine vollständige Entschuldigung liefere, so doch für mildernde Umstände spräche. Für wichtiger erachtet Jessen ohnehin die folgende Frage:

Wie viel Dauerverdächtigung einer Weltreligion, die neben dem Terror noch viele andere Gesichter hat, kann sich der Westen leisten, ohne seine Freiheiten selbst zu untergraben, zu denen schließlich auch die Religionsfreiheit gehört?

Zunächst einmal ist es natürlich richtig, dass der Islam „neben dem Terror noch viele andere Gesichter hat“; Zwangsverheiratungen, Ehrenmorde, Steinigungen und Geschlechtsapartheid in etwa. Doch Schwamm drüber, enthält Jessens Argumentation doch ein wesentlicheres Problem als den üblichen Kulturrelativismus deutscher Kulturjournalisten. Jessen behauptet nichts anderes, als dass die von ihm als „Dauerverdächtigung“ bezeichnete Kritik am Islam unmittelbar und zwangsläufig mit einem Abbau von Freiheiten, insbesondere der Religionsfreiheit verbunden sei. Dies ist, vorsichtig formuliert, eine gewagte These, wird doch faktisch kein Muslim in der westlichen Welt daran gehindert wird, seinen Glauben frei auszuüben. Darüber hinaus ist auch nicht bekannt, dass namhafte “Islamkritiker”, die von Jessen freilich nicht namentlich genannt werden, ein generelles Verbot des Islams fordern. Diese Gegebenheit scheint Jessen auch zumindest zu erahnen, wenn er im Folgenden schreibt:

Denn zu dem Angebot, das der Westen der Welt und die westlichen Staaten in ihren Verfassungen dem Bürger machen, gehört nun einmal, dass seine Freiheiten universell gelten sollen, nicht nur dem Angehörigen der eigenen, ursprünglich christlich geprägten Kultur, sondern jedem, der sich an Recht und Gesetz hält.

Wer nun von Jessen Belege für die implizit enthaltene These erwartet, dass Islamkritiker Muslimen jene universellen Freiheiten, absprechen wollten, wird enttäuscht. Stattdessen fällt auf, dass Jessen nicht einmal in der Lage ist, den „Streit, der hierzulande unter anderem zwischen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und der Süddeutschen Zeitung tobt“, auch nur korrekt wiederzugeben. Schließlich wurde in jeder einigermaßen ernstzunehmenden großen überregionalen deutschen Tageszeitung wie der F.A.Z., der WELT oder der taz sowie auch in der Süddeutschen Zeitung einvernehmlich gegen „Hassprediger“ und „heiligen Krieger“ gewettert. Der von Jessen vermeintlich ausgemachte Konflikt zwischen konservativen und linksliberalen Medien ist indes ein Mythos, der eher auf das Weltbild des Verfassers, denn die Realität schließen lässt. Angesichts dessen verwundert es auch nicht, dass Jessen die seiner Auffassung nach entscheidende Frage nicht nur falsch beantwortet, sondern bereits falsch stellt:

Was ist schlimmer, den Islam zu verharmlosen oder zu verteufeln? Es liegt auf der Hand, dass der Streit auf dieser Ebene, die vor allem eine des persönlichen Lebensgefühls ist, nicht entschieden werden kann.

Außer Jessens als „persönliches Lebensgefühl“ gekleideten moralischen Relativismus liegt der obige Sachverhalt ebenso wenig auf der Hand wie Jesses nachfolgende Behauptung:

Es liegt ebenfalls auf der Hand, dass man prominenten Islamkritikern wie Necla Kelek, die selbst der islamischen Welt entstammen, keine westliche Arroganz unterstellen kann.

Warum die seit Jahrzehnten im Westen lebende, jedoch der islamischen Welt entstammende Necla Kelek grundsätzlich nicht in der Lage sein soll, „westliche Arroganz“ – was auch immer das sein mag, vermutlich ist das Gegenteil von Kulturrelativismus gemeint – auszustrahlen, bleibt Jessens Geheimnis. Sich der Implikation seiner eigenen Aussage nicht bewusst seiend, entblödet sich Jessen weiter unten nicht, bei – namentlich einmal mehr nicht näher spezifizierten – Islamkritikern „die Logik des Rassismus“ auszumachen:

Einen Muslim allein schon seines Glaubens halber als potenziellen Attentäter zu betrachten entspricht der Haltung, mit der seinerszeit alle Sinti und Roma für Diebe gehalten wurden. Es ist die Logik des Rassismus.

Wer eins und eins zusammenzählen kann, kommt folglich gemeinsam mit Jessen zu dem Schluss, dass Necla Kelek zwar qua ihrer muslimischen Herkunft nicht „westlich arrogant“ sein kann, dafür aber Rassistin ist.

In Folge stellt Jessen zurecht fest, dass die offene Debatte selbst „der beste Beweis für die unangefochtene Praxis westlicher Meinungsfreiheit“ sei, nur um anschließend zu fordern:

Allerdings sollte die Debatte von Unterstellungen frei bleiben; keiner, der die Konstruktion eines islamischen Feindbildes fürchtet, hat jemals Sympathie für Gewalttäter geäußert oder gar die Bereitschaft zur vorauseilenden Unterwerfung unter die Scharia zu erkennen gegeben.

Karl Kraus ist das Diktum zu verdanken, dass es Dinge gibt, die so falsch sind, dass nicht einmal das Gegenteil wahr ist. Natürlich bekundet kein deutscher Feuilletonist offen Sympathie für Islamisten, auch wenn einige in den Medien hofierte deutsche Islamwissenschaftler durchaus dazu neigen. Gleichwohl relativieren deutsche Journalisten islamistische Gewalttaten fortlaufend; sei es, indem sie Armut und Unterdrückung als Legitimierung und Rationalisierung geltent machen, sei es, indem sie die islamistische Gewalttaten mit anderen, nicht-gewalttätigen Handlungen vergleichen. Dieses letzteren Vergehens macht sich Jessen selbst auf bemerkenswerte Art und Weise schuldig:

Vielleicht empfiehlt es sich, die Internetseite “Achse des Guten”, die besonders großzügig mit solchen Unterstellungen arbeitet, aus der Debatte herauszuhalten. Sie hat sich eher als Achse des Bösen gezeigt. Sie ist nicht an Aufklärung interessiert, sondern will den Westen in eine dem Islamismus analoge Hassposition emporpeitschen. Indes: die Barbarei mit den Mitteln der Barbarei zu bekämpfen ist keine Option für den Westen.

Während Jessen oben noch die „offene Debatte“ lobend hervorhob, fordert er hier unverblümt, einige Teilnehmer an der Debatte a priori aus dem Diskurs auszuschließen. Dies ist gleich in zweierlei Hinsicht bemerkenswert. Zum einen wird von Jessen und seinesgleichen gemeinhin appelliert, mit sämtlichen Terroristen, Islamisten und Antisemiten der Welt Gespräche und Verhandlungen zu führen. Just dieser Stunden debattieren westliche Politiker mit dem Außenminister eines durch und durch antisemitischen und islamfaschistischen Regimes, ohne das gegen dieses ungeheuerliche Vorgehen nennenswerter Protest in deutschen Medien zu vernehmen ist. Zum anderen stößt auf, dass Jessen die Autoren der „Achse des Guten“ der „Barbarei“ bezichtigt und somit Islamismus, jene Ideologie, die das Köpfen von Geiseln, das Steinigen von Homosexuellen und Ehebrechern, die Ermordung von Zivilisten etc. pp. nicht nur gutheißt, sondern propagiert, die wahre Barbarei also, mit dem Schreiben von Texten nicht nur vergleicht, sondern explizit gleichsetzt. Demnach liegt auf der Hand – um sich einer von Jessens Lieblingsformulierungen zu bemühen -, dass Jessen über keinen Begriff der Barbarei verfügt, was wiederum damit einhergeht, sich zum Werkzeug selbiger zu machen. Folgerichtig vermag es nicht zu überraschen, dass Jessen mit den üblichen Forderungen der “Lefty, Liberal, Multicultural, Appeasement Monkeys” schließt:

Wir müssen den Islam verstehen. Nichts ist törichter, als die Verweigerung von Verständnis für einen Ausweis von Stärke zu halten oder für eine Bedingung der kämpferischen Verteidigung des Westens.

In dem Vorhaben, einerseits den Islam, den es ja eigentlich gar nicht gebe, zu verstehen und möglichst genau zu differenzieren sowie andererseits jegliche Islamkritik pauschal abzuwatschen, wird Jessen von Thomas Assheuer sekundiert, der erläutert, „warum es schwer fällt, die Islamkritiker als legitime Erben der Aufklärung zu bezeichnen“. Das liest sich dann etwa so:

Bei aller begründeten Furcht vor islamistischem Terror wird indes niemand behaupten können, in Europa sei die Freiheit ernsthaft in Gefahr.

Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass Assheuers Gesinnungsgenosse Jessen, wenngleich auch aus gänzlich anderen Gründen, im neben Assheuers Artikel abgedruckten Kommentar eben jenes tut, wenn er Islamkritikern vorwirft, religiöse Freiheiten zu untergraben. Wie so oft, wenn ein Kommentator darum bemüht ist, Ursache und Wirkung zu vertuschen, muss zudem abschließend auch noch die altbewährte Spirale herhalten:

Der Scharfmacher wittert überall den Feind und macht zwischen Islam und Islamismus keinen Unterschied. Jedes Attentat bestätigt ihm die Niedertracht der Religion und die Großartigkeit seiner eigenen säkularen Vernunft. So findet die Spirale der Verfeindung kein Ende, und das bedeutet Krieg bis zum Jüngsten Tag. Das ist nicht Aufklärung, das ist ihr Ende.

Quellen: Jens Jessen: “Die Grenzen der Toleranz” sowie Thomas Assheuer: “Die Grenzen der Vernunft”, in: DIE ZEIT vom 4. Februar 2010, S. 46.

Tote Zivilisten in Afghanistan und Obama-Wahn im Endstadium

Posted in DIE ZEIT, Zwei mal Drei macht Vier by Mr. Moe on Januar 13, 2010

Im Jahr 2009 sind in Afghanistan mehr Zivilisten getötet worden, als in jedem anderen der vorherigen acht Kriegsjahre. Bekanntlich hat US-Präsident Barack Obama sein Amt im Januar des Jahres 2009 übernommen und den Krieg in Afghanistan in Abgrenzung zum Irak-Krieg stets als “notwendigen” Krieg bezeichnet. Ferner hat Obama im Verlauf des Jahres mit sich gerungen, ob er die von Stanley McChrystal, dem obersten Befehlshaber der NATO in Afghanistan, vorgeschlagene Strategie verfolgt oder auf seinen Vize-Präsidenten Joe Biden und weitere demokratische Kongressmitglieder hört. Während McChrystal argumentiert, dass im Kampf gegen Aufständische und den Terrorismus dauerhaft nur mehr Bodentruppen helfen, hat sich Biden gegen die Entsendung weiterer Soldaten nach Afghanistan ausgesprochen und stattdessen für Angriffe durch Drohnen plädiert, die besonders häufig zu zivilen Opfern führen.

Auch wenn die Verantwortung für die toten Zivilisten in Afghanistan mehrheitlich Terroristen zuzuschreiben ist, ist es demnach vermutlich alles andere als ein Zufall, dass Obamas erstes Amtsjahr mit dem Jahr zusammenfällt, in dem im Afghanistan-Krieg die meisten Zivilisten getötet wurden. Dies hält Martin Klingst jedoch nicht davon ab, Obama auf der Titelseite der ZEIT moralisch über seinen Vorgänger Bush zu erheben:

Obama ist mitnichten ein naiver Friedensapostel, den ein in letzter Sekunde vereiteltes Attentat brutal in die Wirklichkeit wirft. Seit er im Amt ist, führt er den Kampf gegen islamistische Terroristen mit aller Konsequenz, wenn auch mit weniger Kriegsgeschrei als sein Vorgänger und mit einem feineren Gespür für die Grenzen des Rechtsstaats. [...]

Obama, der Meister des Wortes, redet nicht nur, er handelt auch. Um dem Terror Einhalt zu gebieten, entsendet er weitere 30.000 Soldaten nach Afghanistan und schreckt nicht vor gezielten Tötungen mutmaßlicher Attentäter zurück. Weit häufiger als sein Vorgänger lässt er Raketen auf sie abschießen und nimmt dabei auch den Tod Unschuldiger in Kauf, nicht nur in Afghanistan und Pakistan, sondern auch im Jemen und bald vielleicht in Somalia und anderswo.

Zum auf der Zunge zergehen lassen: Martin Klingst räumt ein, was in Anbetracht der nackten Zahlen kaum zu leugnen ist – die bisherige Afghanistan-Strategie des Friedensnobelpreisträgers Obamas hat zu einer höheren Anzahl getöteter Zivilisten geführt als diejenige George W. Bushs. Gleichwohl hindert dies Klingst nicht, auf der Titelseite der ZEIT zu behaupten, dass der Unterschied zwischen Obama und Bush sei, dass Obama “die Moral” nicht “über Bord” werfe. In Deutschland nennt man das Ganze im Übrigen “Qualitätsjournalismus” und nicht etwa Ideologie.

Auch im neuen Jahr: Die ZEIT vs. Israel

Posted in DIE ZEIT by Mr. Moe on Januar 3, 2010

Anlässlich des Jahreswechsels hat Claudio Casula bei Spirit of Entebbe folgende Vorhersage für das neue Jahr getroffen:

Da keinerlei Aussicht besteht, dass die Idiotie im kommenden Jahr zurückgeht, im Gegenteil zu konstatieren ist, dass das antisemitische Gesummse noch dummdreister und bösartiger zu Werke geht denn je, wird uns auch 2010 der Stoff nicht ausgehen.

Mag diese Prognose auch nicht allzu gewagt gewesen sein, ist es doch bemerkenswert, dass sie sich gleich in der ersten Ausgabe der ZEIT des Jahres 2010 mit Nachdruck erfüllt hat. Den Ruhm hierfür darf sich einmal mehr Michael Thumann auf die Fahnen schreiben, der seinen medialen Kampf gegen Israel in den Diensten der ZEIT offenbar auch im neuen Jahr fortführen darf. Den Ausgangspunkt hierfür bildet folgende auf den Nahen und Mittleren Osten bezogene Frage, die Thumann gemeinsam mit seinem Kollegen Ulrich Ladurner stellt:

Ist wirklich der Islam schuld daran, dass kein Frieden herrscht?

Wer könnte nun besser geeignet sein, diese Frage ausgewogen zu untersuchen, als jene beiden Journalisten, die sich in der Vergangenheit wahlweise als “Israelkritiker”, Terrorismusversteher und Apologeten des iranischen Regimes betätigt haben sowie – im Falle Thumanns – der Meinung sind, dass sich US-Präsident Barack Obama stellvertretend für die von seinem Land begangenen Verbrechen an der muslimischen Welt bei den Diktaturen und Autokratien des Nahen und Mittleren Ostens zu entschuldigen habe?

Eine Vorwarnung

Um es vorwegzunehmen: die Frage, ob denn “wirklich” der Islam verantwortlich dafür sei, dass kein Frieden im Nahen und Mittleren Osten herrsche, ist rein rhetorischer Natur. Ihre Beantwortung steht für Thumann und Ladurner a priori fest und ist folglich gegen jegliche möglicherweise widersprechenden empirische Evidenz resistent. Hinzu kommt, dass Thumann und Ladurner Paradebeispiele für jene Art von Kommentatoren darstellen, die Muslime ausschließlich als reagierende Objekte, niemals jedoch als eigenständig agierende Subjekte zu betrachten pflegen, so dass “der Islam” schon per definitionem von jeglicher etwaiger Verantwortung freigesprochen wird.

Wer als Leser damit rechnet, auf die von den Autoren selbst gestellte Frage eine, wenn nicht schon gut begründete, so doch wenigstens explizite Antwort zu erhalten, wird wahlweise enttäuscht oder verzückt sein. Unterm Strich begnügen sich Thumann und Ladurner damit, jenes Bild der “Realität” im Nahen Osten zu skizzieren, das ZEIT-Lesern durch die Lektüre der ZEIT im Allgemeinen und der Artikel der beiden Autoren im Speziellen doch ohnehin bereits bestens vertraut sein dürfte.

Aufgebaut ist die Suche nach der Antwort auf die Frage, ob der Islam denn wirklich das Hindernis für Frieden im Nahen und Mittleren Osten sei, wie folgt: zunächst wird sich ausgiebig dem Lieblingsthema und Spezialgebiet aller deutschen Nahostkorrespondenten gewidmet – dem arabisch-israelischen Konflikt. Anschließend geht es über Afghanistan und Pakistan in den Irak sowie zum Abschluss in die Türkei und um die Kurden. Für diese Reise stehen Thumann und Ladurner zwei komplette Seiten der ZEIT zur Verfügung, entsprechend umfangreich ist der Artikel. Da jedoch bereits der offensichtlich von Thumann verfasste Abschnitt über den arabisch-israelischen Konflikt eine beeindruckende Menge an Unwahrheiten und Unterlassungen enthält, wird sich in Folge auf diesen Teil beschränkt.

Jüdische “Siedlungen” und die Unmöglichkeit des Friedens im Nahen Osten

Als Einstieg wählt Thumann Gilo, jenen Vorort von Jerusalem, den Thumann im Einklang mit anderen westlichen und deutschen Kommentatoren wiederholt und fälschlicherweise als „Siedlung“ deklariert hat:

Weiß leuchtend, massiv aufragend und wie für die Ewigkeit gebaut – das ist Gilo. Die jüdische Siedlung zwischen Bethlehem und Jerusalem liegt inmitten von Feldern auf einem Hügel. Gilo ist jene Siedlung, die mehr als jede andere für die Unmöglichkeit des Friedens in Nahost steht.

Auch wenn es für Thumann offenbar keinen Unterschied macht, handelt es sich bei Gilo, wie bereits erwähnt, nicht um eine “Siedlung”, sondern um einen Vorort von Jerusalem. Darüber hinaus ist bemerkenswert, dass Thumann Gilo als „jene Siedlung“ ansieht, die „mehr als jede andere für die Unmöglichkeit des Friedens in Nahost steht“. Diese Formulierung impliziert, dass Thumann prinzipiell jede jüdische „Siedlung“ für die „Unmöglichkeit des Friedens“ verantwortlich zeichnet und selbige demnach als Hauptproblem im Nahen Osten ansieht.

Konsequent setzt Thumann in Folge die in den ersten Sätzen des obigen Zitats begonnene Dämonisierung israelischer respektive jüdischer Siedlungen – „weiß leuchtend, massiv aufragend und wie für die Ewigkeit gebaut“ – fort:

Hier, auf palästinensischem Boden, will die israelische Regierung 900 neue Wohnblocks bauen lassen. Aus der ganzen Welt hagelt es Proteste. In Jerusalem kommt das nur als lässliche Mäkelei aus weiter Ferne an. Bald schon werden Bauarbeiter dort oben in Stellung gehen wie Soldaten.

Thumanns Methode ist ebenso simpel wie weit verbreitet und wirksam: falsche Begebenheiten werden durch endlose Wiederholung zu vermeintlichen “Tatsachen” (v)erklärt. Folge dieses seit Jahrzehnten überaus erfolgreich angewandten Vorgehens ist, dass jüdische “Siedlungen” im Westjordanland – oder bisweilen gar Jerusalem, siehe oben – im öffentlichen Diskurs einheimlich einvernehmlich als “illegal” bezeichnet werden, was auch Thumanns suggeriert (“auf palästinensischem Boden”). Gleichwohl ist diese Auffassung zumindest diskussionswürdig, wenn nicht gar schlichtweg falsch, wie etwa der amerikanische Rechtswissenschaftler David M. Phillips in der Dezember-Ausgabe des Commenary Magazines ausführlich darlegt (mittlerweile auch in deutscher Übersetzung nachzulesen).

Hinzu kommt, dass Thuman Fakten, die dem Narrativ landraubender Juden widersprechen, einfach nicht erwähnt. So erfahren die werten Leser der ZEIT beispielsweise nicht, dass die Jerusalemer Stadtverwaltung zeitnah den Bau 5.000 neuer arabischer Wohneinheiten in Jerusalem verkündet hat, die für Thumann wie den Rest “der ganzen Welt” offenbar kein Problem darstellen. Statt sich und seine Leser jedoch unnötig zu verunsichern, widmet sich Thumann lieber einer bildlichen Beschreibung seiner Auffassung der Verhältnisse im Nahen Osten:

Gilo – das wirkt von unten, aus der Perspektive der Palästinenser im Tal, wie eine unerreichbare Festung. Von ihrem Lager aus sehen Flüchtlinge nur die Dächer der Siedlung hinter einer hohen Mauer, die Bethlehem von Jerusalems Vororten trennt.

„Unten“ im Tal, in „Lagern“ hausen die armen Palästinenser – jeder von ihnen ein Flüchtling, ganz gleich wo und wann geboren. Oben hingegen, aus sicheren “Festungen” verächtlich herabschauend und “weiß leuchtend” und “massiv aufragend”, die Juden. So platt sie auch sein mag, die Strategie geht auf: ohne sich auf handfeste Argumente stützen zu müssen, hat der Leser ein eindrückliches und aufgrund seiner emotionalen Eindeutigkeit jeglichen Widerspruch von vornherein negierendes illustratives Verständnis der Lage gewonnen. Von dieser Grundlage ausgehend lässt sich die weitere Geschichte mit Leichtigkeit erzählen.

“Die Mauer”

Insbesondere die oben bereits erwähnt “hohe Mauer” scheint Thumann nachhaltig zu beschäftigen:

Die Mauer, an manchen Stellen bis zu acht Meter hoch, zieht sich über alle Hügel, sie trennt Nachbarn von Nachbarn, Kinder von Schulen, Landbesitzer von ihren Grundstücken.

Erneut wird ein deutliches Bild gezeichnet, ohne den Geist lediglich unnötig quälende Tatsachen anzuführen. So verschweigt Thumann in diesem Zusammenhang, dass Ägypten, im Nahen Osten, an der Grenze zum Gazastreifen, eine Mauer baut, mit der Thumann offenbar jedoch keine Probleme hat. Dies ist umso erstaunlicher, ist Ägypten doch mehrheitlich von Angehörigen jener Religion bewohnt, die – es sei daran erinnert – ja eigentlich im Mittelpunkt des Artikels stehen sollte. Überdies verschweigt Thumann ebenso, dass die israelische “Mauer” eigentlich zu mehr als 95% ein Zaun ist, was sich zugegebenermaßen weniger eindrucksvoll und bedrohlich liest als “an manchen Stellen bis zu acht Meter hoch”. In jedem Fall lässt die “Mauer” Thumann offenbar keine Ruh:

Wozu eine Mauer? Soll sie Israelis vor Palästinensern schützen?

Wer erwartet, nun ein „ja, natürlich, was denn sonst?“ zu lesen, wird enttäuscht:

Israelische Behörden haben den Wall nach der zweiten Intifada von 2000 hochgezogen. Als Schutz vor Terroristen, hieß es damals. Doch ginge es um den Schutz allein, würde die Mauer nicht mitten durch das Palästinensergebiet führen.

Thumann verschweigt, dass “die Mauer”, von wenigen topographisch oder strategisch notwendigen Abweichungen abgesehen, entlang der “grünen Linie” verläuft und somit entgegen seiner Behauptung nicht “mitten durch das Palästinensergebiet” verläuft. Thumann erwähnt auch nicht, dass es ähnliche Sicherheitsvorrichtungen in zahlreichen anderen Ländern gibt, ohne das sie dort als bedeutsame Hindernisse für Frieden angesehen würden. Schlussendlich erwähnt Thumann wohlweislich nicht, dass der Sicherheitszaun den Thumann zufolge lediglich vorgeschobenen Zweck des Schutzes überaus gut erfüllt und terroristische Anschläge seit seiner Errichtung deutlich zurückgegangen sind.

Unterm Strich drängt sich demnach die Schlussfolgerung auf, dass Thumann den Schutz jüdischen Lebens vor Terroranschlägen allem Anschein nach nicht als bedeutsame oder auch nur legitime Zwecksetzung ansieht. Für diese Interpretation liefert Thumann zudem im Verlauf des Textes weitere Belege, auf die weiter unten noch einzugehen sein wird.

Der “Kampf um Land”

Vorerst verkündet Thumann seinen Lesern jedoch noch den wahren Zweck, warum die Juden eine “Mauer” gebaut haben:

Es geht hier um ein Nullsummenspiel der nahöstlichen Art, so profan wie existenziell zugleich: Dehnt sich der eine aus, verliert der anderer. Baut der eine, muss sich der andere von Weiden, Feldern und Baugrund zurückziehen.Der Streit geht um Häuser, um Grundstücke, um Straßen, um Viertel und ganze Städte. Es ist ein Kampf um Land.

Erneut wendet Thumann die hohe Kunst des Verschweigens und Unterlassens an, dieses Mal in Verbindung mit einem besonders feinen rhetorischen Kniff: hat Thumann bislang doch ausschließlich Israel als handelnden Akteur auftreten lassen, wechselt er hier plötzlich auf eine abstrakte Ebene und schreibt etwas nebulös von “dem einen” und “dem anderen”. Aus dem bisher von Thumann geschriebenen kann sich der ZEIT-Leser allerdings an einer Hand abzählen, dass eigentlich nur “der eine” – der Jude – das Problem im “Kampf um Land” darstellt. Die Fakten sprechen gewiss eine andere Sprache, ist doch bereits heutzutage ein Fünftel der israelischen Bevölkerung arabisch, Tendenz steigend. Des Weiteren geht es “dem einen” – Israel – nur um einen Teil des Landes, während nach wie vor ein bedeutsamer Anteil “der anderen”, der Palästinenser, das gesamte Land beansprucht. Kurz: die Mehrheit der Israelis akzeptiert sowohl die Präsenz von Arabern in Israel als auch – zumindest: im Prinzip – die Schaffung eines eigenen palästinensischen Staates im Nahen Osten. Ob die Mehrheit der Palästinenser Juden in einem etwaigen eigenen Staat akzeptieren würde, erscheint indes zumindest fragwürdig und es dürfte als erwiesen gelten, dass viele Palästinenser keinen jüdischen Staat im Nahen Osten tolerieren, was sich nicht zuletzt durch die nach wie vor hohe palästinensische Befürwortung von Terroranschlägen auf israelische Zivilisten zeigt.

Was Thumann als abstraktes „Nullsummenspiel“ bezeichnet, ist demzufolge genau genommen – vereinfacht gesagt – ein Kampf ums Überleben für “die einen”, während es sich für einen erheblichen Teil “der anderen” um einen bisweilen latenten, bisweilen manifesten Vernichtungsfeldzug handelt.

Die Entsubjektivierung einer ganzen Region

Nachdem Thumann sein Verständnis der derzeitigen Lage im Nahen Osten -  überwiegend: bildlich – dargelegt hat, widmet er sich der weltpolitischen Bedeutung des Konflikts:

Der ewige Streit um Jerusalem etwa verpestete eine ganze Region, er beschäftigt die Großmächte, er könnte sogar die Welt in Brand setzen. Jede zerstörte palästinensische Wohnung, jedes neu gebaute Haus jüdischer Siedler, jeder Racheakt von Palästinensern landet als Streitpunkt in kürzester Zeit auf den Tischen von Präsidenten, Premiers und Königen – in Riad, Berlin, Teheran, London oder Washington.

Erneut zeigt Thumann eindrucksvoll, in welche Richtung seine Hasen laufen: Juden zerstören palästinensische Wohnungen und bauen Häuser, wobei Letzteres offenbar (auch) als Verbrechen angesehen wird. Palästinenser – Angehörige jener Religion, um die es usw. usf. – rächen sich indes nur dafür, sie agieren in Thumanns Welt jedoch niemals aus eigenem Anlass. Diesem Verständnis nach lässt sich jeder Anschlag auf jüdische Zivilisten und Kinder im Jahr 2010 als bloße Reaktion auf 60 Jahre israelische Politik respektive (die noch weitaus längere) jüdische Präsenz im Nahen Osten rechtfertigen.

Dem Narrativ ausschließlich reagierender Araber und anderer Muslime folgend verkennt Thumann, dass der „Streitpunkt“ nicht einfach so auf den „Tischen“ in Riad oder Teheran landet, sondern von jenen Tischen aus seit Jahrzehnten bewusst geschürt und als Ablenkung für eigenes (innen-)politisches Versagen instrumentalisiert wird. Diese Begebenheit ist angesichts der Realität schwer zu leugnen und läuft zudem Thumanns grundlegender Argumentation entgegen, da sie Muslime als eigenständig handelnde Subjekte auffasst. Folglich bleibt sie unerwähnt und Thumann begibt sich lieber schleunigst in vertrautere Gefilde:

Nirgendwo heizt Lokalpolitik so schnell die Weltdiplomatie an wie in Jerusalem und im Westjordanland. An diesem Konflikt hat die ganze Erde teil, auch wenn sie oft genug nicht mehr davon hören kann.

Wie durch ein Naturereignis wird die “Weltdiplomatie” durch den arabisch-israelischen Konflikt “angeheizt”, von bewusst zündelnden Akteuren ist keine Rede – es sei denn, es handelt sich um Häuser bauende Juden. Leider liefert Thumann auch keine Begründung oder wenigstens eine Spekulation bezüglich seiner ja durchaus richtigen Behauptung, dass „die ganze Erde“ am arabisch-israelischen Konflikt teilnähme. Thumanns Antwort auf die Frage nach dem Grund für das weltweite Interesse an dem Konflikt wäre schon allein deswegen aufschlussreich, da eine naheliegende These lautet, dass es die Präsenz von Juden ist, die den Konflikt so besonders macht. Aus Thumanns Ausführungen geht indes nicht hervor, was einen Konflikt, deren Opferzahlen im Verhältnis zu anderen weltweiten Konflikten und Kriegen verschwindend gering ist, denn eigentlich so besonders macht.

Und noch einmal: die Siedlungen

In Folge zitiert Thumann einige Palästinenser, die sagen dürfen, was Thumann gerne so sagen würde, es als deutscher Journalist aber vorzugsweise notdürftig verklausuliert ausdrückt:

Sie [die Juden, Mr. Moe] wollen uns vertreiben!

Israelis, Juden oder auch nur irgendwelche Menschen mit einer anderweitigen Meinung lässt Thumann entgegen journalistischer Qualitätsstandards nicht zu Wort kommen. Für relevanter werden offenbar die oben bereits thematisierten jüdischen “Siedlungen” befunden. Da sie für Thumann das zentrale Hindernis für Frieden im Nahen Osten darstellen, ist es nur folgerichtig, dass er noch einmal auf sie zurückkommt:

Kein Geringerer als Barack Obama forderte den Siedlungsstopp – aber er ist zu schwach, ihn zu erzwingen.

Wahrlich schade, dass die guten, alten Zeiten vorbei sind, in denen Nicht-Juden Juden nach Gutdünken vorschreiben konnten, wo sie zu leben und zu sterben haben. Und wer sehnt sich insgeheim denn nicht danach, dass sich demokratisch gewählte israelisch-jüdische Politiker dem Willen amerikanischer Präsidenten und – wichtiger – deutscher Nahostkorrespondenten beugen müssen?

Der israelische Premier Netanjahu hat wiederholt erlaubt, neue Wohnblocks auf palästinensischem Gebiet zu bauen. Doch selbst Netanjahu streitet mit radikalen Siedlern. Er ist gefangen in den Forderungen der Siedlerlobby, Bauunternehmen, Bürokraten, nationalreligiösen Politikern, seitdem Israel 1967 das Westjordanland erobert hat und jüdische Einwanderer im „Heiligen Land“ siedeln.

Mit viel gutem Willen deutet Thumann hier äußerst vage an, dass Netanyahu einen zehnmonatigen Siedlungsstopp verkündet und sich damit gegen bedeutsame Teile seiner eigenen Regierung, seiner eigenen Partei und der Bevölkerung seines Landes gestellt hat. Dennoch zieht es Thumann vor, Netanyahu als Hardliner ( „selbst Netanjahu“) darzustellen, obgleich Netanyahu bereits in seiner ersten Amtszei von 1996-1999, wie im Übrigen viele andere vermeintlich starrköpfige Likud-Politiker, eher als Pragmatiker aufgetreten ist.

Ein Blick in die Geschichte

Des Weiteren verschweigt Thumann auch in diesem Fall zum wiederholten Male bedeutsame Tatsachen. Zum Beispiel, dass Israel das Westjordanland 1967 in einem reinen Verteidigungskrieg „erobert“ hat, was für die Beurteilung der Lage gelinde gesagt nicht ganz unwesentlich ist. Oder dass Israel den Palästinensern in der Vergangenheit fast das gesamte “besetzte” Land angeboten hat, was die Palästinenser ausnahmslos und häufig ohne jeglichen Gegenvorschlag abgelehnt haben.

Jedoch sei Thumann in diesem Zusammenhang zu Gute gehalten, dass er diese historische Begebenheiten guten Gewissens nicht nennen kann, müsste er hierzu doch Palästinenser – also: Muslime – als handelnde – in diesem Fall: einen Krieg beginnende und sich Verhandlungen und Kompromissen verweigendere – Subjekte begreifen. Da dies einen massiven Bruch mit Thumanns Sichtweise, gemäß derer Palästinenser eine reine Opfermasse darstellen, bedeuten würde, zieht es Thumann hingegen vor, sich zum wiederholten Male mit den stets emsig agierenden Juden, in diesem Fall mit den “jüdischen Einwanderern”, zu befassen:

Manche von ihnen begründen ihre eiskalte Landnahme religiös. Das Prinzip wird anderswo im Mittleren Osten längst kopiert. So kann jeder Kompromiss ausgeschlossen werden.

Drei kurze Sätze, drei Ressentiments. Erstens ist die israelische “Landnahme”, das jüdische Verbrechen, natürlich nicht einfach nur ein Verbrechen, sondern ein „eiskaltes“. Zweitens werden erneut ausschließlich Juden als Subjekte aufgefasst, die das Problem gewissermaßen in den Mittleren Osten importiert haben, während “anderswo im Mittleren Osten” in gewohnter Manier lediglich auf äußere Einflüsse reagiert wird. Drittens verklärt Thumann 60 Jahre israelisch-arabischer Geschichte, wenn er Israel als alleinigen Schuldigen und insbesondere als nicht zu Kompromissen fähigen oder willigen Akteur darstellt. Thumann erwähnt weder, dass arabische Nationen dem Staat Israel sowohl 1948 als auch 1967 den Krieg erklärt haben. Thumann erwähnt nicht, dass sich die arabischen Staaten 1967 in Khartum auf das berühmt-berüchtigte “dreifache Nein” verständigt haben: nein zum Frieden mit Israel, nein zur Anerkennung Israels, nein zu Verhandlungen mit Israel.Thumann erwähnt nicht, dass die Palästinenser aufgrund einer fehlenden einheitlichen Führung derzeit nicht einmal prinzipiell dazu in der Lage wären, einen “Kompromiss” zu schließen, ,völlig unabhängig davon, ob sie dazu überhaupt gewillt sind.

Terrorismus? Ein Kampfbegriff!

Zum Abschluss kommt Thumann noch zu einem Wort, das er für einen reinen Kampfbegriff hält:

Terrorist. Das ist ein zentraler Begriff im Kampf um Land, ob in Hebron, Jerusalem, in der Türkei, im Irak, in Pakistan oder Indien. Der Terrorist darf mit allen Mitteln bekämpft werden.

Die zweifelhafte Behauptung einmal bei Seite gelassen, dass im “Kampf gegen den Terrorismus” alles erlaubt sei, fällt auf, dass der Begriff “Terrorist” Thumanns Auffassung zufolge offenbar ausschließlich dazu diene, Widerstandskämpfer zu diskreditieren:

Wer sich den Regierenden im Kampf um Territorium und nationale Einheit in den Weg stellt, wer Widerstand leistet, Anschläge verübt, wird „Terrorist“ genannt.

Was Thumann hier etwas verklausuliert ausdrückt ist nichts anderes als die Aufhebung jeglicher zivilisatorischen Standards, deutet Thumann doch die Ermordung von Zivilisten in einen gerechtfertigten, ja geradezu heroischen Akt des “Widerstands” um. Vor dem Hintergrund dieses Verständnisses von “Terrorismus”, das einer Leugnung des Phänomens gleicht, wird auch verständlich, wie Thumann das Kunststück vollbringen kann, einen Artikel über den Islam und den arabisch-israelischen Konflikt zu schreiben, ohne die Hamas, die Fatah oder die Islamische Republik Iran auch nur mit einer einzigen Silbe zu erwähnen. Der Iran wird im Übrigen auch an keiner anderen Stelle des gesamten Artikels näher erwähnt, vielleicht, weil sich die Autoren dann zu sehr mit ihrer eigenen Frage auseinandersetzen müssten.

Quelle: Ulrich Ladurner und Michael Thumann: „Wo der Krieg zu Hause ist“, in: DIE ZEIT vom 30. Dezember 2009, S. 8.-9 [Online Version].

Islamist Extremism and the Murder of Daniel Pearl

Posted in Empfehlungen by Don Homer on Oktober 24, 2009

US-Senator Joseph Lieberman hat bei der vierten jährlichen Gedächtnisvorlesung eine äußerst lesenswerte Rede über die Ermordung des amerikanisch-jüdischen Journalisten Daniel Pearls durch islamistische Terroristen gehalten. Ein Auszug, den die Terror-Apologeten auf der Leserbriefseite der ZEIT, in den europäischen Regierungen und neuerdings auch im Weißen Haus aufmerksam lesen sollten, sei im Folgenden im Original wiedergegeben:

Our responsibility in gathering tonight, I believe, is not only to celebrate the values that defined Danny’s life—but also to confront the terrible reality of his death, and the forces that were responsible for it.

The reason that Danny Pearl died so young is not because of a tragic accident, a sudden illness, or a natural disaster. It is not because of a random act of violence, or common criminality. It is not because of a misunderstanding or a miscommunication.

What ended Danny’s life was a deliberate and calculated act of evil. He was murdered by men who knew what they believed, and who knew what they were doing. What animated and inspired them was not terrorism, which is merely a tactic, but a specific worldview and ideology.

It was the fanatical ideology of Islamist extremism that motivated Daniel Pearl’s killers—an ideology that not only justifies but glorifies and rejoices in shedding the blood of innocents, and that I believe represents the most direct and dangerous threat in the world today to the quintessentially liberal values that Danny Pearl stood for, and that America was founded to stand for.

At the heart of the ideology that motivated Danny Pearl’s killers is not religion but the same totalitarian impulse that we have seen appear and reappear, like a pestilence, across numerous countries and cultures and eras, intensely so during the past hundred years.

It is a belief that the most brutal imaginable violence can eradicate personal freedom, political freedom, and religious freedom and bring about a society in which women are treated as chattel, homosexuals are stoned to death, and Christians, Jews, Hindus, and other religious faiths are marked for oppression if not extinction, and in which everyone is terrorized into conformity as it is defined by a deranged minority.

This is the worldview that caused the murder of Daniel Pearl. It is the pathology that is also responsible for the deaths of countless other innocent men, women, and children, of every religion and race and on almost continent, over the past 30 years—from Bali, Indonesia, in 2002, to Mumbai, India, in November of last year, and from Madrid in 2004 to here in the United States on September 11, 2001.

[...]

Part of the perversity of evil is that, the greater its depravity, the greater is our temptation to avert our eyes from it, to look away, to convince ourselves that we cannot possibly be seeing what we are in fact seeing. Indeed, that is one of the reasons such evil persists.

Of course all of us would like to live in a world governed by reason. But the fact is, there are hatreds and pathologies so strong that they cannot be negotiated, or reasoned, or bribed, or loved out of existence. They must be confronted, fought, and defeated—or else they will defeat us. And so it is with Islamist extremism.

Wäre es auch nur denkbar, derart klare und wahre Worte auf der Titelseite einer deutschen (europäischen) Zeitung zu lesen, ohne zugleich mit einem Ansturm entrüsteter Leserbriefe rechnen zu müssen – es käme glatt Hoffnung auf im Kampf gegen die Barbarei.

In diesem Zusammenhang sei auch noch einmal auf den ebenfalls sehr lesenswerten Text von Daniel Pearls Vater Judea Pearl hingewiesen: Daniel Pearl und die Normalisierung des Bösen.

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