Zeitung für Schland

Wer vom Krümel spricht…

Posted in Deutsche Zustände by Mr. Moe on April 21, 2008

Die F.A.Z. merkt heuer an, dass die mediale Erinnerung „an Flucht und Vertreibung von Millionen Deutschen aus dem Osten“ ein falsches Bild ergebe, da sie Vertreibung und Flucht gleichsetze; Flucht und Vertreibung jedoch zu unterschieden werden müssten: Fliehen sei freiwillig, obgleich ungewiss in den Folgen und der Gefahr des Erfrierens oder Verhungerns. Das Schicksal der Vertriebenen sei hingegen ein erzwungenes und führte zu großen materiellen Einbußen. Zwar räumt die F.A.Z. ein, dass „mancher der so deportiert (sic!) wurde“ am „Ende der Fahrt“ sogar aufatmete; allerdings könne auch „niemand und nichts“ die „Monate oder Jahre aufhellen, die er in der Heimat als vollkommen Rechtloser festgehalten war“. Und schließlich sei es „schwer zu sagen, was, aufs Ganze gesehen, das schlimmere Geschick war – Flucht oder Vertreibung“. Trotzdem müssten Flucht und Vertreibung aber auseinander gehalten werden, was nicht geschehe „wenn, zum Beispiel im Fernsehen oder in Zeitungen auf Fotos, Vertreibung dargestellt wird mit Leuten, die auf einer Landstraße neben einem vollbeladenen Pferdefuhrwerk dahintrotten“. Über die Frage, wie sich dieses scheinbare Widerstreben gegen ungerechtfertigte Gleichsetzungen mit einem Lobgesang auf die Ausstellung „Erzwungene Wege“ („Jede Vertreibung ist gleich schlimm“) vereinbaren lässt, vermögen sich diejenigen ihre Köpfe zerbrechen, denen sie zum Denken zu schade sind.

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