Zeitung für Schland

Deutsches Wunschdenken, made in Poland

Posted in Zwei mal Drei macht Vier by Mr. Moe on Juni 7, 2008

Bekanntermaßen hat Polens Ministerpräsident Donald Tusk im Dezember vergangenen Jahres vorgeschlagen, anstelle eines Verteibungszentrums ein „Museum des Zweiten Weltkriegs“ in Danzig zu errichten. Von Konrad Schuller in der F.A.Z. beschrieben, scheint diesem Projekt jedoch eine Umdeutung der Geschichte inhärent zu sein:

An die Stelle der herkömmlichen Betrachtungsweise, nach der ein verbrecherisches deutsches Regime Europa mit Krieg überzog, die europäischen Juden vernichtete und schließlich von den Alliierten besiegt wurde, tritt eine Sichtweise, welche in Tusks Expertenkreisen als das Konzept der „zwei Totalitarismen“ beschrieben wird. Danach ist der Zweite Weltkrieg nicht allein von Nazi-Deutschland, sondern von zwei gleichermaßen verbrecherischen und zunächst verbündeten Regimen – dem sowjetischen und dem deuschen – gemeinsam verschuldet worden.

Passend zu dieser Umschreibung der Geschichte soll das Thema „Vertreibung“ und „Umsiedlung“ der Deutschen dann auch „zusammen mit den zahlreichen Deportationen unter Stalin und Hitler“ dargestellt werden. Angesichts eines solch haarsträubenden Konzeptes vermag das „Zentrum gegen Vertreibung“ beinah als eine achtenswerte Idee zu erscheinen.

Quelle: „Zwei Totalitarismen“. Die polnische Regierung plant in Danzig ein Museum mit neuem Geschichtskonzept.“, F.A.Z. vom 7. Juni 2008, S. 12.

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