Zeitung für Schland

Milch und Mord

Posted in Briefe an die Herausgeber by Mr. Moe on Juni 10, 2008

Peter Spoden, „fast Neunzigjähriger“ F.A.Z.-Leser, schämt sich über die von Bauern „vernichtete“ Milch:

Vernichtet als frischer Dünger, während zur selben Zeit außerhalb Europas Millionen von Menschen hungern und verhungern! Ihr seid heute um keine Spur besser als wir im letzten Jahrhundert.

Starke Worte. Insbesondere, da ihr Verfasser eine bemerkenswerte Karriere im Dritten Reich durchlaufen hat – und gar ein Buch über selbige veröffentlicht hat: „Ich war Nachtjäger in Görings Luftwaffe“. Ausführliche Auskunft über Spodens militärische Karriere erteilt auch „Aces of the Lufwaffe“:

[…] He claimed his first victory on the night of 17/18 August, when he intercepted a RAF formation attacking the German research facilities at Peenemünde. Spoden was able to shoot down a Lancaster four-engine bomber between Hanshagen and Greifswald. On the night of 22/23 August, he was ordered to take off towards Berlin to intercept a force of 727 RAF aircraft targeting the capital city. Spoden shot down a RAF Halifax four-engine bomber, to record his second victory, before engaging a RAF Stirling four-engine bomber. […]

Stolz wird im Folgenden von heldenhaften 24 Abschüssen berichtet. Ähnlich ruhmreich geht es auf der Homepage der „Alten Adler“ zu:

Der Essener Junge stieß nach der Segelflugausbildung 1940 zur Luftwaffe. Über diese Zeit hat er sich mit seinem großartigen, ehrlichen Buch „Ich war Nachtjäger in Görings Luftwaffe“, das auch in der englischen Übersetzung viel Resonanz findet, ein bleibendes Denkmal gesetzt.
Während seiner äußerst erfolgreichen Laufbahn als Linienflugzeugführer bei der Lufthansa blieb er der Sportfliegerei bis ins hohe Alter treu. Stets setzt er sich unerschrocken gegen die Diffamierung deutscher Soldaten im 2. Weltkrieg ein. Ein englischer Freund – ehemaliger Jagdflieger -, sah ihn in der BBC-Fernsehsendung „Bomber Crews (Bomberbesatzungen“), rief mich spontan an und nannte ihn einen „guten Botschafter für Deutschland“. Er hat Recht.

Um Herr Spoden aber vor allzu schnellen Verdächtigungen und Diffamierungen zu schützen, sei auf ein Zitat auf seiner Homepage verwiesen:

Ich werde versuchen, keine eitle Autobiografie, Selbstdarstellung oder Rechtfertigung zu schreiben, sondern an Hand von Tagebuchnotzien, Dokumenten und klaren Aussagenen jene Zeit zurückzurufen, die unsere Jugend war und die ein rechtswidriges, verbrecherisches Sytem missbraucht hat. (Tipfehler im Original, Mr. Moe)

Wie es zu einer solchen Aussage passt, Bilder von sich selbst mit der Unterschrift „Leutnant 1942“ im Internet zu veröffentlichen (s.u.), vermögen diejenigen zu erklären, die zwischen der Vernichtung von Milch und der Vernichtung von Menschen keinen Unterschied auszumachen vermögen.

Quelle: F.A.Z. vom 10. Juni 2008, S. 7.

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