Zeitung für Schland

Der Stolz der Väter

Posted in Briefe an die Herausgeber by Mr. Moe on September 9, 2008

Wiedereinmal kämpft ein tapferer F.A.Z.-Leser gegen falsche Vorurteile hinsichtlich des Dritten Reiches. Fritz Kalb bezieht sich hierfür auf Michael Martens Bericht über „Meyers Krieg“ (F.A.Z. Vom 16. August 2008). Da der Artikel online nur gegen Endgeld verfügbar ist, sei seine Essenz kurz aus dem Gedächtnis zusammengefasst:

Hermann Meyer ist ohne Vater aufgewachsen, da selbiger als Wehrmachtssoldat 1943 in Griechenland von Partisanen gefangen genommen wurde. Die Partisanen erschossen alle deutschen Soldaten – bis auf zwei. Daher begab sich Herr Meyer auf eine jahrelange Suche nach dem Schicksal seines Vaters. Um es kurz zu machen: Nach Meyers Recherche wurde auch sein Vater erschossen, da er sich geweigert habe sich den Partisanen anzuschließen. Stattdessen zog er es vor noch seine Mitgefangenen davon zu überzeugen, vor der Erschießung „Heil Hitler!“ zu rufen und so den Heldentod zu sterben.

Was hat nun Fritz Kalb zu dieser Geschichte zu sagen? Folgendes:

Hermann Meyer kann sehr wohl stolz auf seinen Vater sein. Nur wegen des Hitlergrußes ihm Respekt und Achtung zu versagen ist bösartig und nur mit der Unkenntnis der damaligen Zeit zu entschuldigen.

So weit eine klare Angelegenheit: Respektlosigkeit aufgrund des Hitlergrußes – ein klares No-go, wer würde da nicht mitgehen? Schließlich könnte dann ja konsequenterweise nahezu niemand hierzulande seine Ahnen angemessen ehren. Und Herr Kalb hat noch mehr schlagkräftige Argumente – wie üblich als Fakten gekleidet:

Die wenigsten der deutschen Soldaten wussten von den Verbrechen des Hitler-Regimes. Die davon gehört hatten, hielten sie für Gerüchte oder schlimmstenfalls für Übergriffe einzelner Einheiten.

Auch hier ist die Sachlage eindeutig: Allgemein bekannt und akzeptiert ist, dass der gemeine Deutsche nichts hörte, nichts sah und nichts wusste. Und falls doch einmal etwas an das germanische Ohr drang, konnte es sich naheliegenderweise nur um vom Feind gestreute Gerüchte oder Einzelfälle handeln. Zudem kommen mildernde Umstände hinzu:

Die überwältigende Mehrheit der Soldaten kämpfte – trotz ihres Eides und gelegentlichen Beteuerungen – nicht für den „Führer“, sondern setzte ihr Leben ein fürs Vaterland.

Wie jeder weiß, wurden im Ausland schließlich durchaus gerechtfertigte deutsche Interessen verfolgt – wie etwa die Erschließung von Lebensraum im Osten oder die Bekämpfung der jüdisch-bolschewistischen Weltverschwörung. Doch nicht nur diejenigen, die sich für solche Ziele engagierten waren Herr Kalb zufolge keine Nazis, auch eigenes Bekennen sei kein hinreichendes Kriterium gewesen:

Und nicht jeder Deutsche, der mit „Heil Hitler“ grüßte, war, selbst wenn er der Partei angehörte, ein überzeugter Nazi.

Nachdem nun hoffentlich geklärt ist, wer Nazi war und wer nicht (die richtige Antwort lautet: Hitler), mutmaßt Hobbypsychologe Kalb abschließend über die Motive der erschossenen Soldaten, kurz vor ihrem Tod noch einmal das obligatorische „Heil Hitler!“ zu grölen:

Der Hitlergruß vor der Erschießung war keine Ehrenbezeigung für den „Führer“, diente vielmehr der Verhöhnung der Partisanen und wurde sicher von ihnen auch so verstanden. „Es lebe Deutschland!“ hätte auf das Erschießungskomando nicht in gleicher Weise gewirkt, vermutlich hätte es dessen Bedeutung gar nicht erkannt.

Jedes vernunftbegabte Wesen muss eingestehen, dass die Verhöhnung dreckiger Partisanen, die noch dazu der Verfolgung deutscher Interessen im Ausland entgegenstehen, ein äußerst edler Beweggrund ist „Heil Hitler!“ zu rufen. Daher kann hinsichtlich dieser Angelegenheit auch nur ein Fazit gezogen werden:

Wer sich standhaft weigert, gegen seine eigenen Kameraden zu kämpfen, und dafür den Tod in Kauf nimmt, verdient uneingeschränkte Hochachtung. Selbst die Partisanen werden das nicht anders empfunden haben.

Quelle: F.A.Z. Vom 09. September 2008, S. 9.

Tagged with: ,

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: