Zeitung für Schland

Gemeinsame Interessen mit Iran

Posted in Zwei mal Drei macht Vier by Mr. Moe on Oktober 24, 2008

Roger Cohen fordert in der New York Times eine Reformulierung der amerikanischen Strategie gegenüber Iran in Form von direkten Gesprächen ohne Vorbedingungen. So weit, so New York Times, so Obama. Die Begründung Cohens liest sich jedoch so herrlich weltfremd, dass sie den Lesern der Zeitung für Schland nicht vorenthalten werden soll:

Iran also has some shared interests with America — in preventing a breakup of Iraq, in preventing the return of the Taliban to power in Afghanistan, in avoiding a violent confrontation of the Sunni and Shia worlds. It wants security, more economic access and, eventually, restored diplomatic relations with the United States.

Und da es ja ach so viele gemeinsame Interessen gebe, dürften die USA sich nicht oberlehrerhaft geben oder gar Moralpredigten halten:

All of this says to me: think big. Don’t obsess about the nuclear issue, critical as it is. Get everything on the table. Be realistic, as in: We have interests. You have interests. Are there areas in which they coincide?

Don’t lecture. Don’t moralize. Don’t demand everything — an end to the nuclear program and terrorism and Lebanese and Gazan interference — without the means to back such demands. That’s been the Bush failure.

Wen stört da schon, dass Iran der größte finanzielle Unterstützer des weltweiten Terrors ist. Doch Cohen ist sich durchaus bewusst, dass es Einwände gegen seine Position geben könnte:

I can already hear the outrage. But Mahmoud Ahmadinejad, the president at least until elections next year, wants to wipe Israel off the map! He denies the Holocaust! Sunni powers like Saudi Arabia will race for their own bomb unless we take out the Iranian centrifuges!

Seine Antwort auf diese nichtigen Einwände:

To which I say: Focus on today’s reality, coldly. Iran does not have nuclear capacity yet. It’s time to talk.

So naiv Cohens Annahme gemeinsamer iranischer und amerikanischer Interessen auch sein mag: die sich aus ihr ergebene Konsequenz ist mörderisch. Dass Iran selbst Vorbedingungen für Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten fordert, ist anlässlich der an Besessenheit grenzenden Unterwürfigkeit der Appeasement-Freaks ein schwacher Trost.

Eine Antwort

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  1. S1IG said, on Oktober 25, 2008 at 9:56 am

    Danke für den Hinweis. Im letzten Absatz triffst Du es perfekt!


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