Zeitung für Schland

Mal wieder: F.A.Z.-Leser vs. frech gewordene Juden

Posted in Briefe an die Herausgeber by Mr. Moe on November 7, 2008

Dr. Rainer Kosmider, Leiter der Abteilung „Europäische und Auswärtige Angelegenheiten“ in der Staatskanzlei Mecklenburg-Vorpommern, fordert Charlotte Knobloch in einem Leserbrief an die F.A.Z. zu „etwas mehr Besonnenheit“ auf:

In „Koalitionsantrag zu Antisemitismus“ (F.A.Z. vom 29. Oktober) wird die Präsidentin des Zentralrates der Juden mit den Worten zitiert, dass der Antisemitismus „in der Mitte der Gesellschaft angekommen“ sei; die Bürger sollten zeigen, dass „Deutschland bunt und nicht braun ist“. Natürlich dürfen Intoleranz und Gewalt in unserer Gesellschaft keinen Platz haben, doch dabei ist es ganz gleich, ob sich die Intoleranz gegen Andersdenkende, Schwächere, Ausländer oder Juden richtet.

Es ist äußerst schwierig, eine solche Aussage mit einem anderen Attribut als „schwachsinnig“ zu bezeichnen, wird doch aus der Selbstverständlichkeit, ausländerfeindliche oder anderweitige gruppenbezogene Gewalt zu verurteilen, widersinnigerweise gefolgert, dass eine Differenzierung zwischen Antisemitismus, Rassismus, Homophobie, etc. nicht notwendig sei. Auf diesem Fundament aufbauend, widmet sich Kosmider dem „Problem in Deutschland“:

Das Problem in Deutschland besteht indessen darin, dass einige Politiker, Medienleute und der Zentralrat der Juden für sich die Deutungs- und Bestimmungshoheit über das beanspruchen, was angeblich oder tatsächlich antisemitisch ist, tatsächlich oder angeblich den Holocaust verharmlost oder wie wir der Opfer der Gewaltherrschaft zu gedenken haben.

Der hier angeführte Vorwurf ist altbekannt und krankt am ewig gleichen Widerspruch: Anderen wird das vorgeworfen, was man im Zuge des Vorwurfs selber tut. Hinzu kommt, dass man sich als Angehöriger des Volkes, das letztlich doch am meisten unter den Nazis gelitten habe, doch bitte schön nicht von den Nachfahren derjenigen die Meinung geigen lassen will, die dem deutschen Volk durch ihre Vernichtung noch zusätzlichen Schaden zugefügt hätten. Dies traut sich Herr Kosmider jedoch so nicht zu sagen und daher folgt, was folgen muss – eine Kritik der Kritik der Israel-Kritik:

Auch Kritik in Deutschland am Vorgehen Israels gegen seine Nachbarn wird schnell und gern in die antisemitische Ecke gerückt und damit kleingehalten. Es scheint hier so etwas wie eine Gesinnungspolizei zu geben: Wehe dem, der einen sogenannten „unpassenden“ Vergleich zieht. Was gibt Frau Knobloch eigentlich das Recht, die Mitte der Gesellschaft des Antisemitismus zu bezichtigen? Was gibt ihr das Recht, latent zu unterstellen, dass Deutschland „braun“ sei?

Ja, wieso darf sich Frau Knobloch überhaupt noch öffentlich in Deutschland äußern? So kann das mit Artikel 5, Absatz 1 des Grundgesetzes doch beim besten Willen nicht gemeint sein! Ein faszinierender Einblick in das Rechtsverständnis des Herren Ministerialdirigents.

Quelle: F.A.Z. vom 06. November 2008, S. 40.

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3 Antworten

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  1. Netzklempnerin said, on November 7, 2008 at 9:15 am

    Was erwartest Du vom Außenminister von MeckPom….😉

    Tja, was gibt Juden eigentlich das Recht, sich in Interessengemeinschaften zu organisieren, deren Vertreter auch noch eine Meinung haben und diese laut äußern?

    *Grübel, grübel*

    Wahrscheinlich ist da wieder diese elende Ami-Erfindung „Demokratie“ dran schuld!

    Faszinierend auch diese ewige Widerholung der Lügengeschichte, man dürfe nichts gegen Israel sagen…

    (Braunes) Unkraut vergeht halt nich und so kommt man auch anno 2008 noch in den Genuss solcher schwachsinniger Aussagen.

  2. Mr. Moe said, on November 8, 2008 at 11:55 am

    Was erwartest Du vom Außenminister von MeckPom….😉

    Hm, jetzt wo Du es sagst😉

  3. Scheintod said, on Februar 1, 2009 at 3:00 pm

    Was erwartest Du vom Außenminister von MeckPom…
    Nun wenn hier einer Vorurteile bestätigt, dann Netzklempnerin.
    Natürlich Schablone Osten = rechtsradikal, billig … Noch billiger :
    Jeden Kritiker am Zentralrat der Juden sofort in die rechte Ecke
    zu drängen. Damit bestätigt ihr Dr.Rainer Kosmider voll und ganz.
    Tja Freiheit, ist halt immer die der Andersdenkenden, nicht die
    der Schablonierer.


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