Zeitung für Schland

Bremers Freud

Posted in F.A.Z. by Mr. Moe on November 13, 2008

Hinter der Nahostberichterstattung der F.A.Z. steckt mit Jörg Bremer wahrlich immer ein kluger Kopf. In einem Bericht über die Wahl Nir Barkats zum Bürgermeister von Jerusalem schreibt Bremer folgendes:

Die Araber, ein Drittel der Bevölkerung Jerusalems, folgten dem Aufruf der Autonomiebehörde und der PLO, die Wahl – wie bei allen Abstimmungen seit der Eroberung des arabischen Ostjerusalems (nach israelischem Verständnis „Vereinigung“) im Sechs-Tage-Krieg – zu boykottieren.

Immerhin zur Abwechslung einmal ein offenen Geständnis, welche Lesart Bremer „bevorzugt“. Bemerkenswert ist zudem, dass Bremers Porträt über Barkat in der der Printausgabe der F.A.Z. mit „Säkular“ betitelt ist, der selbe Artikel auf F.A.Z.NET hingegen folgende hoffnungsvolle Überschrift trägt:

Ein letztes Aufbäumen der Zionisten

Quellen: Jörg Bremer: „Barkat Bürgermeister Jerusalems“ sowie ebd.: „Säkular“, in: F.A.Z. vom 13. November 2008, S. 7 und 10.

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3 Antworten

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  1. bibabonde said, on November 13, 2008 at 5:31 pm

    Schön ist auch: „Barkat gehört zu einer in Jerusalem seltenen Sorte – er ist weder religiös noch ein armer Beamter.“

    Und: „sorgte Barkats Vorvorgänger Ehud Olmert 1996 für ein Blutbad, als er mit Ministerpräsident Netanjahu den Tunnel längs der Klagemauer an der hasmonäischen Stadtmauer entlang für Besucher öffnete.“

    Diese Juden, ständig sorgen sie für Blutbäder. Und beschweren sich hinterher auch noch ganz frech.

  2. David said, on November 15, 2008 at 1:04 pm

    Bremer kommt ganz unterschwellig tendenziös daher. Wenn ich einen Artikel von ihm sehe, gehen schon die Warnlichter an. Es ist schade, daß die FAZ es nicht fertigbringt, ihn durch einen ausgewogeneren Journalisten zu ersetzen. Das Perfide an Bremer ist, daß er auf seriös macht, jedoch letztlich parteiisch ist – vielleicht sollte er, der er ja an Ort und Stelle ist, ein wenig die Augen aufmachen.
    Zum Glück gibt es in der FAZ zumindest hier und da noch Beiträge anderer Autoren, das ist ja einer ihrer großen Vorteile.

  3. Mr. Moe said, on November 15, 2008 at 8:35 pm

    @bibabonde:
    Das mit dem angerichteten Blutbad ist in der Tat ein (weiteres) Beispiel für die Einseitigkeit der Berichterstattung.

    @ David:
    Die in den meisten Fällen „unterschwellig tendenziös[e]“ Berichterstattung, ist meines Erachtens nach das gefährliche an Leuten wie Bremer. Dies gilt insbesondere für die Vermischung von Meinungen und Tatsachen (wie etwa das von bibabonde genannte Beispiel des angerichteten „Blutbads“)
    Ansonsten sehe ich die Vielseitigkeit der F.A.Z. aber auch als einen ihrer Vorzüge an, wobei die Bremersche Linie hinsichtlich Israels, etc. leider durchaus verbreitet ist.


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