Zeitung für Schland

Paralleluniversum

Posted in F.A.Z. by Mr. Moe on November 20, 2008

Wolfgang Günter Lerch kommentiert in der F.A.Z. vom 20. November die Entwicklung Syriens:

Als Bundesaußenminister Steinmeier vor einiger Zeit nach Damaskus reiste, erntete er noch harsche Kritik.

Anstatt nun hämisch auf die Hinweise auf ein syrisches Atomprogramm zu verweisen (für die vermutlich mal wieder Israel verantwortlich ist; für weitere Erklärungsversuche siehe heplev), stellt Lerch Syrien einen Freifahrtschein für alle Zeiten aus:

Dabei weiß jeder, dass es ohne – oder gar gegen – Syrien im Nahen Osten keinen Frieden geben kann.

Syrien kann folglich tun und lassen was es will, da es für Frieden ja benötigt werde. Zudem habe sich Syrien überaus positiv entwickelt:

Als Nächster ergriff der Franzose Sarkozy die Initiative; er lockte den syrischen Staatspräsidenten Baschar Al-Assad aus seinem ideologischen Schneckenhaus nach Paris. Nun hat auch der britische Außenminister Miliband nach einem Besuch in Damaskus dem Führer Syriens ein gutes Zeugnis ausgestellt: Die Normalisierung mit dem Libanon, also die Aufnahme diplomatischer Beziehungen, habe zu einer Entspannung beigetragen; nicht nur im Libanon selbst (einem Land, in dem sich die meisten Konflikte der Region immer wieder entladen), sondern auch in der Nachbarschaft.

Soweit also alles Paletti im Nahen Osten. Und bald kommt ja auch noch der Weihnachtsmann Messias:

Chancen für weitere Fortschritte im Nahen Osten ergäben sich jetzt nicht nur aus der Wahl Barack Obamas zum amerikanischen Präsidenten, sondern auch aus den in Israel, im Libanon und in Iran anstehenden Wahlen. So hoffnungsfrohe, vielleicht allzu kühne Worte hat man lange nicht mehr gehört.

Angesichts soviel Friede, Freude und Eierkuchen bleiben nur zwei Fragen offen: Auf welchem Planeten kocht Wolfgang Günter Lerch und wie kommt man dort hin?

Quelle: Wolfang Günter Lerch: „Gutes Zeugnis“, in: F.A.Z. vom 20. November, S. 10.

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Eine Antwort

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  1. […] Erstens mag der Konflikt mit der Hamas militärisch nicht zu lösen sein – diplomatisch ist er es zum jetzigen Zeitpunkt auf keinen Fall. Syrien steht unter der Knute Teherans und kann daher keine konstruktive Rolle bei der Vermittlung eines dauerhaften Friedens spielen, auch wenn Lerch sich Gespräche mit Syrien noch so sehr wünscht. […]


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