Zeitung für Schland

Die Juden sehen sich zweierlei Maß ausgesetzt

Posted in Empfehlungen by Don Homer on Januar 10, 2009

Marvin Hier* hat im Opinion Journal, der Meinungsseite des Wall Street Journals, einen Artikel veröffentlicht, in dem anhand der weltweiten Reaktionen auf den Krieg in Gaza gezeigt wird, dass bezüglich des jüdischen Staates nach wie vor mit zweierlei Maß gemessen wird. Don Homer hat den Text dankenswerterweise ins Deutsche übersetzt hat, wobei Heplev, der mit Rat und Tat zur Seite stand, erneut herzlich zu danken ist.

Marvin Hier, Opinion Journal (WSJ), 08. Januar 2009.

Die Juden sehen sich zweierlei Maß ausgesetzt

Warum hat Israel nicht das gleiche Recht auf Selbstverteidigung wie andere Nationen?

Die weltweiten Proteste gegen Israels Einmarsch in Gaza sind so von Hass erfüllt, dass sie mich mit dem schrecklichen Gefühl zurücklassen, dass sie wenig mit der sogenannten Unverhältnismäßigkeit der israelischen Reaktion auf die Raketen der Hamas oder den sich daraus ergebenden zivilen Opfern zu tun haben.

Ich befürchte, dass die Wut, die wir bei den auf den Straßen marschierenden Demonstranten sehen, weitaus tiefgreifender und gefährlicher ist, als wir gerne glauben möchten. Es gibt eine große Anzahl von Menschen auf der Welt, die selbst nach Auschwitz einfach nicht ertragen können, dass der jüdische Staat die gleichen Rechte hat, die sie anderen Nationen so bereitwillig zugestehen. Diese Stimmen beharren darauf, dass Israel Risiken auf sich nehmen muss, die sie keinem anderen Nationalstaat abzuverlangen wagen würden – Risiken, die sein bloßes Überleben gefährden -, weil sie nicht glauben, dass Israel überhaupt existieren sollte.

Sehen Sie sich nur die Flut der Attacken dieser Woche auf Juden und jüdische Institutionen überall auf der Welt an: Ein Auto rammt in eine Synagoge in Frankreich, eine Chabad-Menorah und jüdische Geschäfte in Belgien werden mit Hakenkreuzen besprüht, ein Spruchband auf einer australischen Kundgebung fordert „Säubert die Erde von den dreckigen Zionisten!“, Demonstranten in den Niederlanden rufen „Vergast die Juden“ und in Florida fordern Demonstranten die Juden auf: „Geht zurück in die Öfen!“

Wie können diese auf den Konflikt in Gaza angewandten zweierlei Maßstäbe anders erklärt werden, als durch eine weitere heimtückische Voreingenommenheit gegenüber dem jüdischen Staat?

In der UN – das ist keine Überraschung – sind diese zweierlei Maß voll in Kraft gesetzt. Als Reaktion auf Israels Angriff auf die Hamas setzte der Sicherheitsrat unmittelbar eine die ganze Nacht dauernde Dringlichkeitssitzung an, um über eine weitere Israel verurteilende Resolution zu beraten. Hat es während der sieben Monate, in denen die Hamas 3.000 Raketen auf eine halbe Millionen unschuldige Zivilisten im Süden Israels gefeuert hat, eine einzige die ganze Nacht dauernde Sitzung des Sicherheitsrates gegeben? Sie können sich sicher sein, dass während dieser sieben Monate im UN-Hauptquartier nicht bis spät in die Nacht hinein an Resolutionen gearbeitet wurde, in denen terroristische Organisationen wie die Hamas verurteilt werden. Aber wenn die Verurteilung Israels auf der Tagesordnung steht, ist – egal was sonst noch passiert – die Bude voll.

Bedienstete des Roten Kreuzes stürzen sich auf die Krise in Gaza und beschreiben sie als ausgewachsenen humanitären Alptraum. Wo waren Sie während der sieben Monate, als zehntausende israelischer Familien aus Angst vor Raketen-Angriffen nicht schlafen konnten? Wo waren ihre Traumaexperten, um diese humanitäre Krise anzuprangern?

Es hat hunderte Artikel und Berichte vom Erez-Übergang gegeben, in denen Israel fälschlich beschuldigt wurde, die Lieferung humanitärer Güter an die belagerten Palästinenser im Gazastreifen zu blockieren. (Fakt ist: Seit dem Beginn des israelischen Gegenangriffs wurden mehr als 520 LKW-Ladungen mit humanitären Hilfsgütern über israelische Grenzübergänge geliefert.) Aber wie viele Nachrichtenartikel, NGO-Berichte und UN-Kommissionen haben Untersuchungen zur Politik der Hamas angestellt, Raketenwerfer bewusst in der Nähe von Schulen, Moscheen und Wohnungen zu platzieren, um unschuldige Palästinenser als menschliche Schutzschilde zu benutzen?

Viele Menschen fragen, warum es so wenige israelische Opfer im Vergleich zu der Zahl der palästinensischen Opfer gibt. Der Grund ist, dass die Sicherheit seiner Bürger für Israel oberste Priorität hat, weshalb es Schutzräume und Warnsysteme in israelischen Städten gibt. Wenn die Hamas Tunnel graben kann, kann sie sicherlich auch Schutzräume bauen. Stattdessen bevorzugt sie es, Frauen und Kinder als menschliche Schutzschilde zu benutzen, während ihre Führer hastig untertauchen.

Und dann gibt es die schrillen Schreie nach einem Waffenstillstand. Dieses so einfach ausgesprochene Wort hat sich als Rezept für den Gang ins Desaster erwiesen. Die Hamas benutzt den Waffenstillstand als Auszeit um sich wieder zu bewaffnen und noch tödlichere Waffen einzuschmuggeln, so dass sie beim nächsten Mal anstatt Sderot und Ashkelon Tel Aviv und Jerusalem treffen kann.

Das Muster ist stets das Gleiche. Nach einem durch internationalen Druck zustande gekommenen Waffenstillstand wird eine massiver Fluss von Geldmitteln gefordert, um den Palästinensern zu helfen sich von der Zerstörung des israelischen Angriffs zu erholen. Die Welt wird eifrig darauf reagieren und hunderte Millionen Dollar aushändigen. An wen geht dieses Geld? An die Hamas, genau die terroristische Terrorgruppe, die das Unglück überhaupt erst über die Palästinenser gebracht hat.

Die Welt scheint vergessen zu haben, dass Präsident Harry Truman am Ende des Zweiten Weltkrieges den Marshall Plan eingeleitet und gewaltige Summen in den Wiederaufbau Deutschlands investiert hat. Das machte er allerdings mit der klaren Vorgabe, dass das Geld ein neues Deutschland aufbauen würde – und kein viertes Reich, das die Politik Adolf Hitlers fortsetzen würde. Doch dies ist genau das, was die Welt tun wird, wenn wir einmal mehr den Terroristen der Hamas und ihrem iranischen Strippenzieher Gelder anvertrauen.

In nicht einmal zwei Wochen wird Barack Obama als Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt. Aber es gibt im Nahen Osten keinen „Wandel, an den wir glauben können“ – nicht, wenn es um Israel geht. Das fortlaufend auf den jüdischen Staat angewandte zweierlei Maß beweist, dass ein Großteil der Welt die wahren Lektionen des Zweiten Weltkriegs erst noch lernen muss.

*) Rabbi Marvin Hier ist  der Vorstand und Gründer  des Simon Wiesenthal Center und des angeschlossenen Museum of Tolerance.

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