Zeitung für Schland

Gegossenes Blei und die Berichterstattung deutscher Medien am Beispiel der F.A.Z. – Erste Reaktionen von F.A.Z.-Lesern und ein paar Lesemepfehlungen (Teil 3)

Posted in F.A.Z. by Mr. Moe on Januar 11, 2009

(zum ersten oder zweiten Teil)

Warum die Online-Umfrage auf FAZ.NET nicht aussagekräftig ist

Einen Anhaltspunkt über die Meinung der F.A.Z.-Leser zur Operation „Gegossenes Blei“ scheint eine von Weihnachten bis Jahresende freigeschaltete Online-Umfrage auf FAZ.NET zu liefern, in der gefragt wurde:

Angriffe auf Gaza – ist Israel im Recht?

Die vier Antwortmöglichkeiten auf diese bereits tendenziös gestellte Frage lauteten:

  1. Das Land muss sich vor Terror schützen – und Hamas hat Israel provoziert
  2. Israel blockiert einen Frieden für Nahost – und darf sich jetzt nicht wundern
  3. Prinzipiell ist Israel im Recht – aber der Militäreinsatz geht entschieden zu weit
  4. Die Lage ist zu unübersichtlich, um zu entscheiden, wer im Recht ist

Das Ergebnis der Umfrage nennt Michael Hanfeld, Leiter des Medienressorts der F.A.Z., in einem mit der wunderbaren Überschrift „Ist Israel im Recht oder die Hamas?“ versehenen Artikel:

Eingeschaltet wurde die Umfrage zu Weihnachten, sie war programmiert bis zum Jahreswechsel und zeigte in den ersten Tagen einen eher unentschiedenen Verlauf. Vierzig Prozent der Teilnehmer sprachen sich für die Einschätzung aus, dass Israel sich verteidigen müsse, vierundvierzig Prozent für die gegenteilige Ansicht. Am 1. Januar, dem letzten Tag der Umfrage, schnellten die Stimmabgaben in die Höhe und wendete sich das Blatt, bis zu dem Punkt, da insgesamt 123.770 von 171.240 Teilnehmern pro Israel und 43.455 kontra votierten. Somit lag die Zustimmung zum Standpunkt Israels mit einem Mal bei mehr als 72 Prozent; 2,3 Prozent der Nutzer neigten in der Umfrage Antwort drei oder vier zu.

Stehen also über 70 Prozent der F.A.Z.-Leser auf der Seite Israels? Natürlich nicht. Abgesehen von der generellen Selektivität von Online-Umfragen begründet Hanfeld die  scheinbare Parteinahme der F.A.Z.-Leser für Israel wie folgt:

Das dürfte damit zu tun haben, dass eine Mitarbeiterin der israelischen Vertretung bei den Vereinten Nationen in Genf per Rundmail zum Jahreswechsel schnell dazu aufgefordert hatte, sich an der Umfrage zu beteiligen. „We need your votes“, hieß es, noch sei es Zeit, das Umfrageergebnis zu beeinflussen, frei nach Barack Obamas Wahlmotto „Yes, we can“. So trug der israelische Standpunkt bei FAZ.NET den Sieg davon, während die Unterstützer der Hamas auf den Straßen der europäischen Hauptstädte aufmarschierten und teils friedlich – wie in Berlin –, teils von Gewalt begleitet – wie in Paris –, demonstrierten.

Nun braucht man gar nicht bis rauf zur israelischen Regierung zu gehen, da auch pro-israelische Websites und Blogs zur Teilnahme an der Umfrage aufgerufen hatten, was ebenfalls zu diesem Meinungsbild beigetragen haben dürfte. Was ist also von der Aussagekraft der Umfrage in Bezug auf die Meinung der F.A.Z.-Leserschaft zu halten? Richtig: Nichts.

Ein weitaus aussagekräftigeres Indiz für die Gesinnung der Leser der F.A.Z. bietet hingegen deren Leserbriefseite. Auch wenn die auf der Leserbriefseite veröffentlichten Beiträge ebenso wie die Online-Umfrage nicht ohne weiteres als repräsentativ angesehen werden können, unterscheiden sie sich von letzterer in drei wesentlichen Punkten:

Erstens erfordert das Schreiben eines Leserbriefes im Gegensatz zum Klicken eines Buttons einen nicht unerheblichen Aufwand und ist daher als deutlich stärkerer Indikator für die wirkliche Meinung einer Person anzusehen. Zweitens ermöglicht die F.A.Z. Ihren Lesern durch die Leserbriefe einen Austausch, wodurch – im Gegensatz zu anderen Publikationen wie etwa der ZEIT oder dem SPIEGEL – eine, zumindest in Teilen, zweiseitige Kommunikation entsteht. Daraus folgt u.a., dass häufig Bezug auf andere Briefe genommen wird und die Leserbriefe in der F.A.Z. einen weitaus höheren Stellenwert als in anderen Zeitungen einnehmen. Drittens zeichnet sich die Leserbriefseite der F.A.Z., trotz den in verlässlicher Regelmäßigkeit abgedruckten antisemitischen, israelfeindlichen und nationalistischen Ausbrüchen, durch ein hohes Niveau aus. Dies liegt auch darin begründet, dass bevorzugt Leserbriefe von öffentlichen Personen, Amtsträgern oder promovierten respektive habilitierten Akademikern abgedruckt werden, wenngleich diese sich bezüglich ihrer Ressentiments  von den Nicht-Doktorträgern nicht wesentlich unterscheiden.

Einmal von der Leine gelassen …

Es hat bis zum 7. Januar gedauert, bis die ersten Reaktionen auf der Leserbriefseite der F.A.Z. zu verzeichnen waren. Und wie nicht anders zu erwarten war, stehen gewöhnliche deutsche F.A.Z.-Leser österreichischen Standard-Lesern in Sachen Israelhass und Antisemitismus in nichts nach. Das Urteil der F.A.Z.-Leser entspricht demnach in jeder Hinsicht dem im zweiten Teil dieser Analyse gezogenen Fazit: Der Pöbel läuft Amok und die F.A.Z. lässt ihn gewähren.

Die Ehre, den ersten Stein schmeißen zu dürfen, gebührt Sven Jösting, der unter dem Titel „Einseitige Beschuldigung“ schreibt:

Wer provoziert eigentlich wen im Palästina-Konflikt? Was erwartet die israelische Regierung, der zionistische Staat, eigentlich, wie sich die Palästinenser im Gaza und Westjordanland ihnen gegenüber zu verhalten hätten?

Vielleicht, dass seit dem Rückzug aus Gaza nicht über 4.000 Raketen auf Israel gefeuert werden? Die Zahl ist Herrn Jösting sicherlich bekannt, versteht er sich doch als ausgemachter Fachmann:

Nach Aussagen vieler Kenner der Situation, auch eines guten freundes, eines Palästinensers, lebt das palästinensische Volk wie in einem Gefängnis und ist allerlei Willkür Israels ausgesetzt.

Auf welche Experten und „Kenner der Situation“ sich Herr Jösting wohl beziehen mag? Auf Prof. Dr. Udo Steinbach, der die Hamas als „Männerchor“ bezeichnet? Oder auf Norman „die-Liste-verlinkter-antisemitischer-Äußerungen-würde-den-Rahmen-dieses-Beitrags-sprengen“ Paech? Wie auch immer, nach einer langen Aufzählung vermeintlicher israelischer Verbrechen („Grenzposten“, „Schikanen“, „Grenzwall/Mauer“, „An- und Abschalten der Stromlieferungen und des Wasserzuflusses“ und natürlich auch „und vieles andere“), hat Herr Jösting jedenfalls eine tolle und innovative Idee:

Ich fände es gut, wenn die arabische Welt einen großen Konvoi an Schiffen an die palästinensische Küste mit Hilfsgütern lenkte und die israelische Besatzung und Blockade wahrlich „alt“ aussehen ließe – ohne Waffengewalt hier den Durchbruch zu wagen; die Hamas müsste wissen, dass Raketen keine Lösung sind und die Probleme eher noch verschärfen.

Wie viele Lügen und auf falschen Annahmen basierende Aussagen lassen sich in einen – wenngleich auch hässlichen und miserabel formulierten – Satz unterbringen? Die Zeitung für Schland zählt derer vier:

Erstens schert sich die „arabische Welt“ – ebenso wenig wie die westliche – nicht um die Palästineser, sofern diese nicht ausnahmsweise einmal durch israelisches Feuer sterben. Zweitens hat es das von Herrn Jösting ersehnte Schiff bereits gegeben (nur zur Erinnerung: „Das Narrenschiff“, „Humanitäre Leichtmatrosen“, „Reihern für Palästina“ und „Offene See“). Drittens ist der Gaza-Streifen – von den Terroristen der Hamas einmal abgesehen – nicht besetzt, egal wie viele F.A.Z.-Leser dies behaupten. Und viertens „müsste“ die Hamas überhaupt nicht wissen, dass „Raketen keine Lösung sind“, da ihr Ziel bekanntermaßen in der Vernichtung Israels besteht und Raketen diesbezüglich keineswegs die falsche Lösung sind. Oder für die ganz Dummen: Natürlich ist der Raketenbeschuss Israels für die Hamas keine Lösung – er ist ihr Ziel. Neben den üblichen Hoffnungen auf „friedvolle Solidarität der arabischen Welt gegen die israelische Besatzung“, schreibt Jösting hingegen weiter:

Indes glaube ich, dass Israels Regierung gar keine Lösung des Problems anstrebt, denn dies wäre endlich die Gründung eines souveränen palästinensischen Staates, auf dessen Boden Israel dann kein Recht zu irgendeiner Intervention mehr hätte.

Genau so sieht die Welt aus, von der Herr Jösting träumt: Die Hamas beschießt Israel mit tausenden von Raketen und als Antwort darauf erhalten die Palästinenser einen eigenen Staat. Und da Israel die Spendierhosen gerade einmal an hat, gibt’s noch eine Kugel Eis für Alle obendrauf. Doch genug gescherzt, natürlich verteilt Israel nicht nur keine Geschenke, sondern verweigert sich Jösting zufolge gar boshafterweise einer solch einfachen Lösung. Denn dann hätten die streitlustigen Juden ja auch keinen Sündenbock mehr:

Dann müssten sich die zerstrittenen israelischen Parteien mit sich selbst beschäftigen und hätten kein gemeinsames Feindbild mehr.

Vielleicht sollte jemand Herrn Jösting bei Gelegenheit einmal erklären, dass „zerstrittene Parteien“ konstitutiv für die Demokratie sind. Oder ihn beten, seine eigenen Feindbilder zu überdenken, damit sein Fazit in Zukunft nicht mehr lauten muss:

Ursache und Wirkung sind in diesem Konflikt leider abwechselnd auf der einen (Israel) und auf der anderen Seite (Hamas).

Ein wahrhaft würdiger Auftakt – und es wird noch besser.

… fängt der Mob an zu wüten

In der gleichen Ausgabe der F.A.Z. verkündet Horst Heuer in einem Brief dem wunderbaren Titel „Wie die Terroristen“ (ungekürzt wiedergegeben):

Die Sympathien gehören nicht den Israelis! Wer bewusst so rücksichtslos gegen Zivilisten vorgeht, handelt nicht anders als die Terroristen! Enttäuscht bin ich von unseren Politikern, von Merkel noch mehr als von Steinmeier. Trotz aller Vergangenheit: Verbrechen gegen Zivilisten müssen als Verbrechen angesprochen werden. Die Stimmung der Bevölkerung spricht eine andere Sprache, aber man darf in unserer Demokratie die Wahrheit nicht mehr sagen. Schade, so geht immer mehr Glaubwürdigkeit verloren!

Es ist immer schön, wenn sich jemand selbst ungehemmt auf der Leserbriefseite einer der größten deutschen Tageszeitungen als Antisemit outet. Dass man „in unserer Demokratie die Wahrheit nicht mehr sagen“ dürfe ist natürlich quadrierter Humbug, wurde doch „die Wahrheit“ von Horst Heuer ( „Kindermörder – Israel“, „Zionismus = Terrorismus“ oder „Stoppt den Völkermord in Gaza“) in den letzten Tagen von zahlreichen Demonstranten in Deutschland täglich geäußert, während das Tragen oder Zeigen einer Israelfahne als „Provokation“ gilt und folglich polizeilich unterbunden wird.

Einen Tag später, am 8. Januar schreibt Stefan Schmitt (ebenfalls ungekürzt wiedergegeben:

Israel sagt, dass die ununterbrochenen Luftangriffe eine Antwort seien auf die Raketenangriffe der Hamas. Aber die Kassam-Raketenangriffe sind auch Antworten auf die ökonomische und humanitäre Entwürdigung der im Gazastreifen gefangenen Menschen und generell auf das rassistische Apartheidsmodell, das das israelische Kabinett für die Palästinenser vorsieht. Die palästinensische Kassam-Raketen entspringen nicht dem Bösen, sondern sind ein Teil eines viele Jahrzehnte währenden Konflikts, dessen Kern in der Okkupation besteht.

Ein gutes hat die Leserbriefseite der F.A.Z. in Tagen wie diesen: Antisemiten müssen nicht mehr mühsam entlarvt – oder aus Cain Kübels Liste abgelesen – werden, sondern verkünden ihre Gesinnung eigenständig hunderttausenden von Lesern.

Ekel Alfred darf nicht fehlen

Doch was wäre eine solche Liste ohne Alfred Grosser, der sich in der F.A.Z. vom 9. Januar erwartungsgemäß auch zu Wort meldet. Grosser wählt die klassische und altbewährte Strategie – kurz pflichtgemäß erwähnen, dass die Hamas nicht ganz so dufte ist, und anschließend mit voller Kraft auf Israel einschlagen:

Ja, die Hamas ist furchtbar, aber bevor sie die Waffenruhe gebrochen hat, hat es viele Tote gegeben beim israelischen Angriff auf einen Tunnel, und vor allem hatte sie eine Bedingung genannt, unter der sie das Abschießen von Raketen einstellen würde: Die Blockade von Gaza sollte unterbrochen werden.

Vielleicht sollte die F.A.Z. auf ihrer Bildungsseite mal einen Grundkurs in klassischer Logik oder über einfache Ursache-Wirkungs-Zusammenhängen anbieten (und nebenbei ein für alle Mal klarstellen, dass der Gaza-Streifen nicht von Israel besetzt ist). Nach einigen obligatorischen Anklagen gegen Israel schreibt Grosser:

Seit Jahrzehnten erklären die jüdischen und christlichen Gelehrten, dass der Ausdruck „Auge um Auge, Zahn für Zahn“ nicht eine Aufforderung zur Rache darstellte, sondern eine Mahnung, mit der Rache nicht zu weit zu gehen. Aber nun soll es als gerechtfertigt gelten, wenn es heißt „Für einen Zahn hundertfünfzig volle Gebisse“. Wie viele Tote und Verstümmelte in Gaza? Es werde nur gezielt geschossen: Wer kann das glauben, wenn er im Fernsehen die Streuung der Bomben gesehen hat, die von den Flugzeugen abgeworfen werden?

Dieser gekonnten Metapher folgt:

Am schlimmsten sind die politischen Konsequenzen. Die amerikanische bedingungslose Unterstützung, die Art und Weise, wie Nicolas Sarkozy alle Schuld der Hamas zuschreibt, die Verachtung, die Israel seit Jahren den Arabern von Gaza entgegenbringt, alles schürt den Hass von Abermillionen von Arabern und nichtarabischen Muslimen, auch in der Türkei, auch in Asien, gegen den „Westen“. Als wolle man den falschen Thesen des kürzlich verstorbenen Samuel Huntingtons recht geben und einen Kampf der Zivilisationen heraufbeschwören, mit allen Konsequenzen, die es auch in Frankreich und in Deutschland bei unseren muslimischen Mitbürgern geben könnte.

Jedes einzelne Wort ist eine Lüge oder verkürzte Halbwahrheit: Die USA unterstützen Israel nicht bedingunglos in Gaza, Sarkozy wirft Israel „Unverhältnismäßigkeit“ vor, Israel bringt Arabern weder in Gaza noch sonstwo Verachtung entgegen und die Hamas trägt natürlich die alleinige Schuld am Krieg in Gaza (von Iran und den der Hamas gegenüber nur allzu nachgiebigen „Friedensfreunden“ einmal abgesehen). Darüber hinaus handelt es sich beim Krieg in Gaza auch nicht um einen Kampf zwischen Zivilisationen respektive einem Krieg zwischen Israelis und Arabern, sondern einem Krieg zwischen der Zivilisation und der Barbarei respektive der westlichen Welt und dem klerikalfaschistischen Mullah-Regime im Iran, weswegen der Krieg in Gaza nicht zuletzt auch im Interesse der Palästinenser und „Abermillionen von Arabern und nichtarabischen Muslimen“ geführt wird.

Was folgen wird …

Einiges spricht dafür, dass in den folgenden Tagen, Wochen und Monaten weiteres Unheil auf der Leserbriefseite der F.A.Z. folgen wird

  1. Bereits die ersten Reaktionen auf Israels Verteidigung waren teils von anti-israelischen Ressentiments, teils von offenem antisemitischem Hass erfüllt. Des Weiteren wurden einfache Fakten ignoriert oder verdreht, sowie Lügen verbreitet.
  2. Aufgrund der zwangsläufig gestiegenden und weiter steigenden Anzahl ziviler Opfer (für die überwiegend die Hamas die Verantwortung trägt) ist davon auszugehen, dass die in den folgenden Tagen abgedruckten Leserbriefe Israels Vorgehen  – sofern das überhaupt möglich ist – noch negativer darstellen und beurteilen werden.
  3. Diese Tendenz wird durch die zunehmend einseitigere, kritischere und israelfeindlichere Berichterstattung (auch der F.A.Z., siehe Teil eins und zwei dieser Analyse) der letzten Tage verstärkt, da davon auszugehen ist, dass die Berichterstattung der F.A.Z. dem Gekeife der Leser Vorschub leistet und Nahrung liefert. Andererseits scheinen die Leser auch nur allzu begierig nach einer solchen Berichterstattung zu schreien, zumal es ihnen offen stünde, sich umfassender zu informieren (ein paar Tips dazu folgen weiter unten).
  4. Zusätzlich zu offen Israel-feindlichen Leserbriefen werden sich vermutlich auch die allseits „besorgten“ und „kritischen“ Freunde Israels zu Wort melden und Israel „aus freundschaftlicher Perspektive“ hinterfragen. Ein Wiedersehen mit alten Bekannten erscheint daher wahrscheinlich.

Was zu lesen ist

Aufgrund der mangelhaften Berichterstattung deutscher Medien (und der F.A.Z.) über die Operation „Gegossenes Blei“ sowie der Tatsache, dass in den letzten Tagen zunehmend Leser durch Fragen wie „Brach die Hamas den Waffenstillstand“ oder „Wer ist Schuld am Krieg in Gaza?“ auf die Zeitung für Schland gelangt sind, seien abschließend ein paar Leseempfehlungen gegeben (die Reihenfolge sagt dabei nichts über die Qualität aus).

  1. Verpflichtend ist dieser Tage die Lektüre der beiden deutschsprachigen israelischen Blogs Blick auf die Welt – von Beer Sheva aus und Letters from Rungholt. Vielen Dank an dieser Stelle für die unzähligen hervorragenden Beiträge und alles Gute für die kommende Zeit!
  2. Einen täglichen Überblick über die Operation „Gegossenes Blei“ sowie regelmäßige Leseempfehlungen und Beiträge finden sich darüber hinaus wie gewohnt bei heplev. Ebenfalls stets aktuell und zu empfehlen sind natürlich Medien BackSpin und Honestly Concerned. Gleiches gilt für die entsprechenden Beiträge aus in dem Blogaggregat E Pluribus Unum aufgenommenen Blogs (der Einfachheit halber hier wird auf eine Aufzählung aller, die es verdient hätten verzichtet*) oder die Achse des Guten.
  3. Obligatorische Informationsquellen für englischsprachige Leser sind die israelischen Zeitungen und Informationsangebote der Jerusalem Post, Ynet und Haaretz.
  4. Zudem seien englisch Versierten die israelischen englischsprachigen Live-Blogs The Muqata und Israellycool und ans Herz gelegt sowie Yourish, Yacoov Lozowick, Elder of Zyion, Israel Matzav, Mere Rhetoric und Soccer Dad empfohlen
  5. Weitere hervorragende englischsprachige Quellen sind Pajamas Media , Melanie Phillips Diary, die contentions des Commentary Magazines, die Analysen Caroline Glicks sowie der tägliche Überblick von Daily Alert.
  6. Auch die IDF hat mittlerweile eingen eigenen Blog und einen Youtubechannel.
  7. Zu guter letzt sei noch auf die Rubrik „Don Homer Recommends“ hingewiesen, in der wie gewohnt lesenswerte englischsprachige Artikel verlinkt werden (zu finden oben rechts in der Seitenleiste).

*) Na gut, hier doch die wichtigsten (und vor allem: in Bezug auf die Operation „Gegossenes Blei“ aktivsten) Blogs des Aggregats in alphabetischer Reihenfolge: Castollux, Der Lindwurm, Lizas Welt, No Blood for Sauerkraut!, Sendungsbewusstsein, WADIblog, und Zirkumflex. Wer sich vergessen fühlt, mag sich melden.

Zum Abschluss eine kleine Anekdote

Als sich der Autor dieser Zeilen im Laufe der vergangenen Woche in einem jordanischen Imbiss eine Falafel bestellte, fiehl sein Blick auf eine BILD-Zeitung vom 28. Dezember. Beim Warten auf das Essen kurz durchgeblättert, stach Folgendes ins Auge: Es wurde berichtet, dass palästinensische Opfer in einer israelischen Klinik behandelt wurden. Es wurde gefragt, welche Rolle der „Irre von Teheran“ spiele und warum „so viele Moslems“ Israel „auf den Tod“ hassten.  Um es in aller Deutlichkeit zu sagen: Etwas besseres als in der BILD-Zeitung vom 28. Dezember hat die F.A.Z. seit Beginn der Operation „Gegossenes Blei“ nicht veröffentlicht: ein wahrhaft trauriges Urteil für „eine der besten Tageszeitungen der Welt“ (und wer behauptet, dass Journalisten des Springer-Konzerns per definitionem keine Kritik an Israel äußern dürfe, soll sich Alan Poseners Kommentar anschauen).

Dieser Beitrag ist der dritte und somit letzte Teil einer drei Teile umfassenden Analyse der Berichterstattung der F.A.Z. über die Operation „Gegossenes Blei“. Im ersten Teil stand die Berichterstattung der F.A.Z. zu Beginn der Operation im Fokus, im zweiten Teil wird die Verschiebung der Berichterstattung im Verlauf der Gefechte gezeigt. Im vorliegenden dritten Teil werden die Reaktionen und das Meinungsbild der F.A.Z.-Leser erkundet sowie Leseempfehlungen zwecks Bekämpfung der Desinformation gegeben.

10 Antworten

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  1. […] Gegossenes Blei und die Berichterstattung deutscher Medien am Beispiel der F.A.Z. – Erste Reaktionen… […]

  2. Lila said, on Januar 12, 2009 at 5:46 pm

    Danke für die guten Wünsche.Wenn ich mir diese Ströme von Gift und Haß angucke, wird mir schlecht. Kollaborateure des Terrors. Wohl bekomm es ihnen.

  3. Mr. Moe said, on Januar 12, 2009 at 7:37 pm

    Es sei erwähnt, dass in der heutigen Ausgabe der F.A.Z. auf Herrn Jösting kritisch geantwortet wurde.
    Allerdings gab es auch einen Leserbrief, in dem ein Mensch ernsthaft schreibt, dass er „keineswegs ein Freund der Ziele der Hamas“ sei, jedoch „den Mut der Hamas“ bewundere, da die „Politiker“ der Hamas seit 2006 versucht hätten, eine terroristische in eine politische Bewegung zu transformieren. Dafür würden sie nun bestraft werden.
    Da fälllt einem echt nichts mehr zu ein.

  4. […] – Berichterstattung am Beispiel der FAZ, Teil 3: Leserreaktionen (Zeitung für […]

  5. energiepass said, on Januar 12, 2009 at 11:06 pm

    Es ist schon erstaunlich, was für eine Debatte dieser Konflikt hierzulande auslöst. Die Medien scheinen hier nicht besser informiert zu sein als der Mob, der sich gerade in diversen Online-Foren austobt.
    Vielen Dank jedenfalls für diese spannende wenn auch ernüchternde Analyse

  6. Hohenstaufen said, on Januar 13, 2009 at 9:15 pm

    Vorschlag für einen Demonstrationszug – ein Experiment
    Versuch Nr. 1
    Man hänge sich eine Reichskriegsflagge (aus dem Kaiserreich, nicht verboten) um und gröle: „Tod Israel“. Man hat zu Recht eine gute „Chance“ ,gesellschaftlich geächtet zu werden.
    Versuch Nr. 2
    Man hänge sich eine Palästinaflagge um den Hals, dazu noch ein Foto eines Hamskämpfers und schimpfe „Tod Israel“. Man kann durchaus mit Solidarität rechnen.Leider.

    Dieser ganze „keine Gewalt“-Toleranzzauber – ein Rohrkrepierer?

  7. […] Auch in der ZEIT sind erste Reaktionen auf den Krieg in Gaza zu verzeichnen, und sie stehen dem Gekeife der F.A.Z.-Leser wahrlich in nichts nach. So schreibt etwa Henning v. Winterfeld: Nachdem Hunderte von Menschen […]

  8. […] sondern vielmehr um eine akute geistige Störung. Dass die F.A.Z. diesen Leserbrief abdruckt, gibt dem hier gezogenen Fazit in jeder Beziehung […]

  9. […] Alfred Grosser, ein großer Denker – über dessen Schreibe das Urteil fällt: Jedes einzelne Wort ist eine Lüge oder verkürzte Halbwahrheit. Wahnsinn. […]

  10. […] 2009 at 23:30 | In Zitate | Der Pöbel läuft Amok und die F.A.Z. lässt ihn gewähren. Mr. Moe, Zeitung für Schland, 11.01.09 in einer Bewertung der Berichterstattung der FAZ zum Gaza-Krieg. Zu einem verschwurbelten […]


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