Zeitung für Schland

Was F.A.Z.-Leser können, können ZEIT-Leser schon lange

Posted in DIE ZEIT by Mr. Moe on Januar 15, 2009

Auch in der ZEIT sind erste Reaktionen auf den Krieg in Gaza zu verzeichnen, und sie stehen dem Gekeife der F.A.Z.-Leser wahrlich in nichts nach. So schreibt etwa Henning v. Winterfeld:

Nachdem Hunderte von Menschen gestorben sind und von Europa geförderte, öffentliche Gebäude in Schutt und Asche liegen, wächst die Enttäuschung über eine unglaublich einfallslose und sture Politik in Nahost. Die in Medien wie selbstverständlich klingende Kriegsberichterstattung über die gezielte Tötung eines Hamas-Führers nebst zehnköpfiger Familie ist erschreckend.

Es erinnert an die Frage nach dem Huhn und dem Ei: Hat Herr v. Winterfeld sich aufgrund einer bereits vorhandenen Einstellung unzureichend über den Krieg in Gaza informiert, oder sind bei Herr v. Winterfeld aufgrund der unzureichenden Berichterstattung über den Krieg in Gaza entsprechende Einstellungen entstanden? Klarheit über diese Frage verschafft ein per E-Mail eingesandter Kommentar von Gudrun Mogler:

Israel, hochgerüstet mit modernen Waffen, hat von jeher auf Stärke und Unterdrückung gesetzt und alle Verhandlungen in diesem Sinne geführt mit dem Ergebnis, das die palästinensische Bevölkerung wie in einem Gefängnis eingesperrt ist und ihrer Rechte braubt wurde. Hätte Israel auf Verhandlungen und Gespräche gesetzt und vor allem die Grenzen von vor 1967 respektiert, sähe es in Nahost und beim internationalen Terrorismus anders aus.

Hier braucht die Frage nach Ursache und Wirkung nicht gestellt zu werden: ein solch hanebüchener und auf falschen „Tatsachen“ aufbauenden Kommentar hat selbst die im Umgang mit allerlei ekelhaftem Unsinn erprobte Zeitung für Schland nur selten gesehen. Viel interessanter ist daher die Frage, warum die sich als Qualitätszeitung verstehende ZEIT entblödet, einen solch schlampig formulierten und völlige Ahnungslosigkeit offenbarenden Leserbrief überhaupt abzudrucken.  Gab es etwa keine besseren? Schwer vorstellbar.

Den krönenden Abschluss liefert der Brief von Hubert Rieping, der natürlich ganz genau weiß, um was es in Gaza eigentlich geht:

Natürlich geht es um mehr Macht – immer und überall.

Natürlich, worum auch sonst.

Quelle: DIE ZEIT vom 15. Januar 2009, S. 46.

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