Zeitung für Schland

Skandal: Zentralrat der Juden solidarisiert sich mit „Staatsverbrechen“

Posted in Briefe an die Herausgeber by Mr. Moe on Januar 19, 2009

Dass der Zentralrat der Juden sich mit Israel und der Operation Gegossenes Blei solidarisiert hat, stellt für eingefleischte F.A.Z.-Leser naturgemäß eine nicht hinnehmbare Provokation dar. So schreibt Bernd Schäfer in einem Leserbrief:

Man stelle sich vor, derselbe Text wäre aus Perspektive eines Palästinensers geschrieben und an gleicher Stelle veröffentlicht worden. Darin würden dann die Anzahl der Bombardements der israelischen Armee, der Soldaten, der Panzer und Hubschrauber und der getöteten, palästinensischen Zivilbevölkerung, Männer, Frauen, Alter und Kinder genannt.

Aus dieser Umkehrung wird hoffentlich deutlich, wie unerträglich diese Parteinahme für eine Regierung ist, die es sich vor den Augen der Weltöffentlichkeit herausnimmt, wahllos Zivilisten zu töten, die in einem begrenzten Raum eingesperrt sind.

Angesichts eines solchen Skandals kann Schäfers Urteil daher nur lauten:

Ein Staat, der gegen Terroristen kämpft und dabei dieselben Mittel einsetzt wie die Terroristen, ist nicht besser als die Terroristen, nur stärker.

Es kann nicht deutlich genug gesagt werden: Wer Israel unterstellt, mit den „selben Mitteln“ wie die Terroristen vorzugehen und Israel folglich moralisch mit den Terroristen der Hamas gleichsetzt, ist entweder blind und taub, psychisch krank oder Antisemit (vermutlich sogar alles auf einmal). Vom Podest einer vermeintlichen moralischen Überlegenheit schwadroniert Schäfer indes weiter:

Die eigentliche Stärke des Staats ist jedoch ein zuverlässiges Rechtssystem und sein Anspruch, dieses System mit legalen Mitteln durchzusetzen. Dabei muss die daraus resultierende Schwäche im Kampf gegen Terroristen akzeptiert werden.

Das lässt sich aus dem bequemen und nicht von Raketen bedrohten Köln recht einfach sagen. Doch was soll Israel Schäfer zufolge tun? Zumal er vermutlich jede Maßnahme zur Verteidigung wie folgt bewertet:

Was Israel praktiziert, ist hingegen Mord; es verstößt gegen seine eigenen Gesetze und die Menschenrechte.

Das sind ja gleich drei Dinge auf einmal: Lügen („Israel praktiziert Mord“), Lügen („Israel verstößt gegen seine eigenen Gesetze“) und nochmals Lügen („Israel verstößt gegen die Menschenrechte“). Na dann, viel Spaß beim Spielen. Doch vorher muss natürlich noch einmal auf den Zentralrat der Juden eingeschlagen werden, der es gewagt hat, Partei für Israel zu ergreifen:

Aus diesem Grund ist eine Solidaritätserklärung, wie vom Zentralrat der Juden abgegeben, unerträglich. Für Lobbyarbeit für Staatsverbrechen sollte sich der Zentralrat zu schade sein.

Quelle: F.A.Z. vom 19. Januar 2009, S. 7.

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3 Antworten

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  1. ts said, on Januar 22, 2009 at 12:40 pm

    war schon erschrocken, denn bei (Ex-)“Staatsverbrechern“ dachte ich an die Linkspartei.
    Da es aber um Solidarität mit Israel geht, bin ich als „eingefleischter FAZ-Leser“ beruhigt😀

  2. […] 24. Januar 2009 at 22:40 | In Geistesgrößen | Leserbriefschreiber B. Schäfer in der FAZ: „Ein Staat, der gegen Terroristen kämpft und dabei dieselben Mittel […]

  3. […] Wer Israel unterstellt, mit den “selben Mitteln” wie die Terroristen vorzugehen und Israel folglich moralisch mit den Terroristen der Hamas gleichsetzt, ist entweder blind und taub, psychisch krank oder Antisemit (vermutlich sogar alles auf einmal). Mr. Moe, Zeitung für Schland, 19.01.09 […]


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