Zeitung für Schland

Ein Hoch auf Ahmadinedschad!

Posted in Zwei mal Drei macht Vier by Mr. Moe on Januar 28, 2009

Nachdem die neue amerikanische UN-Botschafterin Susan Rice bereits direkte Gespräche mit Iran angekündigt hatte, hat der frischgebackene US-Präsident Barack Obama das Angebot an die Mullahs noch einmal bekräftigt:

Wie ich bereits in meiner Antrittsrede gesagt habe, wenn Länder wie Iran bereit sind, auf die geballte Faust zu verzichten, wird sie unsere ausgestreckte Hand erwarten.

Derweil Iran mit Hochtouren an der Atombombe werkelt (neuster Stand: Fertigstellung 2010), hat die Antwort des iranischen Präsidenten Mahmud Ahamadinedschads nicht lange auf sich warten lassen:

Obama solle sich für die „Verbrechen“ entschuldigen, die die USA in den vergangenen 60 Jahren am Iran begangen hätten, forderte Ahmadinedschad. „Wer von Wechsel spricht, muss sich beim iranischen Volk entschuldigen und versuchen, die bösen Taten der Vergangenheit wieder gutzumachen.“ Die USA müssten sich von der „expansionistischen Politik“ der Vergangenheit verabschieden.

Vermutlich wird die Süddeutsche Zeitung oder der Guardian morgen titeln: „Ahmadinedschad geht auf Obama zu“ oder „Iran offen für Gespräche“. SPIEGEL ONLINE legt bereits vor:

Ahmadinedschad schien harte Bedingungen an einen möglichen Dialog mit den USA knüpfen zu wollen.

Was SPON als „harte Bedingungen“ bezeichnet, kann getrost auch als Unwille jegweder Kooperation auf einer auch nur annährend akzeptablen Basis bezeichnet werden (von der Frage, ob eine Kooperation mit einem Regime wie Iran überhaupt wünschenswert ist, einmal ganz abgesehen).

Eine interessante Frage ist auch, wie irgend ein halbwegs bei Verstand seiender Mensch, den sog. „Friedensfreunden“, die Iran, die Hamas und sämtliches Terroristenpack auf der Welt nur allzu gern an ihre Brust drücken, angesichts der Worte von Ahmadinedschad auch nur noch ein Minimum an Glaubwürdigkeit zugestehen kann. Wobei Ahmadinedschads Worte vermutlich ohnehin dem Empfinden derjenigen entsprechen, die Bush für die Reinkarnation Hitlers halten, in Gaza einen Völkermord sehen und Israel als größtes Hindernis zum Frieden im Nahen Osten betrachten.

In diesem Zusammenhang entbehrt es übrigens auch nicht einer gewissen Ironie, mit welcher Begründung Iran die EU dafür kritisiert, die Volksmudschahedin von der Terrorliste zu streichen:

Die Volksmudschahedin seien an mehreren terroristischen Operationen und an der Tötung unschuldiger Menschen beteiligt gewesen, bekräftigte das Außenministerium in Teheran in einer am Montagabend verbreiteten Erklärung.

Diese Worte aus dem Munde von Vertretern des größten Unterstützers des weltweiten Terrors– wäre die Meldung nicht echt, man müsste sie erfinden.

Quelle: „Iran: Der Beschluss der EU ist inakzeptabel“, in: F.A.Z. vom 28. Januar, S. 2.

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3 Antworten

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  1. tw_24 said, on Februar 2, 2009 at 12:00 pm

    Und am nächsten Wochenende wird, sofern nicht noch jemandem zwischenzeitlich auffällt, daß das doch eigentlich zuviel Ehre für das Mullah-Regime ist, Ali Larijani, Sekretär des Nationalen Sicherheitsrats und Parlamentssprecher, die Sicherheitskonferenz in München heimsuchenbesuchen.

    „Advisor to Majlis Speaker Hassan Zamani said on Saturday that the Iranian Majlis Speaker Ali Larijani will attend the 45th Munich security conference on Friday. [..]

    German Chancellor Angela Merkel will deliver the opening speech at Munich security conference on Friday.

    Afghan President Hamid Karzai, German foreign minister, IAEA head Mohamed ElBaradei, US Vice President Joe Biden, and Russian Prime Minister Vladimir Putin are among the participants in the conference.“

    Mit einer Verhaftung durch deutsche Behörden – das Regime, das Ali Larijani vertritt, sponsert internationalen Terrorismus – muß der liebe Gast dabei wohl nicht rechnen.

  2. […] dass die Islamische Revolution nicht auf iranische Grenzen beschränkt sei. Auch Ahmadinedschads vorherigen Äußerungen, die nicht auf eine ernsthafte Dialogbereitschaft schließen lassen, verschweigt Eshraghi […]

  3. […] für Schland, wurde es doch von den umworbenen Taliban ebenso scharf zurückgewiesen, wie Obamas Angebot an Iran [hattip: Der Lindwurm]. Na ja, wenigstens wissen die Taliban und die Mullahs noch, wofür sie […]


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