Zeitung für Schland

Wie die F.A.Z. die Lüge der getroffenen UN-Schule richtigstellt

Posted in F.A.Z. by Mr. Moe on Februar 6, 2009

Nachdem selbst die UN zugeben musste, dass Israel die UN-Schule nicht getroffen hat, stehen die Medien, die eben dieses in überwältigender Mehrheit und nur allzu vorschnell und wortgewaltig verkündet hatten, vor einem Dilemma: Gleichwohl der Schaden irreversibel angerichtet ist, gebietet es journalistischer Anstand die Sachlage richtig zu stellen. Die F.A.Z. bringt nun das Kunststück fertig, dies unter einem Artikel mit der Überschrift „Wir waren es“ [!], mit der Unterüberschrift „Israel gibt tödlichen Beschuss zu“ [!!] zu tun. Auf der Medienseite der F.A.Z. schreibt Hans Christian Rößler zunächst, dass eine interne Untersuchung der israelischen Armee ergeben hätte, „dass zwei von eigenen Panzern am 16. Januar abgefeuerte Granaten zu dem Tod dreier Töchter und einer Nichte des palästinensischen Arztes Issaldin Abu al Aisch geführt hatten.“ Erst im letzten Absatz wird dann folgendes geschrieben:

Ein UN-Sprecher zog indes den Vorwurf zurück, die israelische Armee habe bei einem Angriff auf eine Schule des UN-Palästinenerhilfswerks UNRWA 43 Zivilisten getötet. Anders als zunächst berichtet, hätten sich die Getöteten nicht in der Schule sondern auf der Straße davor befunden.

In Zusammenhang mit der Überschrift von Rößlers Artikel und der Tatsache, dass die Meldung über die Schule auf halbseitigen Berichten auf den ersten Seiten der F.A.Z. erschienen ist (und trotz anderweitiger Faktenlage auf FAZ.NET nach wie vor abrufbar ist), die Richtigstellung hingegen auf S. 37 in einem Einspalter über dem Fernsehprogramm abgedruckt wird: Wie niederträchtig kann Journalismus eigentlich sein?

Quelle: Hans-Christian Rößler: „Wir waren es“, in: F.A.Z. vom 6. Februar 2009, S. 37.

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2 Antworten

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  1. R said, on Februar 9, 2009 at 3:38 pm

    Örtlichkeiten… leider sind hier Menschen zu Tode gekommen. Um das geht es hier. Der Titel „Israel gibt tödlichen Beschuss zu“ ist legitim, denn durch den Abschuss von zwei Mörsergranaten sind (auf der Strasse, neben einem Schulgelände) Menschen (es werden Kinder erwähnt) zu Tode gekommen, „Wir waren es“ hingegen nicht, zeigt aber die Boulevard-Tendenz der F.A.Z.
    Wer wie und wo zu Tode gekommen ist, mag für militärinterne Untersuchungen vom Belang sein. Dass Menschen hier zu Tode gekommen sind, sollte bei der Diskussion über Titel und Untertitel nicht ausgeklammert werden. Wir stehen hier in der Pflicht.

  2. R said, on Februar 9, 2009 at 3:39 pm

    von Belang


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