Zeitung für Schland

Zwei besonders kluge Köpfe

Posted in F.A.Z. by Mr. Moe on Februar 18, 2009

Der Konflikt um Palästina ist schon deshalb kaum mehr lösbar, weil Israel aus dem Gebiet der Palästinenser seit Jahrzehnten und Tag für Tag Scheibe um Scheibe abschneidet. […] Auch gemäßigte Araber zweifeln daher zunehmend daran, ob Israel wirklich Frieden oder nur seine Lösung anderen diktieren will.

Rainer Hermann erklärt in der F.A.Z., warum der Nahostkonflikt derzeit nicht zu lösen ist. Und bevor jemand fragt: die Palästinenser werden von Herman nur in ihrer gemäß deutschen Medien üblichen Form erwähnt: im Passiv.

Ins gleiche Horn bläst Wolfang Günter Lerch, der im Hinblick auf den stockenden Friedensprozess im Nahen Osten schreibt:

Selbst das Minimalziel einer einigermaßen haltbaren Waffenruhe – von einem Waffenstillstand gar nicht zu reden – wird nach israelischen Vorstellungen erst erreicht werden, wenn die radikalislamische Hamas den entführten Soldaten Gilad Shalit herausgibt.

Wahrlich eine unerhört dreiste Forderung Israels, einer Waffenruhe nur dann zuzustimmen, wenn das Verbrecherpack der Hamas den seit mehr als zweieinhalb Jahren ohne Kontakt zu Außenwelt gefangen gehaltenden Israeli Gilad Shalit freilässt. Was kommt als nächstes? Die Forderung, dass die Hamas keine Raketen mehr auf israelische Schulen und Kindergärten abfeuern darf? Ja, was soll denn die Hamas, wenn sie Shalit und seine Familie nicht mehr verhöhnen und keine Raketen auf Israel mehr abschießen darf, den ganzen lieben langen Tag lang tun? Sich etwa der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung des Gazastreifens widmen? In der Tat ein absurder Gedanke.

Wer Lerch kennt weiß zudem, dass selbiger wiederum ganz genau weiß, warum Israel an der Freilassung Shalids überhaupt interessiert sei:

Für Israel, vor allem für seine Armee, ist das eine Frage der Selbstachtung.

Genau so ist es. Es geht Israel weder um Shalits Leben noch darum, dass dessen Angehörigen endlich Gewissheit über sein Schicksal haben. Nein, es geht Israel – so der Fachmann Lerch – allein ums elendige Prinzip und um die eitle Aufrechterhaltung seines Selbstbildes. Immerhin lernt der F.A.Z.-Leser so wieder einmal, wes Geistes Kind auch ein „kluger Kopf“ sein kann.

Quelle: Rainer Hermann: „Der orientalische Knoten“, in: F.A.Z. vom 17. Februar 2009, S. 10 und Wolfgang Günter Lerch: „Schlechte Aussichten“, in: F.A.Z. vom 18. Februar 2009, S. 8.

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  1. […] 21. Februar 2009 at 22:41 | In Geistesgrößen | Zwei von der FAZ: Rainer Hermann und Wolfgang Günther Lerch. Die beiden besonders klugen Köpfe des […]


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