Zeitung für Schland

Wie der Zionismus im Guardian neu verhandelt wird

Posted in Die üblichen Verdächtigen by Mr. Moe on Februar 19, 2009

Der britische Guardian gibt Antisemiten in schöner Regelmäßigkeit ein Forum, ihre Ideologie massenmedial zu verbreiten. Und trotzdem ist es immer wieder aufs Neue erschütternd, was das „quality paper“ an antisemitischer Hetze alles abdruckt. Die jüngste Ausgeburt dieses Wahnsinns ist ein Traktat von Daphna Baram mit dem vielsagenden Titel „It’s time to rethink Zionism“. Baram, die Israel einen „Apartheidsstaat“ zu nennen pflegt, macht bereits im ersten Absatz macht klar, was sie vom jüdischen Staat hält:

The results of last week’s parliamentary elections in Israel brought to the surface some of the most rotten fruits of a debate that has been going on throughout the state’s existence: the idea that a mono-ethnic Jewish state is feasible, legitimate and desirable. In other words, it enhanced the predicament of the moral and practical consequences of the Zionist state ideology.

Ungeachtet dessen, dass die jüdischen Staaten, die dem Autor dieser Zeilen bekannt sind, ethnisch nicht homogen, sondern multiethnisch sind, lässt die Aussage an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig: Ein jüdischer Staat hat für Baram keine Existenzberechtigung. Die Gründe hierfür meint Bahman u.a. in der Geschichte finden zu können:

In 1948, during its war of coming-to-be, Israel had driven out of its territory 750,000 Palestinians; another 250,000 were pushed out during the 1967 war.

Doch nicht nur, dass Israel laut Baram das Kunststück fertig gebracht habe, 250.000 Menschen in einem Verteidigungskrieg zu vertreiben, nein: Baram zufolge läuft bereits die Idee des Zionismus an und für sich – per definitionem – unweigerlich auf die Vertreibung von Arabern hinaus. Daher seien die Forderungen Avigdor Liebermans auch lediglich die Vollendung des Zionismus:

His [Avigdor Liebermans, Mr. Moe] revolutionary idea – giving up not only territories in the West Bank and Gaza but even territories of Israel proper, in order to get rid of as many Arabs as possible – confused and embarrassed the Zionist left. It had also exposed the absurdity and moral unacceptability of the whole Zionist idea by taking it to its only rational conclusion.

Immer noch nicht verstanden, um was es beim Zionismus geht? Baram wiederholt es gerne noch einmal:

If having a Jewish state is the most desirable goal, than getting rid of the non-Jewish citizens is the only rational way to go about it.

Baram ist demnach allen Ernstes der Ansicht, dass Israel bestrebt ist – gar: bestrebt sein muss – , jegliche nicht jüdischen Einwohner des Landes zu verweisen. Aus diesem Grund könne Israel auch nicht gleichzeitig ein jüdischer und ein demokratischer Staat sein:

It is time for any Israeli with an enlightened self-image to look at the mirror and see Avigdor Lieberman staring back. It is time to stop the procrastination over the question whether Israel can be both Jewish and democratic. Lieberman provided the answer loud and clear: it cannot.

Abschließend gelangt Baram daher zu der Schlussfolgerung:

It is time to rethink Zionism.

Den Zionismus „neu zu denken“ – eine einem „quality paper“ wahrlich angemessene Formulierung für die auf den Straßen weltweit aus tausenden Kehlen geschriene Parole: „Death to Israel“ – „Tod Israel“.

5 Antworten

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  1. heplev said, on Februar 19, 2009 at 4:48 pm

    Heißt die Trulla jetzt Baram oder Baham?
    (Wenn das geklärt ist, kannst du diesen Kommentar liebend gerne wieder löschen.)🙂

  2. heplev said, on Februar 19, 2009 at 4:54 pm

    Übrigens: „rethink“ würde ich eher als „umdenken“ oder „neu denken“ verdeutschen. Das scheint ja auch das zu sein, was die Trulla will: Dass der Zionismus nichts mehr hat, was ihn ausmacht. Dass er nichts von dem hat, was sie behauptet, steht da dann noch auf einem ganz anderen Blatt…

  3. Mr. Moe said, on Februar 19, 2009 at 4:59 pm

    Sie heißt Baram. Habe den Fehler korrigiert, danke.

    Den Hinweis mit „neudenken“ habe ich auch eingearbeitet, wobei ich finde, dass „umdenken“ auch passt, da beides in diesem Fall letzlich auf das Gleiche hinausläuft.

  4. heplev said, on Februar 19, 2009 at 6:40 pm

    Ich seh’s mit dem Umdenken etwas anders: Da wird etwas genommen und abgeändert, vielleicht sogar nur ein wenig. Ist aber erfreulich zu sehen, dass ich Wirkung habe.🙂

  5. […] Daphne Baram – antisemitische Jüdin, die einen Zionismusbegriff hat, der jeder Beschreibung spottet. Für sie ist Israel ein Apartheidsstaat, alle PalAraber angeblich vertrieben und sowieso ist nur Israel schuld an allem, was in Nahost Schlimmes passiert. Sie – und die sie abdruckende Zeitung „The Guardian“ – verformulieren schönfärberisch die Parole „Tod Israel“ („Tod den Juden“) als „Zionismus umdenken“. Hervorragend! […]


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