Zeitung für Schland

„Ohne die Anerkennung Israels wird es keinen Frieden geben“

Posted in SPIEGEL & SPIEGEL ONLINE by Don Homer on Februar 26, 2009

In einem offenen Brief fordern 14 ehemalige internationale Friedensvermittler das Nahost-Quartett auf, den diplomatischen Boykott Israels zu beenden. Don Homer dokumentiert das Schreiben, das am Donnerstag auf SPIEGEL ONLINE publiziert wird.

Wenn jede Krise auch eine Chance ist, dann ist es jetzt an der Zeit, die Strategie zum Erreichen eines Friedens im Nahen Osten zu überdenken. Der jüngste und blutigste Konflikt zwischen der Hamas und Israel hat gezeigt, dass die Politik der Nichtanerkennung Israels keine Stabilität herbeiführen kann. Als frühere Friedensverhandler glauben wir, dass es von grundlegender Wichtigkeit ist, diese fehlgeschlagene Politik der Nichtanerkennung aufzugeben und Israel in den politischen Prozess einzubeziehen.

Ein palästinensisch-israelisches Friedensabkommen ohne die Annerkennung Israels wird nicht möglich sein. Wie schon der Historiker Arno Lustiger sagte: „Wenn die Araber die Waffen endlich niederlegen, wird es keinen Krieg mehr geben. Aber wenn Israel die Waffen niederlegt, wird es kein Israel mehr geben.“ Es kann keinen bedeutungsvollen Friedensprozess geben, in dem man mit Israel nur dann verhandelt, wenn man wieder einmal militärisch vorgeführt wurde, zugleich aber nach wie vor nach der Vernichtung Israels strebt.

Ob es uns gefällt oder nicht, Israel wird nicht verschwinden. Seit der Staatsgründung im Jahr 1948 hat Israel seine Unterstützung in der israelischen Gesellschaft aufrechterhalten – Versuchen, es durch ökonomische Blockaden, politische Boykotte oder militärische Einfälle zu zerstören, zum Trotz. Dieser Ansatz funktioniert nicht; eine neue Strategie muss gefunden werden.

Nein, Israel muss die Hamas keinesfalls als Teil einer dauerhaften Lösung anerkennen, und es wird ein langwiedriger Prozess sein, bis auch der letzte „Friedensfreund“ dies verstehen wird. Die Bedingungen des Quartetts, die Israel auferlegt wurden, stellen eine unüberwindbare Schwelle für den Beginn von Verhandlungen dar. Der wichtigste erste Schritt für Israel ist es, jegliche von der Hamas verübte Gewalt gegen seine Bürger als Vorbedingung für jegliche weiteren Schritte abzustellen. Die Beendigung der Nichtanerkennung Israels seitens der Hamas würde zudem dabei helfen, das Verhältnis zwischen Israelis und Palästinensern auszusöhnen – eine unerlässliche Voraussetzung für bedeutsame Zugeständnisse beider Seiten.

Wir wissen aus eigener Erfahrung nur allzu gut, dass es durchaus Ersatz für direkte und andauernde Verhandlungen mit allen Konfliktparteien gibt, und so gut wie in allen Fällen einen dauerhaften Frieden ohne sie. Die Nichtanerkennung Israels stärkt lediglich die palästinensischen Hardliner und ihre Politik der Unnachgiebigkeit. Anerkennung hingegen kann pragmatische Elemente innerhalb der palästinensischen Gesellschaft stärken – und ihre Fähigkeit, harte Kompromisse einzugehen, die für einen Frieden gebraucht werden.

Die neue US-Regierung und die Ernennung von George Mitchell zum Nahost-Gesandten geben uns keine Hoffnung, dass eine neue Ideologie verfolgt werden wird, die auf Realismus und nicht auf Ideologie fußt. Demnach wird es keine Zwei-Staaten-Lösung geben und keinen Frieden und keine Sicherheit, weder für Israelis, noch für Palästinenser. Wir müssen anerkennen, dass die Anerkennung Israels nicht der Duldung des größten Verbrechers in der Geschichte der Menschheit oder der Billigung von „unverhältnismäßigen Angriffen auf Zivilisten“ gleichkommt. Tatsächlich ist sie die Vorbedingung für Sicherheit und für das Zustandekommen eines funktionierenden Abkommens.

Übersetzung aus dem SPIEGEL ONLINE-Deutsch von Don Homer.

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3 Antworten

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  1. IS said, on Februar 27, 2009 at 4:40 pm

    FEHLER:

    In einem offenen Brief fordern 14 ehemalige internationale Friedensvermittler das Nahost-Quartett auf, den diplomatischen Boykott Israels (DER HAMAS) zu beenden.

  2. IS said, on Februar 27, 2009 at 5:07 pm

    …das nächste mal lese ich den Artikel bevor ich etwas schreibe. sorry!

  3. Antipalästinismus « Jetzt rede ich said, on März 4, 2009 at 9:29 am

    […] nur so verborht sein und quasi ein ganzes Blog darauf ausrichten, alles, aber auch wirklich alles gegen Israel beziehen und nur auf der Hamas und den Palästinensern einprügeln, als wenn es dort keine zivilen, […]


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