Zeitung für Schland

In eigener Sache und in aller Kürze

Posted in Hausmitteilungen by Don Homer on März 10, 2009

Aufgrund personeller Umstrukturierungen ist die Zeitung für Schland derzeit – wie angekündigt – gezwungen, das Ausmaß ihrer Periodizität und den Umfang ihres Schaffens zu reduzieren. Dies ist im Hinblick auf einige Entwicklungen und Äußerungen der letzten Tage bedauerlich:

Die in auf politischer Ebene und in Folge dessen auch in den Massenmedien mittlerweile abklingende Debatte um die Präsidentin des Bundes der Vertriebenen Erika Steinbach wird auf der Leserbriefseite der F.A.Z. nach wie vor erbittert geführt. Wobei das Wort „Debatte“ angesichts der sich anhäufenden Soldiaritätsbekundungen der F.A.Z.-Leser mit Steinbach einerseits und der Empörung und Verfluchung wahlweise „Polens“ oder „der Polen“ andererseits falsch gewählt ist: in der F.A.Z. steht der deutsche Mob Schulter an Schulter, ganz wie im Sommer ’06 oder in Stalingrad anno 1942/43.

Manche Menschen sind so widerlich, dass es schwer ist über sie zu schreiben, ohne den Bildschirm vollzukotzen: So schreibt etwa Dr. Björn Schumacher, Autor des Buches „Die Zerstörung deutscher Städte im zweiten Weltkrieg“, in einem Leserbrief an die F.A.Z. in Bezug auf die Diskussion um Steinbach über „deutsche Täter“, dass es „Millionen Bürger“ gegeben habe, „die diesem Unrechtsstaat [Nazi-Deutschland, Mr. Moe] spätestens ab 1939 die innere Gefolgschaft gekündigt haben“. So einfach ist das in Deutschland im Jahre 2009: wer sich an der Ermordung von Millionen von Menschen beteiligt respektive selbige unterstützt und möglich gemacht hat, muss kein schlechter Mensch gewesen sein, sofern er oder sie nur die „innere Gefolgschaft“ dabei gekündigt habe. Da vermag es auch nicht zu verwundern, dass Dr. Schumacher im Interview mit der Jungen Freiheit die Ansicht vertritt, dass Deutschland aufgrund der Bombardements der Alliierten im zweiten Weltkrieg „im Grunde“ Anspruch auf Entschädigungszahlungen habe. Armes Deutschland, ständig wird es übers Ohr gehauen!

Auch Obamas jüngster Appeasement-Coup wäre ein passendes Thema für die Zeitung für Schland, wurde es doch von den umworbenen Taliban ebenso scharf zurückgewiesen, wie Obamas Angebot an Iran [hattip: Der Lindwurm]. Na ja, wenigstens wissen die Taliban und die Mullahs noch, wofür sie stehen. Vielleicht nur so viel: Wer ernsthaft von „moderaten Taliban“ spricht, hat entweder keine Ahnung, böse Absichten oder darf sich als Anführer der freien Welt bezeichnen.

Ebenfalls nicht angemessen behandelt werden können die neuerlichen Auswürfe des NY Times Kolumnisten Roger Cohen, der sich jetzt nicht nur als Propagandist der Mullahs, sondern auch als Sympathisant der Hamas und der Hisbollah zu erkennen gegeben hat, und dafür in der amerikanischen Blogosphäre zu Recht auseinander genommen wird [Links auf Anfrage]. Gleiches gilt für Wolfgang Günter Lerchs Lobgesang auf den „Palästinenserpräsidenten“ Abbas, der ja ach so moderat sei und nur ob der Bösartigkeit der Israelis „Enttäuschung um Enttäuschung“ erleben müsse. Die wahre Gesinnung von Abbas kann und sollte auf Castollux nachgelesen werden.

Zu guter Letzt eine kleine Anmerkung zur auf der Achse des Guten geführten Diskussion über „Islamophobie“, „Rassismus“ und „Antisemitismus“: Es ist schon bemerkenswert, wenn derjenige, der die Debatte angestoßen hat (und sich dafür selbst anerkennend auf die Schulter klopft), beim ersten Anzeichen von Widerstand gegen seine Thesen davon schwadroniert, sich nicht auf solche „Ebenen der Auseinandersetzung“ begeben zu wollen, ohne auch nur auf ein einziges Argument inhaltlich einzugehen. Wer eine Debatte anstößt, sollte sie auch weiterhin führen, wie unsinnig sie auch sein mag. Ansonsten hat Thomas von der Osten-Sacken bereits geschrieben, was es zu der Diskussion zu sagen gibt.

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31 Antworten

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  1. Manfred said, on März 11, 2009 at 4:12 pm

    „in der F.A.Z. steht der deutsche Mob Schulter an Schulter, ganz wie im Sommer ‘06 oder in Stalingrad anno 1942/43.“

    Sag mal, geht’s noch?

    Du verwendest das Wort „Mob“ für Leute, die Leserbriefe schreiben?

    Du nennst Leute „Mob“, weil sie anderer Meinung sind als Du?

    Du vergleichst die Fußball-WM mit dem Zweiten Weltkrieg?

    Falls wir uns auf diese Wellenlänge jetzt dauerhaft einstellen müssen, sag bitte Bescheid.

  2. […] Ahnung, böse Absichten oder darf sich als Anführer der freien Welt bezeichnen.“ – Don Homer, Zeitung für Schland, 10.03.09) Aber Jungs Jungs haben ja ohnehin ihre eigenen Probleme: Eine ganze Woche haben die deutsche […]

  3. Mr. Moe said, on März 15, 2009 at 11:49 am

    Du verwendest das Wort “Mob” für Leute, die Leserbriefe schreiben?
    Du nennst Leute “Mob”, weil sie anderer Meinung sind als Du?

    In der Tat wird das Wort „Mob“ in diesem Fall für die Masse der F.A.Z.-Leser verwendet, die sich in den letzten Tagen und Wochen einmal mehr auf der Leserbriefseite austoben durfte. Dass dieser „Mob“ nicht mit Fackeln und Mistgabeln bewaffnet und lynchend durch die Straßen zieht, liegt auf der Hand. Und natürlich ist dieser Mob nicht allein deswegen als „Mob“ zu bezeichnen, weil die ihm angehörenden Menschen diese oder jene Meinungen vertreten. Denn ein „Mob“ ist eben nicht durch die von seinen Teilnehmern vertretenden Ansichten definiert, sondern durch die Art und Weise des Auftretens der ihm angehörenden Personen. Die Ekelhaftigkeit der F.A.Z.-Leserbriefe liegt ergo nicht in erster Linie in den in ihnen vertretenden Meinungen begründet, sondern in vor allem in dem Gestus, in dem diese vorgetragen werden. Allerdings habe ich zugegebenermaßen auch eine inhaltliche Kritik: Die – wie auch immer zu bewertende – Kritik einzelner polnischer Politiker oder meinetwegen auch polnischer Zeitungen an Frau Steinbach wird nicht nur als Angriff gegen Steinbach, sondern als Affront gegen Deutschland – also: „uns“ alle! – gewertet. Und darauf wird in bewährter Manier – eben: als Mob – reagiert: mit Aggressivität und unerträglichem Pathos.

    Du vergleichst die Fußball-WM mit dem Zweiten Weltkrieg?

    Natürlich kann die Fußball-WM kann ebenso wenig mit dem Zweiten Weltkrieg verglichen werden, wie irgendetwas sonst. Mit dieser – ich gestehe: möglicherweise missglückten – Analogie sollte lediglich angedeutet werden, dass ein Teil der Reaktionen auf die Kontroverse um Frau Steinbach in ihrer Aggressivität und Widerwärtigkeit dem „entspannten Patriotismus“ des Sommer ’06, der nichts weiter als ein Synonym für Lärm, Aufdringlichkeit und Aggressivität ist, in nichts nachsteht. Gleichwohl räume ich ein, dass der (vermeintliche) Vergleich widerwärtiger zeitgenössischer Strömungen mit dem Nationalsozialismus eine rhetorische Überspitzung darstellt, die kritisiert werden kann (vielleicht sogar: muss).
    Dennoch scheint mir dies der zentrale Punkt zu sein, in dem unsere Meinungen differieren: Du schreibst auf Deinem Blog, dass Patriotismus eine „ganz selbstverständliche Tugend“ sei, die „in Übereinstimmung mit den Wertvorstellungen aller Zeiten, Völker und Kulturen seit Adam und Eva“ stünde. Ich erspare mir einen Kommentar zur Argumentation mithilfe von Adam und Eva, (angeblich) zu allen Zeiten geltenden Wertvorstellungen sowie Papa Schlumpf und halte es in Bezug auf Deutschland kurz und knackig mit Wiglaf Droste: „Patriotismus ist die Religion der ganz armen Schweine“.

    Falls wir uns auf diese Wellenlänge jetzt dauerhaft einstellen müssen, sag bitte Bescheid.

    Da die Zeitung für Schland aufgrund der oben angedeuteten respektive im Kommentar ausformulierten Ansicht – aus der sie im Übrigen nie einen Hehl gemacht hat – sowie eines einzigen geschriebenen Satzes von einer deiner „dreizehn Lieblingsseiten“ offenbar zum Inbegriff des Verabscheuungswürdigen – zum „Volksfeind“ – mutiert ist, erübrigt sich das Bescheid geben. Manch einer mag dies für schade halten, aber es ist dann wohl doch: nicht zu ändern.

  4. Bernd Dahlenburg said, on März 16, 2009 at 2:57 pm

    @Don Homer

    Ich hoffe, du kommst ab zu zum Schlafen. Du weißt schon, wie ich es meine😉

    Zu Manfred: Er hat seine ganz spezielle Art, sich in der politischen Landschaft zurechtzufinden bzw. mich darin zu verorten, wenn er mir Dinge unterjubeln will, die ich nie gesagt habe.

    Ähnlich versuchte er es bei dir ja auch, wie ich eben gelesen habe.

    Mach dir selbst ein Bild:
    http://www.korrektheiten.com/2009/03/15/linker-mccarthyismus/

  5. CK said, on März 16, 2009 at 5:33 pm

    @Bernd Dahlenburg: Irgendwie bin ich ganz froh, dass es nun nach mir- ich wurde ja von Manfred zum linken Totalitaristen ernannt- auch noch andere Leute wie Dich, Mr.Moe oder auch Michel nun erwischt hat (Nicht bös gemeint.) Dann kann das Problem nicht nur bei mir liegen😉

    Wobei ich in der Tat Deine Aussagen nicht für gerade CSU-typisch halte, wenn ich da an einen Stoiber denke oder auch an so manchen CSUler, den ich bereits persönlich traf.

    @Mr.Moe: Im übrigen finde ich Deine Ausdrucksweise („Mob“), auch wenn mich der deutsche Patriotismus bei der WM nicht gestört hat mit Ausnahme der hässlichen Sprüche nach dem Aus gegen Italien (aber ich bin ja auch Fussballfan) hier vollkommen berechtigt. Die Motivation hinter so Aktionen wie mit Frau Steinbach ist m.E. die Gleiche wie die hinter der „Israelkritik“. Jaja, wir Deutsche usw. Wann dürfen wir wieder etwas sein ?!

    Typisch deutsch ist auch der Schuldkomplex eines Nobby („Vernischtungskrisch“). Den Begriff „anti-deutsch“ halte ich zwar für probematisch, ist aber m.E. vollkommen berechtigt im spezifischen Kontext des Nahostkonfliktes. Die Deutschen sind in der Mehrheit israelfeindlich.

    Einen solchen Nationalstolz wie den der Deutschen oder Franzosen braucht es aber eh nicht. Mir ist der amerikanische Verfassungspatriotismus, bei dem man stolz auf das politische System, die gemeinsamen „westlichen“ Werte und die multikulturelle Gesellschaft ist, lieber als ein „völkischer“ Patriotismus, wie er den PI/Paxx/ProX-Leuten vorschwebt, da bin ich doch zu sehr Europäer und lokalpatriotisch einfach Regionalist (statt stolzer Nationaler.)

    (Ein Teil dieses Beitrags bezieht sich auf die Diskussion bei Manfred, aber da ich dort Schreibverbot habe, stelle ich es hier mal rein.)

  6. Serenity Bob said, on März 16, 2009 at 8:25 pm

    Um mal ehrlich zu sein (und auf die Gefahr hin, dass es den Blogger nicht intersessiert): Auch ich würde die hier veröffentlichten Texte, denen ich oft zustimmen kann, noch weit häufiger und lieber anklicken, wenn da nicht ständig dieser deutschfeindliche Grundton mitschwingen würde.
    Für nationalistisch oder auch nur besonders patriotisch halte ich mich nicht. Aber dieses ständige „Alles-Deutsche-sch*isse-Finden“ kommt mir neurotisch vor. Das geht mir bei der Lektüre anderer, vergleichbar ausgerichteter Blogs (z.B. „Lizas Welt“) ähnlich.

    Just my two pence,
    Bob

  7. Mr. Moe said, on März 16, 2009 at 10:42 pm

    @Bernd:
    Habe mir von diesem Fall ohnehin bereits ein Bild gemacht, aber danke trotzdem für den Hinweis!

    @CK:
    An dem Wort „Mob“ halte ich ja auch fest. Dass Du den Sommer-2006-Patriotismus anders beurteilst als ich – geschenkt. Ich erwarte ja nicht, dass jeder meine Ansichten teilt. Mit Deinen weiteren Ausführungen stimme ich im Übrigen weitestgehend überein.

    @Serenity Bob:
    Mich interessiert jeder Kommentar zu meinem Blog, – was ich daraus mache, steht dann wiederum auf einem anderen Blatt.

    In Bezug auf Ihre Anmerkungen/Kritik habe ich zweierlei zu sagen:
    Erstens bin ich nicht der Meinung dass auf der Zeitung für Schland „ständig“ ein „deutschfeindlicher Grundton“ mitschwänge, befasst sich doch ein Großteil der Beiträge schlichtweg nicht mit „Deutschland“ oder „Deutschen“. Darüber hinaus scheinen sich Schubladendenker, die alles und jeden in Kategorien wie „rechts“, „links“, „deutsch“, „anti-deutsch“ etc. einordnen (müssen), hier ja durchaus über einen längeren Zeitraum wohl gefühlt zu haben. Folglich kann es ganz so schlimm ja dann doch nicht gewesen sein.

    Um jedoch, zweitens, dem Vorwurf zu entgehen, hier würde eine Ausrede gesucht oder sich gewunden: Mit „Deutschland“,Volkstümelei und Vaterlandsliebe hat die Zeitung für Schland nun einmal nichts, aber auch gar nichts, am Hut. Denjenigen, die damit ein ernsthaftes Problem haben und meinen, sie deswegen meiden oder verteufeln zu müssen, werden gewiss keine Tränen nachgeweint.

  8. beer7 said, on März 17, 2009 at 8:00 am

    CK

    Du schreibst „Den Begriff “anti-deutsch” halte ich zwar für probematisch, ist aber m.E. vollkommen berechtigt im spezifischen Kontext des Nahostkonfliktes. Die Deutschen sind in der Mehrheit israelfeindlich.“

    Das gilt in vergleichbarer Weise fuer ganz Europa. Im Moment sollen die Spanier an der Spitze stehen. Gibt es „anti-spanische“, „anti-britische“, anti-franzoesische“ Bewegungen?

    Weiter“ „Einen solchen Nationalstolz wie den der Deutschen oder Franzosen braucht es aber eh nicht. Mir ist der amerikanische Verfassungspatriotismus, bei dem man stolz auf das politische System, die gemeinsamen “westlichen” Werte und die multikulturelle Gesellschaft ist, lieber als ein “völkischer” Patriotismus, wie er den PI/Paxx/ProX-Leuten vorschwebt, da bin ich doch zu sehr Europäer und lokalpatriotisch einfach Regionalist (statt stolzer Nationaler.)“

    Deutschland und Frankreich haben bereits eine voellig unterschiedliche Entstehungsgeschichte und damit auch einen anderen Patriotismus, die Entstehungsgeschichte der USA ist so verschieden, dass der Patriotismus nicht einfach uebertragen werden kann.

    „Lokalpatriotisch“ – hier im Nahen Osten wird mir jeden Tag vorgefuehrt, quasi bei allen Nachrichten, die ich lese, hoere, sehe, welche schrecklichen Auswirkungen die Tatsache hat, dass die Loyalitaet der Menschen der Sippe, dem Clan, dem Stamm gehoert und dass ein modernes Staatsverstaendnis fast ueberall fehlt. Ein Zurueckfallen auf solche Strukturen – z.b. die italienische oder deutsche Kleinstaaterei vor der Gruendung des Nationalstaats – halte ich fuer regressiv.

    Der Staat und damit der Patriotismus kann erst dann ueberwunden werden, wenn er durch etwas ersetzt wird. Die ganzen internationalen Organisationen, die diesen Anspruch vertraten/vertreten, haben sich aber schon laengst diskreditiert, meinst Du nicht?

  9. Bernd Dahlenburg said, on März 17, 2009 at 11:22 am

    CK said, on März 16th, 2009 at 5:33

    @Bernd Dahlenburg: Irgendwie bin ich ganz froh, dass es nun nach mir- ich wurde ja von Manfred zum linken Totalitaristen ernannt- auch noch andere Leute wie Dich, Mr.Moe oder auch Michel nun erwischt hat (Nicht bös gemeint.) Dann kann das Problem nicht nur bei mir liegen😉

    =============

    Danke dir.

    Aber mich haut so schnell nichts um.

    Typen wie M. reden viel aber haben nichts oder wenig zu sagen.

    Schon sein aufgeblasener Blog nervt mich. Willl er schreiben oder basteln?

    Er verlangt von mir, dass ich ins Detail gehe – dabei weiß er genau, was ich meine. Ich hatte keine Namen genannt, weil ich die Menschen schonen wollte.

    Wo er sich verraten hat:

    Er behauptet, dass Autoren (bei PI oder Kewil [in einer Sinnkrise] z.B) nichts mit den ausufernden Kommentaren in ihren Blogs zu tun hätten.

    Entweder hält er die Leute für blöd oder er ist es selber:

    Und dann frage ich mich, ob der Berg zum Propheten gekommen ist oder der Prophet zum Berg.

    Nichts davon ist richtig:

    Autoren und Kommentatoren haben sich gesucht und gefunden.

    So einfach kann es manchmal sein.

    Doch ganz ernst: Ich bleibe dabei, dass man Islamkritik den Rechtsaußen(!) nicht überlassen darf.

    Wenn ich in der CSU bin, dann bin ich kein Rechter (das vielleicht in der Außenwahrnehmung), sondern ein Sozialliberaler im reinsten Sinne. Auch bei uns gibt es die unterschiedlichsten Strömungen – selbst im Ortsverein. Die CSU ist in vielen Feldern sozialer als die CDU, weil sie bisher nie Kompromisse schließen musste. Das war sicher für die Parteienlandschaft in Bayern ein Nachteil – für die Entwicklung der Strukturen aber ein Vorteil. Aber die SPD war auch eine besch…. Opposition….

    Und nirgendwo in Deutschland gibt es so viel Kabarettisten wie in Bayern. Woher das wohl kommt?

    Auf Händen werde ich in der CSU nicht getragen. Aber ich werde akzeptiert, weil ich einen Standpunkt habe.

    Bei M. erkenne ich nichts. Keinen Standpunkt.

    Nur belanglose DIN A 4-Seiten.

  10. beer7 said, on März 17, 2009 at 11:32 am

    Bernd,

    empfindest Du denn die Bezeichnung „rechts“ als negativ? Und „sozial“ als positiv?

  11. CK said, on März 17, 2009 at 4:35 pm

    @beer7: Eins vorweg, ich betrachte mich NICHT als sog. Anti-Deutscher. Dennoch ist es für mich eben bloß ein Systembegriff, so wie auch eben „westlich“ bspw. Dies ist kein eingeschränkter geographischer und/oder zeitlicher Begriff. Wenn ein liberaler Iraner Ahmedinedschad kritisieren würde, ist der m.E. „westlicher“ als ein deutscher Neonazi. Es geht um Dinge wie Aufklärung, Vernunft, individuelle Freiheit, Rechtsstaatlichkeit, Marktwirtschaft, die eben als Fundament dessen gelten, was als „westlich“ betrachtet wird (der NS-Staat ist insofern furchtbar anti-westlich weil irrational usw. gewesen, man kann das auch begründen, nachzulesen u.a. auf objektivistischen Seiten).

    Genauso ist eben „anti-deutsch“ ein reiner Systembegriff, der sich gegen Islamismus, Nazismus udgl. wehrt und dies eben „deutsch“ nennt, weil die schlimmste Ausprägung dieses Totalitarismus und dieses Vernichtungs-Antisemitismus nunmal auf deutschem Boden und in von Deutschen besetzten Gebieten stattfand (zugegeben der Begriff ist problematisch, man hätte einen Anderen wählen sollen, hier sind wir beide uns einig.)

    Ich persönlich habe gar nichts gegen Deutschland oder die Deutschen, habe sogar sehr viele Freunde auf der anderen Seite der Mosel, aber manches Nervige, spezifisch in der Israeldiskussion, ist m.E. dennoch einfach typisch „deutsch“. So wie der historisch eben bestens erklärbare Schuldumkehr-Antisemitismus bspw. Dagegen vorzugehen, hat insofern etwas „Antideutsches“. Du darfst diesen Begriff nicht überbewerten und wie Manfred unterstellen, diese Leute würden alle die BRD hassen.

    Das gilt in vergleichbarer Weise fuer ganz Europa. Im Moment sollen die Spanier an der Spitze stehen. Gibt es “anti-spanische”, “anti-britische”, anti-franzoesische” Bewegungen?

    All diese Menschen bzw. ihre Ideen und Gedanken müssen kritisiert werden. Vor allem Frankreich finde ich unglaublich schlimm, dort gibt es ja nun sogar eine offen islamistisch-antizionistische Partei, die stolz den Jahrestag der Revolution in Teheran mitfeiert und zum Boykott israelischer Produkte aufrufen tut, unterstützt von Teilen der linken Intelligentsia, die mit den Islamisten „United in Hate“ wieder mal ist. Da die historische Schuld nirgendwo so explizit wie in Deutschland aufgearbeitet wurde, sind die Anderen ja sogar noch offener, was ihre unglaublichen verbalen Ausfälle gegen Israel angeht. Aber Du hast recht, dass es dafür nicht notwendig ist, sich antifranzösisch usw. zu nennen. Vermutlich wäre es sogar sinnvoller eher einen LePen antifranzösisch zu nennen und sich selber profranzösisch in so einem Falle.

    Deutschland und Frankreich haben bereits eine voellig unterschiedliche Entstehungsgeschichte und damit auch einen anderen Patriotismus, die Entstehungsgeschichte der USA ist so verschieden, dass der Patriotismus nicht einfach uebertragen werden kann.

    Einverstanden.

    Ich habe durchaus eine gewisse Sympathie für Kleinstaaten (Wieso wohl ? :D), aber mein Lokalpatriotismus hat nicht im mindestens etwas mit dem Tribalismus irgendwelcher Clans und Stämme bei euch im Nahen Osten zu tun. Ich meine damit modernen Regionalismus, ein Bayer wie Bernd sollte das verstehen (ich hab auch gewisse Sympathien für die sezessionistische Bayernpartei, aber psst :D), ich meine damit eine Liebe zu seiner direkten Heimat, Sprache, Kultur, gemeinsame Geschichte usw. Ein solcher Regionalismus kann durchaus sogar nationenübergreifend sein (wenn Baiern und Tiroler sich als Bajuwaren begreifen trotz unterschiedlicher Pässe bspw.)

    Gegen den modernen Rechtsstaat habe ich auch nichts als klassisch Liberaler, im Gegenteil. Ein Fundament der Freiheit.

    Der Staat und damit der Patriotismus kann erst dann ueberwunden werden, wenn er durch etwas ersetzt wird. Die ganzen internationalen Organisationen, die diesen Anspruch vertraten/vertreten, haben sich aber schon laengst diskreditiert, meinst Du nicht?

    Keine Sorge, ich habe trotz anarchistischer Bekannter nicht vor den Staat zu überwinden, wenngleich ich es für sinnvoll halte, jedes Individuum möglichst vom Staat frei und unabhängig sich entfalten zu lassen und den Staat auf elementare Grundfunktionen zu beschränken (insofern er das tut, idenfiziere ich mich voll und ganz mit meinem Staat). Heute greift er aber zuviel ein und übernimmt Aufgaben, die eher in die Zivilgesellschaft, in andere Strukturen wie die leider zunehmend marodierenden Familien bspw. gehören.

    Bzgl. Patriotismus hängt davon ab, was gemeint ist. Mich stört halt dieser dumpfe Herdentrieb-Kollektivismus, dass man alles nur verteidigen soll, weil der eigene Nationalstaat es macht und die Regierung immer recht hat, genauso wie „wir“ immer überall und sowieso besser sind als „die Anderen“. Patriotismus ist kein Selbstzweck, sondern sollte auch rational bzw. moralisch fundiert sein. Der Nationalstolz von manchen (!) Deutschen oder Franzosen erscheint mir hingegen großkotzig und arrogant und eben nicht wohlfeil überlegt und begründet, sondern auf einer reinen, emotionalen Volkszugehörigkeit basierend.

    Die internationalen Gebilde scheitern an dem, was ich in Anlehnung auf von Hayek „dogmatischen Demokratismus“ nenne, der international wiederum auf dem „Selbstbestimmungsrecht der Staaten“ im Völkerrecht beruht. Als hätte ein Unrechtsstaat wie der Iran überhaupt ein Existenzrecht, geschweige denn ein Mitspracherecht in Gremien wie der UNO. Aber schon klar, realpolitisch-rechtspositivistischer Pragmatismus vs. liberales Naturrecht, aber diese Erkenntnis bewahrt einen davor, supranationale Gebilde (einschliesslich der enorm bürokratisierten EU) zu glorifizierien😉

    [Edit:Irgendwie wurde der Kommentar zweimal gepostet, jedenfalls konnte ich auf die Schnelle keinen Unterschied zwischen den beiden Kommentaren feststellen. Habe daher eine Version gelöscht, Mr. Moe]

  12. CK said, on März 17, 2009 at 4:42 pm

    @Bernd: Natürlich sollte Islamkritik nicht den Rechtaussen allein überlassen werden. Deine zuückhaltende, wenn nicht sogar negative Einstellung zu den Worten „Nationstolz“ und „rechts“ ist jedoch m.E. nicht CSU-typisch.

    Deine Kritik an PI teile ich, bzgl. Manfred aber irrst Du Dich. Egal was man persönlich von seiner Meinung hält, der Mann hat definitiv was zu Sagen. Ich finde sogar seinen Standpunkt überdeutlich klar zu erkennen, wenngleich ich sicher nicht alles verstanden habe. Sein Standpunkt ist so klar und konsequent (genauso wie der der RKK, die Manni ja auch öfters verteidigt), dass er nur (noch) wenige Bündnispartner finden kann, ich bspw. optiere trotz meiner radikalen, persönlichen Linie zu allerhand Konsens-/Zweckbündnissen (bspw. eben mit Konservativen, die sicher manche meiner Ideen nicht mögen, genauso wie ich ihre), bin da also bei weitem nicht so wählerisch wie Manfred.

  13. Ruth said, on März 17, 2009 at 8:53 pm

    CK,

    wie ich mir schon gedacht habe, sind wir uns eigentlich ziemlich einig. Das Problem ist der dumpfe Herdentriebkollektivismus und nicht, dass er sich an Patriotismus klammern koennte. Wenn dasselbe Beduerfnis, im Grossen Ganzen aufzugehen, sich an anderen Zusammenhaengen festhaelt, ist es keineswegs besser oder harmloser. Selbst Tierschutz kann als Vorwand fuer den „altruistischen“ Narzissmus dienen, wie PETA immer wieder mal vorfuehrt.

    Ich denke, dass ein traditionelles Zugehoerigkeitsgefuehl (Familie, Lokalpatriotismus, Nationalpatriotismus, auch zu Berufsvereinigungen oder einem bestimmten Berufsethos etx.) den dumpfen Herdentrieb eher in Schranken halten. Entwurzelte Individuen haben ja immer noch das emotionale Beduerfnis, irgendwo dazuzugehoeren und sind umso leichter manipulierbar, je weniger sie auf traditionelle Wurzeln zurueckgreifen koennen. Es ist ja kein Zufall, dass der Nationalsozialismus in einer Zeit entstand, als durch den 1. Weltkrieg und dann die Weltwirtschaftskrise die alte Ordnung aus den Fugen gegangen war. Es ist auch kein Zufall, dass die Zerstoerung der Familie und die Aufloesung traditioneller Strukturen Strategie der Nationalsozialisten war.

  14. CK said, on März 17, 2009 at 11:31 pm

    @Mr.Moe: Bassd scho, war ein unnötiger Doppelpost. Der Artikel von T.Schmitz in der SZ vom 16.03. ist übrigens unglaublich, habe ihn gerade woanders zerrissen.

    @Ruth: Ja, würde auch sagen, wir sind uns recht einig. PETA ist manchmal wirklich nur noch widerlich. Und ich denke auch, dass der Herdentrieb von Einrichtungen wie der Familie löblicherweise in Schranken gehalten wird. Die Familie ist überhaupt auch ein gutes Bollwerk gegen den allmächtigen Staat, nicht umsonst versuchen totalitäre Ideologen die Kindererziehung mit als Erstes zu verstaatlichen und die Familien zu zerstören.

    Das Problem Europas ist m.E. u.a., dass man durch die Säkularisierung und die Abwendung von der Religion (die ich an sich nicht negativ sehe, ich bin selber Atheist oder zumindest Agnostiker) ein „Glaubens-Vakuum“ entstanden ist, was durch den Wegfall anderer Strukturen sicher noch verschärft mögen wird.

    Das wird entweder mit moralistischen Heilslehren, evtl. auch politischer Natur, gefüllt (Sekten, Esoterik, Ökologismus, Gender Mainstreaming, Islamismus udgl.) oder es führt zu extremen Subjektivismus (somit auch Werterelativismus, ergo Werteerosion) oder gleich Nihilismus. Ich vermisse ein philosophisches Grundfundament (wie es der Liberalismus bspw. bietet) vielerortens. In der Politik regiert sws reinster Utilitarismus. Da wundert einen auch die europäische Nahostpolitik auch nicht mehr.

  15. Bernd Dahlenburg said, on März 18, 2009 at 1:48 am

    Ruth sagt:

    Bernd,

    empfindest Du denn die Bezeichnung “rechts” als negativ? Und “sozial” als positiv?

    ============

    Ich halte „rechts“ für einen Kampfbegriff, „sozial“ aber nicht, außer er wird von Leuten wie Lafontaine oder Otmar Schreiner oder goßen Teilen von „Die Linke“ missbraucht.

    „Sozial“ (socius) ist ein durch u9nd durch positiver Begriff.

    Ansonsten bleibe ich bei all dem, was ich oben geschrieben habe. Es gibt keinen Grund, irgendetwas davon zurückzunehmen.

    @CK: Ich kann bei Manfred keine Klarheit feststellen. Aber Aufschlussreiches, was seine Vorgehensweise betrifft. Aber dami0t beschäftige ic mich nicht mehr., weil ich diese Diskussionen seit Jahr und Tag führe.

    Andere Frage: Was ist CSU-typisch? Das hört sich so an, als wäre das ein homogener Haufen, der nur fleißig alles nachblökt, was Seehofer vorgibt. Auch wieder so eine Fehleinschätzung, wie sie eigentlich nur Nichtbayern treffen können. Entschuldige…

  16. Bernd Dahlenburg said, on März 18, 2009 at 2:06 am

    CK: @Bernd: Natürlich sollte Islamkritik nicht den Rechtaussen allein überlassen werden.

    =============

    Man sollte sie ihnen überhaupt (!) nicht überlassen, weil Rechtsaußen (wie Linksaußen) die dumme Angewohnheit haben, alles zu vereinfachen und, was noch verschlimmernd hinzukommt, zu zündeln. „Islamkritik“ von Rechtsaußen (Linksaußen haben eher große Schnittmengen mit dem Islam) ist destruktiv, weil sie vom eigentliche Sujet abgeht und in plumpen Ausländerhass abdriftet. Das ich das überhaupt noch erklären muss…

    @Ruth: Kleiner Nachtrag zu „sozial“. Ich hatte vergessen zu erwähnen, dass totalitäre Gruppierungen (Hamas etc. ) oder Unterdrückerstaaaten natürlich den Begriff „sozial“ pervertieren, weil sie aus der Generation der Nachgeborenen entweder die zukünftgen Terrporisten rekrutieren oder die Henkersknechte, die ihr Regime stützen sollen. Das „Beruhigende“ an der Sache ist, dass man es sehr schnell durchschauen kann – wenn man denn will. Allerdings sollte man dafür die Sinne schärfen.

  17. CK said, on März 18, 2009 at 6:35 am

    @Bernd: Also mir brauchst da nix erklären, ich weiss das schon auch, aber wegnehmen kannst den Rechtsaussen die Islamkritik nunmal nicht, denn auch sie geniessen Grundrechte. Dass die vernünftige, nicht xenophobe Islamkritik im politischen Diskurs (auf dem „Markt der Meinungen“ sozusagen) hoffentlich die Oberhand gewinnt, ist aber unser beider Anliegen.

    Was die CSUler angeht, bin ich effektiv selektiver Wahrnehmung wohl aufgesessen, ich traf halt immer nur welche, die „rechts“ (von Linken m.E. als Kampfbegriff missbraucht) und „Nationalstolz“ als äusserst positive Begriffe ansahen, deren Bedeutung sie pflegten (als Sechzigfan bin ich schon öfters mal in Bayern gewesen). Du bist der erste, der das nicht so sieht😉

  18. beer7 said, on März 18, 2009 at 7:32 am

    Bernd,

    inwieweit die Schubladen „rechts“ und „links“ ueberhaupt sinnvoll sind, will ich nicht beurteilen. Aber die Gleichsetzung mit „boese“ und „gut“ ist ganz bestimmt nicht sinnvoll. Leider scheint es wirklich der Fall zu sein, dass „links“ inzwischen unhinterfragt als gut gilt, waehrend „rechts“ sich entweder ableugnen oder verteidigen muss. Iich wuerde mir mehr Selbstbewusstsein wuenschen, Du hast nicht noetig, diese laehmende Sprachregelung mitzutragen.

    „sozial“ ist ein Wohlfuehlbegriff, der alles und sein Gegenteil bedeuten kann. Deswegen finde ich es problematisch, wenn er ohne konkrete Erklaerung oder Beispiel verwendet wird.

    Ich schaetze Manfred. Ich verstehe, dass Du Dir gegen das Schienbein getreten fuehlst, da bleibt einem erst einmal die Luft weg und man fegt die Argumente vom Tisch. Aber wenn der Schmerz allmaehlich nachlaesst, koennte es Sinn machen, sie vom Boden aufzuklauben und genauer zu betrachten.

    Ich bin auf Manfreds Blog auch schon scharf angegriffen worden, allerdings mehr von anderen Kommentatoren als von Manfred selber – vielleicht weil wir uns auch mal persoenlich begegnet sind. Ich will nicht behaupten, dass ich das ruhig ueber mich habe ergehen lassen. Aber irgendwann war es doch moeglich, wieder mehr das Verbindende zu sehen als die Meinungsunterschiede.

  19. beer7 said, on März 18, 2009 at 7:37 am

    Mr. Moe,

    ich meine, dass die Bezeichung „Mob“ (auch ohne das Adjektiv „deutsch“) zu polemisch war, um wirklich Sinn zu machen.

    In meiner Sicht ist das Charakteristische am Mob, dass er als Masse niedrige Instinkte austobt. Mob haben wir in Aktion gesehen, als gegen die Mohammedkarikaturen randaliert wurde. Damals sagte ich immer wieder, dass Muslime, die sich beleidigt fuehlen, doch Leserbriefe schreiben sollten! Wenn Du nun das Schreiben von Leserbriefen mit Randalen gleichsetzt, welche Optionen laesst Du denn dann noch zu? Ausserdem ist jeder Leserbriefschreiber ein Einzelner. Die individuellen Formulierungen moegen auf eine grundlegend aehnliche Weltsicht hinweisen, aber sie sind individuell und damit das Gegenteil vom Mob.

  20. Bernd Dahlenburg said, on März 18, 2009 at 2:09 pm

    Ruth,

    Ich habe nicht von „rechts“ oder „links“, sondern von deren Rändern.

    Ob jemand an rechten oder linken Rand agitiert kann man daran feststellen, ob er unterschwellig totalitäre Ansätze vermittelt. Und genau das passiert, wenn man anderen unterstellt, sie seien linke McCarthyisten, weil sie den Unterschied zwischen Patriotismus benennen.

    In bestimmten Kries gilt es mittlerweile als unschickt, wenn man den verquaten Nationalismusbegriff von M. nicht teilt.

    Ich hatte es oben schon angesprochen: Die Begriffe „rechts“ und „links“ wereen dann von Leuten wie ihm als Kampfbegriff verwendet.

    Das ist mir ein wenig zu plump.

    Zu „sozial“: Ich gehe davon aus, dass bei bestimmten Begriffe ein allgemeiner Konsens daüber besteht, was „soziel“ beinhaltet. Alles andere ist Haarspalterei. Ich hatte oben angeführt, wann der Begriff „sozial“ problematisch wird, nämlich dann, wenn er hier in falsche Hände gerät.

    Aber ich habe – mit verlaub – keine Lust, jetzt auch noch in einen Universalienstreit einzutreten. Dann sind wir schnell bei Platon und Aristoteles.

    Auf Castollux habe ich im Impressum angeführt, das ich Menschen mag, die für etas statt immer gegen etwas sind, und dass ich verkappte totalitäre Gedanken ablehne. Mein Schienbein hält so etwas aus.

    Merkwürdigerweise habe ich, nachdem M. seine „Oper“ verfasst hatte, etliche wüste Mails von Leuten bekommen, in denen das Wort Vaterlandsverräter vorkam. Wie ist das zu erklären?

    Wenn du Manfred schätzt, bitte sehr.

    Seine Reaktion auf meinen Castollux-Beitrag hat mir gezeigt, woran ich bin. Und dass er mir schreibt, er wisse nun, wes‘ Geistes Kind ich bin, setzt dem Ganzen noch die Krone auf. Wer spielt hier eigentlich McCarthy?

    Und wer tritt wild um sich, wenn ich Pro Köln als das bezeichne, was es ist: Nämlich ein primitiver Haufen Ausländerhasser?

  21. Bernd Dahlenburg said, on März 18, 2009 at 2:29 pm

    CK schreibt:

    „Was die CSUler angeht, bin ich effektiv selektiver Wahrnehmung wohl aufgesessen, ich traf halt immer nur welche, die “rechts” (von Linken m.E. als Kampfbegriff missbraucht) und “Nationalstolz” als äusserst positive Begriffe ansahen, deren Bedeutung sie pflegten (als Sechzigfan bin ich schon öfters mal in Bayern gewesen). Du bist der erste, der das nicht so sieht

    ===================

    Natirich gibt es solche. Aber wo nicht?

    Leider gibt es aber immer noch diese eingestaubte Vorstellung, die CSU bestünde aus einem Verein, der das ganze Jahr über in der Nibelungenhalle rumhängt.

    Schau‘ dir den neuen Wirtschaftsminister an. Oder den Ministerpräsidenten. Der verkörpert den Typus der modernen CSU, die ausgerechnet seit Stoiber einen Paradigmenwechsel vollzogen hat – weg vom Alpengühen-Klischee hin zur modernen Volkspartei.

    Meine Wahrnehmung ist deiner genau entgegengesetzt: Plumper Nationalismus nach dem Motto „Wir sind die Größten und alles was von außen kommt ist Mist“ ist hier kaum noch anzutreffen. Und mit Patriotismus habe ich kein Problem, wenn Geschichte nicht allein aus einer Goethe-Schiller-Kant-Veranstaltung besteht, sondern alle Aspekte deutscher Geschichte einbezieht.

    Nun wollen manche Herrschaften in der Blogossphäre aber gerne Nationalismus als Partiotismus verkaufen. Und dagegen habe ich etwas.

    Ende der Debatte.

  22. CK said, on März 18, 2009 at 5:29 pm

    @Bernd: Nationalstolz ist für mich eben auch noch was Anderes als Nationalismus/Herdentrieb-Kollektivismus, man muss da aufpassen was von beiden man unter Patriotismus wohl versteht. Wir sind uns also im Grunde recht einig, da wir beide gegen Letzteres sind.

    Nur soviel noch: schade, dass die Zerstoiberin aka Gabriele Pauli weg ist, die fand ich egtl. ganz cool und lustig😉 *duckundweg*

  23. Mr. Moe said, on März 18, 2009 at 8:56 pm

    @Ruth:
    Ich kann Deinen Einwand nachvollziehen und er hat sicherlich seine Berechtigung. Denn in der Tat ist das Schreiben von Leserbriefen eine in der Regel alleine ausgeführte Handlung, und natürlich ist es mir lieber, wenn diese Leute Leserbriefe schreiben, als wenn sie in Polen einmarschieren oder was weiß ich nicht was tun. Ich habe ja aber auch keinesfalls das Schreiben von Leserbriefen an und für sich kritisiert, sondern vielmehr das von mir wahrgenommene Meinungsbild und insbesondere die Form dieser Meinungsäußerung: Über einen längeren Zeitraum wurden täglich zwei bis fünf aggressive und in ihrer Meinung und Grundaussage keinen Deut von einander abweichende Leserbriefe in der F.A.Z. abgedruckt. Zusammen genommen ergab sich daher ein Bild, dass ich mit dem Wort „Mob“ beschrieben habe: eine aufgebrachte, „niedrige Instinkte“ austobende Masse. So gesehen richtet sich die Kritik nicht zuletzt an die F.A.Z., die unnötigerweise zahlreiche Leserbriefe gleichen Inhalts abdruckt. Andererseits kann dies natürlich auch die realen Mehrheitsverhältnisse unter den Zuschriften widerspiegeln, was ich natürlich nicht beurteilen kann.
    Gleichwohl gestehe ich ein, dass das Wort „Mob“ aufgrund der von dir vorgebrachten Argumente streng genommen nicht hundertprozentig passt. Allerdings finde ich nicht, die Bezeichnung „zu polemisch“ war, „um wirklich Sinn zu machen“.

  24. Bernd Dahlenburg said, on März 18, 2009 at 9:19 pm

    CK said, on März 18th, 2009 at 5:29

    @Bernd: Nationalstolz ist für mich eben auch noch was Anderes als Nationalismus/Herdentrieb-Kollektivismus, man muss da aufpassen was von beiden man unter Patriotismus wohl versteht. Wir sind uns also im Grunde recht einig, da wir beide gegen Letzteres sind.

    Nur soviel noch: schade, dass die Zerstoiberin aka Gabriele Pauli weg ist, die fand ich egtl. ganz cool und lustig😉 *duckundweg*

    ============

    Ich kann mit Nationalstolz in keinem Land der Erde etwas anfangen, weil mir das zu abstrakt ist und immer auch mehr oder weniger die Herabsetzung anderer Völker mitschwingt. Außerdem impliziert das Wort Stolz Hochmut. Mit Patriotismus komme ich schon klar, wenn die eigene Geschichte zu 100% mit all ihren Facetten ehrlich reflektiert wird.

    Zu Gabriele Pauli: Sie hat sich billig auf Kosten Stoibers profiliert. Ich mag Politiker wie sie nicht. ihr ging es nicht um Defizite, die es (berechtigterweise) aufzuklären galt, sondern um die Befriedigung ihrer Eitelkeit. Und die hat sie hinreichend gut in Szene gesetzt.

    Nicht wegducken bitte😉

  25. CK said, on März 19, 2009 at 8:50 am

    @Bernd: Politiker wollen sich immer ins Rampenlicht stellen. Daher sehe ich mich als recht apolitisch an wie alle klassisch Liberalen und amüsiere mich gerne über den Schmarrn und die Pauli fand ich halt recht unterhaltsam. Mein Motto: Give power back to the people ! Cut down Big Government ! Oder gleich: Against Politics😉

    Sollte ich mich jemals in einer Partei engagieren, dann nur zwecks Entbürokratisierung und nicht um noch zig neue Gesetze zu votieren, zig neue Opfergruppen zu definieren um diese positiv diskriminieren zu dürfen, zig neue ABM’s für Beamte durchzusetzen und Leute zu schikanieren usw. usf. (Aber back ontopic.)

    Ich glaube nicht, dass wir weit voneinander weg sind, es ist eher ein „Streit“ um „Begriffe“, unsere egtl. Ansichten bzgl. Patriotismus und Nationalismus sind doch quasi identisch.

  26. freedom and emanzipation said, on März 20, 2009 at 1:58 pm

    „Mir scheint, der “Anti-deutsche” verhaelt sich zu den Deutschen wie der “Alibijude” aus meiner Serie (…) zu den Juden.“

    keine ahnung wieviel sinn es macht hier zu intervenieren aber

    die obige einschätzung tut vor allem eines – sie zielt an der sache vorbei…es geht hier nicht darum Deutsche nicht zu mögen und auch nicht primär gegen Deutschland* sondern um kritik an einer bestimmten art der ideologie die sich zum ersten mal in deutschland nämlich mit den nationalsozialisten durchgesetzt hat und die als „deutsche ideologie“ bezeichnent wird. die ist aber keines wegs auf deutschland beschränkt und schon gar nicht auf deutsche menschen. es geht dabei wirklich in erster linie um ideologiekritik…und mir wäre noch keine wie auch immer geartete „jüdische ideologie“ bekannt die die von dir benannten „alibijuden“ kritisieren – also dieser vergleich hinkt…

    vielleicht würde das helfen:
    Stephan Grigat – Was heißt antideutsch?
    http://www.cafecritique.priv.at/antideutsch.html

    *dass die ideologische verblednung nicht mit ende des 2.wk verschwunden ist und im postnazistischen deutschland weiterhin zutage tritt ist wieder ne andere sache (aber deshalb würd ich mich auch niemals positiv auf nazi-täterstaaten beziehn, ganz abgesehen davon dass ich „volk“ u „nation“ (inkl. patriotismus) für extremst antiemanzipatorische kategrien halte)
    ausserdem werden hier praktisch menschen, die sich, aufgrund der spezifischen geschichte eines staates, nicht positiv mit diesem identifizieren wollen und können und sich, ebenfalls als konsequenz dieser geschichte, positiv auf den jüdischen staat beziehen, mit den menschen gleichgesetzt, die der existenz dieses staates (ob jetzt in voller absicht oder nicht) entgegenarbeiten….man kann doch die einzelnen nationen nicht ohne den kontext ihrer geschichte (die sie (die staaten) und die darin lebenden menschen durchaus konstituiert!) betrachten…

    vielleicht eins noch – ja die leute verstehen sich auch als kommunisten (im weiteren sinne…befreite emanzipierte gesellschaft und so…) und können halt deswegen mit nationen nicht viel anfangen (israel ist aufgrund von antisemitismus und verfolgung die es geben wird solang es nicht kommunismus gibt davon ausgenommen)…wenn man dass denen jetzt zum vorwurf machen will bitte…aber auch deswegen bin ich mir wie gesagt nicht sicher ob es sinn macht das hier zu posten…aber jetzt is es ja schon geschrieben…also bitte…

  27. lindwurm said, on März 20, 2009 at 5:22 pm

    @ Ruth: Du schriebst „Es ist auch kein Zufall, dass die Zerstoerung der Familie und die Aufloesung traditioneller Strukturen Strategie der Nationalsozialisten war.“ Dass die Nazis ausgerechnet die Familie, die sie als „Keimzelle der Nation“ sahen, zerstören wollten, ist mir neu.

  28. Mr. Moe said, on März 20, 2009 at 8:05 pm

    keine ahnung wieviel sinn es macht hier zu intervenieren

    Diese Intervention ist, zumindest aus meiner Sicht, in jedem Fall herzlich Willkommen! Allerdings wurde der zitierte Satz nicht an dieser Stelle gepostet, so dass der Kommentar dort vielleicht sinnvoller platziert gewesen wäre😉

  29. freedom and emanzipation said, on März 20, 2009 at 10:51 pm

    oh…verzeih…bin a weng durcheinander gekommen wohl…

  30. beer7 said, on März 22, 2009 at 7:10 am

    Lindwurm,

    die Kinder wurden durch die Jugendorganisationen aus den Familien herausgeloest und angehalten, ihre Eltern zu bespitzeln. Die Familie, die als „Keimzelle der Nation“ war nur noch eine Attrape, weil die Loyalitaet dem Fuehrer und der Partei gegenueber Vorrang vor jeder familiaeren Bindung haben sollte. Wie sehr die Nazis die Familie als Attrape sahen, wird auch durch Lebensborn & Co. deutlich. Es ist ein Fehler, die Nazipropaganda ohne naehere Pruefung fuer bare Muenze zu nehmen.

  31. lindwurm said, on März 22, 2009 at 1:49 pm

    @ beer 7: Damit hast du recht, zwischen Propaganda und realer Politik lagen Welten. Dennoch ist die Überidealisierung der Familie ein Kennzeichen faschistischer Strömungen und auch des Nationalsozialismus. Das Familienbild wurde von den Nazis ihrer Ideologie angepasst, mit dem Vater als „Führer“, der „dienenden und vor allem gebährenden Frau und den Kindern, die schon in der keinsten gesellschaftlichen Einheit „Respekt“ und Furcht vor Autoritäten lernen sollten. Dass die realen Familien hinter der NS-Doktrin zurückzustehen hatten, ist wahr und nach dem Totalitätsanspruch der Nazis auch folgerichtig.

    ps: Nur damit es keine Missverständnisse gibt: Umkehrschlüsse aus der Familienverherrlichung durch die Nazis sind natürlich unzulässig. Will heißen: Nicht jeder, der der traditionellen Familie großen Wert beimisst, ist rechtsextrem oder gar nazistisch.


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