Zeitung für Schland

Verbotene Liebe

Posted in Zwei mal Drei macht Vier by Mr. Moe on März 20, 2009

Um es einmal in aller Deutlichkeit zu sagen: Die Journalisten von SPIEGEL ONLINE (natürlich nicht nur sie, aber eben vor allem sie) sind so dumm, dass es brummt. Nachdem US-Präsident Barack Obama den Iran einmal mehr um einen „Neubeginn“ gebeten, ja geradezu angefleht hat, reagierte Teheran, wie es nicht anders zu erwarten war.

„Die USA könnten uns freundlich die Hand reichen, indem sie ihr Verhalten grundlegend ändern“, sagte ein ranghoher Regierungssprecher, der namentlich nicht genannt wurde. Die vom Westen initiierten und von den Vereinten Nationen verhängten Sanktionen gegen den Iran bezeichnete er als falsch. Sie müssten revidiert werden.

Was so viel heißt wie: Wir stellen einfach Bedingungen, die die USA gar nicht erfüllen können. Die Deppen von SPON entblöden sich indes nicht, diese Worte als „verhaltene Zustimmung“ zu werten.

Zum Vergleich: Man stelle sich nur einmal vor, ein Jugendlicher lüde einen anderen zu einem Rendezvous ein, und der Eingeladene erwiderte: „Gerne, aber nur wenn du dein Verhalten grundlegend änderst“. Jeder halbwegs klar denkende Mensch würde diese Antwort auf sein – ja gar nicht einmal unberechtigtes – Werben als schroffe Absage werten, und weitere Bemühungen um ein tête-à-tête einstellen – und dies mit Recht.

Bleibt zu hoffen, dass Barack Obama SPON die Klugheit eines zurückgewiesenen Teenagers voraus hat.

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10 Antworten

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  1. Popeye said, on März 20, 2009 at 3:56 pm

    Der Artikel bejubelt auch Obama´s Vorgehen und unterlässt dabei jede Unterscheidung zwischen Volk und Führung.

    http://ramonschack.wordpress.com/2009/03/20/usa-iranzeit-fur-einen-neuanfangliebsgruse-aus-washington/

  2. Mr. Moe said, on März 20, 2009 at 8:03 pm

    Bezüglich des verlinkten Artikels, der von Roger Cohen geschrieben sein könnte, sagt folgender in ihm enthaltender Satz alles aus, was es zu wissen gibt:

    Was nun eine Gefährdung Israels angeht, durch ein iranisches Atomprogramm, so sollte man in Tel Aviv und Jerusalem endlich einmal die Ratschläge renomierter Experten zur Kenntnis nehmen. Die Äußerungen, des schon einmal als Premierminister gescheiterten Benjamin-Bibi-Nethanjahus, kann man dabei getrost übergehen.Vielmehr bedarf es der Analyse, von dem intellektuellen Gewicht eines Mannes, wie beispielsweise des israelischen Militärhistorikers Martin van Crefeld: “Israel kann mit einer iranischen Atombombe leben”

    Wer diese Ansicht vertritt, darf sich glücklich schätzen, dass Obama im Weißen Haus sitzt.

  3. genova68 said, on März 23, 2009 at 2:48 pm

    Nur mal so nebenbei: Wie alt seid Ihr eigentlich? 15? 16?
    Nichts für ungut,
    genova

  4. Mr. Moe said, on März 23, 2009 at 7:44 pm

    Wer ist mir „Ihr“ gemeint?
    Ich selbst kann die Frage leider nicht beantworten, ohne die Anzahl meiner Lebensjahre mit den Händen zu zeigen. Aber dürfte ich fragen, warum das wichtig ist?

  5. genova68 said, on März 23, 2009 at 9:43 pm

    Naja, ich finde es ein wenig pubertär, erstmal alle Spiegel-Journalisten als „so dumm, dass es brummt“ zu bezeichnen.

    Und noch kurz zum Thema: Was ist falsch daran, auf den Iran verbal zuzugehen? Was vergibt sich Obama damit? Zumal es doch nicht um die iranische Führung geht, sondern um ein Zeichen an den gesamten Nahen Osten. Die Leute dort haben Fernseher.

    Oder meint Ihr ernsthaft, Bush habe in den vergangenen acht Jahren eine sinnvolle Nahost-Politik betrieben?

  6. Mr. Moe said, on März 24, 2009 at 6:28 pm

    Naja, ich finde es ein wenig pubertär, erstmal alle Spiegel-Journalisten als “so dumm, dass es brummt” zu bezeichnen.

    Über Formulierungen kann man – natürlich und immer – streiten. Allerdings finde ich schon, dass die Ausführungen von SPON als „dumm“ zu bezeichnen sind, werten sie die Teherans Reaktion doch in einer an Naivität kaum zu überbietenden Art und Weise.

    Was ist falsch daran, auf den Iran verbal zuzugehen? Was vergibt sich Obama damit? Zumal es doch nicht um die iranische Führung geht, sondern um ein Zeichen an den gesamten Nahen Osten. Die Leute dort haben Fernseher.

    Obama hat sich in seiner Rede (nicht nur, aber auch) an die iranische Führung gerichtet, ohne auch nur das geringste Wort über die Menschenrechtsverletzungen im Iran, die genozidale Rhetorik Teherans gegenüber Israel oder die Finanzierung und Unterstützung von Terroristen seitens des Iran zu verlieren. Dies ist in meinen Augen ein Schlag ins Gesicht iranischer Oppositioneller und alle anderen Iraner, die unter dem Mullah-Regime leiden, sondern auch jedes freiheitsliebenden Menschen. Und selbst wenn man der Auffassung ist, dass Gespräche mit einem widerwärtigen Regime wie der Islamischen Republik Iran notwendig oder sinnvoll sind (eine Meinung die ich nicht unbedingt teile, für die aber wohlmöglich Argumente gefunden werden können): Zu sagen, dass diesem Iran ein „rechtmäßiger Platz in der Gemeinschaft der Nationen“ zustehe, hilft den Menschen im Iran in keinster Weise (im Gegenteil) und ist auch nicht dienlich, Iran davon abzuhalten, Nuklearwaffen zu entwickeln (im Gegenteil). In Bezug auf letzteres erscheint mir Obamas Vorgehen daher auch strategisch ungünstig: er legitimiert nicht nur die Herrschaft der Mullahs, sondern vermittelt ihnen darüber hinaus die Botschaft, das ihre engstirnige und kompromisslose Haltung von den Vereinigten Staaten toleriert wird. So erlangen die Mullahs das, was sie am meisten brauchen: Zeit.

    Wie eine Rede an die iranische Bevölkerung aussehen kann, hat übrigens James Kirchick in seiner alternativen Ansprache gezeigt, in der er einige der von mir genannten Punkte anspricht.

    Oder meint Ihr ernsthaft, Bush habe in den vergangenen acht Jahren eine sinnvolle Nahost-Politik betrieben?

    Abgesehen davon, dass dies hier nicht das Thema ist: Was genau ist in diesem Fall mit „Nahost-Politik“ gemeint? Der Nahost-Konflikt? Der Irak-Krieg? Das Verhältnis zu Iran und zu Syrien? Zu jedem dieser Themen ließe sich verschiedenes sagen, weshalb ich auf einer solch allgemeinen Ebene leider keine sinnvolle Antwort geben kann.

  7. genova68 said, on März 25, 2009 at 10:09 am

    Ich habe in dem Blog von Jörg Laut (Zeit) die angebliche Aussage eines iranischen Politikers (oder Geistlichen, aber das ist egal) gelesen:

    „Wenn die Amerikaner bei uns eine Botschaft eröffnen, haben wir verloren.“

    Das bringt es auf den Punkt. Der Iran will keine Annäherung an die USA, weil die Führung dann einpacken könnte. Und genau diese Annäherung versucht Obama herzustellen. Dass er die Rede an die Führung Irans adressiert hat, ist doch klar, aber unwichtig. Wichtig ist, wer sich die Rede anhört.

    Alles andere ist Realpolitik: Womit hilft man den Menschen im Iran? Indem man die Führung dort anklagt, worauf die – auch aus Trotz – mehr Unterstützung in der Region bekommt. Was hätte es geholfen, wenn Obama Iran angeklagt hätte wegen Atomwaffen oder seiner Israelpolitik? Nichts. Es hätte dem Iran nur die Möglichkeit gegeben, Obamas Rede insgesamt abzulehnen. Das war so schon nicht mehr möglich.

    Internationale Politik muss immer Realpolitik sein. Und da ist Obama auf dem richtigen Weg. Das hat viel mit Psychologie zu tun.

    Mit Nahost-Politik meine ich Nahostpolitik. Also alles, was damit zusammenhängt. Du zählst einen Teil davon ja ganz richtig auf.

    Gruß
    Thorsten

  8. carlos said, on März 25, 2009 at 11:46 am

    „Der Iran will keine Annäherung an die USA, weil die Führung dann einpacken könnte.“

    warum sollte die führung dann einpacken können? wie stellst du dir das bitte vor?
    schonmal drüber nachgedacht dass da auch ideologische gründe dahinterstehen könnten? nur mal als denkanstoß😉

    „Und genau diese Annäherung versucht Obama herzustellen.“

    woher weißt du das?

    „Dass er die Rede an die Führung Irans adressiert hat, ist doch klar, aber unwichtig. Wichtig ist, wer sich die Rede anhört.“

    wirres zeug!

    „Internationale Politik muss immer Realpolitik sein.“

    und das beinhaltet selbstverständlich auch mit iranischen scheißmullahs, die israel vernichten wollen, zu reden?

    „Das hat viel mit Psychologie zu tun.“

    richtig.

    „Mit Nahost-Politik meine ich Nahostpolitik.“

    krass!

  9. Mr. Moe said, on März 25, 2009 at 12:21 pm

    @genova68

    Der Iran will keine Annäherung an die USA, weil die Führung dann einpacken könnte. Und genau diese Annäherung versucht Obama herzustellen.

    Man könnte auch argumentieren, dass dem Iran zumindest an einer oberflächlichen Annäherung an die USA gelegen ist, frei nach dem Motto: „Lasst uns mal machen“. Zumal: Wenn dem Iran ohnehin nicht an einer Annäherung an die USA gelegen ist, warum ist es dann sinnvoll, sich in unterwürfigen Reden an die iranische Führung zu wenden?

    Dass er die Rede an die Führung Irans adressiert hat, ist doch klar, aber unwichtig. Wichtig ist, wer sich die Rede anhört.

    Das ist weder „klar“ noch „unwichtig“. Und wenn wichtig ist, wer die Rede hört, dann hätte Obama die Anrede an die iranische Führung doch auch einfach weglassen können, oder?

    Alles andere ist Realpolitik: Womit hilft man den Menschen im Iran? Indem man die Führung dort anklagt, worauf die – auch aus Trotz – mehr Unterstützung in der Region bekommt.

    Sonderlich „Real“ ist diese Politik für mich nicht, eher hoffnungslos naiv und idealistisch.
    Ansonsten: Natürlich hilft man den Menschen im Iran nicht, indem man sich hinstellt und ihre Führung kritisiert. Den Menschen im Iran würde man am meisten durch einen Regime Change helfen. Da dieser derzeit (leider) nicht machbar zu sein scheint, würde zumindest die Stärkung iranischer Oppositioneller, die permanente Ächtung von Menschenrechtsverletzungen sowie nicht unmittelbar gegen die Bevölkerung gerichtete Sanktionen den Menschen im Iran – wenigstens ein klein wenig – helfen. (Und was ist mit „Unterstützung in der Region“ gemeint? Innerhalb Irans oder andere Länder im Nahen Osten? Wenn ja: Welche?)

    Was hätte es geholfen, wenn Obama Iran angeklagt hätte wegen Atomwaffen oder seiner Israelpolitik? Nichts. Es hätte dem Iran nur die Möglichkeit gegeben, Obamas Rede insgesamt abzulehnen. Das war so schon nicht mehr möglich.

    Sehe ich anders: Genau das hat der Iran doch getan. Allerdings stimme ich zu, dass eine „Anklage“ natürlich nicht unmittelbar etwas geändert hätte (s.o.). Dazu gehört dann eben auch eine entsprechende Politik.

    Mit Nahost-Politik meine ich Nahostpolitik. Also alles, was damit zusammenhängt. Du zählst einen Teil davon ja ganz richtig auf.

    Bedeutet dies, das ist jetzt jeden einzelnen der Punkte kommentieren soll? Um es einfacher zu machen: natürlich stimme ich nicht in jedem Punkt mit der Nahost-Politik der Regierung Bush überein, in einigen hingegen schon. Gleichwohl erscheint mir die Zukunft angesichts der dramatischen Lage im Nahen Osten ungleich wichtiger. Wenn ich Obamas bisherige Politik betrachte fällt es mir sehr schwer, diese positiv zu sehen.

    @carlos:
    Ich bitte um ein wenig Mäßigung: Die Frage nach der Nahost-Politik hatte ich etwa gestellt und genova68 hat sie lediglich beantwortet.

  10. carlos said, on März 25, 2009 at 7:44 pm

    @ genova: sorry.


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