Zeitung für Schland

Worte und Taten

Posted in SZ by Mr. Moe on April 2, 2009

We definitely want peace, but the other side also bears responsibility. We have proven our desire for peace more than any other country in the world. No country has made concessions the way Israel has. Since 1977, we have given up areas of land three times the size of the State of Israel. So we have proven the point.

Diese Worte entstammen der berüchtigten Rede des neuen israelischen Außenministers Avigdor Lieberman, die nahezu die gesamte Welt in Aufruhr und Rage versetzt hat (etwa die New York Times oder zahlreiche deutsche und ausländische Zeitungen). Wie immer an forderster Front stehend, wenn es um die Verleumdung Israels geht, schreibt Thorsten Schmitz von der SZ:

Die unverblümt aggressive Antrittsrede des neuen israelischen Außenministers Avigdor Lieberman hat in Europa, in den USA und in der Palästinenserführung Sorge um die Zukunft der israelisch-palästinensischen Friedensverhandlungen ausgelöst.

Nicht erst seit dem Gaza-Krieg ist allseits bekannt, dass Juden, die sich nicht bereitwillig umbringen lassen oder gar selbst zur Schlachtbank führen, in dieser Welt als „aggressiv“ gelten. Und während Liebermans Rede Schmitz Anlass bietet, vom „Ende des Friedensprozesses“ zu schwadronieren, kommentiert er die Ermordung eines israelischen Jugendlichen sowie die schwere Verletzung eines sieben-jährigen Kindes mit einer Axt mit folgenden nüchternden Worten:

Ein Palästinenser hat am Donnerstag in einer jüdischen Siedlung bei Jerusalem einen israelischen Jugendlichen mit einer Axt getötet. Außerdem wurde ein sieben Jahre altes Kind bei dem Angriff verletzt. Die Sicherheitskräfte suchten nach dem Angreifer. Der Vorfall ereignete sich in der jüdischen Siedlung Bat Ayin südlich von Jerusalem, in der vor allem religiöse Israelis leben und die nicht durch einen Zaun geschützt ist.

Es liegt auf der Hand, dass ein solcher „Vorfall“ in Schmitz‘ Augen im Gegensatz zu Avigdor Lieberman kein Hindernis für den „Friedensprozess“ darstellt. Auch dass der Mörder in ein arabisches Dorf geflohen ist, dessen Bevölkerung ihn aller Wahrscheinlichkeit nach nicht den Behörden melden sondern decken wird, vermag Schmitz nicht zu stören. Oder dass der Anschlag bislang ausschließlich von israelischen Politikern verurteilt wurde, und zu bezweifeln ist, dass sich daran etwas ändern wird, wo doch etwa Palästinenserpräsident Abbas damit beschäftigt ist, die Weltgemeinschaft aufzufordern, Druck auf die neue israelische Regierung auszuüben. Doch immerhin haben die Leser der Süddeutschen Zeitungen einmal mehr gelernt, was sie ohnehin schon wussten: Die Worte israelischer Politiker sind eine größere Gefahr für den Frieden, als der unter den Palästinensern weit verbreitete mörderische Judenhass. Über letzteren schreibt die Jerusalem Post, die Liebermans Rede im Übrigen kritisch beurteilt, äußerst treffend:

It is this kind of Palestinian brutality – combined with diplomatic obduracy – that keeps the road map grounded.

Eine Antwort

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  1. […] Antrittsrede einfach zu realistisch für die Qualitätsjournaille, wie Daniel Pipes feststellt. Die Zeitung für Schland hat auch einen treffenden Kommentar. Auch Melanie Phillips ist sichtlich erfreut über die Aussagen […]


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