Zeitung für Schland

Judenhass als Signal zur Gesprächsbereitschaft

Posted in F.A.Z. by Mr. Moe on April 27, 2009

Das Wort „Realsatire“ bezeichnet eine ebenso ausgelutschte wie allzu häufig treffende Beschreibung der Wirklichkeit. Man führe sich etwa die Ereignisse der letzten beiden Tage vor Augen:

Die F.A.Z. interviewt Hamas-Führer Khaled Meschal, und ermöglicht diesem so, unwidersprochen und ohne kritische Nachfragen Propaganda für die Hamas zu betreiben. Nahezu zeitgleich deutet der iranische Präsident Ahmadinedschad in einem Interview – äußerst wohlwollend interpretiert – vage an, dass er die Zwei-Staaten-Lösung akzeptieren würde, sofern sich die Palästinenser dazu entschieden. Eine Anerkennung Israels seitens des Iran lässt er indes offen, was de facto einer Ablehnung gleichkommt. In völliger Verkehrung der Wirklichkeit feiern (nicht nur) deutschsprachige Medien Ahmadinedschads Aussagen als „Zugehen auf Israel“ sowie „Akzeptanz der Zwei-Staaten-Lösung“. Es obliegt dem Iran selbst [!] darauf aufmerksam zu machen, dass diese Darstellung der Medien „total verzerrt“ sei:

„Was der Präsident gesagt hat, ist meilenweit von dem entfernt, was die westlichen Medien mit soviel Ekstase berichtet haben“, schrieb die staatliche Agentur IRNA am Montag in einer Sondermeldung.

Wolfgang Günter Lerch von der F.A.Z. kommentiert diese Vorgänge nun wie folgt:

Iran wird eine Zwei-Staaten-Lösung in Palästina akzeptieren, wenn alle Palästinenser, auch die in den Flüchtlingslagern, sie in einem Referendum angenommen haben werden. So will das offizielle Teheran die jüngsten Aussagen von Präsident Mahmud Ahmadineschad verstanden wissen; sie waren außerhalb Irans bereits im Sinne einer generellen Zustimmung zu einer solchen Lösung gedeutet worden.

Dennoch scheint Bewegung in die politischen Fronten gekommen zu sein. So hat der in Damaskus residierende Exil-Führer der radikalislamischen Hamas, Khaled Meschal, eindeutig den Willen seiner Organisation bekundet, in eine Entscheidung eingebunden zu werden.

Bei aller Vorsicht, die angebracht ist, lassen seine Äußerungen, man solle die vor mehr als zwanzig Jahren entstandene Charta der Hamas, in der die Zerstörung Israels gefordert werde, nicht als immerwährenden Vorwand für eine Kontaktsperre nehmen, auf eine gewisse Gesprächsbereitschaft schließen. Mit der Palästinensischen Befreiungsorganisation Jassir Arafats war man schon einmal in einer ähnlichen Lage. Und die Kontakte zwischen Meschal und Irans Führung sind eng.

Nun fordert die Charta der Hamas nicht nur die „Zerstörung Israels“, was für sich genommen schon schlimm genug wäre, sondern ruft explizit zum Kampf gegen den „Welt-Zionismus“ auf, und ist ein, mit einem Wort und zweifelsohne, durch und durch antisemitisches Dokument. Warum das Beharren auf der explizit judenfeindlichen Charta der Hamas in Verbindung mit dem Hinweis, dass man diese Worte doch nicht so ernst nehmen solle, auf „eine gewisse Gesprächsbereitschaft“ schließen lassen sollen, bleibt Lerchs Geheimnis.

4 Antworten

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  1. switzerland888 said, on April 27, 2009 at 9:41 pm

    Was für Aussenstehende schwer zu verstehen ist, ist die Tatsache, warum nebst dem anerkannten Staat Israel auch ein anerkannter Staat Palästina bestehen soll/darf? Das lässt sich nicht mehr plausibel erklären!

  2. Blond said, on April 29, 2009 at 9:21 am

    @ Mr. Moe als Hinweis:
    Ich bin gerade über die 13.-te ! Antwort im Blog Homo homini lupus zu dem Thema der „anstößigen“ Anzeige in der FAZ gestolpert
    (hier behandelt unter https://zeitungfuerdeutschland.wordpress.com/2009/02/09/wir-sind-raus-und-wir-sind-stolz-darauf/),
    die ich wieder einmal typisch für das Denken der Meisten in D(umm)-Land halte,
    die überhaupt noch (so tun, als würden sie) denken:
    http://quadraturacirculi.de/2009/02/09/hetzanzeige-gegen-israel-in-der-faz/
    13.ter Kommentar:
    Siegfried Benzky 28. April 2009 14:49
    Diese Anzeige gegen Israels Politik in Palästina ist immer noch besser, als die einseitigen pro-Israel Stellungnahmen der BILD. Wer in Nahost eine “Ausrottungspolitik” betreibt ist auch offensichtlich. Derjenige nämlich, welcher nicht mehr nach dem Prinzip “Auge um Auge…” sondern nach dem Motto handelt “2000 Pali-Augen für 20 Augen eines Israelis. Wie steht es in der Bibel: “An den Taten sollt ihr sie erkennen”! Es ist ein Fehler Orientalen an ihren Worten zu messen und zu bestrafen.
    ZITAT ENDE
    Gruß

  3. […] sei auf Israel zugegangen. Juppieh! Der Frieden bricht aus, wenn Israel sich bewegt – oder so. Dumm nur, wenn der Iran den MSM und ihren Wasserträgern in Politik usw. (oder war das umgekehrt?) gleich […]

  4. […] als Signal zur Gesprächsbereitschaft. Mr. Moe, Zeitung für Schland, 27.04.09 über die Bewertung von Äußerungen zweier führender Schreibtisch-Völkermörder durch unsere […]


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