Zeitung für Schland

Unterhalten sich zwei Zeitungen…

Posted in Die üblichen Verdächtigen by Mr. Moe on Mai 11, 2009

Anlässlich des Besuches Papst Benedikts XVI. in Israel titelt die WELT:

Ankunft in Israel: Papst nennt Antisemitismus „abscheuerregend“

Die NZZ antwortet einigermaßen ernüchtert:

Papst erfüllt Erwartungen gleich nach Ankunft in Israel.

Kaum hatte der Papst auf dem Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv israelischen Boden betreten, kam er auch schon der Mindestanforderung der Gastgeber nach. Er verurteilte Antisemitismus als «inakzeptabel».

Dass sich der Papst öffentlich gegen Antisemitismus ausspricht, ist für die NZZ offenbar lediglich eine (lästige?) Pflichtübung, zu der ihn die Israelis obendrein auch noch zwängen.  Und dies auch noch vor der angespannten politischen Lage in Israel! Denn Sie wissen ja:

Benedikt sagte, die Hoffnungen von unzähligen Menschen lägen auf Friedensverhandlungen, um die grossen Probleme zu lösen. Nach seiner Auffassung sollten am Ende zwei Staaten stehen, die international anerkannt sind.

Die Zwei-Staaten-Lösung ist international weitgehend akzeptiert, unter anderem von den USA und Deutschland. Allerdings galt die Forderung gleich nach Benedikts Ankunft bemerkenswert, weil Ministerpräsident Netanyahu seit dem Wahlsieg seiner rechten Likudpartei diesen Weg nicht mehr verfolgt. Es wird aber erwartet, dass er bei seiner USA-Reise in der kommenden Woche dazu gedrängt wird.

Da reiben sich die Journalisten in Zürich aber die Hände, auf dass sie sich in Washington einer schmutzig macht.

2 Antworten

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  1. Dagny said, on Mai 11, 2009 at 1:29 pm

    Liest sich bei n-tv.de anders:

    Der Papst sprach sich nicht direkt für einen unabhängigen Palästinenserstaat aus, sondern plädierte dafür, dass „beide Völker in Frieden in ihrer jeweiligen Heimat innerhalb sicherer und international anerkannter Grenzen leben können“.

    http://www.n-tv.de/1152058.html

  2. Mr. Moe said, on Mai 11, 2009 at 4:50 pm

    Ynet interpretiert die Aussagen des Papstes auch im Sinne einer Zwei-Staaten-Lösung. Die Jerusalem Post zitiert den Papst zudem wie folgt:

    „In union with people of goodwill everywhere, I plead with all those responsible to explore every possible avenue in the search for a just resolution of the outstanding difficulties, so that both peoples may live in peace in a homeland of their own; within secure and internationally recognized borders.“


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