Zeitung für Schland

„Alle gegen einen“ – über die kommenden „Wahlen“ im Iran

Posted in SZ by Mr. Moe on Mai 12, 2009

"Wahlen" im IranEntgegen aller Vorsätze wurde die SZ auch gestern nicht ihrem angemessenem Bestimmungsort zugeführt, sondern frühmorgens aufgeschlagen. Das ausschließlich von Thomas Avenarius verhandelte „Thema des Tages“ sind die „Wahlen in Iran“, die Avenarius zufolge unter dem Motto „Alle gegen einen“ stünden. Mit dem tapferen Einzelkämpfer ist niemand anders als der „umstrittene Staatschef“ Mahmud Ahmadinedschad gemeint, dessen fröhlich in die Kamera grienendes Antlitz passend dazu fast ein Drittel der Seite füllt. Natürlich versteht es Avenarius auch, die Wahlen in den passenden Kontext zu setzen:

Für die Entwicklung in Nahost könnte dies [das Ausbleiben der Wiederwahl Ahmadinedschads, Mr. Moe] entscheidend sein: US-Präsident Barack Obama sucht nach einer neuen Außenpolitik und zeigt sich dem bisherigen Erzfeind Iran gegenüber offen. Währenddessen droht Israel weiter damit, die iranischen Atomfabriken zu bombardieren, wodurch am Ende die gesamte Region in Brand gesetzt werden könnte.

Nachdem geklärt wurde, dass nicht etwa der Iran die regionale Sicherheit gefährde, sondern der deutschen Zeitungen zufolge ja ohnehin als besonders aggressiv und schießwütig geltende jüdische Staat, stellt Avenarius mit Mohsen Resai einen der drei Herausforderer Ahmadinedschads vor:

Er ist einer der Gründerväter der Hisbollah, wird von Interpol gesucht wegen angeblicher Verwicklung in Terroranschläge auf jüdische Einrichtungen in Argentinien. Resai ist also kein moderater Politiker. Er gilt aber als dialogbereit und als Wirtschaftsexperte.

Anlässlich einer solchen Beschreibung fragt Claudio Casula völlig zu Recht, „mit welchem Etikett ein israelischer Politiker bedacht würde, der eine religiös-fanatische Miliz gegründet hat, in Terroranschläge verwickelt war und von der Polizei gesucht wird“. In jedem Fall müsste es sich dabei um eine Steigerung von „ultranationalistisch“ handeln, wird dieser Begriff doch bereits zur Kennzeichnung des derzeitigen Außenministers Avigdor Lieberman verwendet, auf den bekanntermaßen keines dieser drei ehrenwerten Attribute zutrifft. Avenarius bezeichnet Resai hingegen wiederholt als „konservativ“. Der Vorliebe deutscher Medien für radikalislamistische Antisemiten folgend wird selbstverständlich auch ein Interview mit jenem freundlichen Herren aus Teheran geführt, der der Bildunterschrift zufolge Ahmadinedschads Politik für „grundfalsch“ halte. Auf welchen Aussagen Resais mag diese Einschätzung von Avenarius basieren? Vermutlich darauf, dass Resai zu Beginn des Interviews folgendes sagt:

Der derzeitige Diskurs in der iranischen Außenpolitik ist eine Politik der Provokation. So wie Ahmadinedschad redet, wurde aus unserer revolutionären Außenpolitik eine abenteuerliche Veranstaltung für Hasardeure. Etwa wenn er sagt, dass der Holocaust nicht stattgefunden habe. Oder nehmen wir die Palästinenser. Offizielle Politik der Islamischen Republik war stets, dass die Palästinenser ihr Schicksal selbst bestimmen sollen.

Demjenigen, der genau liest, wird bereits hier auffallen, dass Resai keinesfalls Ahmadinedschads Politik kritisiert, sondern lediglich die Strategie zur Verfolgung selbiger. In seinen außenpolitischen Positionen unterscheidet er sich hingegen nicht von Ahmadinedschad. So antwortet er auf die Frage, ob Irans Unterstützung für die Hamas falsch sei:

Nein. Hamas verteidigt Palästina, und dies ist aus unserer Sicht legal. Aber das heißt nicht, dass es keinen Dialog geben sollte. Alle Parteien – Palästinenser und Juden, Christen und Muslime – sollten sich an einen Tisch setzen, ihr eigenes Schicksal bestimmen auf der Basis von Humanität und Demokratie. Wir wünschen die gleichen Rechte für alle Bewohner von Palästina.

In Bezug auf die von deutschen und europäischen Medien wie Politikern heiß und innig geliebte Zweistaatenlösung, zu der sich Israel nach Möglichkeit stündlich zu bekennen habe, sagt Resai:

Nein, dieses Modell ist gescheitert. Es ist sinnlos, daran festzuhalten. Was nützt es, wenn es zwei Staaten gibt, die im Konflikt liegen oder sich bekriegen. Besser wäre ein multinationaler Staat, mit einem Volk und einer Regierung – gebildet unter UN-Aufsicht.

Mit anderen Worten: Resai erkennt die Existenz des Staates Israel nicht an. Konfrontiert mit Ahmadinedschads Aussage, dass Israel ein „Krebsgeschwür“ sei und „von der Landkarte getilgt“ werden müsse, entgegnet Resai daher lediglich:

So wie er redet, verstößt er gegen die Interessen iranischer Außenpolitik.

Resais Kritik an Ahmadinedschad bezieht sich folglich nicht auf den Wunsch Israel zu vernichten, sondern lediglich darauf, selbiges fortlaufend öffentlich zu verkündigen. Die Frage, ob Resai Israel als „zionistischen Staat“ anerkenne, beantwortet selbiger hingegen in bester Ahmadinedschad-Manier:

Warum sollen wir Iraner sagen, was für ein Staat dort zustande kommt? Das sollen die Menschen in Palästina selbst entscheiden. Die UN sollen ein Referendum abhalten zwischen den wahren Bewohnern Palästinas. Das Ergebnis wird Iran akzeptieren.

Kurz: Nein, Resai akzeptiert die Existenz des jüdischen Staates nicht. Über die Wahlchancen Resais, den die amerikanische Presseagentur AP allen Ernstes als „moderaten Konservativen“ bezeichnet, schreibt Avenarius:

Da Resai selbst jedoch keine Chance auf den Wahlsieg haben dürfte, könnte er dem Mann zur Macht verhelfen, der beide Lager vereint: Ex-Premier Mussawi. Auch der ist ein dem konservativen Lager verbundener Kriegsheld, er steht aber den Reformern nahe und gibt sich ebenfalls dialogbereit – was für Iran weit wichtiger sein könnte als ideologische Unterschiede zwischen Konservativen und Reformern.

Avenarius übersieht wie so viele seiner Kollegen, dass das Mullah-Regime nicht reformiert, sondern nur überwunden werden kann. Denn, wie Daniel Fallenstein in einer Rede zur Kundgebung „Freiheit statt Islamische Republik!“ am 1. April 2009 in Berlin treffend formulierte:

Im Umgang mit den Mullahs gibt es nur ein moralisch einwandfreies Ziel: Die Ablösung ihres Regimes im Iran durch ein säkulares, liberales Staatswesen.

Demgemäß ist vollkommen unerheblich, ob Ahmadinedschad, Resai oder der „Reformer“ Mussawi, dessen Integrität im Übrigen ebenfalls äußerst fragwürdig ist, die Wahl im Juni gewinnen und den öffentlichen Hampelmann machen wird. Indes braucht es nicht viel Fantasie, sich die Kommentare deutscher und westlicher Medien im Falle eines ausbleibenden Wahlerfolges Ahmadinedschads respektive einer Wahl Mussawis oder gar Resais vorzustellen: „Iran wählt den Wandel“, „Abkehr vom Konfrontationskurs“ oder gar „Jetzt wird alles gut!“ – den Herren Avenarius, Lerch & Co wird schon etwas Passendes einfallen. Angesichts solch‘ drohender Schlagzeilen und einer damit verbundenen Zunahme der Appeasement-Politik wünschte man sich fast, dass am 12. Juni 2009 der bekannteste lebende Antisemit der Welt einen Wahlsieg feierte.

45 Antworten

Subscribe to comments with RSS.

  1. Parsa Kakashanian said, on Mai 12, 2009 at 8:52 pm

    „„mit welchem Etikett ein israelischer Politiker bedacht würde, der eine religiös-fanatische Miliz gegründet hat, in Terroranschläge verwickelt war und von der Polizei gesucht wird““

    –> Das trifft doch exakt auf Menachem Begin zu, wenn ich mich nicht irre😉 Begin war Führer der Irgun, einer radikal-nationalistischen Miliz. Er hatte das Massaker in Deir Jasin zu verantworten, bei dem über hundert Araber, darunter Frauen und Kinder, ermordet wurden. Und er wurde auch von der britischen Polizei gesucht, für die Terroranschläge, dier nicht zuletzt gegen die Mandatsmacht unternahm. Er war übrigens auch derjenige, der dem ollen Konrad Adenauer, seinerzeit ja Kanzler, Paketbomben zusandte. Hätten die Deutschen dies publik gemacht, wäre wohl Interpol aktiv geworden.

    „Im Umgang mit den Mullahs gibt es nur ein moralisch einwandfreies Ziel: Die Ablösung ihres Regimes im Iran durch ein säkulares, liberales Staatswesen.“

    Yup. Wäre aber toll das den Iranern doch selbst zu überlassen. Als eines der wenigen Völker dieser Erde haben sie demonstriert, dass sie eine Revolution zu machen in der Lage sind.
    Ich erinnere nur ungern an den letzten Regime Change Versuch unserer amerikanischen Freunde im Iran. Das war 1953. Damals wurde ein populärer, liberaler Politiker, der seine Herrschaft aufs demokratisch gewählte Parlament stützte, abgesägt. Ein verhasster Shah wurde durch den Westen etabliert. Dessen Unterdrückungsregime wurde dann vom Westen so intensiv geschult, dass Opposition im Lande nur noch an einem einzigen Ort möglich war: in den Moscheen. Khomeini le-voilà!
    Wenn man nach Afghanisten schaut, dann weiß man, es gibt den Islamismus auch noch eine Stufe schärfer als den der Mullahs. Seien wir Westler also so gnädig, und unterstützen das iranische Volk lieber von außen, anstatt zu versuchen einen Regime Change herbeizubomben, der exakt darauf hinauslaufen wird, dass das Elend sich noch weiter vergrößert und die Region endgültig ins Chaos abgleitet. Zumal die Regime Changes unserer amerikanischen Freunde in Afghanistan und im Irak ja beispielhaft sind für eine positive, demokratische und freiheitliche Entwicklung.

  2. Zackenbarsch said, on Mai 12, 2009 at 9:45 pm

    @ Parsa K.

    Großartige Replik! Gedanklich reich, inhaltlich überzeugend. Hebt sich wohltuend von dem ab, was hier und in ähnlichen Blogs sowohl von Autoren- wie von Leserseite zu hören ist.

  3. Lejzorek Rojtszwanz said, on Mai 13, 2009 at 8:20 am

    @Kaka so und so

    Demokratie bedeutet nicht, dass man ein Arschloch in freien Wahlen zu Präsidenten wählt, sondern dass es Möglichkeit gibt ihm dann wieder abzuwählen.
    Machmirdenjihad tut alles, um keinen PräsidentenKandidaten zuzulassen die islamistische Regime bedrohen könnte.
    Und für die Gefahr eines Volksaufstandes hat er Truppen zur Verfügung die effizienter sind als als Savak es war.

    Mit dem Menachem Begin und Interpol sind Sie auf dem Holzweg. Wahrscheinlich wissen Sie nicht mal, wann Interpol gegründet wurde.

    Es wundert mich, warum muessen Sie immer wieder ein antisemitischer Dreck schreiben um sich zu befriedigen?

    Kommentar von Mr. Moe: Den letzten Satz dieses Postings habe ich gelöscht. Ich verbinde diesen Eingriff mit der Bitte, Beleidigungen dieser Art künftig zu unterlassen.

  4. Claudio Casula said, on Mai 13, 2009 at 9:47 am

    @ Parsa Kakashanian

    Mit Verlaub: Ihr Begin-Vergleich hinkt gewaltig. Dass Begin so wenige Jahre nach dem Holocaust, in dem seine gesamte (!) Familie ausgelöscht worden war, eine Annäherung zwischen Israel und Deutschland hintertreiben wollte, ist zumindest für mich durchaus nachvollziehbar. Außerdem ist nicht bewiesen, dass Begin für die geplanten Sprengstoffanschläge verantwortlich war. Selbst der nicht sehr wohlwollende Wikipedia-Eintrag, aus dem Sie ihr Wissen offensichtlich beziehen, benutzt den Begriff „vermutlich“.

    Begins Irgun-Aktivitäten kamen ebenfalls nicht aus heiterem Himmel. Die Irgun kämpfte für einen eigenen jüdischen Staat, während und kurz nach dem Holocaust. Dem Anschlag auf das Hauptquartier (!) der britischen Mandatsmacht im Westflügel des King David Hotels gingen zudem telefonische Warnungen voraus, um den Verlust an Menschenleben so gering wie möglich zu halten. Es gibt immer noch einen Unterschied zwischen Guerillakampf und Terrorismus.

    Zudem lenkte Begin ein, als Ben-Gurion richtigerweise auf dem Gewaltmonopol des Staates bestand, und löste seine Miliz auf. Im demokratischen Staat passte er sich den demokratischen Gepflogenheiten an. Und er räumte den gesamten Sinai für den Friedensvertrag mit Ägypten. Während Mohsen Resai ein Antisemit ist (warum sonst hat er ein jüdisches Gemeindezentrum in Buenos Aires in die Luft sprengen lassen?) und dem früher mal halbwegs demokratischen Libanon mit der Schaffung der islamofaschistischen Hisbollah sicher keinen Gefallen getan hat.

    Was den Iran betrifft: Eine Revolution ist nicht per se zu begrüßen, auch wenn ein mieser Machthaber gestützt wird. Der nächste könnte noch mieser sein. Die Geschichte ist voller Beispiele dafür. Die Frage ist doch immer: Was ist die Alternative? Auch wenn Sie süffisant auf die sicher nicht perfekten neuen Verbündeten der Amerikaner (igitt!) verweisen: Karsai ist immer noch um Klassen besser als die Taliban. Und al-Maliki einem Saddam 100-mal vorzuziehen. Oder sehen Sie das anders?

    Postscriptum: Ein regime change von außen muss nicht das Schlechteste sein. Gerade wir als Deutsche sollten das eigentlich wissen.

  5. Zackenbarsch said, on Mai 13, 2009 at 1:06 pm

    @ Casula

    „Und al-Maliki einem Saddam 100-mal vorzuziehen“

    Vergessen Sie nicht, dass auch Saddam Hussein quasi ein Geschöpf der USA war. Und ein al-Maliki hält sich nur so lange, wie die USA noch die Grüne Zone in Baghdad verteidigen (denn auf mehr als das haben sie kaum einen Einfluss). Danach wird eine Situation eintreten, die aus westlicher Sicht noch unbefriedigender und bedrohlicher ist als der alberne Diktator Saddam Hussein. Der Angriff auf den Irak war auch so eine der Idiotien der Bushisten, an denen sich noch mehrere US-Präsidenten werden abarbeiten müssen. Zum Glück macht der derzeitige eine ziemlich gute Figur

  6. Claudio Casula said, on Mai 13, 2009 at 1:36 pm

    @ Zackenbarsch

    Da sind wir wohl geteilter Meinung. Wenn die gute (?) alte „Realpolitik“ bedeutet, dass man Diktatoren wieder in den Allerwertesten kriecht, wird man es früher oder später bereuen.

    Dass Saddam Hussein „ein Geschöpf der USA“ war, ist einfach Unfug. Er war ein Geschöpf der Baath-Partei und putschte sich auf traditionelle arabische Weise an die Macht. Sie spielen wahrscheinlich darauf an, dass Saddam für Amerika eine Weile das geringere Übel (im Vergleich zu Iran) darstellte, aber da sollten die Europäer mal schön still sein. Saddam wurde vor allem von den Franzosen gepäppelt.

    Zum Schluss: Sie mögen Saddam für einen „albernen Diktator“ halten. Seine Opfer (im Land: oppositionelle Iraker und Kurden, außerhalb: alle, die er angriff, also Iraner, Israelis, Kuweitis) fanden ihn weit weniger witzig. Sondern mörderisch. Aber wenn man am linken Stammtisch einen solchen Rochus auf die USA und Israel hat, neigt man wohl allgemein zur Verharmlosung von Massenmördern. Hauptsache, sie haben den richtigen Feind.

  7. Parsa Kakashanian said, on Mai 13, 2009 at 2:03 pm

    @ Rotschwanz

    Ihre schlechte Kinderstube stößt mich ab. Gerade unter Demokraten sollten es Gepflogenheiten gebe, die alle achten. Sie kriegen das nicht hin, und sollten deshalb besser von Demokratie schweigen.

    „Demokratie bedeutet nicht, dass man ein Arschloch in freien Wahlen zu Präsidenten wählt, sondern dass es Möglichkeit gibt ihm dann wieder abzuwählen.“

    Die Iraner haben ja tatsächlich die Möglichkeit, Ahmadinedschad abzuwählen. Das macht Iran allerdings noch lange nicht zu einer Demokratie. Demokratie bedeutet nämlich mehr als Wahlen: Rechtsstaat, Sicherheit, auch de facto Meinungsfreiheit, Minderheitenrechte. Iran ist keine Demokratie. Und die pro-amerikanischen Regime in Bagdad und Kabul sind sicherlich ähnlich weit von wirklicher Demokratie entfernt.

    „Und für die Gefahr eines Volksaufstandes hat er Truppen zur Verfügung die effizienter sind als als Savak es war.“

    Das werden wir wohl erst erfahren, wenn es zu einem Aufstand kommt. Generell gilt, dass das Islamische Regime nur sich selbst hat, um den Widerstand niederzudrücken. Der Schah wurde Anno dazumal ja von Amerika, Israel und Westeuropa tatkräftig bei der Unterdrückung des iranischen Volkes unterstützt.

    @ Casula

    Ich hatte nicht vor, diesen Mohsen Rezai total mit Begin gleichzusetzen. Ich wollte nur zeigen, dass der Begriff Terrorist zwiespältig ist. Begin war ein Terrorist – nach jeder Definition. Und er wurde doch ein Staatsmann.

    Im übrigen ist Rezais Verhedderung in das Buenos Aires Attentat wohl ähnlich ungewiss wie Begins Planung des Anschlags auf das King David Hotel.

    Und während Rezai vielleicht Antisemit ist, war Begin ein Massenmörder, der das Massaker in Deir Yasin auch Jahre danach noch gerechtfertigt hat.

    Ich will Rezai nicht verteidigen, ich möchte Ihnen nur zeigen, dass in solchen Ländern, die durch Gewalt geprägt sind, die Maßstäbe einfach anders sind.

  8. Lejzorek Rojtszwanz said, on Mai 13, 2009 at 2:18 pm

    @kakash…

    wie kommen Sie darauf dass ich ein Demokrat wäre? Sie sind auf jeden Fall keiner, und daher dürfen Sie nicht über Demokratie reden!
    Jeder, der Achmachmirdenjihad unterstützt und rechtfertig ist ein Faschist und kein Demokrat.
    Wenn meine fehlende Kinderstube Sie abstösst, dann müssen Sie hier Ihre kostbare Zeit nicht verschwenden. Bei Muslimmarkt sind sie bestimmt bestens aufgehoben.

    Ihre Meinung ist natürlich nur ein Dreck wert. Wenn für Sie M. Begin ein Massenmörder ist, dann sind ALLE Palästinenserführer ebenfalls Massenmörder. Die iranische Regime besteht aus lauten Terroristen und Massenmörder.
    Und Sie sind ein dummer Antisemit.

  9. Parsa Kakashanian said, on Mai 13, 2009 at 2:23 pm

    „Ein regime change von außen muss nicht das Schlechteste sein. Gerade wir als Deutsche sollten das eigentlich wissen.“

    Sie ziehen eine historische Analogie, die unverhältnismäßig ist. Hitler wurde ja nicht bekämpft, weil die Westalliierten in Deutschland einen Regime Change wollten, sondern weil Hitler Europa und der Welt den Krieg erklärt hat. Ich kann allerdings beim besten Willen nicht erkennen, dass Iran einen Angriffskrieg führt!? Iran unterstützt sicherlich fragwürdige Gruppierungen, einige davon sicherlich terroristisch. Aber angesichts der Tatsache, dass in Washington bis vor kurzem jeder davon gefaselt hat, den Iran plattzumachen, dass Washington und die Europäer 1980-88 den blutrünstigen Angriffskrieg des Verbrechers Saddam Hussein unterstützt haben, sollte es nicht verwundern, dass die Mullahs nach der Devise, der Feind meines Feindes ist mein Freund handeln. Hizbollah wurde ja nicht aus heiterem Himmel geboren. Da brauchte es schon einen völkerrechtswidrigen israelischen Einmarsch in den Libanon. Und die bösen terroristischen Attentate der Hizbollah auf US-Soldaten in Beirut sind auch dadurch bedingt, dass die USA äußerst aktiv Saddam unterstützt haben, dessen Krieg einer halben Million Iraner das Leben kostete und eine ganze Provinz verwüstete. Diese westliche Doppelmoral ist ekelerregend!

    Genauso ekeleregend: die echauffierte Empröung der Amerikaner über die Besetzung der Botschaft in Teheran. Ja, was für Barbaren, diese Iraner, zutiefst ablehnenswert, das verstößt ja gegen die Wiener Konvention! Diplomaten müssen tabu sein! Ja, und? Ein Vierteljahrhundert davor ging von eben dieser Botschaft der Putsch gegen Mossadegh aus! Das dürfen Diplomaten also, die legitime Regierung des iranischen Volkes beseitigen. Diese Heuchlerei provoziert Brechreiz.

    „Sie mögen Saddam für einen “albernen Diktator” halten. Seine Opfer (im Land: oppositionelle Iraker und Kurden, außerhalb: alle, die er angriff, also Iraner, Israelis, Kuweitis) fanden ihn weit weniger witzig. Sondern mörderisch.“

    Saddam war ein Monster. Die Menschen in Iran haben auf den Straßen gejubelt, als man ihn umgebracht hatte. Aber seine Opfer sind auch die Opfer seiner Unterstützer. Saddams Krieg gegen Iran wäre nicht denkbar gewesen ohne US- und europäische Unterstützung. Der Westen trägt hier die Mitverantwortung für sein beredtes Schweigen zu diesem Massenmord. Und die Kurden und Schiiten, die sie ansprechen. Wer hat denn die Kurden und die Schiiten im Süden 1991 aufgehetzt? Erhebt euch, hieß es, wir werden Bagdad bald einnehmen. Aber dann kamen sie nicht die guten Amerikaner und ihre lieben Verbündeten. Und Schiiten und Kurden, die sich erhoben haben, gucken ziemlich blöd aus der Wäsche. Unter den Augen der Weltöffentlichkeit hat Saddam dann Gemetzel angerichtet. Hunderttausende Kurden flohen über die Berge nach Iran und in die Türkei. Diese beiden Länder nahmen sie auf, obwohl – der Iran ist ja bitterböse, gell? Gab es vom Westen nenneswerte Unterstützung? Kaum! Das gleiche sehen wir bei den über 2 Mio. irakischen Flüchtlingen, davon ein hoher Anteil Christen, die seit dem tollen Regime-Change-ist-doch-geil-Krieg geflohen sind. Wer hat sie aufgenommen? Syrien und Jordanien! Und die USA? Kaum! Kaum jemand von diesen elenden Massen durfte nach Amerika, denn die Weltmacht der Freiheit braucht solche orientalischen Menschen nicht. Freiheitsgeheuchel, ja, aber bitte im Orient. Bloß nicht in Chicago oder Miami.

    Ehe ihr pseudoliberalen-neokonservativen-antideutschen Ideologen das alles nicht rafft, werdet ihr nicht in der Lage sein, diese Region auch nur halbwegs zu verstehen.

    Wenn ich Freiheit höre, dann denke ich stets: Heuchelei. Das hat Bush zu verantworten, der Kübel aus Dreck über Amerika und über die Ideale des Westens gekippt hat. ER hat alles beschmutzt, wofür der Westen steht. Und dass es nun einen Obama gibt, der endlich-endlich diesem Wahnsinn im Namen der Freiheit (lachhaft!) ein Ende setzt, ist ein Gottesgeschenk! Und ein Beweis dafür, dass die amerikanische Nation noch so tief in der Scheisse stecken kann, sie erfindet sich doch wieder neu und bleibt somit ein leuchtendes Vorbild der wahren Freiheit für die Unterdrückten dieser Erde.

  10. Parsa Kakashanian said, on Mai 13, 2009 at 2:31 pm

    @ Rotschwänzle

    „wie kommen Sie darauf dass ich ein Demokrat wäre?“

    Ich unterstelle meinen Mitmenschen immer Aufrichtigkeit und vermute nie von Anfang an das Schlechteste.

    „Jeder, der Achmachmirdenjihad unterstützt und rechtfertig ist ein Faschist und kein Demokrat.“

    Bilden Sie sich mal darüber, was Faschismus ist. Und verwechseln sich das nicht mit dem iranischen Islamismus.
    Der Präsident heisst Ahmadi-Nejad, ein putziger Name, der auf deutsch die Familie oder die Sippe der Ahmadis bedeutet. Nejad steht übrigens auch für Rasse. Nejadparast heisst Rassist.
    Und ich habe nie geschrieben, dass ich Mahmoudjan unterstütze. Da geht ihr Wahn mit Ihnen durch, gell?

    „Ihre Meinung ist natürlich nur ein Dreck wert.“

    Sie sind bemitleidenswert😉

    „Wenn für Sie M. Begin ein Massenmörder ist, dann sind ALLE Palästinenserführer ebenfalls Massenmörder.“

    Da besteht keine wenn-dann Kausalität, sie Logikexperte! Begin hat gemordet. Und ich bin mir sicher, dass viele Palästinenserführer auch gemordet haben. Dass das auf ALLE zutrifft, würde ich nicht unterschreiben.

    „Und Sie sind ein dummer Antisemit.“

    Das putzige ist, dass Sie sich die ganze Zeit selbst entlarven😉

  11. Lejzorek Rojtszwanz said, on Mai 13, 2009 at 2:41 pm

    @Kackeschanian

    was wollen Sie mit Ihrer Kraakelei erreichen? Zeigen Dass Sie ein Antisemit sind? Das weiß man mittlerweile.
    Welcher Nationalität sind Sie eigentlich? Ein Iraner sind Sie nicht. Haben die Arschlöcher wie Sie überhaupt eine Nationalität?

  12. Parsa Kakashanian said, on Mai 13, 2009 at 2:54 pm

    Ihre Ausdrucksweise spricht für sich😉 Kheyli porruh e😉

    „Arschlöcher“ wie ich sind natürlich staatenlos. Wir sind so schrecklich, dass wir in keine Volksgemeinschaft passen. Der gesunde Volkskörper stößt uns stets ab…

    Im übrigen, was für einen Belang hat meine Staatsangehörigkeit? Beurteilen Sie Menschen nach ihrer Nationalität?

    Den Antisemiten tragen sie auch wie eine Monstranz vor sich her😉 Aber an irgendwas müssen Sie sich ja festhalten, gell?

  13. Zackenbarsch said, on Mai 13, 2009 at 3:31 pm

    Wenn das Meinungsklima zum Nahost-Konflikt bereits tausende Kilometer vom Brennpunkt entfernt so vergiftet ist wie in diesem Blogstream, wird einem bewußt, dass eine Zweistaatenlösung für Palästina wohl eine Illusion ist, egal wieviel guter Wille außerhalb Israels in eine späte Verwirklichung dieses Ursprungsplans investiert wird. Insofern scheint mir der von den arabischen Ländern in die Diskussion gebrachte Ein-Staat-Lösung eines gemeinsamen Staates Palästina letztlich der einzig gangbare Weg. Die Selbstdefinition Israels als „jüdischer“ Staat und der

  14. Zackenbarsch said, on Mai 13, 2009 at 3:34 pm

    …von beiden Konfliktparteien als „Hauptstadt“ beanspruchte Stadt Jerusalem stehen dere Zwei-Staaten-Lösung dauerhaft im Weg.

    Das Ein-Staat-Modell hat ja auch in Post-Apartheid-Südafrika im großen und ganzen eine segensreiche Wirkung entfaltet.

  15. Claudio Casula said, on Mai 13, 2009 at 3:53 pm

    @ Zackenbarsch

    Eine Zweistaatenlösung ist nur so lange eine Illusion wie die arabische Seite glaubt, sich damit – weil historisch ungerecht – niht abfinden zu müssen. Es geht aber nicht zum status quo ante zurück, und wenn sie noch zehn Kriege vom Zaun brechen. Es gibt bereits 22 arabische Staaten, und ein 23. hätte mich Palästina längst gegründet werden können. Der eine (mehrheitlich) jüdische wird bleiben. Das wäre ja noch schöner: ein weiterer von muslimischen Arabern dominierter failed state, der die Juden genauso hinausekeln würde wie er es mit den arabischen Christen macht.

    @ Kakashanian

    Wir beide kommen auf keinen grünen Zweig. Ich hab auch, ehrlich gesagt, weder Zeit noch Lust, jetzt auf jede Ihrer Behauptungen einzugehen. Beispiel: Dem „völkerrechtswidrigen israelischen Einmarsch in den Libanon“ ging ja wohl der Katjuscha-Beschuss israelischer Ortschaften in Galiläa (damals noch durch die PLO) voraus. Sie würden das natürlich nicht als völkerrechtswidrig bezeichnen. Ähnlich verhält es sich mit der „Tatsache, dass in Washington bis vor kurzem jeder davon gefaselt hat, den Iran plattzumachen“. Wer denn, bitte schön? Einfach grotesk, wie Sie hier versuchen, den Spieß glatt umzudrehen. Dem Iran droht niemand mit der Vernichtung, der Iran selbst droht einem Mitgliedsstaat der Vereinten Nationen mit der Vernichtung.

    Aber so kämen wir mal wieder vom Hundertsten ins Tausendste. Nein, danke.

    Ihr „Gottesgeschenk“ wird sich übrigens noch früh genug als Mensch aus Fleisch und Blut erweisen. Er ist genauso wenig unfehlbar wie der Papst. Nur weil Sie Bush für das personifizierte Böse halten, müssen Sie seinen Nachfolger nicht gleich zum Messias ausrufen.

  16. Mr. Moe said, on Mai 13, 2009 at 3:55 pm

    @Parsa Kakashanian:

    Und während Rezai vielleicht Antisemit ist,

    Das „vielleicht“ können Sie getrost streichen. Oder sehen Sie das etwa anders?

    @Lejzorek Rojtszwanz:
    Auch wenn die bloße Frage nach der Nationalität für eine Zensur nicht ausreichen mag, möchte ich Ihnen doch dringend dazu raten, sich zusammenzureißen und einigermaßen sachlich zu bleiben. Auch wenn ich Parsa Kakashanians Positionen in keinster Weise teile: seine Staatsangehörigkeit spielt in der Tat keine Rolle.

    @Zackenbarsch:
    Ich vermute, dass Sie sehr genau wissen, auf was eine „Ein-Staat-Lösung“ hinauslaufen würde. Zudem sollten Sie bezüglich Vergleichen Israels und dem Südafrika der Apartheid aufpassen. Zwar hat jeder das Recht seine Meinung kundzutun, aber derart offensichtlichen – und zudem: böswilligen – Schwachsinn, werde ich hier nicht weiter tolerieren.

  17. Lejzorek Rojtszwanz said, on Mai 13, 2009 at 4:53 pm

    @Parsa,

    ich finde es blöd, wenn ein Deutscher sich einen armenisch-persichser Nick gibt um sich einen Grund für seine antisemitische Ausfälle zu geben. Das ist alles.
    Für Sie ist das vielleicht nur Spaß, Spiel und Dialektik. Bei uns geht es um das Überleben.
    So was können Sie in ihrem linkseverdrehten Kopf nicht verstehen.

    Frage nach Ihrer Nationalität hat doch Sinn. Bevor man einen MP von Israel (Nobelpreisträger in der Kategorie Frieden) als einen Massenmörder bezeichnet, sollte man sich überlegen, welche Politiker die Massenmörder waren Ihr Volk hervorgebracht hatte.
    Oder sind Sie ein Grönländer?

  18. Lejzorek Rojtszwanz said, on Mai 13, 2009 at 5:04 pm

    @Zackenbarsch

    Sie reden Unsinn von Ein-Staat-Lösung. Das würde nur zum Bürgerkrieg führen. Das wird nur klappen, wenn ein von den beiden Völker vertrieben wird. Sie hoffen darauf dass die Juden vertrieben werden? So wie sie schon nach 1948 aus den arabischen Terrorstaaten vertrieben worden sind?

    Wie stellen sich das vor dass die zwei Völker, die sich nicht mögen (vielleicht sogar abgündlich hassen) friedlich in einem Staat leben? Kosovaren konnten mit Serben nicht in einem Staat leben. Montenegriner könnten weder mit Kosovaren noch mit Serben in einem Staat leben, Serben können mit Bosniaken nicht in einem Staat leben, Tschetschen können mit Russen nicht in einem Staat leben. Abchasier und Osetier können mit Georgiern nicht in einem Staat leben, und da kommt ein Meschugge der sich Zackebarsch nennt und behauptet, wenn die Juden und Araber in einem Staat leben, dann wird es Frieden, Freude und Eierkuchen geben. Wie bekloppt muss man sein um so ein Schwachsinn zu behaupten? Was für eine Anmassung seitens eines Deutschen über den Köpfen von Juden und Palästinenser über deren Zukunft zu entscheiden.

  19. Roko said, on Mai 13, 2009 at 5:22 pm

    Herr Calsula!

    Wer hat denn von Ihnen verlangt, dass sie auf jedes der vorgebrachten Argumente eingehen, wozu sie „weder Zeit noch Lust“ haben?

    Dann lassen Sie es doch. ich wundere mich sowieso über so fanatische Schreihälse wie die Herren Calsula und Rojtszwanz, die sich in unflätigster Weise äußern und deren vornehmste Aufgabe es zu sein scheint, mit an den Haaren herbeigezogenen Argumenten immer nur einseitige Schuldzuweisungen auf Palästinenser, andere Araber sowie den Iran zu häufen ohne auch mal irgendeinen Splitter im Auge der israelischen Politik zu sehen.

    Obwohl dazu doch wohl offenkundig Anlass besteht.

    So kann man doch nicht den Anspruch erheben, von irgend jemand ernst genommen zu werden. Diese völlige Distanzlosigkeit und Kritikunfähigkeit macht einen schon ein bisschen fassungslos.

    Und zum Apartheidsvergleich. Der hinkt zwar, wie alle Vergleiche. Aber ihn hier verbieten (die bürgerliche Presse diskutiert ihn ja auch) zu wollen, zeugt auch von einem schlechten demokratischen Stil, wenn hier gleichzeitig gänzliczh ungerechtfertigte „Antisemitismus“vorwürfe erhoben werden, schiitischer religiöser Extremismus mit dem Faschismus verglichen wird, der nochmal auf einem ganz anderen Blatt steht oder ständig wieder die Behauptung erhoben wird, Iran reichere Uran zu Bombenbauzwecken an (unbewiesen, höchstwahrscheinlich falsch) oder Ahmadinedschad drohe mit der Vernichtung Israels (erwiesenermaßen falsch).

    Allerdings ist es richtig, dass Israel verschiedentlich dem Iran mit Krieg gedroht hat. Vielleicht erinnern sich einige hier auch noch an das offene Mikrophon bei McCains „Bomb-bomb-Iran“-Gesang zur Melody des Beachboys-Klassiker BarbaraAnn.

    Das heißt doch alles nicht, dass irgendjemand das Ajatollah-Regime oder die Menschenrechtslage im Iran oder in verschiedenen anderen islamischen Staaten schön schreiben will.

    So das mußte mal heraus.

  20. Schapp said, on Mai 13, 2009 at 5:41 pm

    Wollen Sie diesen Rotbarsch Flegel nicht mal raus werfen oder seinen Beiträge sperren, Mr. Moe? Ich finde, auf solche Freunden kann man wirklich verzichten. Auch wenn ich mit vielen Beiträgen nicht zufrieden bin hier. Aber die anderen diskutieren wenigsten sachlich und ohne Beleidigungen. Man kann immer unterschiedlichen meinung sein.

  21. Mr. Moe said, on Mai 13, 2009 at 6:49 pm

    @Roko:
    Ich wüsste nicht, wo sich Herr Casula einer unflätigen Ausdrucksweise bedient hätte. Im Gegensatz zu Ihnen hat er Argumente vorgebracht und nicht einfach nur Behauptungen aufgestellt (Stichwort: „Obwohl dazu doch wohl offenkundig Anlass besteht.“) oder dreiste Lügen verbreitet (etwa, dass es „erwiesenermaßen falsch“ sei, dass Ahmadinedschad Israel mit der Vernichtung drohe).
    Die bürgerliche Presse kann diskutieren was sie will, das ist deren Sache. Des Weiteren hinkt der Apartheidsvergleich nicht, nein er hat nicht einmal ein einziges Bein: Er ist schlichtweg falsch, dient einzig und allein dazu, Israel zu dämonisieren und ist ergo antisemitisch. Aus diesem Grund werde ich Ihn hier nicht weiter diskutieren lassen. Wenn sie unter Demokratie verstehen, dass jeder Scheiß geduldet werden muss, ist das ihr Problem. Und wenn Ihnen das nicht passt, müssen Sie Ihren Abfall künftig wohl oder übel woanders herauslassen.

    @Schapp:
    Lejzorek Rojtszwanz hat das gleiche Recht hier zu schreiben wie Sie und jeder andere auch (Ausnahmen s.o.). Im Übrigen habe ich einen Seiner Beiträge (teilweise) zensiert sowie Ihn darauf hingewiesen, sich bezüglich seiner Ausdrucksweise zu mäßigen.

    @Lejzorek Rojtszwanz:
    Nichtsdestotrotz fordere ich Sie ein letztes Mal auf, persönliche Beleidigungen, die nichts, aber auch gar nichts mit dem Thema zu tun haben zu unterlassen.

  22. Lejzorek Rojtszwanz said, on Mai 13, 2009 at 7:28 pm

    @Mr. Moe

    ist ja gut, Mr. Moe. Ist ja gut.

    Aber sageb Sie nur mal ganz vertraulich (es kann über Email sein) warum lassen Sie hier den ultralinken antisemitischen Dummköpfen ihren Gift zu spritzen.

    Wenn ich so ein Schwachsinn wie von Kackeschwelli oder Zackenburschen lesen muss, dann kann ich mir gleich Jugen Welt oder Freitag kaufen. Und wenn ich kein Geld ausgeben will, dann begnüge ich mich mit Campo Antiimperialista. Da muss ich tatsächlich Ihren Blog nicht lesen.

    Wenn sogar in IHREM Blog die Propagandaergüsse von Hamasfreunden und Unterstützern der iranischen Islamofaschisten lesen muss, dann kann ich tatsächlich auf das Lesen von Kommentaren in Ihrem Blog verzichten.

    Das blödeste was ich von diesen Deppen hier gelesen habe ist ihr Geschwübbel von der Demokratie. Da weiss das linke Pack nicht mal was die Demokratie ist. Die denken, dass die Demokratie bedeutet zu einem Israelfreundlichen Blog zu kommen und es mit anitisraelischen Kommentaren zu vermüllen.
    Als ob ein privater Blog das Eigentum von jedem antisemischen Deppen wäre.
    Für diese Bekloppten heisst die Demokratie wahrscheinlich zu jemanden nach Hause zu kommen und sich in der Mitte des Teppich auszukoten. Und die anderen sollen dafür auch verständnis haben?
    Wofür wollen Sie mit dem Kackeschwachniani noch diskutieren? Immer das gleiche Mist? Was will er erreichen? Ihnen zeigen dass Sie blöd sind und er die Weissheit mit Löffel gefressen hatte?
    Muessen Sie sich das antun? In Namen von was? Tolleranz? Für intolleranten Israelhasser und Terroristenversteher?

    Machen Sie sich keine Sorgen Mr. Moe.ich werde nichts mehr schreiben. Und wenn solche Kackenschwachnians hier die Oberhand gewinnen, dann ist auch Ihr Blog fertig.
    Walten Ihres Amtes Mr. Moe. Halten Sie die Judenhasser fern von Ihrem Blog.
    Mit Antisemiten ist jede Diskussion zwecklos. Das müssen Sie doch wissen.

  23. Blacky said, on Mai 13, 2009 at 9:03 pm

    Handelt es sich hier um den finalen Amoklauf eines traurigen Dutzends von Bloggern, die, sich ständig gegenseitig miteinander verlinkend (Moe, Heplev, Casula, PI ), einen letzten masturbativen Exzess inszenieren, bevor sie angesichts des Paradigmenwechsels der Weltmächte in Sachen Nahostpolitik kollektiven Massenselbstmord begehen? Warum geht ihr nicht lieber miteinander kegeln oder saufen oder zeigt euch gegenseitig eure Piephähnchen oder Trizepse, anstatt euch gegenseitig übers Internet dumme Briefe zu schreiben und jeden Beitrag vernünftiger Zeitgenossen, die sich versehentlich auf eure Seiten verirren und euch dann gutmütigerweise ins Gewissen zu reden versuchen, mit tollwütigem Gebrüll zu verjagen? Ihr tut mir – jetzt mal ganz ohne Ironie und Häme – in eurem hilflos-kindlichen Allmachtswahn und eurem altklug-grotesken Überlegenheitsanspruch wirklich ein bisschen leid.

  24. Ferdinand said, on Mai 13, 2009 at 9:17 pm

    Schapp hat vollkommen Recht,Mr.Moe. Drehn sie Rojtswanz den Saft ab.

    Die verbale Gosse und der Rassismus sollte hier wirklich nichts zu suchen haben., „richtige“ Gesinnung hin oder her. Da darf man nicht mit zwei Maß messen.

  25. Serenity Bob said, on Mai 13, 2009 at 11:03 pm

    Vielleicht etwas off-topic, aber hier fällt es mir besonders auf:

    Was Israel und der gesamte Westen – zu dem, egal, ob es manchen passt oder nicht, auch Deutschland gehört – wirklich bräuchten, wäre Aufklärungsarbeit.

    Die Medien formen die Bilder, in denen arglose Medienkonsumenten denken.
    Gegenwärtig sind diese Bilder ziemlich einseitig antiwestlich und antiisraelisch. Die Gegenseite hat mehr Erfolg darin, ihre Sichtweise unter die Leute zu bringen und in den Gehirnen zu verankern. Warum? Hier ist offensichtlich was falsch gelaufen.

    Wir bräuchten – nix gegen Moe und andere redliche Blogger – Journalisten, auf die gehört wird und die eine differenziertere Sichtweise transportieren. Journalisten in Mainstream-Medien.

    Ich will keine Phrasen dreschen, und ich habe auch selbst nicht die Mittel, sowas zu schaffen. Aber hier läge der Schlüssel, langsam und langfristig eine Trendwende einzuleiten.

    Vielleicht etabliert mal jemand eine Journalistenschule oder einen Think-tank, der Informationen anders, mit anderem Blickwinkel salonfähig macht?
    Es geht ja nicht darum, z.B. den Iran zu dämonisieren. Nur darum, das Fragwürdige an solchen hasserfüllten islamistischen Sichtweisen besser herauszuarbeiten, ohne diesen „Robin-Hood-Bonus“, den die derzeit zu genießen scheinen.

    Vielleicht erleben wir´s ja noch.

    Just my two pence,

    Bob

  26. willow said, on Mai 14, 2009 at 7:23 am

    @Blacky

    Was bitte meinen sie mit „Paradigmenwechsel in Sachen Nahostpolitik“?

    Es ist doch nichts Neues, die Juden -wo immer möglich- umzubringen und ihnen ihren Besitz wegzunehmen. Die einzige Neuigkeit besteht darin, daß nun auch der POTUS sich mit dieser Idee angefreundet hat. Vermutlich liegt er nicht mal falsch, wenn er hofft, die Welt würde ihn noch mehr lieben, wenn er Israel „ausradieren“ würde.

    Aber ein Paradigmenwechsel? Typen wie Sie geilen sich schon seit Jahrhunderten am Judenschlachten auf… wenn überhaupt ein Paradigmenwechsel, dann der, daß nun auch im deutschsprachigen Raum offen die Vernichtung der Juden gefordert werden kann. Oder was haben sie mit den Israelis vor, nachdem ihr Staat vernichtet ist? Schutzlager?

  27. Ferdinand said, on Mai 14, 2009 at 8:20 am

    Was meinen SIE eigentlich willow? Wer will den Juden ihren Besitz wegnehmen? Oder schlagen sie das den Palästinensern geraubte Land und die illegalen Siedlungen auf der Westbank dem jüdischen Besitz zu?

    Dass der Präsident der USA Israel „ausradieren“ will, ist mir auch ganz neu.

    Ebenso die Information „daß nun auch im deutschsprachigen Raum offen die Vernichtung der Juden gefordert werden kann“. Wer hat denn das erlaubt?

    Oder haben sie nur schlecht getraumt?

    Aber Ihren Hasen finde ich hübsch🙂

    Heißt er Harvey?

  28. Claudio Casula said, on Mai 14, 2009 at 9:06 am

    @ Mr Moe.

    Warum ist das Niveau im Kommentarbereich oft so erschütternd, selbst wenn der Beitrag, um den es geht, inhaltlich und stilistisch vom Feinsten ist? Dieses Problem betrifft nicht nur Blogs, es reicht ein Blick in die Kommentarspalten großer Online-Tageszeitungen. Vielleicht sollte man doch ein bisschen rigoroser sein, was die Freischaltpraxis betrifft. Sonst wird der schönste Text am Ende mit den Idiotenanmerkungen in Verbindung gebracht, die er unweigerlich nach sich zieht. Und das Thema lockt nun mal traditionell ziemlich viele Idioten und Verbalradikalinskis an. Nun ja, wir wissen alle, warum.

  29. Parsa Kakashanian said, on Mai 14, 2009 at 9:50 am

    Diese Diskussion ist wahrlich amüsant – ganz und gar nicht zielführend, aber zum totlachen🙂

    Dass Rojtszwanz ein Agent provocateur ist, sollte mitlerweile einleuchtend sein. Ich halte ja erwartungsgemäß nicht viel von unseren antideutschen Freunden, aber bei aller Verblendung sind das doch zumeist ganz intelligente Zeitgenossen, deren pöbelhafte Ausfälle pointierter sind als die üblen Beleidigungen à la Rojtszwanz.

    Begrüßenswert ist, dass einige neue Gesichter hier das Meinungseinerlei aufmischen!

    @ Casula

    Erstaunlich, wie Sie zu der Überzeugung kommen konnten, Iran wäre nie bedroht wurden. Welche Medien konsultieren Sie denn? State of the Union Address von 2002 samt „Axis of Evil“ ist Ihnen ein Begriff? Die Faseleien vom Regime Change auch, oder? „Bomb, Bomb Iran“, der Hit von McCain wurde schon erwähnt. 2007 sprach Bush vom Dritten Weltkrieg.
    Dass die bellizistische Brutalorhetorik aus Washington bei den Mullahs zu Bedrohungsängsten führt, halte ich für nachvollziehbar. Das sollte sie ja auch als Konsequenz haben. Es gibt ja blöderweise noch eine andere Konsequenz aus diesem infantilen Gequatsche: nämlich, dass die Iraner vielleicht genau überlegt haben, wie sie einem Flächenbombardement entgehen. Der Vergleich Irak-Nordkorea ist da sehr aufschlussreich. Iran ist eben nicht selbstmordgefährdet – d.h. es will die Bombe nicht, um Israel zu vernichten (und um dann selbst vernichtet zu werden), sondern um seiner Sicherheit willen. Wenn diese Logik bei den Mullahs vorherrscht, dann haben sich die Amerikaner ein klares Eigentor geschossen. Wer nun keinen Krieg will, der kann eine atomare Hochrüstung Teherans nur verhindern, indem er dem Regime Sicherheitsgarantien gibt. Denn wenn die Ängste weg sind, dann braucht der Iran auch keine Atomwaffen zur eigenen Sicherheit.

    Die restliche Diskussionskultur hier finde ich im übrigen sehr traurig. Es ist durchaus legitim verschiedene Meinungen zu vertreten. Dieses ständige Antisemitismusgekreisch ist infantil und peinlich. Keiner hier will Israel und die Juden auslöschen. Das sollte mal zur Kenntnis genommen werden. Zumal das Meinungsspektrum, das hier vertreten wird, wohl ähnlich auch in Israel selbst zum Ausdruck kommt. Dieses Land ist ja glücklicherweise keine Meinungsdiktatur.

  30. willow said, on Mai 14, 2009 at 10:03 am

    @Kakashanian

    Auf die Idee, daß Iran die Bombe will, um seine Nachbarn zu erpressen kommen sie nicht? Dabei ist es doch genau das, was auch Nordkorea macht… können sie sich vorstellen, wie der Nahe und Mittlere Osten sich unter dem Druck einer Atommacht Iran entwickelt!?

    Wenn die Weltgemeinschaft, wenn die USA es zulassen, daß der Iran Atommacht wird, stärkt das alle israelfeindlichen Kräfte, vor allem aber Syrien, die Hisbollah und die Hamas als direkte iranische Marionetten. Das ist es, was ich meine wenn ich sage, die USA setzen Israels Existenz aufs Spiel. Mal ganz davon abgesehen, daß nach dem Iran dann wohl auch die Saudis und Ägypten nicht am Erwerb der Bombe gehindert werden…

  31. Claudio Casula said, on Mai 14, 2009 at 10:19 am

    @ Kakashanian

    Interessant, dass Sie „Brutalothetorik“ (oder was Sie dafür halten) nur registrieren, wenn sie aus Amerika zu vernehmen ist. Achmachmirdendschiad lässt doch keine Gelegenheit aus, a) Israel das Existenzrecht abzusprechen, b) den Holocaust zu leugnen, c) dem jüdischen Staat einen Holocaust an den Palästinensern zu unterstellen und d) ihm die baldige Vernichtung anzukündigen. Außerdem unterstützt er die radikalislamische Hisbollah, die Israels Existenzrecht ebenfalls negiert. Gleichzeitig will er nicht vom Atomprogramm lassen.

    Jetzt zählen Sie, Kakashanian, doch einfach mal 1:1 zusammen statt ein Bedrohungsszenario ausgerechnet für den Iran herbeizuphantasieren.

    Im Übrigen dürfte Ihnen die Endzeitrhetorik des iranischen Präsidenten auch nicht entgangen sein. Und sein Kettenhund im Libanon ist ohnehin suizidal veranlagt. Wenn also schon die Gefahr groß ist, dass Iran Israel auch um den Preis extremer eigener Verluste angreift (ein führender Ayatollah sprach schon vor Jahren davon, notfalls auch 10 Millionen für den „guten“ Zweck opfern zu wollen), so besteht noch eine zweite, mindestens ebenso realistische Gefahr: dass Iran die Hisbollah mit einer „schmutzigen Bombe“ versorgt.

    Diese Gefahren zu erkennen, zu benennen und notfalls Präventivmaßnahmen zu ergreifen ist keine „Brutalorhetorik“ und keine Verunglimpfung eines unbescholtenen Lammes sondern geradezu die Pflicht unserer westlichen Regierungen. Sie sollten mal lernen, den Unterschied zwischen einem freien Land und einem Terrorstaat wie dem der Mullahs zu unterscheiden statt letzteren auch noch als Opfer umzuschminken. Das ist doch ein schlechter Witz.

  32. Parsa Kakashanian said, on Mai 14, 2009 at 10:19 am

    @ Willow

    Ich denke, die Mullahs sind sich bewusst, dass eine Nuklearisierung Irans einen Rüstungswettlauf in der Region zur Folge hätte. Dies ist sicher nicht im Interesse Teherans. Daher ist die Entscheidung über die Bombe auch noch nicht endgültig gefallen. Sie wäre für Teheran nur der Ausweg aus einer ausweglos erscheinenden Bedrohung. Alle anderen Konsequenzen aus der Bombe wären negativ: internationale Sanktionen, Feindschaft der Araber, eigene ideologische Probleme, die Bombe zu rechtfertigen…

    Meiner Meinung nach kann Iran von der Nuklearisierung, zumindest der militärischen, abgebracht werden. Das ist kein Selbstläufer. Nur muss man eine vernünftige Politik fahren. Ich habe großes Vertrauen in den amerikanischen Präsidenten, genau dies zu tun.

    „stärkt das alle israelfeindlichen Kräfte, vor allem aber Syrien, die Hisbollah und die Hamas als direkte iranische Marionetten“

    Der Preis einer Konfrontation wäre sehr hoch, wie ich bereits angeführt habe.

    Iran unterstützt Syrien, die Hizbollah und auch die Hamas. Allerdings ist diese Unterstützung – bis auf die Hizbollah – dem Prinzip der Feind meines Feindes ist mein Freund geschuldet. Das ist keine stabile Allianz! Und Iran weiß das. Teheran hat keine Möglichkeit, die Politik dieser Spieler zu diktieren, es kann höchstens beeinflussend wirken. Marionetten sind das keineswegs.
    Die intelligenteren Kräfte in Iran werden langfristig eine Allianz mit Bagdad und vielleicht Kabul anstreben. Dies sind die Staaten, mit denen gemeinsame Interessen bestehen und kulturelle Affinitäten.

    „die USA setzen Israels Existenz aufs Spiel“

    Sie betreiben Alarmismus. Die Allianz USA-Israel ist im Gegensatz zur Allianz Iran-Syrien eine mit fester Basis. Die felsenfeste Unterstütze Israels in den Staaten, im gesamten politischen Establishment wird sich nicht kurz- oder mittelfristig in Luft auflösen. Und nur weil ein Präsident wie Obama versucht, die Konflikte in der Region auf friedliche Weise einzudämmen, heisst das noch lange nicht, dass er Israels Existenz auf’s Spiel setzt. Fragen Sie sich doch mal: wann war Iran stärker? 2001, als Bush an die Macht kam, oder 2009, als er endlich gehen musste? Bushs Politik hat Iran stärker gemacht, nicht schwächer. Insofern haben die Amerikaner Israel seit 2001 viel mehr geschadet, als ihm geholfen.

  33. Parsa Kakashanian said, on Mai 14, 2009 at 10:46 am

    @ cASULA

    „Interessant, dass Sie “Brutalothetorik” (oder was Sie dafür halten) nur registrieren, wenn sie aus Amerika zu vernehmen ist.“

    Nein, das tue ich gewiss nicht. Sie schrieben, aus den USA würde der Iran nicht bedroht. Dies habe ich Ihnen als falsch nachgewiesen.
    Auch das Regime in Teheran bedient sich eine Brutalothetorik, insbesondere die Regierung Ahmadinejad. Dies war unter Khatami noch anders. Der sprach vom „Dialog der Zivilisationen“, wollte Amerika die Hand reichen, fuhr oft und viel in die Hauptstädte Europas und parlierte sogar mit Moshe Katzav.
    Ahmadinejad ist entstanden aus dem Scheitern der Reformbewegung in Iran. Innenpolitisch sind diese an den Konservativen gescheitert, insbesondere den theokratischen Institutionen. Außenpolitisch hat es zum Durchbruch mit den USA nicht gereicht, obwohl es in der Endphase der Regierung Clinton fast zu einer Annäherung gekommen wäre.

    „Gleichzeitig will er nicht vom Atomprogramm lassen.“

    Teheran hat das Recht auf friedliche Nutzung der Atomenergie. Es hat ja Jahre gedauert, bis diese eine Erkenntnis aus Pacta sunt servanda sich auch in Washington durchgesetzt hat. Was das militärische Program betrifft, so leugnet der Iran, dass es ein solches gibt. Er sagt auch, dass er die Bombe NICHT anstrebt. Und bisher ist es auch keinem gelungen, Beweise vorzulegen, dass ein solches Programm existiert. BEWEISE! Nicht Mutmaßungen und Unterstellungen.

    „Endzeitrhetorik des iranischen Präsidenten“

    Ahmadinejad faselt gerne von Mahdi, der entrückten shiitischen Endzeitgestalt. Die meisten Iraner machen ihre Witzchen über seine primitive Frömmigkeit. Ich denke nicht, dass Mahmoudjan wegen dem Mahdi sein Land in den Suizid treibt. Überdies entscheidet im Iran nicht der Präsident, sondern der Oberste Religionsführer und viele andere hochgestellte Kleriker und Bürokraten. Selbst wenn Ahmadinejad suizidär veranlagt sein sollte, so müssten es die anderen alle auch sein, damit ganz Iran in die Luft geht. Das Regime hält sich aber bereits seit 30 Jahren. Es baut seine Position akribisch aus. Wer macht sowas, wenn er doch in die Luft geh’n will?

    „ein führender Ayatollah sprach schon vor Jahren davon, notfalls auch 10 Millionen für den “guten” Zweck opfern zu wollen“

    Es gibt ja viele führende Ayatollahs. Und die erzählen tatsächlich viel, wenn der Tag lang ist. Freitagsgebete sind zumeist Anlässe für allerlei Spinnerei. Aber auch hier sollten sie die blumigen und grausamen orientalischen Reden von dem trennen, was dann tatsächlich gemacht wird. Das ist dann meist wesentlich prosaischer.

    „dass Iran die Hisbollah mit einer “schmutzigen Bombe” versorgt.“

    Glauben Sie im Ernst, dass ein Staat Bock darauf hat, sein Monopol auf die Bombe mit zwielichtigen Terrororganisationen zu teilen? Wohl kaum. Allein schon aus dem Grund, dass diese dann unberechenbar werden. Und Iran mag Berechenbarkeit, zumal bei seinen Verbündeten. Eine Bombe bei der Hizbollah – dann kommt die Bombe zur Hamas – dann zum islamischen Dschihad – und am Ende zu Al-Qaeda, die bekanntlich wahhabitische Shiitenfresser sind. Glauben Sie, der Iran ließe sich auf ein solches Spielchen ein, mit dem seine eigene Sicherheit bedroht wäre? Anders als sie vielleicht annehmen möchten, hat der Iran grausame Erfahrungen mit Terroristen machen müssen. 2/3 der oberen Regimeführer sind Anfang der 80er Jahre wegen Terroranschlägen draufgegangen.

    „notfalls Präventivmaßnahmen zu ergreifen ist keine “Brutalorhetorik” und keine Verunglimpfung eines unbescholtenen Lammes sondern geradezu die Pflicht unserer westlichen Regierungen“

    Vielleicht war es ja Bushs Fehler, keine „Präventivmaßnahmen“, d.h. einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen Iran geführt zu haben. Es ist allerdings selten dümmlich, seinen Gegner zu reizen, ihm mit Vernichtung zu drohen, und dann gar nichts zu machen.

    „den Unterschied zwischen einem freien Land und einem Terrorstaat“

    Ich habe diesen Unterschied nie negiert. Wobei ich durchaus negiere, dass Demokratien ein grundsätzliches Recht darauf hätten, gegen Autokratien mit Gewalt vorzugehen. Es gibt eine Alternative zur Konfrontation. Die heisst Wandel durch Annäherung à la Brandt, oder eine schlichte realistische Außenpolitik à la Kissinger. Beides hat Amerika mit Blick auf den Iran noch nicht versucht. Seit 30 Jahren versucht es Washington mit Konfrontation. Es ist unübersehbar, dass diese Politik auf ganzer Linie gescheitert ist. Obama denkt hier neu. Encha’allah wird er Erfolg haben.

  34. Ferdinand said, on Mai 14, 2009 at 12:23 pm

    @ Parsa

    Eines muss ich Ihnen mal sagen: Ich bewundere Sie ganz wahrhaftig für die Mühe, die Sie sich machen, die Gedankenknäuel einer Sekte boshafter und argument-immuner Faktenverweigerer zu entwirren, Beleidigungen zu ignorieren und dabei sachlich und höflich zu bleiben. Ich fürchte nur, das wird alles nichts nützen. Ich fand Ihre Ausführungen erhellend und bereichernd und habe sie mir zum Wiederlesen abgespeichert.

    MfG

  35. Claudio Casula said, on Mai 14, 2009 at 12:48 pm

    @ Kakashanian

    Es mag sein, dass sich Leute wie Ferdinand nur allzu bereitwillig von Ihnen hinters Licht führen lassen, aber bei mir kommen Sie damit nicht durch. Unabhängig von der Frage, wozu ein Land wie Iran Atomenergie (!) benötigt, ist es so, dass die Machthaber im Mullahstaat nie einen Hehl aus ihren Absichten gemacht haben.

    Man darf gern einmal hier reinschauen:

    http://www.iran-press-service.com/articles_2001/dec_2001/rafsanjani_nuke_threats_141201.htm

    Und ich würde sagen: Rafsandschani ist nicht irgendwer, nur für den Fall, dass Sie wieder offene Vernichtungsdrohungen als „Faseln“ abtun (Christoph Bertram nennt es „Bramabarsieren“), das man nicht ernst zu nehmen habe. Wie bekannt, hat man es gerade in jenem Teil der Welt gar nicht gern, nicht ernstgenommen zu werden.

    Mit der Tour, das als Bellen von Hunden, die nicht beißen, darzustellen, kommen Sie nur bei naiven Gemütern durch. Vollends ungalubwürdig wirds dann, wenn man Bush „Vernichtungsdrohungen“ gegen Iran unterstellt. Zu keiner Zeit hat Bush gesagt, dass er den Iran plattmachen will. Gleichwohl zählte er ihn zur Achse des Bösen, und das völlig zu Recht, denn wenn es zwei Staaten gibt, die übelsten Terror unterstützen, sind es Syrien und eben der Iran. Schön, dass mal einer den Mut hatte, das so klar zu sagen, dazu bedarf es nicht mal eines manichäischen Weltbildes.

    Von „Wandel durch Annäherung“ (treffender: Wandel durch Anbiederung) halte ich, wenn es um Diktaturen geht, gar nichts. Alle historische Erfahrung lehrt, dass Appeasement letztlich nach hinten losgeht, wenn zu allem entschlossene Fanatiker ihre Gegner als schwach, feige und unentschlossen einschätzen. Obama denkt also keineswegs neu, er ist drauf und dran, alte (und untaugliche) Rezepte wieder aufzuwärmen. Hoffen wir, dass wir das alle nicht nochmal bereuen werden.

    @ Ferdinand

    „boshafte und argument-immuner Faktenverweigerer“? Selten so gelacht. Made my day.

  36. Parsa Kakashanian said, on Mai 14, 2009 at 1:03 pm

    @ Ferdinand

    Bitte, bitte! Ich bin stets der Aufklärung verpflichtet. Jeder vernunftbegabte Mensch kann seine eigenen Ansichten kritisch hinterfragen. Ich nehme mich da selbst nicht aus😉

  37. Parsa Kakashanian said, on Mai 14, 2009 at 1:26 pm

    „Unabhängig von der Frage, wozu ein Land wie Iran Atomenergie (!) benötigt“

    Iran hat über 70 Million Einwohner, ist ein schnell wachsendes Land. Wenn Frankreich Atomenergie benötigt, warum dann Iran nicht? Die Entscheidung für Atomenergie ist eine energiepolitische Entscheidung, die weiß Gott schon viele andere Staaten enebso getroffen haben.

    „Rafsandschani ist nicht irgendwer“

    Nee, Rafsanjani ist der fette Oberprofiteur unter den Mullahs, der reichste Mann Irans, der die Hälfte der Wirtschaft kontrolliert und an jeder Pistazie, die sie mampfen, mitverdient.

    Rafsanjani labiert viel, wenn der Tag lang ist. Er hat das 2001 tatsächlich gesagt. Er hat auch schon andere Dinge gesagt. Zum Beispiel: „Wir haben keine Probleme mit Juden und dem hoch geschätzten Judentum als Buchreligion.“ Oder: „Wir haben stets das Judentum hoch geachtet und haben auch nie die Absicht gehabt, die Souveränität irgendeines anderen Landes in Frage zu stellen oder anzugreifen.“ Auch: „Iran werde die Atomtechnologie niemals für militärische Zwecke missbrauchen. Das habe Teheran schon während des Kriegs mit dem Irak (1980 – 1988) unter Beweis gestellt.“

    Alles nachzulesen unter seinem Wikipedia-Eintrag.

    Wenn wir künftig Außenpolitik auf einer einzigen Äußerung gründen, dann werden wir bald ziemlich alt aussehen. Ich sage: Schaut euch an, was der Iran macht, nicht, was da einzelne Menschen irgendwann mal von sich gegeben haben. Der Iran ist ja weit davon entfernt, den Atombombeneinsatz gegen Israel zur offiziellen Politik erhoben zu haben. Oder haben Sie mehr auf Lager als dieses abgestandene Zitat?

    „Zu keiner Zeit hat Bush gesagt, dass er den Iran plattmachen will.“

    Bush hat jahrelang von Regime Change gefaselt!? Leugnen Sie dies? Auf was läuft denn Regime Change hinaus? Auf die Plattmachung der Islamischen Republik und ihrer Gesellschaftsordnung. Danach soll dort dann angeblich eine Demokratie entstehen. Wir sehen ja, wie toll das im Irak bisher klappt.
    Im übrigen, wenn Sie Regime Change nicht als plattmachen interpretieren, dann ist auch das, was Ahmadinejad fordert nichts mehr als Regime Change. Irans Offizielle greifen nie das jüdische Volk an, sie labern immer vom „zionistischen Regime“. Und sie wollen ausweislich dort einen Staat, der auch der Staat der Palästinenser nicht. Davon, dass die Juden ermordet werden sollen, ist nirgends die Rede (obwohl man sich vorstellen kann, was passiert, wenn Hamas die Macht übernimmt….). Insofern steht Regime Change gegen Regime Change. Wertfrei formuliert.

    „Von “Wandel durch Annäherung” (treffender: Wandel durch Anbiederung) halte ich, wenn es um Diktaturen geht, gar nichts.“

    Ich atme auf, dass sie nicht Außenminister sind! Ihre Politik würde ja bedeuten: Bomben auf Peking und Moskau. Na hallelujah! Aber gut, nach dem Dritten Weltkrieg gibts auch keine Diktaturen mehr – die Erde ist dann allerdings auch platt. Da halt ich’s doch lieber mit Brandt in Moskau und Nixon goes to China.

    „Obama denkt also keineswegs neu, er ist drauf und dran, alte (und untaugliche) Rezepte wieder aufzuwärmen.“

    Angesichts der katastrophalen Bushpolitik, ist sogar ein Back to the Future ein wahrer Fortschritt.

  38. Claudio Casula said, on Mai 14, 2009 at 1:56 pm

    @ Kakashanian

    Mein letzten Anmerkungen hierzu, danach können Sie anderen einen vom Pferd erzählen.

    1. Meines Wissens sitzt Frankreich nicht auf den riesigen Mengen Erdöl und Erdgas, die der Iran sein eigen nennen kann. Jeder, der sich nicht die Hose mit der Kneifzange zumacht, weiß, warum der Iran seine Zentrifugen auf Hochtouren laufen lässt.

    2. 1+1=2. Es passt alles zusammen. Wenn Ihnen jemand alle naslang ihr baldiges Ende voraussagt, weil Sie angeblich keine Daseinsberechtigung haben, sich eine Waffe besorgt und schon mal jemanden engagiert, der Ihnen ein paar Kugeln um die Ohren schießt, würde ich mir an Ihrer Stelle Gedanken machen.

    3. Noch einmal: Was sie als „labern“ verharmlosen, nehme ich sehr ernst. Israel tut es aus gutem Grund auch. Die Juden haben so etwas schon einmal erlebt.
    Orientalische Machthaber neigen im übrigen dazu, ihren Leuten zuweilen was ganz anderes zu erzählen als uns, sie reden gewissermaßen „mit gespaltener Zunge“. Eklatantes Beispiel: Yassir Arafat, der mit Kulleraugen auf Englisch vom „Peace of the Brave“ sprach und zu Hause den Dschihad propagierte.

    5. Ob die Mullahs von Israel, vom „zionistischen Regime“ oder von dem „zionistischen Gebilde“ sprechen, ist mir wurscht – wir wissen, wen sie meinen. So „abgestanden“ kann ein Zitat auch gar nicht sein, dass es neben Ihrem Begin-Rekurs ranzig scheinen könnte. Sagen wir es so: Der einzige Unterschied zwischen Rafsandschani und dem Irren von Teheran ist, dass letzterer sich noch deutlicher und häufiger outet. Wenn Sie so wollen: auch ehrlicher. Sie sehen ja immer noch das Positive in der Genozidabsicht.

    6. Regime Change und Vernichtung eines Landes ist nicht dasselbe. Auch der Irak ist nicht „vernichtet“. Egal, was dort noch nicht geschafft wurde: Immerhin stellt das Land keine Gefahr für seine Nachbarn mehr dar. Was allerdings auch ein Grund dafür ist, warum der Iran neuerdings derartige Vormachtgelüste hegt.

    7. Zuletzt: Es gibt auch noch was zwischen Arschkriecherei und „Bomben auf Peking und Moskau“, also zwischen Appeasement und Kriegstreiberei. Ich plädiere sehr ernsthaft dafür, Verbrecher mit einschlägigem Record beim Wort zu nehmen. Und ein Regime, das Ehebrecherinnen steinigen lässt und Schwule an Baukränen aufhängt, IST verbrecherisch. Wenn solche Leute einem anderen Land das baldige Ende prophezeien und an der Atombombe basteln, ist es nicht nur lächerlich, das zu verharmlosen. Es ist verantwortungslos.

    Und jetzt habe ich keinen Bock mehr. The stage is yours. Es sei denn, Mr. Moe hat auch irgendwann die Nase voll.

  39. Ferdinand said, on Mai 14, 2009 at 2:00 pm

    @ Casula

    Am besten fährt man immer damit, wenn man Menschen beim Wort nimmt. Aus all ihren geschwätzigen und selbstgerechten Äußerungen geht klar hervor, dass Sie niemals auf Erkenntnisgewinn aus sind, oder gar die Absicht haben, zur Lösung des Nahostkonflikts beizutragen. Sie häufen stets nur (egal woher und teilweise an meterlangen Haaren herbei gezogene) Scheinargumente aufeinander, um eine Seite gut aussehen zu lassen und die andere schlecht. Für die Erkenntnis der inneren Widersprüche Ihrer Argumentation fehlen ihnen sowohl die Sachkenntnis als auch der Willen. Übrig bleibt nur eine dünne Suppe aus Vorurteil und Ressentiment. Das spricht nicht gerade für ein Übermaß an Selbstachtung. Vielleicht sollten Sie als erstes mal lernen, sich selbst leiden zu können. Bis dahin wäre es besser, einfach mal den Mund zu halten. Okay?

  40. Claudio Casula said, on Mai 14, 2009 at 2:12 pm

    @ Ferdinand

    Während Sie versuchen, mich zu psychologisieren, weiß ich, wovon ich rede. Ich beschäftige mich sehr wahrscheinlich länger mit der Materie als Sie auf der Welt sind, da sollten Sie sich nicht so weit aus dem Fenster lehnen.

    Ich weiß sehr wohl zu unterscheiden zwischen Arabern, denen an einer friedlichen Lösung des Nahostkonflikts gelegen ist, und Scharfmachern wie Ahmadinedschad oder Mesha’al. Das Problem ist nur, dass erstere nicht gehört werden, weil sie nicht das erzählen, was manche hier gern hören würden. Oder weil es für sie gefährlich ist, weil Entgegenkommen und Verständnis in ihrem Umfeld gern als Kollaboration und Verrat gedeutet werden.

    Wenn Sie’s genau wissen wollen: Mir liegt nix an Hebron oder Nablus, und meinetwegen sollen die Palästinenser ihren Staat haben. Wenn sie denn endlich Ruhe geben. Wenn das für Sie schon zuviel ist, sollten Sie wirklich vorsichtig damit sein, anderen extreme Ansichten zu unterstellen, Sie Witzbold.

  41. Ferdinand said, on Mai 14, 2009 at 2:43 pm

    „Ich weiß sehr wohl zu unterscheiden zwischen Arabern, denen an einer friedlichen Lösung des Nahostkonflikts gelegen ist, und Scharfmachern wie Ahmadinedschad“.

    Nein, das wissen Sie nicht zu unterscheiden, denn Ahmadinedjad ist kein Araber.

    Da können Sie mal sehen, was Ihnen die „Beschäftigung mit der Materie“ gebracht hat.

    Die unausweichliche Antwort auf diese Zeilen können Sie sich übrigens ersparen, denn ich klinke mich jetzt aus. Sie dürfen sich aber gern weiter die Finger blutig tippen.

  42. Claudio Casula said, on Mai 14, 2009 at 3:01 pm

    Hab ich behauptet, dass Ahmadinedschad Araber ist?

    Sie sind wirklich ein Witzbold. Schreiben Sie doch mal was für Titanic.

  43. Mr. Moe said, on Mai 14, 2009 at 3:04 pm

    Passend dazu wird jetzt auch ein Deckel auf die Diskussion gesetzt, da alle Argumente (sowie auch „Argumente“) zum engeren Thema gehört worden sind. Es werden demnach, ohne Ausnahme, keine weiteren Kommentare zu diesem Beitrag mehr entgegengenommen.
    Bleibt abschließend nur noch zu hoffen, dass Ferdinand die Klinke auch findet.

  44. […] Süddeutsche Zeitung tut sich in Person von Thomas Avenarius bei der Verharmlosung der iranischen Extremisten hervor und bringt beim Thema „Wahlkampf“ […]

  45. […] In diesem Zusammenhang sei auch ein Interview in der F.A.Z. vor den “Wahlen” verwiesen, in dem Resai fälschlicherweise als “moderat konservativ” bezeichnet wurde, obwohl er […]


Kommentare sind geschlossen.

%d Bloggern gefällt das: