Zeitung für Schland

Wenn Israel Deutschlands Interessen gefährdet…

Posted in DIE ZEIT by Mr. Moe on Mai 18, 2009

Christoph Bertram, einer der besten und ältesten Freunde der Zeitung für Schland, ist einer von 65 Prozent der Deutschen, die Israel für die größte Bedrohung des Weltfriedens halten. Daher liegt es auf der Hand, dass Deutschlands Vorzeige-Appeaser Bertram angesichts der dramatischen Situation im Nahen Osten – Israel bedrohe den Iran! – nicht weiter schweigen kann. Seine in einem Artikel für die ZEIT gestellte Forderung ist dabei ebenso schlicht wie gefährlich:

Wenn Premier Netanjahu am Montag auf Obama trifft, muss der US-Präsident einen israelischen Luftschlag gegen Iran klar verurteilen.

Nahezu undenkbar, diesen Satz einmal schreiben zu müssen, aber da ist man ja glatt geneigt, sich darüber zu freuen, dass Barack Obama im Weißen Haus sitzt. Der hat in einem Interview mit Newsweek nämlich erstens verkündet, dass bezüglich des iranischen Atomprogramms nach wie vor alle Optionen auf dem Tisch lägen. Zweitens hat Obama einen Satz gesagt, den sich deutsche Kommentatoren ein für alle Mal und mit wasserfester Tinte hinter die Ohren schreiben sollten:

I don’t think it’s my place to determine for the Israelis what their security needs are.

Doch was für den US-Präsidenten gelten mag, gilt natürlich noch lange nicht für Christoph Bertram. Dessen einleitende Zeilen lassen wiederum die Frage aufkommen, Vertreter welchen Landes eigentlich welchem Land wiederholt mit der Vernichtung gedroht haben:

Die Bemühungen Präsident Obamas um ein besseres Verhältnis zum Iran wie zum Islam werden überschattet von der Drohung Israels, bei einem Scheitern der amerikanischen Strategie, die iranischen Atomanlagen auf eigene Faust mit einem Luftangriff soweit wie möglich auszuschalten.

Bevor die geschätzten Leser angesichts der israelischen Kriegslust in Panik geraten, gibt Bertram allerdings sogleich Entwarnung:

Zwar wird diese Drohung bisher nur angedeutet.Im vergangenen Jahr unternahm die israelische Luftwaffe entsprechende Manöver, und die Regierung Olmert bat Washington erfolglos um grünes Licht für einen möglichen Militärschlag. Kürzlich hat der neue israelische Außenminister Avigdor Lieberman, der Anfang Mai die europäischen Hauptstädte bereiste, sich sogar angeblich von derartigen Plänen distanziert.

Puh, da haben die Mullahs und ihre Brüder im Geister ja gerade noch einmal Glück gehabt! Allerdings fürchtet Bertram, dass Israel angesichts der existenziellen Bedrohung eines nuklearen Irans, die er freilich nicht als eben solche erachtet, zur Selbstverteidigung genötigt fühlen könnte, ein für Betram gleichsam unfassbarer und abstoßender Gedanke:

Aber kaum einer in den Hauptstädten des Westens zweifelt daran, dass Israel zum Äußersten entschlossen bleibt, eine iranische Atombombe zu verhindern. Wenn es auf absehbare Zeit nicht gelinge, das iranische Atomprogramm durch Verhandlungen oder den Druck von Wirtschaftssanktionen aufzuhalten, werde Israel es militärisch versuchen.

Wohlgemerkt: Bertram würde einen Präventivschlag Israels gegen das iranische Nuklearprogramm selbst dann ablehnen, wenn alle [!] anderen Möglichkeiten die Mullahs nicht vom Bau der Bombe abbrächten. Das kann wahrlich nur als Appeasement in höchster Vollendung bezeichnet werden!

Zudem gibt Bertram zu bedenken, dass ein israelischer „Angriff“ auch das Verhältnis zur „muslimischen Welt“ gefährden würde, um dessen Verbesserung US-Präsident Obama sich derzeit ja bekanntermaßen bemühte:

Nicht nur in der islamischen Welt würden die USA mit dem Vorgehen Israels identifiziert, selbst wenn Washington noch so inständig jede Mitwirkung oder Billigung in Abrede stellte. Obamas entschlossener Versuch, das Verhältnis des Islams zum Westen zu entkrampfen, wäre auf Jahrzehnte vergiftet, er selbst als Heuchler bloßgestellt.

Und auch Europa könnte sich, welch‘ unvorstellbarer Gedanke!, von Israel abwenden:

Der Strudel der Volkswut würde die Regierungen von Kairo bis Riad erfassen, die für enge Beziehungen zu den USA stehen, und die Regime womöglich davonschwemmen. Und Israel würde seinen bisherigen Befürwortern in Amerika und Europa noch weiter entfremdet.

Caroline Glick hat überzeugend aufgezeigt, dass eine weitere Entfremdung Europas und Israels angesichts des in Europa weit verbreiteten Antisemitismus und Hasses auf den jüdischen Staat nur schwerlich vorstellbar ist. Doch was stören jemanden wie Christoph Bertram solche Gegebenheiten, würde er sich selbst doch vermutlich noch als „Freund Israels“ bezeichnen, der nur „gute Ratschläge“ erteile, die natürlich immer nur „das Beste“ für Israel im Sinn hätten. Dass Bertram indes auch das letzte bisschen Restverstand verloren hat, offenbaren die folgenden Zeilen in erbarmungsloser Offenheit:

Kein Wunder, wenn angesichts solcher Folgen mancher Hardliner in Teheran, von al-Qaida nicht zu sprechen, einen Militärschlag Israels durchaus herbeiwünschen könnte. Aber wer meint, westliche Regierungen würden nun umgekehrt alles daran setzen, Israel von solchen Plänen abzubringen, der irrt. Deren Reaktion schwankt vielmehr zwischen Resignation in das vermeintlich Unabwendbare, seine Instrumentalisierung, um Unterstützung für schärfere Sanktionen gegen den Iran zu organisieren, und der verwegenen Hoffnung, die israelische Drohung könne die amerikanische Verhandlungsposition gegenüber dem Iran stärken – als ob bisher Sanktionen oder das ständige Säbelrasseln von Obamas Vorgängern Teheran zum Einlenken veranlasst hätten.

Zum auf der Zunge zergehen lassen: Bertram kritisiert die westlichen Regierungen nicht dafür, dass sie nicht alles in der Macht stehende täten, um das Atomprogramm des Iran aufzuhalten, sondern dafür, dass sie Israel nicht bereits von vornherein davon abhielten, in letzter Konsequenz militärisch gegen das Atomprogramm vorzugehen. Folgerichtig stellt auch nicht die atomare Bewaffnung des Irans das  „vermeintlich Unabwendbare“ für Bertram dar, sondern Israels scheinbar willkürlich motivierte Kriegslust (über die Gründe eines möglichen israelischen Luftschlages gegen die iranischen Atomanlagen schweigt Bertram sich wohlweislich aus). Dass alle bisherigen Schritte zur Beendigung des iranischen Atomprogramms keinen Erfolg verzeichnen konnten, bedeutet für Meisterdenker Bertram demnach nicht etwa, dass andere Mittel notwendig wären. Nein, das Schlimmste, das so jemand wie Bertram sich vorstellen kann, ist der abwegige Gedanke, dass die Welt Israel im Falle seiner Selbstverteidigung beistünde:

Diese Halbherzigkeit wirkt für die Falken in Israel als Ermutigung. Avigdor Lieberman gab sich vor einem Jahr schon überzeugt, dass „Europa und die USA zu uns stehen werden, wenn wir allein gegen den Iran vorgehen“. Wer dieses Schreckensszenarium verhindern will, muss deshalb schon jetzt der Regierung in Jerusalem klipp und klar mitteilen, dass der Westen einen israelischen Luftschlag gegen den Iran verurteilt.

Betrams „Schreckensszenarium“ [!] ist also nicht die iranische Bombe, sondern die israelische Gegenwehr respektive die, wenngleich auch äußerst unwahrscheinliche, mögliche Unterstützung der westlichen Welt bei einer solchen. Doch Bertram wäre nicht Bertram, hätte er sich nicht das Beste für den Schluss aufgehoben:

Mehr noch, er [der Westen, Mr. Moe] muss, um damit in Israel ernst genommen zu werden, glaubhaft machen, dass er Israels Sicherheit nur dann weiter stützen wird, wenn Jerusalem diesem Wunsch entspricht.

In klaren Worten: Bertram fordert, dass der Westen „Israels Sicherheit“ nur dann „unterstützt“ – was auch immer das heißen mag -, wenn Israel einen atomar bewaffneten Iran in jedem Fall akzeptierte. Noch klarer formuliert: Bertram fordert den jüdischen Staat auf Seiten einer deutschen Qualitätszeitung dazu auf, Selbstmord zu begehen. Dass der deutsche Staat Israel dabei willentlich zur Hand gehen soll, versteht sich für Bertram von selbst:

Den Mut dazu wird vor allem die Regierung in Washington aufbringen müssen, deren Politik in der gesamten Region vor dem Scheitern steht, macht Israel seine Drohung wahr. Aber auch die Regierung in Berlin darf es an Deutlichkeit nicht fehlen lassen. Die Existenz des jüdischen Staates ist zu Recht Teil deutscher Staatsräson. Das kann und darf jedoch nicht bedeuten, Israel durch Stillschweigen zu einer Gefährdung deutscher und westlicher Interessen geradezu zu ermutigen.

Dass Israels Selbstverteidigung angesichts der existenziellen Bedrohung eines nuklear bewaffneten Irans „deutsche Interessen“ verletzten würde, dürfte nur diejenigen verwundern, die Deutschland immer noch für einen „Freund“ Israels halten. Dass Bertram, den allein die Gnade der späten Geburt vor Schlimmeren bewahrt haben mag,  nicht um den heißen Brei herumredet und das benennt, was deutscher Zustand ist, muss man ihm in Zeiten öffentlich geheuchelter Freundschaft und Israelsolidarität daher fast schon wieder zu Gute halten.

Tagged with: , , ,

19 Antworten

Subscribe to comments with RSS.

  1. Editor said, on Mai 18, 2009 at 10:55 pm

    Christoph Bertram, einstmals Leiter des politischen Ressorts der Zeit, beweist dort mit seinem neuesten Artikel mal wieder, was er am besten kann: so lange Ursache und Wirkung verdrehen, bis dem geneigten Leser der Kopf qualmt […]

  2. […] (Was sonst noch zu Christoph Bertrams Geschmiere zu sagen ist, findet sich bei der Zeitung für Schland.) […]

  3. […] Christoph Bertram, der größte Freund Israels – d.h. seiner Vernichtung. Jetzt findet er, dass nicht der Iran für seine Atompläne kritisiert werden darf oder der Westen dafür, dass er nicht entschlossener gegen die Terror-Mullahs vorgeht. Nein, das Unvermeidliche, das Grauen ist in Israel zu verorten, dass aus purer Kriegslust ein iranisches Atomprogramm vernichten wird, ohne dafür Gründe zu haben. Und keine Gründe haben die Israelis, weil Bertram keine anführt. Wunderbar, die FAZ braucht einen solchen A…! Zitat Mr. Moe: In klaren Worten: Bertram fordert, dass der Westen “Israels Sicherheit” nur dann “unterstützt” – was auch immer das heißen mag -, wenn Israel einen atomar bewaffneten Iran in jedem Fall akzeptierte. Noch klarer formuliert: Bertram fordert den jüdischen Staat auf Seiten einer deutschen Qualitätszeitung dazu auf, Selbstmord zu begehen. Dass der deutsche Staat Israel dabei willentlich zur Hand gehen soll, versteht sich für Bertram von selbst: […]

  4. Miriam Woelke said, on Mai 26, 2009 at 9:35 am

    B“H

    Irgendwo im israelischen Medienwust las ich, dass ein Grossteil der iranischen Bevoelkerung nicht unbedingt israelfeindlich eingestellt ist. Auch beziehe sich die Anti – Iran – Politik Israels nicht gegen die Iraner selber, sondern gegen ihren wirren Praesidenten Achmadinejad. Dieser naemlich wolle seine Landsleute auf Israelhass einstimmen, indem er ihnen vermittelt, dass Israel der Aggressor sei.

  5. Parsa Kakashanian said, on Mai 26, 2009 at 11:21 pm

    @ Miriam

    Da haben Sie richtig gelesen. Die meisten Iraner haben tatsächlich nichts gegen Israel. Antisemitismus hat in der persischen Kultur keine Grundlage. Selbst das Regime ist ja bemüht sorgsam zu unterscheiden zwischen Antizionismus und Antisemitismus, obwohl dies des öfteren zu Widersprüchen führt. Die anti-israelische Rhetorik Ahmadinedschads zielt nicht in erster Linie auf die eigenen Bevölkerung – denn bei der ist mit dem Leid der Palästinenser kein Blumentopf zu gewinnen – sondern auf die arabischen Nachbarstaaten, dessen Bevölkerungen sich so gegen Israel und die eigenen amerikafreundlichen Kleptokraten mobilisieren lassen. Unerfolgreich ist diese Strategie nicht. Der Perser Ahmadinedschad und der Schiite Hassan Nasr’allah sind derzeit die beliebtesten politischen Führer wenn man die „arabische Straße“ befragt.

  6. Mr. Moe said, on Mai 27, 2009 at 7:27 am

    @Parsa Kakashanian:

    Selbst das Regime ist ja bemüht sorgsam zu unterscheiden zwischen Antizionismus und Antisemitismus, obwohl dies des öfteren zu Widersprüchen führt.

    Könnte daran liegen, dass es sich um einen Widerspruch handelt.

  7. Parsa Kakashanian said, on Mai 27, 2009 at 6:31 pm

    „Könnte daran liegen, dass es sich um einen Widerspruch handelt.“

    Nicht generell. Obwohl Antizionismus häufig aus antisemitischen Ressentiments erwächst, ist er nicht per se mit Antisemitismus gleichzusetzen. Antisemitismus bezeichnet die Ablehnung des jüdischen Volkes, Antizionismus die der Ideologie des jüdischen Nationalismus.

  8. Mr. Moe said, on Mai 27, 2009 at 10:16 pm

    Danke für die Aufklärung. Und wenn wir grad dabei sind, können Sie mir ja vielleicht auch gleich noch erklären, warum es keine entsprechende „Ablehnung“ der Ideologie des belgischen, schwedischen, jordanischen, *an-dieser-Stelle-bitte-ca.- 190-weitere Staaten einsetzen* Nationalismus gibt?

  9. Parsa Kakashanian said, on Mai 28, 2009 at 4:41 pm

    Wieso? Gab und gibt es doch! Haben deutsche Nationalisten nicht jahrzehntelang das Recht der Polen, der Tschechen, der Slowenen auf einen eigenen Staat abgelehnt? Und die Russen das Recht der Balten, der Ukrainer?

    Was ist mit den Basken, den Kurden, den Katalanen? Ist deren Nationalismus nicht auch abgelehnt worden, und wird es immer noch?

    Und wird der palästinensische Nationalismus nicht auch von bedeutenden Teilen des politischen Spektrums in Israel abgelehnt? Inklusive Ihnen, der das Recht der Palis auf einen freien, eigenen Staat ja auch ablehnt.

    Selbst unter Juden war der Zionismus in seiner Anfangsphase äußerst umstritten. Die Shoa wirkte hier als eine schreckliche Art der nachträglichen Legitimierung dieser Ideologie. Und doch leben auch heute weiterhin fast 2/3 aller Juden nicht in Israel – und lehnen somit mit den Füßen eines der Hauptziele des Zionismus ab (was sie nicht notwendig zu Antizionisten macht).

  10. taylor1944 said, on Mai 28, 2009 at 7:07 pm

    @ Parsa,

    ich frage mich ernsthaft wie man mit soviel Halbwissen so hemmungslos durch die Kommentarspalten laufen kann.

    „Haben deutsche Nationalisten nicht jahrzehntelang das Recht der Polen, der Tschechen, der Slowenen auf einen eigenen Staat abgelehnt? Und die Russen das Recht der Balten, der Ukrainer?“

    Butter bei die Fische, welche sollen denn das gewesen sein? Polen existierte von 1795 bis Ende 1. Weltkrieg nicht. Und danach hatten die deutschen Nationalisten andere Sorgen als ein neu enstandenes Polen. Teile Polens, Tschechen und Slowenen gehörten zur K.uK. Monarchie. Sollten Sie statt Slowenen die Slowaken meinen, auch die gehörten zur K.u.K. Die Ukraine war an ihrem Schicksal zum Teil selber Schuld, unterstütze sie ja am Anfang die Bolschewiki. Nach dem Zerfall der Sovietunion brachen auch die Staaten weg. Sie sollten sich mal ein Geschichtsbuch kaufen und lesen.

    „Was ist mit den Basken, den Kurden, den Katalanen? Ist deren Nationalismus nicht auch abgelehnt worden, und wird es immer noch?“

    Nationalismus der Katalanen? Wo bitte? Im übrigen, wenn Sie „Nationalismus“ über Bombenterror und Gewalt definieren, dann haben Sie aber ein recht seltsame Auffassung. Die Basken haben mehr Autonomie als andere Landstriche in Spanien und in Frankreich. Fragen Sie mal einen Aquitanier.

    „Und wird der palästinensische Nationalismus nicht auch von bedeutenden Teilen des politischen Spektrums in Israel abgelehnt? Inklusive Ihnen, der das Recht der Palis auf einen freien, eigenen Staat ja auch ablehnt.“

    Jetzt wird es richtig peinlich. Vom Nahen Osten haben Sie wirklich keine Ahnung, sondern lesen irgendwo was, das Ihren Vorstellungen entspricht und posten das sofort.
    „Die Palästinenser“ wußten bis Anfang der 70er Jahre nicht mal dass sie Palästinenser sind. Das hat die PLO und Arafat ihnen erst einmal beibiegen müssen. Wo bitte hat Israel das Recht auf einen Staat abgelehnt. Lesen Sie mal die Roadmap und vielleicht lesen Sie noch mal die ganzen Verhandlungen die geführt wurden. Arafat hat es seit 1994 nicht geschafft einen Staat auf die Beine zu stellen, was wohl kaum die Schuld Israels ist. Und wo bitte lehnt Mr. Moe einen Staat Palästina ab? Nur solange Banden wie Hamas, Tanzim, Al Aqsa usw. Israel von der Karte wischen wollen, wird es keinen Staat geben. Aber offensichtlich präferieren Sie einen Palästinenserstaat vom Libanon bis zum roten Meer.

    „Selbst unter Juden war der Zionismus in seiner Anfangsphase äußerst umstritten. Die Shoa wirkte hier als eine schreckliche Art der nachträglichen Legitimierung dieser Ideologie. Und doch leben auch heute weiterhin fast 2/3 aller Juden nicht in Israel – und lehnen somit mit den Füßen eines der Hauptziele des Zionismus ab (was sie nicht notwendig zu Antizionisten macht).“

    Was hat das eine mit dem anderen zu tun? Vom Zionismus keine Ahnung, von Israel keine Ahnung, vom Judentum nicht. Der jüdische Glauben ist ja nun keine Homogene Masse und der Zionismus, den Sie als Ideologie bezeichnen, den gab es nicht. Lesen Sie mal Theodor Herzl und machen sich mal mit dem Zionismus vertraut. Es gab verschiedene Strömungen. Und das nicht alle damit einverstanden sind, ist wohl klar. Die verschiedenen zionistischen Strömungen lebten schon seit Anfang des 20. Jhr. erst in der osmanischen Provinz und dann im Mandatsgebiet -Übrigens waren das die Palästinenser-
    Sie können sich übrigens Ihren abgeschmackten Zynismus sparen und hier versuchen die Shoah klein zu reden.
    Diejenigen die im Ausland leben und Israel ablehnen ist ein Bruchteil. Die meisten Juden in der Diaspora stehen dem kleinen Land sehr wohlwollend gegenüber. Andere -Neturei- fliegen in den Iran, die anderen schreiben Bücher -oder Leserbriefe- Sie haben keine Ahnung was Sie so von sich geben. Das Ziel aller zionistischen Richtungen war die Schaffung eines Staates, das ist mit UNO Mandat 1948 gelungen.
    Und wenn Sie sich mal die Mühe machen statt Wikipedia Bücher zu lesen, dann würden Sie mitbekommen, dass die Juden, welche Israel als Staat ablehnen automatisch Antizionisten sind. Lesen Sie mal die begriffsbestimmung.

  11. Mr. Moe said, on Mai 28, 2009 at 8:29 pm

    Hinzu kommt :
    Sämtliche Beispiele beziehen sich auf regionale Konflikte zwischen zwei Gruppen. Es gibt eben keine anti-schwedischen Parteien in Frankreich, keine Gegner des belgischen Nationalismus in Australien und keine südkoreanische Gruppe, die den Staat Jordanien ablehnt. Antizionisten sind hingegen überall auf der Welt zu finden.

  12. Parsa Kakashanian said, on Mai 29, 2009 at 12:01 am

    @ Taylor

    „Und danach hatten die deutschen Nationalisten andere Sorgen als ein neu enstandenes Polen. “

    Dass sahen wir ja an der glimpflichen Behandlung Polens durch Hitler /Ironie off.

    „Teile Polens, Tschechen und Slowenen gehörten zur K.uK. Monarchie.“

    Kakanien unterdückte die Nationalismen dieser Völker ja allein aus Selbsterhaltungstrieb. Oder glauben Sie in Wien feierten die Jungtschechen Urständ?
    Kakanien war übrigens auch Heimat von Millionen Juden – aber klar, die wurden ja auch nie und nirgens unterdückt /Ironie off.

    „Nach dem Zerfall der Sovietunion brachen auch die Staaten weg.“

    Wow! Da haben Sie ja mal was gerafft. Lag wohl daran, dass Sie ihren Nationalismus in der Agonie des Sowjetreichs endlich ausleben konnten…davor waren diese Völker ja unterdrückt.

    „Nationalismus der Katalanen? Wo bitte?“

    Haben Sie überhaupt eine Ahnung von Katalonien??? Noch nie vom katalanischen Nationalismus gehört – jahrzehntelang unterdrückt unter Franco? Wo haben Sie ihr Geschichtsbuch gelassen?

    „“Die Palästinenser” wußten bis Anfang der 70er Jahre nicht mal dass sie Palästinenser sind.“

    Und? Die „Deutschen“ wussten bis Anfang des 19. Jahrhunderts auch nicht, dass sie Deutsche waren. Der italienische Ministerpräsident Cavour sagte nach der Einigung Italiens: „Wir haben Italien geschaffen, jetzt müssen wir Italiener schaffen.“ Nationen sind nichts urwüchsiges, sie sind Konstrukte, die dem politischen Willen entwachsen. Das ist bei den Palästinensern nicht anders als bei den Deutschen.

    „Wo bitte hat Israel das Recht auf einen Staat abgelehnt.“

    Es lehnt es die ganze Zeit ab. Bei einer Besetzung des palästiensischen Territoriums kann dort halt schlecht ein Staat entstehen.

    „Nur solange Banden wie Hamas, Tanzim, Al Aqsa usw. Israel von der Karte wischen wollen, wird es keinen Staat geben. “

    Auch in hundert Jahren wird man noch einen Extremisten finden, mit dessen Existenz man einer ganzen Nation ihr Recht auf Selbstbestimmung verweigern kann.

    „der Zionismus, den Sie als Ideologie bezeichnen, den gab es nicht.“

    Gibt es nicht? Theodor Herzl, Jabotinsky, etc..? Alles nur erfunden? Womit haben die sich denn beschäftigt in ihren Schriften? Altneuland? Der Judenstaat? Und was ist mit der Zionistischen Weltorganisation? Hat die sich nach etwas benannt, was es gar nicht gibt???

    „Es gab verschiedene Strömungen.“

    Ach nee! Und alle wollten die Schaffung eines jüdischen Staats für das „jüdische Volk“. Oder, widersprechen Sie da auch, und präsentieren mir den antizionistischen Zionismus?

    „Diejenigen die im Ausland leben und Israel ablehnen ist ein Bruchteil.“

    Ja, und? Ist dieser „Bruchteil“ per se antisemitisch? Oder fangen sie jetzt wieder vom „jüdischen Selbsthass“ an?

    „Schaffung eines Staates, das ist mit UNO Mandat 1948 gelungen.“

    Das Mandat sah die Schaffung zweier Staaten vor. Das ist bis jetzt nicht gelungen.

    „dass die Juden, welche Israel als Staat ablehnen automatisch Antizionisten sind“

    Da erzählen sie mir nichts neues. Antizionisten ja, aber keine Antisemiten.

    „Antizionisten sind hingegen überall auf der Welt zu finden.“

    Liegt wohl daran, dass Juden (fast) überall auf der Welt beheimatet waren. Antitzyganismus finden sie auch in vielen Ländern dieser Welt.

  13. Mr. Moe said, on Mai 29, 2009 at 7:10 am

    Liegt wohl daran, dass Juden (fast) überall auf der Welt beheimatet waren.

    Was ist denn das bitte für eine krude Logik? Daraus, dass in einem Land Juden leben oder lebten, soll folgen, dass es dort Antizionisten gibt? Spielen Sie etwa darauf an, dass die Juden in den europäischen und arabischen Ländern derart gern gesehen und geliebt wurden, dass man sie unter allen Umständen im eigenen Land halten wollte?
    Aber natürlich, Antizionisten in Australien und Skandinavien gibt es nur deswegen, weil es in diesen Ländern so viele Juden gibt. Klar.

    Das Mandat sah die Schaffung zweier Staaten vor. Das ist bis jetzt nicht gelungen.

    Wer, wie, was? Wieso, weshalb, warum? Wer nicht fragt bleibt dumm… aber das hatten wir ja auch schon zu Genüge.

  14. Parsa Kakashanian said, on Mai 29, 2009 at 9:15 am

    „Spielen Sie etwa darauf an, dass die Juden in den europäischen und arabischen Ländern derart gern gesehen und geliebt wurden, dass man sie unter allen Umständen im eigenen Land halten wollte?“

    Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts lebten die jüdischen Gemeinden in diesen Ländern zumeist friedlich und prosperierend. Zur Vertreibung kam es erst nach der israelischen Staatsgründung. Ganz interessant dabei ist, dass die Israelis in einigen Fällen selbst nachgeholfen haben. Die orientalischen Juden mussten gewissermaßen diejenigen ersetzen, die in der Shoa umgekommen sind. Ursprünglich waren die gar nicht vorgesehen, nennenswerte zionistische Organisationen hat es in den arabischen Ländern nie gegeben, und als sie einmal in Israel waren, wurden die meisten von ihnen ähnlich herablassend behandelt wie die arabische Bevölkerung. Wie nennt man innerjüdischen Rassismus?

  15. taylor1944 said, on Mai 29, 2009 at 7:53 pm

    @ Parsa,

    es ist mir ein Rätsel, wie man mit dem Halbwissen noch so selbstbewußt und arrogant auftreten kann.

    „Dass sahen wir ja an der glimpflichen Behandlung Polens durch Hitler /Ironie off.“

    Ihr Problem ist, dass Sie nicht mal Ihre eigenen Kommentare verstehen. Ist das Absicht?
    Zur Erinnerung, Sie schrieben:
    „Haben deutsche Nationalisten nicht jahrzehntelang das Recht der Polen, der Tschechen, der Slowenen auf einen eigenen Staat abgelehnt?“

    Wann begann noch mal der 2. Weltkrieg und wann erlangten die Polen ihre Souveränität? Und was war zwischen dem 1. Weltkrieg und dem 2. Weltkrieg für eine Regierungsform in Deutschland? Und das Sie den Nationalsozialismus mit Nationalismus gleichsetzen und damit verharmlosen, das ist schon eine reife Leistung.

    „Kakanien unterdückte die Nationalismen dieser Völker ja allein aus Selbsterhaltungstrieb. Oder glauben Sie in Wien feierten die Jungtschechen Urständ?“

    Na da werden sich die Österreicher aber freuen, dass Sie diese zu Deutschen deklarieren. Mann, mann.
    Lesen Sie einfach noch mal Ihr Geschwurbel.

    „Haben Sie überhaupt eine Ahnung von Katalonien???“

    Offensichtlich mehr als Sie, wie man an Ihrem folgenden Satz sieht:
    „Noch nie vom katalanischen Nationalismus gehört – jahrzehntelang unterdrückt unter Franco? Wo haben Sie ihr Geschichtsbuch gelassen?“

    Zur Frage: Nö! Oder setzen Sie Nationalbewußtsein und Nationalismus zwingend gleich? Und zur Antwort, es gab keinen Nationalismus Sie Geschichtsexperte. Katalonien war Zentrum der Industrie ab ca. 1830/38, im Verlauf entwickelte sich eine Arbeiterbewegung praktisch als Dritte Kraft zu Bürgertum und Landbevölkerung. Nach mehreren Unruhen bekam Katalonien nach dem Sturz der ersten Diktatur eine umfangreiche Autonomie -Die Sozialisten waren 1932 stärkste Kraft, konnten aber nur mit den bürgerlichen regieren-. Francos Büttel bekämpften im Bürgerkrieg nicht den katalanischen Nationalismus, sondern die Sozialisten und ihr Zentralkomitee. Lesen Sie mal Orwell. Übrigens konten die Internationalen Brigaden in Katalonien Franco bis 1939 Stand halten. Franco hat im übrigen nicht nur die Katalanen unterdrückt, lesen Sie mal ein Buch über den „Estado Nuevo“ und nicht immer Wikipedia.

    „Es lehnt es die ganze Zeit ab. Bei einer Besetzung des palästiensischen Territoriums kann dort halt schlecht ein Staat entstehen.“

    Und jetzt reicht es mir dann auch langsam mit Ihnen und Ihrer Propaganda aus dem Handbuch für den kleinen Antizionisten. Ihr ständiges Geseier, ohne Substanz, ist einfach nur langweilig. Von 1949 war die Westbank von Jordanien besetzt, der Gaza von Ägypten, fragen Sie da mal nach, warum die kein Interesse an einem, wie auch immer genannten Staat hatten. Es war wohl kaum die Schuld Israels. Und wer einen Krieg anfängt darf nachher nicht jammern wenn er eins auf die zwölf bekommt. Israel hat im übrigen die Gebiete angeboten, bekommen hat man die berühmten 3 Neins aus Khartoum. Aber wenn Sie der Meinung sind, Palästina reicht vom Libanon bis zum Roten Meer -und so kommt es mir vor- dann können Sie das vergessen. Bisher hat sich die palästinensische Seite auch nicht die Mühe gemacht so etwas wie ein Staatswesen zu etablieren. Wenn Sie das noch nicht mal begreifen und permanentes Israelbashing betreiben, dann ist eine Diskussion mit Ihnen völlig nutzlos, weil Sie entweder keine Ahnung haben, oder ein schnöder Antizionist sind und Israel das Recht auf seine Existenz absprechen möchten.

    „Auch in hundert Jahren wird man noch einen Extremisten finden, mit dessen Existenz man einer ganzen Nation ihr Recht auf Selbstbestimmung verweigern kann.“

    Sie bewegen sich ganz dicht am Antisemitismus vorbei und betreiben hier eine Täter-Opfer Umkehr die noch nicht mal intelligent vorgetragen ist. Terroristen die Zivilisten töten scheinen für Sie harmlos zu sein. Und was noch schircher ist: Sie legitimieren die Auslöschungsphantasien von Hamas.

    „Theodor Herzl, Jabotinsky, etc..? Alles nur erfunden? Womit haben die sich denn beschäftigt in ihren Schriften? Altneuland? Der Judenstaat?“

    Es geht Ihnen einfach nur darum Ihren Propagandamüll zu verbreiten. Wann war Jobitinsky denn der Co-Autor? Sie haben Herzl nie gelesen und wissen auch gar nicht was in den Büchern steht.
    Altneuland ist die Utopie einer Gesellschaftsform, der Judenstaat eine sachliche Auseinandersetzung. Herzl war es auch egal wo der Staat entstehen sollte, Hauptsache ein Staat ohne Antisemitismus.
    Hätten Sie Ahnung vom Zionismus und seinen Strömungen, dann wären Ihnen eigentlich die lebhaften Diskussionen über die zukünftige Heimstätte und wie diese aussehen soll bekannt. Aber Sie haben nicht den blassesten Schimmer.

    „Ja, und? Ist dieser “Bruchteil” per se antisemitisch? Oder fangen sie jetzt wieder vom “jüdischen Selbsthass” an?“

    Habe ich das behauptet? Wenn Sie nicht mal in der Lage sind ganze Sätze zu verstehen, sollten Sie es tunlichst vermeiden Schlußfolgerungen, oder Assoziationen zu bilden. Damit disqualifizieren Sie sich nur selbst. Und wenn Sie nicht mal Ahnung vom Judentum haben, einfach die Finger bei sich halten. Um Ihre Frage zu beantworten: Ja! Neturei Karta, Noam Chomsky, Finkelstein, Pappe, Langer und wie sie alle heißen, die Israel das Existenzrecht absprechen und Organisation wie Hamas und Hisbollah hofieren und legitimieren leiden unter einem Selbsthass. Das allerdings ist kein neues Phänomen und zeigt, dass Juden Menschen sind wie andere Menschen auch. Nur Typen wie Sie versuchen daraus etwas besonderes zu machen, in der irrigen Ansicht, -sagen wir es mal so- ihre „Israelkritischen“ Ansichten zu legitimieren.

    „Da erzählen sie mir nichts neues. Antizionisten ja, aber keine Antisemiten.“

    Ach ja? Antizionismus ist Antisemitismus. Und auch Juden können Antisemiten sein, wenn sie sich Positionen und Aussagen der Antisemiten zu Eigen machen. Sie haben wirklich nichts begriffen.

    Von daher endet dann die Diskussion mit Ihnen jetzt auch. Machen Sie einen Blog auf, oder suchen Sie sich die Ihnen genehmen Plätze auf, wo Sie sich mit Ihresgleichen den ganzen Tag über das „Besatzungregime“ austauschen können. Und da werden Sie mit Sicherheit viele Bewunderer finden, wenn Sie dort genauso auftreten, wie Sie es in Pro-Israelischen Blogs zu tun pflegen. Hier ernten Sie nämlich noch nicht mal ein freundliches Lächeln, weil es einfach müßig ist mit den Parsas dieser Welt zu diskutieren.

  16. Mr. Moe said, on Mai 29, 2009 at 8:19 pm

    @Parsa:

    Zur Vertreibung kam es erst nach der israelischen Staatsgründung. Ganz interessant dabei ist, dass die Israelis in einigen Fällen selbst nachgeholfen haben. Die orientalischen Juden mussten gewissermaßen diejenigen ersetzen, die in der Shoa umgekommen sind. Ursprünglich waren die gar nicht vorgesehen, nennenswerte zionistische Organisationen hat es in den arabischen Ländern nie gegeben, und als sie einmal in Israel waren, wurden die meisten von ihnen ähnlich herablassend behandelt wie die arabische Bevölkerung.

    Ich rate Ihnen, ihre „Bildungslücke“ über die jüdische Flüchtlinge aus den arabischen Ländern schleunigst zu schließen.
    Ansonsten haben Sie es einmal mehr geschafft: Auch dieser Kommentarstrang wird geschlossen, da er nichts mehr mit dem ursprünglichen Beitrag zu tun hat.

  17. […] Diese Worte entstammen jenem Christoph Bertram, Deutschlands größtem Fürsprecher der Islamischen Republik und erbittertsten Gegner gegenüber einem auch nur ansatzweise druckvollen Vorgängen gegen das iranische Atomwaffenprogramm. Wer meint hier einen Sinneswandel oder einen Widerspruch zu den obigen Worten erkennen zu können, sei beruhigt – Ziel des „internationalen Drucks“ ist natürlich Israel. Bertram bleibt in seinen Einstellungen folglich konsistent – für die Islamische Republik und gegen den jüdischen Staat. […]

  18. […] ohnehin nicht als erstrebenswert und zu verteidigen ansieht, sondern Israel als eine Gefährung deutscher Interessen sieht, dass er sich dazu entschlossen hat, fortlaufend jenem Regime zur Seite zu stehen, das sich […]

  19. […] ohnehin nicht als erstrebenswert und zu verteidigen ansieht, sondern Israel als eine Gefährung deutscher Interessen sieht, dass er sich dazu entschlossen hat, fortlaufend jenem Regime zur Seite zu stehen, das sich […]


Kommentare sind geschlossen.

%d Bloggern gefällt das: