Zeitung für Schland

Sensationsmeldung: Lieberman für Frieden!

Posted in F.A.Z. by Mr. Moe on Mai 29, 2009

Am Mittwoch wusste die F.A.Z. mit einer absoluten Top-Meldung aufzuwarten, titelte sie doch fast schon euphorisch und ungläubig zugleich:

Lieberman lobt die „Roadmap“

Und wie es sich für eine Nachricht gehört, folgt die wichtigste Information im ersten Satz der Meldung:

Der israelische Außenminister Lieberman hat sich zum internationalen Nahost-Friedensplan bekannt. Während Ministerpräsident Netanjahu bisher davor zurückschreckte, sich auf die in der „Roadmap“ enthaltene Zwei-Staaten-Lösung festzulegen, lobte Lieberman am Dienstag im Rundfunkt, dass der Friedensplan „logisch“ sei und breite internationale Anerkennung genieße.

Angesichts der Tatsache, dass Lieberman sich bereits in seiner Antrittsrede vor fast zwei Monaten ausdrücklich zur „Road Map“ bekannt hat, ist das eigentlich keine Neuigkeit und demnach keiner Meldung wert, steht doch auch nicht jeden Tag in der Zeitung, dass die Hamas und die Fatah Israels Existenzrecht weiterhin nicht anerkennen (letzteres wird häufig gar unter den Tisch gekehrt). Andererseits kann der Verweis auf Liebermans Äußerung auch nicht schaden, insbesondere deswegen nicht, weil Lieberman in den deutsche Medien vornehmlich als eingefleischter Friedensfeind und das neben den Siedlungen größte Hindernis für den Friedensprozess dargestellt wird. Wobei davon auszugehen ist, dass Lieberman ohnehin nichts tun kann, dieses vorschnelle und zugleich endgültige Urteil der deutschen Journaille zu revidieren, ohne zugleich entgegen seiner Verantwortung gegenüber der Sicherheit des Staates Israel zu handeln.

Hat tip: Yaacov Lozowick: But Isn’t He an Extremist? [Deutsche Übersetzung bei Heplev]

Quelle: Hans-Christian Rößler: „Lieberman lobt die ‚Roadmap’“, in: F.A.Z. vom 27. Mai 2009, S. 6.

2 Antworten

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  1. lalibertine said, on Mai 29, 2009 at 10:01 pm

    Das ist schon richtig geil. Die deutsche Journaille übertrifft sich bei Lieberman wirklich selbst.

  2. […] Und darin kommt das ganze Elend nicht nur europäischer Außenpolitik zum Ausdruck, sondern auch das all jener Medien, die ein Hans-Gert Pöttering konsumieren mag, und aller Berater und “Experten”, die ihn umgeben. Sie sind es, die den Parlamentspräsidenten, der es besser wissen könnte, Unsinn reden und Forderungen an eine Adresse aufstellen lassen, die schlicht eine falsche ist. Anders als Hans-Gert Pöttering nämlich unterstellt, ist es gerade die israelische Regierung, die einen “Staat Palästina” nicht ablehnt. […]


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