Zeitung für Schland

Däumchen drehen mit Abbas

Posted in Zwei mal Drei macht Vier by Mr. Moe on Mai 31, 2009

Im Rahmen seines Treffens mit US-Präsident Barack Obama unter der Woche hat Palästinenserpräsident Mahmud Abbas in einem Interview mit der Washington Post folgendes verkündet:

Abbas and his team fully expect that Netanyahu will never agree to the full settlement freeze — if he did, his center-right coalition would almost certainly collapse. So they plan to sit back and watch while U.S. pressure slowly squeezes the Israeli prime minister from office. „It will take a couple of years,“ one official breezily predicted. Abbas rejects the notion that he should make any comparable concession — such as recognizing Israel as a Jewish state, which would imply renunciation of any large-scale resettlement of refugees.
Instead, he says, he will remain passive. „I will wait for Hamas to accept international commitments. I will wait for Israel to freeze settlements,“ he said. „Until then, in the West Bank we have a good reality . . . the people are living a normal life.“ In the Obama administration, so far, it’s easy being Palestinian.

Auf Deutsch: Abbas ist zu keinerlei Zugeständnissen bereit. Keine Anerkennung Israels als jüdischer Staat. Kein Verzicht auf das Rückkehrrecht. Ja nicht einmal die Bereitschaft, über diese Punkte auch nur zu verhandeln. Dafür die Hoffnung, Obamas Regierung möge Netanyahu aus dem Amt drängen. Überaus aufschlussreich ist auch, was Abbas nachweislich nicht ausreicht, um Frieden mit Israel zu schließen:

In our meeting Wednesday, Abbas acknowledged that Olmert had shown him a map proposing a Palestinian state on 97 percent of the West Bank — though he complained that the Israeli leader refused to give him a copy of the plan. He confirmed that Olmert „accepted the principle“ of the „right of return“ of Palestinian refugees — something no previous Israeli prime minister had done — and offered to resettle thousands in Israel. In all, Olmert’s peace offer was more generous to the Palestinians than either that of Bush or Bill Clinton; it’s almost impossible to imagine Obama, or any Israeli government, going further.

Abbas turned it down. „The gaps were wide,“ he said.

Mit anderen Worten: 97 Prozent des Westjordanlandes und ein Rückkehrrecht für palästinensische Flüchtlinge [!] sind für Abbas ein offenbar vollkommen inakzeptables Angebot. Unter solchen Voraussetzungen muss in der Tat bezweifelt werden, ob der „moderate“ Abbas überhaupt als Partner für den Frieden in Frage kommt, denn was noch kann Israel auch nur theoretisch anbieten? Doch mit der israel“kritischen“ internationalen Berichterstattung im Rücken sowie einem Präsidenten im Weißen Haus, für den israelische Siedlungen das größte Problem im Nahen Osten darstellen und bei dem man geneigt ist, zu fragen, ob er Israel überhaupt für einen souveränen Staat hält, kann man es sich ja leisten. Da Obama zudem sowohl nach seinem Treffen mit Netanyahu vorige Woche als auch nach seinem Treffen mit Abbas in erster Linie Israel kritisiert und unter Druck gesetzt hat, ist Jackson Diehl,Autor des Interviews mit Abbas, zuzustimmen:

In the Obama administration, so far, it’s easy being Palestinian.

hat tip: Mere Rhetoric.

7 Antworten

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  1. Mr. Moe said, on Juni 1, 2009 at 7:46 am

    Noch ein Hinweis: Angesichts der jüngsten Entwicklungen im Kommentarbereich wird jeder Kommentar, der nicht in unmittelbarem Bezug zum obigen Text steht, kommentarlos gelöscht.

  2. jensito said, on Juni 1, 2009 at 7:48 am

    Die 97 Prozent waren zu Bushs Zeiten auch schon völlig inakzeptabel.

  3. […] Obama-Administration ist es bisher einfach Palästinenser zu sein. Mahmud Abbas, zitiert von der Washington Post, 28.05.09 über seine Pläne für „Frieden“ im Nahen […]

  4. Links « tous et rien said, on Juni 1, 2009 at 12:17 pm

    […] Zeitung für Schland dreht Däumchen mit […]

  5. […] 2009 at 22:01 | In Lesen! | No Comments Wie ist Mahmud Abbas so drauf? Er lehnt sich zurück und dreht Däumchen, bis Israel und die Hamas (jedenfalls in der „Westban“) von den USA niedergemacht sind. Auch […]

  6. […] moderat und friedenswillig ist ein Mann, über den nach einem Interview folgendes geschrieben wird: Sie planen sich zurückzulehnen und zuzusehen, während die USA langsam […]

  7. […] Erinnerung: Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hat vor etwa zwei Wochen verkündet, sich keinen Millimeter zu bewegen. Die Empörung darüber in deutschen Medien blieb erwartungsgemäß aus, es wurde in der Regel […]


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