Zeitung für Schland

In eigener Sache: Kommentar-Richtlinien

Posted in Hausmitteilungen by Don Homer on Juni 10, 2009

Aufgrund der in den letzten Wochen zunehmenden Menge an Kommentaren und den damit fast zwangsläufig verbundenen negativen Ausreißern erachtet es die Zeitung für Schland als sinnvoll, allgemeine Kommentar-Richtlinien aufzustellen. Dieser Entschluss wird durch anfängliche eigene Unsicherheit in Bezug auf den Umgang mit entsprechenden Kommentaren bekräftigt. Denjenigen, die „Zensur“ schreien oder fälschlicherweise auf ein absurdes Verständnis von „Meinungsfreiheit“ rekurrieren, seien die beiden Alternativen zu eindeutigen und öffentlichen Kommentar-Richtlinien ins Gedächtnis gerufen: Für den Leser nicht nachzuvollziehendes und folglich mehr oder weniger willkürliches und spontanes Entscheiden des Blogbetreibers oder ein „anything goes“. Vor dem Hintergrund dieser beiden unerwünschten Alternativen sind die Kommentar-Richtlinien daher auch als Versuch zu werten, größtmögliche Transparenz zu wahren und gleichzeitig einen angemessen Rahmen für Diskussionen zu ermöglichen. Gleichwohl die Zeitung für Schland den Schritt der Aufstellung von Kommentar-Richtlinien nicht gerne geht, geht Sie ihn in der Überzeugung, dass er notwendig ist.

Einmalig sei in diesem Zusammenhang auch daran erinnert, dass es sich hier um ein privates Blog handelt, auf dem erkennbar „pro-israelische“ und „pro-westliche“ Positionen vertreten werden. Ebensowenig wie Zeitungen verpflichtet sind, jeden noch so kruden eingesandten Leserbrief zu veröffentlichen – was sie freilich selten darin hindert, es doch zu tun – ist die Zeitung für Schland dazu genötigt, jeder Meinung und jedem Kommentar ein Forum zu bieten. Wer „Israelkritik“ daher lieber aktiv betreiben denn kritisieren möchte oder meint, unnachgiebige Selbstkritik der Vereinigten Staaten und des Westens zu fordern, gleichzeitg aber Terroristen oder diktatorische Regime in Schutz nehmen oder verteidigen zu müssen, sollte ernsthaft in Erwägung ziehen, einen eigenen Blog zu gründen, sich im SPIEGEL ONLINE Forum anmelden, als Leitartikler bei der Süddeutschen Zeitung aktiv zu werden oder gleich an der eigenen politischen Laufbahn zu arbeiten, um eines Tages in die Fußstapfen Barack Obamas zu treten – oder anders ausgedrückt: den Mist, den neun von zehn Deutsche und Europäer denken und leider auch sagen, künftig an den überaus zahlreichen Orten abzuladen, an denen Applaus dafür noch stets garantiert war.

Die auch auf einer eigens dafür eingerichteten Seite jederzeit nachlesbaren Kommentar-Richtlinien lauten:

Kommentar-Richtlinien

  1. Kommentare zu auf der Zeitung für Schland veröffentlichten Beiträgen sind grundsätzlich ebenso zugelassen wie willkommen. Dies gilt ausdrücklich auch für die Äußerung von Meinungen, die von der Meinung der Autoren abweichen.
  2. Kommentare  müssen beim erstmaligen Absenden freigeschaltet werden. In Folge dieser einmaligen Freischaltung können Kommentatoren direkt kommentieren. Sollte es jedoch zu groben Verstößen gegen die unten folgenden Prinzipien kommen, wird dieses Verfahren gegebenenfalls zu überdenken sein. Ebenso behält es sich die Zeitung für Schland vor, Beiträge wiederholt negativ aufgefallener Kommentatoren künftig vor der Veröffentlichung freischalten zu müssen.
  3. In Präzisierung von Punkt 1 sind folgende Aspekte unabdingbare Voraussetzung für jeden einzelnen Kommentar:
    1. Erkennbarer Bezug zum Ursprungstext oder direkte Bezugnahme auf andere  Kommentare.
    2. Ein wenigstens einigermaßen angemessener Umgangston. Dies beinhaltet die größtmögliche Einhaltung sprachlicher Regeln sowie den Verzicht auf grobe Beleidigungen.
  4. Neben Verstößen gegen die beiden oben genannten Grundvoraussetzungen für Kommentare werden folgende Aussagen ausdrücklich nicht toleriert und entsprechende Kommentare infolgedessen kommentarlos gelöscht bzw. gar nicht erst freigeschaltet:
    1. Es versteht sich von selbst: Die Leugnung oder Relativierung der Shoah, Vergleiche Israels mit dem NS-Regime oder einem Apartheidsstaat sowie sonstige offenkundige antisemitische Aussagen werden hier nicht toleriert.
    2. Gleiches gilt für rassistische, sexistische, homophobe oder anderweitig widerwärtige Kommentare. Unter anderweitige Widerwärtigkeit fallen etwa das Verharmlosen und Schönreden diktatorischer Regime oder die bewusste und bösartige Verfälschung von  Tatsachen.
    3. Kommentare, die einzig und allein Beleidigungen der Autoren oder anderer Kommentatoren zum Zweck haben werden je nach Stärke der Beleidigung gelöscht oder in Verbund mit einer Mahnung freigeschaltet.
  5. Innerhalb sich ergebender Diskussionen zwischen Kommentatoren gelten neben den oben genannten allgemeinen Richtlinien zusätzliche folgende Regeln:
    1. Sich innerhalb einer Diskussion ergebende Abschweifungen vom Ursprungsbeitrag sind nur dann zulässig, wenn sich diese spontan und wechselseitig ergibt. Die systematische Ablenkung vom Ursprungsthema durch einzelne Kommentatoren wird indes nicht geduldet.
    2. Verschiebungen des Ursprungsthemas werden insbesondere dann unterbunden, wenn Sie bis zu Adam und Eva zurückführen. Dies gilt sowohl für Grundsatzdiskussionen als auch für Themen, die bereits an anderer Stelle ausgiebig diskutiert wurden.
    3. Die Beteiligung der Autoren der auf der Zeitung für Schland erscheinenden Texte an Diskussionen unterliegt ebenso wie die Kommentare der Leser dem Prinzip der Freiwilligkeit. Die Autoren sind demnach nicht verpflichtet, sich in jedem Fall an der Diskussion zu beteiligen oder auf jede Frage zu antworten.
  6. Verstöße gegen die vorliegenden Richtlinien werden folgendermaßen geahndet:
    1. Im Falle eindeutiger Verstöße wird der entsprechende Kommentar gelöscht oder gar nicht erst freigegeben.
    2. Bei einem erstmaligen geringeren Verstoß wird der Kommentar freigeschaltet, der Kommentator aber auf sein Missverhalten hingewiesen.
    3. Bei wiederholtem und groben Zuwiderhandeln gegen die Richtlinien obliegt es der Zeitung für Schland, einzelne Kommentatoren gänzlich und dauerhaft zu sperren.
    4. Es liegt auf der Hand, dass es bei den meisten der oben angesprochenen Punkte eine Grauzone gibt. In diesen Fällen obliegt die Entscheidung nach bestem Gewissen der Zeitung für Schland.
  7. Diese Kommentar-Richtlinien gelten ab dem heutigen Tage und für ausnahmslos alle Kommentatoren. Sich der Paradoxie bewusst seiend, sind auch die Autoren der Zeitung für Schland angehalten, sich an die Regeln zu halten.
  8. Es liegt in der Natur dieser Richtlinien, dass die obigen Punkte nicht verhandelbar sind und Kommentare zu den Richtlinien daher nicht zugelassen sind. Kritik, Anmerkungen oder Fragen zu den Kommentar-Richtlinien sind nichtsdestotrotz willkommen und können per E-Mail (zeitungfuerschland[at]gmx.de) unterbreitet werden. Etwaige kleinere Modifikationen oder Ergänzungen der Richtlinien sind der eigens für sie angefertigten Seite zu entnehmen. Auf größere Änderungen oder das Hinzukommen gänzlich neuer Punkte wird in entsprechenden Hausmitteilungen verwiesen.
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