Zeitung für Schland

Zwei Sichtweisen, ein Journalist und ein Dilemma

Posted in DIE ZEIT by Mr. Moe on Juni 10, 2009

Arnfrid Schenk schreibt in der ZEIT über ein von Israelis und Palästinensern gemeinsam erarbeitetes Schulbuch, dass dazu diene, die Sichtweise der jeweils anderen Seite besser zu verstehen. Sowohl das Projekt selbst wie auch die Berichterstattung über selbiges dürften von geschätzten 85 und gefühlten 95 Prozent der ZEIT-Leser für lobenswert gehalten werden (ersteres sogar mit einiger Berechtigung). An dieser Stelle soll es indes nicht um das Projekt selbst gehen, sondern um Schenks Artikel sowie ein damit in Zusammenhang stehendes grundsätzliches Dilemma, vor dem all jene Journalisten stehen, die sich „Ausgewogenheit“ und „Objektivität“ auf ihre Fahnen schreiben, selbst aber ihre eigene Meinung, größtenteils unterschwellig, in ihre Artikel einfließen lassen.

Bereits im ersten Absatz wird deutlich, welche der beiden Sichtweisen – der israelischen und der palästinensischen – Schenk selbst zu favorisieren scheint. Einen palästinensischen Projektarbeiter namens Sami Adwan, Professor für Erziehungswissenschaften der Universität Bethlehem, stellt Schenk wie folgt vor:

Geboren 1954 in einem Dorf nahe Hebron im Westjordanland, aufgewachsen unter israelischer Besatzung.

Dass das Westjordanland von 1948 bis 1967 völkerrechtswidrig von Jordanien besetzt war und der palästinensische Projektmitarbeiter demnach die ersten 13 Jahre seines Lebens nicht unter israelischer, sondern unter jordanischer Besatzung aufwuchs, erwähnt Schenk wohlweislich nicht. Vermutlich, da es seiner im Folgenden entwickelten Argumentation zuwider liefe, die gemäß des üblichen Musters verläuft, von dem ZEIT-Leser offenbar nie genug kriegen können, denn sonst würde es sich ja nicht Woche um Woche in der ZEIT abgedruckt unterdrücktes Kind entwickelt Hass (wahlweise in minimaler Variation: gehänseltes Kind läuft Amok oder hässliches Kind wird Nazi).

In diesem Zusammenhang ist es aufschlussreich, dass Schenk einen offensichtlich wohlwollenden Artikel über das zwei Sichtweisen darstellende Projekt schreibt, selbst aber eine der beiden Sichtweisen stillschweigend zu Eigen macht. Denn wie sonst ist es zu erklären, dass Schenk, einzig die Biographie eines Vertreters der palästinensischen Sichtweise ausführlichst vorstellt und demnach auch allein den entsprechenden Vertreter dieser Sichtweise ausgiebig zu Wort kommen lässt? Auf der anderen Seite, um sich einer der Lieblingsfloskeln Journalisten des Kalibers Schenks sowie amtierender US-Präsidenten zu bedienen, ist es natürlich absolut in Ordnung, dass kein Israeli interviewt wird, der von palästinensischen Terroranschlägen und dem Raketenterror berichte – das will ja schließlich auch niemand in der ZEIT lesen.

Doch Schenk lässt nicht nur ausschließlich eine Seite ausgiebig zu Wort kommen, sondern übernimmt überdies die Schilderungen seines palästinensischen Interviewpartners weitestgehend unkritisch oder schmückt sie gar noch aus:

Lange denkt er von den Israelis, was man in Palästina von Israel denkt: „Sie sind der Grund für meine ganze Misere, für all mein Leiden.“ Adwan denkt noch so, als er schon Erziehungswissenschaften in den USA studiert – er vermeidet Vorlesungen und Seminare, wenn er weiß, dass jüdische Studenten daran teilnehmen. Gesprochen hat er bis dahin mit keinem Israeli, er kennt sie nicht als Zivilisten, nur als Soldaten an den Checkpoints.

Man sollte meinen, dass es sich hier um einen eindeutigen Fall von Antisemitismus handle, doch Schenk stellt die Ablehnung jüdischer Studenten lieber als quasi natürliche und daher prinzipiell nachvollziehbare Position dar (zur Erinnerung: Besatzung). Dieses Spielchen spielt Schenk im Verlauf des gesamten Artikels munter weiter:

Er kommt Ende der achtziger Jahre aus den USA zurück, lehrt an der Hebron-Universität, wird Mitglied von Fatah und wenig später von den Israelis verhaftet, Fatah galt damals noch als terroristische Vereinigung. In der ersten Woche in Haft erfährt er nicht, weswegen er angeklagt ist. Das Feindbild bleibt stimmig.

Hier verschweig Schenk den nicht nicht ganz unbedeutenden Umstand, dass die Fatah Ende der achtziger Jahre nicht nur als „terroristische Vereinigung“ galt, sondern eine war. Allerdings sei Schenk zugestanden, dass die Bezeichnung der Fatah als Terrororganisation natürlich voraussetzen würde, Palästinensern grundsätzlich zuzugestehen, aktiv und eigenständig handelnde Subjekte und nicht nur bloße Opfermasse zu sein. Schenk tut dies nachweislich nicht:

So handelt das Buch die israelisch-palästinensische Geschichte des 20. Jahrhunderts ab. Dazu gehören etwa die Balfour-Deklaration von 1917, die den Juden einen eigenen Staat versprach, die Intifada genannte Zeit des Aufstands gegen die Besatzung, die Kriege von 1948, 1967. Die Fakten sind ein und dieselben, nur gibt es eben zwei Sichtweisen dazu. Das Jahr 1948 etwa bedeutet für die Israelis Unabhängigkeitskrieg und Staatsgründung, für die Palästinenser ist es das Jahr der Katastrophe, der nakba, der Vertreibung aus ihrer Heimat.

Subjekte der Schenk’schen Geschichtsschreibung sind allein die Israelis: Sie führen Kriege, gründen Staaten und vertreiben Palästinenser. Die Palästinenser hingegen werden vertrieben, unterdrückt und daran gehindert, Staaten zu gründen. Und wenn es zur „Intifada genannte[n] Zeit des Aufstands gegen die Besatzer“ kommt, dann ist bereits in der Umschreibung angelegt, wer dafür eigentlich die Verantwortung trägt. Neben dieser Übernahme des palästinensischen Narratives, offenbart sich das ganze Problem nicht nur Schenks Artikels überdies in einem einzigen Satz des bereits oben erwähnten Interviewpartners Adwan, der allerdings genauso gut aus Obamas Kairo-Rede stammen könnte:

Der Holocaust taucht in den palästinensischen Büchern kaum auf, das Trauma der Vertreibung der Palästinenser wird auf israelischer Seite ignoriert.

Von deutschen, europäischen und amerikanischen Geldern finanzierte palästinensische Lehrbücher, in denen der Holocaust verschwiegen und der Hass auf Juden und Israel geschürt wird, werden hier mit einem (vermeintlichen) gesellschaftlichen Phänomen innerhalb der israelischen Gesellschaft auf eine Stufe gestellt. Schenk akzeptiert diesen Vergleich stillschweigend und ignoriert somit vollends dass weder Holocaust und „Nakba“, noch der Umgang der Israelis mit letzterer und der Umgang der Palästinenser mit ersterem sinnvoll miteinander verglichen werden können. Denn so sieht sie aus, die Sichtweise der Schenks, der ZEIT-Leser und der Obamas dieser Welt, nicht nur aber vor allem im Hinblick auf den Nahostkonflikt: Alle sind an allem schuld und alles ist gleich schlimm. Und wenn Sie nicht noch am relativieren sind, vergleichen sie noch heute.

Quelle: Arnfrid Schenk: „Die Geschichte der anderen“, in: DIE ZEIT vom 10. Juni 2009, S. 65.

14 Antworten

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  1. Mr. Moe said, on Juni 11, 2009 at 9:44 am

    Nachtrag:
    Ein aufmerksamer Leser (pink homer) hat mich darauf hingewiesen, dass die letzte Passage des obigen Textes missverständlich ist: Daher sei hier angemerkt, dass es sich bei den unten aufgeführten „palästinensischen Lehrbüchern“ nicht um das Buch des Projektes handelt. Die hier geäußerte Kritik bezieht sich demnach ausdrücklich nicht auf das Buch des Projektes, in dem die Shoah sehr wohl thematisiert wird.

  2. Claudio Casula said, on Juni 11, 2009 at 10:59 am

    Dass der Sieg der Israelis im Unabhängigkeitskrieg die Niederlage der Palästinenser bedeutete, war doch von Anfang an klar und wurde in Israel auch nie anders gesehen. Man hatte nur kein schlechtes Gewissen, weil die Drohung der Araber, „die Juden ins Meer“ zu treiben, die Alternative war, und man sich dafür, dass man gewonnen hatte, nun wirklich nicht entschuldigen musste.

    Zudem wandte man eben nicht die Praxis der Araber an, alle eroberten Gebiete von feindlicher Bevölkerung zu „säubern“. Gleichwohl ist den Israelis die Tragik der palästinensischen Araber schon bewusst und wird im Schulunterricht auch schon seit vielen Jahren thematisiert. Ob man nun auch noch den Terminus „Naqba“ übernehmen muss, darüber kann man streiten. Vor zwei Jahren gabs mal eine hitzige Diskussion um Bildungsministerin Tamir, weil in einem Schulbuch für arabische Schüler wortwörtlich von „Naqba“ die Rede war.

    Die Geschichtsbücher für israelische und palästinensische Schüler kann man jederzeit nebeneinander halten, dann sieht man auf einem Blick, wo das Problem liegt.

  3. Parsa Kakashanian said, on Juni 11, 2009 at 3:28 pm

    Ich finde die Initiative generell gut. An vielen Schulen in Deutschland und Frankreich gibt es ja mitlerweile auch bi-nationale Lehrbücher. Dies vermittelt den Schülern im günstigsten Fall einen Einblick in das Geschichtsverständnis des anderen.

    In Israel/Palästina ist dies sicherlich schwieriger, da der Konflikt eben noch nicht gelöst ist, und beide Seiten darum umso verbissener an ihren Mythen festhalten.

    @ Casula

    Völlig unabhängig davon, wer nun die Schuld am 1948er Krieg trug, und wie die Geschichte der jüdischen Nationalbewegung und ihrer Auseinandersetzung mit den Arabern gewertet wird, geht es darum, dass der Exodus der Palästinenser 1948 im kollektiven Gedächtnis dieses Volkes als großes Leid gesehen wird. Ich kann dies nachvollziehen, der Verlust der Heimat ist in der Tat etwas schreckliches.

    Ich steh ja normalerweise nicht auf historische Analogien. Aber man könnte dies vielleicht mit der Vertreibung der Deutschen aus den Ostgebieten vergleichen. Das war ebenso schrecklich für die Beteiligten, obwohl natürlich der Kontext unbedingt berücksichtigt werden muss. Aber erst wenn man darüber spricht – über das Ereignis selbst wie über die Ursachen und den Kontext, kann es auch zu einer Verständigung, zu einer Versöhnung kommen. Zwischen Deutschen und Polen, wie zwischen Israelis und Palästinensern.

  4. Mr. Moe said, on Juni 11, 2009 at 6:19 pm

    @Claudio Casula & Parsa Kakashanian:
    Ihr stellt die neuen Kommentar-Richtlinien gleich auf die Probe: Mir geht es, wie ich oben ja auch geschrieben habe, nicht um die Initative als solche. Daher sollte im Kommentarstrang eigentlich auch nicht über sie diskutiert werden. Andererseits hat die Initative natürlich schon etwas mit dem Ursprungsartikel zu tun und da Ihr offenbar beide daran interessiert seid – bitte schön. Wobei das Thema nicht auf die „Vertreibung“ der Deutschen ausgeweitet werden sollte. Ein armes vertriebenes Opfervolk pro Kommentarstrang genügt.

    @Parsa Kakashanian:
    Ich wollte Ihnen die folgende Nachricht (die Off-Topic ist und daher nicht hier her gehört) per Mail zukommen lassen, aber da die von Ihnen angegebene Mailadresse offenbar nicht existiert, muss ich es so machen:
    Sie können ab sofort wieder kommentieren, ohne dass ich Ihre Beiträge vorher frei schalten muss. Ich hatte vergessen, Sie von der Spam-Liste zu nehmen, daher ist Ihr Kommentar zu meinem neusten Beitrag erst jetzt freigegeben worden. Da fairerweise angemerkt werden muss, dass die Regeln noch nicht existierten, als Sie Ihren früheren Verweis erhielten, geht es sozusagen für alle bei Null los. Alles weitere zu diesem Thema kann bei Bedarf per Mail geklärt werden, aber nicht hier.

  5. Claudio Casula said, on Juni 11, 2009 at 6:53 pm

    @ Parsa

    „Völlig unabhängig davon, wer nun die Schuld am 1948er Krieg trug, und wie die Geschichte der jüdischen Nationalbewegung und ihrer Auseinandersetzung mit den Arabern gewertet wird, geht es darum, dass der Exodus der Palästinenser 1948 im kollektiven Gedächtnis dieses Volkes als großes Leid gesehen wird. Ich kann dies nachvollziehen, der Verlust der Heimat ist in der Tat etwas schreckliches.“

    Stimme zu. Es wäre nur wünschenswert, dass die Palästinenser sich beizeiten über ihren eigenen Beitrag zu ihrer Katastrophe Gedanken machten. So lange sie sich ausschließlich als Opfer begreifen, die unverschuldet unter die Räder der Geschichte geraten sind, werden sie auch in Zukunft keine Konsequenzen daraus ziehen. Und Revanchismus hilft ja nun wirklich niemandem weiter, das musste man auch den deutschen Heimatvertrieben erst mühsam klarmachen, wenn Sie schon das Beispiel bemühen.

  6. willow said, on Juni 11, 2009 at 7:00 pm

    Vermutlich weiß dieser Arnfrid Schenk nicht mal, daß es auch für die arabischen Juden eine “Naqba” gab, nicht nur viele der späteren Palästinenser ihre Heimat verloren, sondern auch fast alle „orientalischen“ Juden … aber vermutlich würde dieses Wissen ihn auch nur durcheinanderbringen. Denn selbstverständlich kommt es nur darauf an, daß sowohl arabische wie auch israelische Schüler möglichst viel über von Israelis begangene Untaten lernen…

  7. Parsa Kakashanian said, on Juni 11, 2009 at 9:00 pm

    @ Casula

    Der „Opfermythos“ ist fest in der palästinensischen Geschichtsschreibung und im nationalen Narrativ verankert. Den kriegen Sie nicht so einfach raus, weil es Tatsache ist, dass sich die palästinensische Nation als Antwort auf den Zionismus gebildet hat. Da sie im Kampfe gegen diesen von einer Niederlage zu nächsten eilte, kann es gar keinen anderen Bezugspunkt als den „Opfermythos“ geben. Dazu trägt auch bei, dass es bei den Palästinensern – anders als bei den deutschen Heimatvertriebenen keine Erfolgsstory nach dem „Gründungsmythos“ gab. Die palästinensische Geschichte muss bis heute ohne positive Bezugspunkte auskommen, daher kann sie den „Opfermythos“ gar nicht aufgeben, ohne sich selbst aufzugeben. Einziger Ausweg wäre eine positive Entwicklung.

    @ willow

    Die orientalischen Juden, die ebenso vertrieben wurden, haben ja glücklicherweise eine Erfolgsstory zu bieten. Es ist wahr, dass Israel deren Schicksal im Geschichtsnarrativ lange unterbeleuchtet gelassen hat. Dies hatte auch Gründe. Zum europäischen Projekt des Zionismus hatten diese orientalischen Bevölkerung weder ideell noch materiell viel beigetragen. Sie kamen größtenteils erst als der Staat bereits existierte. Und in diesem Staat wurden sie lange Zeit diskriminiert. Oft unter der fadenscheinigen Begründung, sie wären „unterentwickelt“. Wer das Schicksal der algerischen Juden in Frankreich mit dem der marokkanischen in Israel vergleicht, wird verstehen, dass dem nicht so war. Die einen waren erfolgreich, die anderen weniger. Glücklicherweise ist es seit 1977 gelungen, die „Orientalen“ mehr in Staat und Gesellschaft zu integrieren.

  8. Claudio Casula said, on Juni 12, 2009 at 12:11 pm

    @ Kakashanian

    Nur weil man von Niederlage zu Niederlage eilt, ist man noch lange kein Opfer. Das Problem der Palästinenser ist, dass sie ihre Misere nicht mit ihrem versagen in Zusammenhang bringen. Es wendet sich aber nur was zum Guten, wenn sie einsehen, dass sich Palästina eben nicht „mit Blut und Seele“ befreien lässt, sondern nur durch die Bereitschaft, In Frieden neben Israel zu leben.

    Was die Mizrachim betrfift: Keine Frage, das politische Establishment war fest in ashkenasischer Hand. Der Aufsieg verlief aber für die Orientalen schwierig, weil die erste Generation nicht selten einen veritablen Bildungsvorsprung der „Europäer“ aufholen mussten. Witzig übrigens, dass Sie „seit 1977“ sagen – es war ja der böse Likud unter Begin, der die Orientalen ernster nahm.

  9. Parsa Kakashanian said, on Juni 12, 2009 at 12:43 pm

    @ Casula

    Die Bildungsvorsprung wurde häufig als Argument ins Feld geführt. Wenn Sie aber sehen, wie viel schneller die Misrachim in Frankreich reüssiert haben, dann ist fraglich ob er tatsächlich so riesig war. Die europäischen Juden kamen in ihrer Mehrzahl ja auch nicht gerade aus den fortschrittlichsten Ländern des Kontinents. Forscher wie Shlomo Swirski sprachen denn auch von einer gezielten „Proletarisierung“ dieser Einwanderungsgruppen, die vom ashkenasischen Establishment lange Zeit nicht wenig anders, d.h. herablassend wie die Araber behandelt worden sind.

    1977 war es in der Tat der Likud, der aufgrund massiver orientalischer Unterstützung gewann. Die dem Namen nach sozialistische Arbeitspartei hatte es versäumt, sich um die mehrheitlich orientalische Unterschicht zu kümmern. Der Likud – witzigerweise mit einem Führer wie Menachem Begin, wie er ashkenasischer nicht sein konnte – kompensierte dies. Leider häufig mit einer äußerst nationalistischen Ideologie, die die Orientalen ansprach, weil sie es ja waren, die im unteren Segment der Gesellschaft tatsächlich, auf dem Arbeitsmarkt zum Beispiel, mit den Arabern zu konkurrieren hatten. Trotzdem hat Begins Wahlsieg den Misrachim Stolz gegeben, und sie erst wahrlich in den jüdischen Staat integriert.

  10. Claudio Casula said, on Juni 12, 2009 at 2:25 pm

    @ Parsa Kakashanian

    Sie haben eine wichtige Tatsache vergessen: dass die orientalischen Juden, die nicht eben leichtfertig ihre alte Heimat verlassen haben, einige unschöne Erfahrungen gemacht hatten. Man könnte auch sagen: Sie sind nicht ganz freiwillig gegangen. Im Gegensatz zu den Ashkenasim wissen sie die arabische bzw. orientalische Mentalität ganz gut einzuschätzen. Denen wäre ein Desaster wie Oslo sicher nicht passiert.

  11. Parsa Kakashanian said, on Juni 12, 2009 at 2:51 pm

    @ Casula

    Sie dürfen aber auch nicht vergessen, dass die Juden in diesen Ländern jahrhundertelang nicht um Leib und Leben zu fürchten hatten, während hier in Europa alljährlich zu Ostern das jüdische Viertel brannte. Es tut daher auch nicht Wunder, dass der Zionismus in Europa entstand, und nicht in Marokko. Der Exodus aus den orientalischen Ländern setzte denn auch erst ein NACHDEM Israel gegründet wurde. Eine nennenswerte Auswanderung nach Europa oder nach Amerika hatte es zuvor unter den sephardischen Juden des Orients nie gegeben.

  12. willow said, on Juni 12, 2009 at 6:13 pm

    Womit wir eigentlich wieder beim Eingangstext wären…😉 über die große Not der später Palästinenser genannten Araber wird permanent berichtet, über die „Naqba“. Die zeitgleich stattfindende Vertreibung der arabischen Juden wird ganz bewußt ausgeblendet, die Verhältnisse, unter denen die Juden in diesen Ländern leben mußten, wird bewußt schöngelogen.

    Eine nennenswerte Auswanderung nach Europa oder nach Amerika hatte es zuvor unter den sephardischen Juden des Orients nie gegeben.

    Hier ein Link zur Lage der Juden im Jemen, zu Marokko könnte ich ähnliche Quellen beisteuern:

    http://www.hagalil.com/archiv/2009/04/23/seide-komet/

  13. willow said, on Juni 12, 2009 at 6:21 pm

    PS: Hagalil ist zwar eine jüdische Seite – aber mehr so die Avnery-Jünger, also stark pro-palästinensisch, besonders abgründig ist der Kommentarbereich… aber dieser Beitrag ist gut!

  14. […] Arnfrid Schenk, DIE ZEIT – Geschichte ist vor allem die Geschichte der Palästinenser bzw. deren Sichtweise; palästinensischen Antisemitismus können wir unter den Tisch fallen lassen; die Fatah war nicht Terror-Organisation, sie galt vor 20 Jahren nur als solche. Israel handelt (und zwar schlecht bzw. unrecht), die Palästinenser sind nur Objekte des Handelns anderer. […]


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