Zeitung für Schland

Appeasement, egal was auch passiert

Posted in F.A.Z. by Mr. Moe on Juni 13, 2009

Es ist kaum auszudenken, wie die Berichterstattung deutscher Medien erst ausgesehen hätte, wenn Mussawi, dieser „prowestliche“ (WELT) Reformer, die Präsidentschafts„wahl“ im Iran „gewonnen“ hätte. Da jedoch Amtsinhaber Ahmadinedschad die „Wahl“ – wenngleich allem Anschein nach (auch) aufgrund massiven Betruges – „gewonnen“ hat, sind jetzt ganz große Geistesgrößen gefragt, der Lage trotzdem noch etwas Positives abzugewinnen. Für Christiane Hoffmann von der F.A.Z., die im Vorfeld der „Wahlen“ noch ein Loblied auf selbige gesungen hatte, eine ihrer leichtesten Übungen:

Den von Präsident Obama angestrebten Neubeginn in den Beziehungen zum Westen hätte es zweifellos erleichtert, wenn dem Wechsel in Washington ein Wechsel in Teheran entsprochen hätte, wenn das Gesicht Irans in der Welt nicht länger jener Ahmadineschad wäre, der allzu leicht zum Widergänger Hitlers stilisiert werden kann. Vertrauen aufzubauen wird nun schwer sein. Andererseits hat Ahmadineschad mit seinem Gratulationsschreiben an Obama signalisiert, dass auch mit ihm eine Annäherung nicht unmöglich ist. Möglicherweise wird ein konservativer Präsident sogar größeren Spielraum haben, weil er die Zweifler in den eigenen Reihen besser besänftigen kann. Große Kompromissbereitschaft, bedeutende Zugeständnisse aber sind mit einem Präsidenten Ahmadineschad sicher nicht zu erwarten. Wenn der Westen eine Annäherung will, wird er sich im Nuklearstreit bewegen müssen, auch wenn nicht sein Wunschkandidat gewählt wurde. Er wird es mit einer Gegenseite zu tun haben, die sich durch ein massives Votum gestärkt sieht – ob zu Recht oder zu Unrecht.

Oder wie Obama oder auch Christoph Bertram und Volker Perthes es vermutlich formulieren würde: Ahmadinedschads „Wahlsieg“ darf nicht als Problem gesehen werden, sondern muss als Herausforderung begriffen werden. Positiv denken! Denn genau so funktioniert Denken und Handeln im Obama-Zeitalter: Während israelische Politiker wie Netanyahu oder Lieberman (oder auch der ehemalige US-Präsident Bush) als „Hindernisse“ für den Frieden angesehen werden, die jeder Lösung im Weg stehen( oder standen), muss jeder noch so widerwärtige Despot und jedes noch so menschenverachtende Regime umgarnt werden. Mussawi „gewinnt“ die „Wahlen“? Jetzt heißt es auf den Iran zuzugehen! Ahmadinedschad „gewinnt“ die „Wahlen“ und zeigt sich weiter kompromisslos in Bezug auf die iranische Bombe? Kein Problem, dann muss der Westen eben noch einen weiteren Schritt auf ihn zugehen! Ist doch logisch, jedenfalls wenn man Christiane Hoffmann heißt. Selbige sollte sich angesichts solch wahrlich durchdachter Kommentare im Übrigen vielleicht doch lieber wieder auf das konzentrieren, was sie nachweislich am Besten kann: Hamas-Führer hofieren.

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2 Antworten

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  1. mrbaracuda said, on Juni 14, 2009 at 7:55 am

    Da ist er wieder, der „Konservative“.

  2. […] Christiane Hoffmann, FAZ – die Trulla findet, dass man A’jad zu sehr verteufelt hat, als dass jetzt mit ihm noch klarzukommen sei. Außer, der Westen (!) bewegt sich in der Atomfrage. Also muss der Westen sich „in der Nuklearfrage bewegen müssen“. Udo Steinbach schlägt in dieselbe Kerbe: Der Dialog ist blockiert durch die Machtverhältnisse. Der Dialog kann nur dann hergestellt werden, wenn der Westen sich zurücknimmt. Klar, wenn Tyrannen, Despoten, Terroristen, Gewaltherrscher, Völkermord-Aspiranten stur sind, dann geben wir ihnen einfach nach. Irgendwann haben sie dann, was sie wollen und Ruh‘ is‘! […]


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