Zeitung für Schland

Widerling der Woche

Posted in Zwei mal Drei macht Vier by Mr. Moe on Juni 13, 2009

EU-Chefdiplomat Javier Solana weilt derzeit in Beirut, wo er sich unter anderem mit einem Abgeordneten der Hisbollah trifft. Bei der Gelegenheit verlangt Solana vom israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu zudem im Befehlston ein Bekenntnis zur Zweistaatenlösung, denn „das ist es, was wir von ihm zu hören erwarten“. Und als reichten diese beiden Gegebenheiten nicht bereits aus, sich für den Titel „Widerling der Woche“ zu qualifizieren, hat Solana nun verlauten lassen, das man „die Entscheidung des iranischen Volkes“ (ja, gemeint sind allen Ernstes die „Wahlen“ im Iran) zu „akzeptieren“ habe.

Steht da etwa ein erneuter Besuch in Teheran auf dem Programm?

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13 Antworten

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  1. […] Nach dieser kurzen, aber gekonnten humorvollen Einlage weiter mit der Realität: Was von einem Menschen zu halten ist, zeigt sich bekanntermaßen durch einen Blick auf seine Freunde: Gratuliert haben Ahmadinedschad zu seinem „Wahlsieg“ bislang Venezuelas Präsident Hugo Chavez und (natürlich) der Oberste Rechtsgelehrte Chameini, der alle Iraner auffordert, sich hinter Ahmadiedschad zu stellen. Und auch die Gratulation von EU-Chefdiplomat Javier Solana dürfte in Kürze erfolgen. […]

  2. […] Netanyahu herumzukommandieren und äußert sich positiv zu den Wahlen im Iran. Kein Wunder, dass Don Homer ihn zum Widerling der Woche […]

  3. dr.allesklar said, on Juni 15, 2009 at 12:06 am

    wirklich schlimm, ja, ein verbrechen, sich mit zweifellos zwielichtigen, aber nun mal gewählten abgeordneten zu treffen und seine meinung deutlich zu sagen. zur erinnerung: seine meinung deutlich zum ausdruck bringen darf nur der, der die angebliche „islamisierung“ kritisiert. dann ist es mutig. alle anderen müssen gefälligst die fresse halten.

  4. Mr. Moe said, on Juni 15, 2009 at 8:28 am

    Hisbollah-Vertreter sind nicht „zwielichtig“, sondern Mitglieder einer Terrororganisation. Und was dabei heraus kommt, wenn Solana „seine Meinung deutlich sagt“, können sie oben sehen: in Gutsherrenart vorgetragene Forderungen gegenüber Israel sowie ein Bekenntnis zu den „Wahlen“ im Mullah-Regime.
    Abgesehen davon sehe ich nicht, wo ich geschrieben hätte, dass Solana „die Fresse“ halten soll. Aber er muss sich, wie jeder andere, für öffentlich getätigte Äußerungen kritisieren lassen dürfen.

  5. dr.allesklar said, on Juni 15, 2009 at 9:52 am

    am besten du machst die europäische union zum widerling der woche. die führt nämlich die hisbollah nicht als terrororganisation. noch ein paar textbausteine á la „kniefall“ und „appeasement“ – fertig ist der blog.

  6. Markus said, on Juni 15, 2009 at 3:59 pm

    @dr. allesklar
    Nun, auch die EU ist keine „Ein-Mann-Show“. Das EU-Parlament jedenfalls hat begriffen, worum es sich bei der Hisbollah handelt.

    Wann beginnt denn für Dich eine Gruppe eine terroristische zu werden? Welche Gräueltaten muss sie begehen, damit sie von Dir dieses Prädikat erhält?
    Und bist Du der Meinung, dass eine gewählte Partei per se keine Terrororganisation sein kann?

    Ist dann die (demokratisch gewählte) Hamas auch keine? Die wird nämlich von der EU so eingestuft.

  7. dr.allesklar said, on Juni 15, 2009 at 4:24 pm

    das ist ein missverständnis. ich bin nicht der meinung, die hisbollah sei keine terroristische vereinigung. jeder verein, der leute ausbildet, um andere leute zu töten, ist das. also auch jegliche armee sowie paramilitärische polizeieinheiten. mag ich alle nicht, die brüder.

  8. Markus said, on Juni 15, 2009 at 4:43 pm

    So so.

    „wirklich schlimm, ja, ein verbrechen, sich mit zweifellos zwielichtigen, aber nun mal gewählten abgeordneten zu treffen“

    Das klang aber anders.

  9. dr.allesklar said, on Juni 15, 2009 at 5:35 pm

    mag sein. es sollte lediglich darauf aufmerksam machen, dass diese hisbollah nunmal ein faktor im nahen osten ist. das kann auch ein solana nicht ignorieren. wäre er ja schön blöd.

  10. Markus said, on Juni 15, 2009 at 5:44 pm

    Die Hisbollah ist definitiv ein Faktor im Nahen Osten. Und ignorieren will/kann die wohl keiner, auch Mr. Moe nicht.
    Aber ob man mit diesen Leuten reden sollte – und sie damit aufwertet -, ist eine andere Frage.
    Und seine Bemerkungen bzgl. Iran und Israel zeugen schon von einer seltsamen Voreingenommenheit. Ob sich das auch in seinen Gesprächen mit der Hisbollah widerspiegelt? Er ist immerhin der europäische „Außenminister“.

  11. dr.allesklar said, on Juni 15, 2009 at 6:32 pm

    voreingenommenheit? seine bemerkungen bezüglich iran und israel sind nicht mehr als diplomatischer standard-text. und bitte, als ob der gute bibi sich von sowas beeindrucken ließe… der ist anderes gewohnt und hält das definitiv aus. da habe ich keine zweifel.

  12. Markus said, on Juni 15, 2009 at 6:45 pm

    Bibi hält das sicherlich aus. Israel auch.
    Aber die europäischen Bürger, deren Bild über Israel nicht zum Besten bestellt ist, werden weiterhin glauben, dass Europa Israel zurechtweisen muss.

  13. dr.allesklar said, on Juni 15, 2009 at 10:39 pm

    ach, ich weiß nicht. selbst wenn man mal annimmt, dass solanas worte einer zurechtweisung gleichkommen – hätte das wirklich einen großen einfluss auf die leute in europa? im übrigen dürfte der staat israel ein weit elementareres bedürfnis haben, von seinen direkten nachbarn verstanden oder akzeptiert zu werden als von ein paar ohnehin hoffnungslos eurozentristischen europäern.


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