Zeitung für Schland

Shame on you, President Obama

Posted in Zwei mal Drei macht Vier by Mr. Moe on Juni 16, 2009

Obamas Worte können hier in Gänze nachgelesen werden. Ein Auszug:

I want to start off by being very clear that it is up to Iranians to make decisions about who Iran’s leaders will be; that we respect Iranian sovereignty and want to avoid the United States being the issue inside of Iran, which sometimes the United States can be a handy political football — or discussions with the United States.

Having said all that, I am deeply troubled by the violence that I’ve been seeing on television. I think that the democratic process — free speech, the ability of people to peacefully dissent — all those are universal values and need to be respected. And whenever I see violence perpetrated on people who are peacefully dissenting, and whenever the American people see that, I think they’re, rightfully, troubled.

My understanding is, is that the Iranian government says that they are going to look into irregularities that have taken place. We weren’t on the ground, we did not have observers there, we did not have international observers on hand, so I can’t state definitively one way or another what happened with respect to the election. But what I can say is that there appears to be a sense on the part of people who were so hopeful and so engaged and so committed to democracy who now feel betrayed. And I think it’s important that, moving forward, whatever investigations take place are done in a way that is not resulting in bloodshed and is not resulting in people being stifled in expressing their views.

[…]

We will continue to pursue a tough, direct dialogue between our two countries, and we’ll see where it takes us. But even as we do so, I think it would be wrong for me to be silent about what we’ve seen on the television over the last few days. And what I would say to those people who put so much hope and energy and optimism into the political process, I would say to them that the world is watching and inspired by their participation, regardless of what the ultimate outcome of the election was. And they should know that the world is watching.

Obama fasst die „Wahlen“ im Iran demnach als echte Wahlen auf. Obama wird – komme, was wolle – seine Appeasement-Politik gegenüber den Mullahs fortführen. Obama wird keinen Fingern krumm machen, die iranische Opposition und die Menschen auf den Straßen zu unterstützen. Selbst ein paar Worte der Solidarität oder eine Verurteilung des Mullah-Regimes kommen Obama nicht über die Lippen, denn Gewalt gibt es ja immer und überall und sie ist immer gleich schlimm. Abe Greenwald bringt es auf den Punkt:

“The violence.” That free-floating phenomenon that seems to exist, for Obama, as something quite apart from human volition. Like a spontaneous state of affairs that is not only disconnected from national fanaticism or abusive governance, but in which there is scarcely a designation between the assailant and the assaulted.”

Und es gibt nichts, was Joachim Steinhöfels Worten hinzuzufügen wäre:

Offenbar lässt der Präsident die iranische Opposition im Stich. Es war windelweiches Appeasement, ein Versagen, eine Schande.

hat tip: Little Green Footballs.

Weitere lesenswerte Kommentare zu Obama und den „Wahlen“ und Unruhen im Iran:

Clarendon: America Sleeps While Iranians Confront Evil

Jonah Goldberg: Obama’s Choice is not to choose on Iran

John McCormack: Obama on Murders and Beatings in Iran: „I Am Deeply Troubled“

Dennis Prager: Dear Iranians, Don’t Count on America (or Any Country Led by Left)

Bret Stephens: Wanted: ‚Hope‘ for Iran

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10 Antworten

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  1. dr.allesklar said, on Juni 16, 2009 at 11:29 am

    Es wäre sicherlich kontraproduktiv, wenn der amerikanische Präsident sich nicht zurückhielte, sondern aktiv in den iranischen Machtkampf eingriffe. Die Mullahs könnten dann ganz easy von einem von außen gelenkten Putsch sprechen.
    Außerdem: Die mutigen Menschen in Teheran brauchen keine amerikanischen Präsidenten, die ihnen beistehen. Sie dürften im übrigen kaum vergessen haben, dass es gerade die USA waren, die seinerzeit den gewählten Ministerpräsidenten ab- und den verhassten Schah wieder eingesetzt haben.

  2. Parsa Kakashanian said, on Juni 16, 2009 at 1:11 pm

    Also, wenn man sich die Reaktionen auf Facebook anschaut, dann sehen die meisten Iraner dies anders. Sie haben Obama gedankt und selbst darauf hingewiesen, dass sie den Kampf gewinnen müssen.

    Abgesehen davon (hier bin ich auf ihrer Seite, dr. allesklar) bin ich tatsächlich der Ansicht, dass Obamas Äußerungen kontraproduktiv sein können. Das Regime versucht schon jetzt alles Amerika und Israel anzuhängen, meint, die würden den Protest steuern, was natürlich Unsinn ist.

    Wenn Obama jetzt Bush-like auf den Tisch kloppt, dann sehen diese Kräfte sich bestätigt und die Repression wird sich noch steigern. Seien wir doch ehrlich – was außer starker Worte könnte Obama denn liefern? Und harte Worte aus Amerika haben Leute wie Ahmadinejad noch nie eingeschüchtert. Das inspiriert ihn eher, man sieht doch, dass er nix ausläßt, woran sich westliche Medien dann wieder empören können.

    Obama ist furchtbar populär in Iran. Die Leute vertrauen ihm, und sie wissen, er ist bei uns. O(u) bâ mâ – ist nämlich persisch und heisst: ER MIT UNS😉

  3. willow said, on Juni 16, 2009 at 1:21 pm

    Tja, als ihr gefordert habt, die Merkeline müsse sich zugunsten der Protestierer außern, da klang das gaaaanz anders. Und die ebenso frühe wie erfrischend undiplomatische Stellungnahme des Steinmarders habt ihr auch begrüßt. Aber iss schon klar, an „The One“ dürfen nicht die gleichen Maßstäbe angelegt werden wie an normale Sterbliche …😉

  4. Rückblende : TRANSATLANTIC FORUM said, on Juni 16, 2009 at 2:53 pm

    […] gegebenem Anlass erinnere ich an diesen Post von Mahmoud Rambod. Bookmark […]

  5. mrbaracuda said, on Juni 16, 2009 at 5:19 pm

    Steinmarder, lol. Keiner kann ihn so richtig erfassen!

  6. Parsa Kakashanian said, on Juni 16, 2009 at 7:13 pm

    SPD-Bashing ist auch in, ne wahr? Ab Oktober dürfen wir uns dann für Westerwelle, die olle Eule, fremdschämen.

  7. Mr. Moe said, on Juni 16, 2009 at 7:26 pm

    SPD- und Steinmeier-Bashing ist hier aus zweierlei Gründen nicht so erwünscht: Erstens geht es oben nicht um Möchtegern-Kanzler, sondern um Leider-Präsidenten. Und zweitens sollte man nie auf Menschen oder Bewegungen eintreten, die ohnehin schon am Boden liegen.

    @Parsa Kakashanian:
    Ihre Antwort auf willows Frage würde mich auch sehr interessieren.

  8. Parsa Kakashanian said, on Juni 16, 2009 at 9:03 pm

    @ Moe

    Ich mag die SPD. Wir Perser in Deutschland wählen ja traditionell Rot-Grün.

    @ Willow

    Merkel hat sich ja jetzt auch geäußert. Sehr gut. Sollen die Europäer sich hier mal klar positionieren. Für Dialog mit diesem Präsidenten ist es sowieso zu spät. Im Augenblick ist es unerheblich, was Obama gesagt hat. Wir müssen jetzt abwarten, was in den nächsten Stunden und Tagen geschieht. Das Regime hat ja fast alles abgedreht. Wir erfahren fast nur noch über Twitter was. Selbst Emails hab ich heute nicht bekommen. Ich bete dafür, dass das nicht zum großen Niederkartätschen führt..

  9. Mr. Moe said, on Juni 16, 2009 at 9:06 pm

    @Parsa Kakashanian:
    Ihre Logik erschließt sich mir nach wie vor nicht: Sie möchten, dass Europa sich positioniert, aber für Obama gilt dies nicht. Warum? Wären deutliche Worte von Obama nicht auch angebracht?
    Ansonsten teile ich (natürlich) Ihre im letzten Satz geäußerte Hoffnung.

  10. […] US-Präsident Barack Hussein Obama anlässlich der Unruhen im Iran bislang bekanntermaßen mehr als zurückhaltend geäußert. Doch während Demonstranten im Iran Obama verzweifelt auffordern, ihnen im Kampf um die Freiheit […]


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