Zeitung für Schland

Western Cowards

Posted in Empfehlungen by Mr. Moe on Juni 19, 2009

hat tip: Transatlantic Forum und The Spirit of Man.
Lesenswert ist auch Charles Krauthammers neuster Kommentar:

Our fundamental values demand that America stand with demonstrators opposing a regime that is the antithesis of all we believe.

And where is our president? Afraid of „meddling.“ Afraid to take sides between the head-breaking, women-shackling exporters of terror — and the people in the street yearning to breathe free. This from a president who fancies himself the restorer of America’s moral standing in the world.

Gleiches gilt für Hiwa Bahramis Artikel (hat tip: WADIblog):

Sollten die Ideale der europäischen Aufklärung noch irgendeine Bedeutung haben, so wäre es die moralische Pflicht der westlichen Staaten und der Zivilgesellschaft, den Menschen und der säkularen, demokratisch-rechtsstaatlichen Opposition im Iran zur Seite zu stehen und sie im Kampf gegen den Islamofaschismus zu unterstützen, der sowohl von Ahmadinejad als auch von Moussavi repräsentiert wird.

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22 Antworten

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  1. Chewey said, on Juni 19, 2009 at 7:21 pm

    @ Parsa Kakashanian

    Mal ’ne kleine Frage: Die Leute, die jetzt im Fernsehen „Tod allen Juden und den USA“ rufen – hat das die antizionistische, aber deinen Erläuterungen nach nicht antisemitische iranische Führung organisiert, oder ist da die Bevölkerung, die grundsätzlich nichts gegen Juden hat, selbst drauf gekommen?

  2. Bernd Dahlenburg said, on Juni 20, 2009 at 1:26 am

    Tod allen Juden und den USA”

    im Video bei 3:28

    Knapp drei Minuten vor Schluss dieses Videos beginnt dann Khamenei, den 3. Imam anzurufen.

    Spätestens hier zeigt sich, wie aufgeladen die Choreografie ist. Männer, die sonst keine Skrupel haben, minderjährige Mädchen „auf Probe“ zu heiraten und sie zu missbrauchen, fangen an, hemmungslos zu weinen. Widerwärtig, wie sich hier ein schmieriger Typ, der den Prediger gibt, und die schwitzende Männergesellschaft vor ihm gegenseitig hochschaukeln.

    Und das nennt sich dann Freitagsgebet

  3. Parsa Kakashanian said, on Juni 20, 2009 at 8:51 am

    Obama hat ja heute/gestern Partei für die Demonstranten ergriffen. Wenn heute Tiananmen Iranian Style erfolgt, kann sich dort leider auch niemand was dafür kaufen…

    Emruz ruze sarnevesht ast. Heute ist der Schicksalstag.

    @ Chewey

    Sie haben Allahu Akbar, Marg bar Amrika, Marg bar Esra’il gerufen. „Marg bar hameye Yahudiha“ habe ich nicht gehört. Wo haben Sie das her?

    Das sind die Rituale des Regimes seit 30 Jahren. Normalerweise wird sowas nur nicht live und in Farbe im westlichen Fernsehen übertragen. Es war gestern sicherlich aufgeladener als sonst, aber ungewöhnlich nicht.

    Generell würde ich mich wundern, wenn sie „Tod allen Juden“ rufen würden, weil das nicht der Ideologie entspricht. Sie können es ja drehen und wenden, wie sie wollen, und ich bin sicherlich der letzte, der diese gefährlichen Deppen verteidigt, aber das Regime hat immer versucht fein säuberlich zu unterscheiden zwischen Juden auf der einen Seite und Zionisten auf der anderen Seite. Dass das in der Praxis nicht so einfach ist wie es sich anhört, ist selbstredend.

    „Spätestens hier zeigt sich, wie aufgeladen die Choreografie ist.“

    Zweck der ganzen Übung war Angst zu verbreiten – in erster Linie bei den Demonstranten, und in zweiter Linie ging es darum, dem Westen das Signal zu vermitteln: wir sind bereit, wir werden kämpfen. Zumindest im Westen scheint dies ja gelungen…

    „Männer, die sonst keine Skrupel haben, minderjährige Mädchen “auf Probe” zu heiraten und sie zu missbrauchen“

    Das mag vor 30, 40 Jahren so üblich gewesen sein. Mitlerweile ist sowas die absolute Ausnahme. Selbst die Deppen in Iran haben sich weiterentwicklt.

  4. Mr. Moe said, on Juni 20, 2009 at 9:27 am

    @Parsa Kakashanian:

    Obama hat ja heute/gestern Partei für die Demonstranten ergriffen.

    Bitte seien Sie nun aber auch konsequent und verurteilen das… Oder wollen Sie auch zu jenen gehören, die alles was der Messias tut für richtig befinden?

    Sie können es ja drehen und wenden, wie sie wollen, und ich bin sicherlich der letzte, der diese gefährlichen Deppen verteidigt, aber das Regime hat immer versucht fein säuberlich zu unterscheiden zwischen Juden auf der einen Seite und Zionisten auf der anderen Seite.

    Das hatten wir schon zu Genüge. Zudem: Wenn sie die „gefährlichen Deppen“ nicht verteidigen wollen, dann lassen Sie es doch einfach bleiben?

  5. Chewey said, on Juni 20, 2009 at 1:09 pm

    @ Parsa Kakashania

    Verzeihung, ich korrigiere mich: Von „Tod den Israelis“ war die Rede. Ich selbst bin des Farsi nicht mächtig. Meine Quelle war das Heute-Journal:
    http://www.zdf.de/ZDFmediathek/content/9602?inPopup=true

    Falsch übersetzt?
    Wie auch immer, auf eine Debatte darüber, ob man „Tod den Israelis“ rufen kann, wenn man NUR Antizionist, aber nicht Antisemit ist, kann Mr. Moe auf seinem Blog sicher verzichten. Für mich ist so eine Aussage einfach nur absurd.

  6. Mr. Moe said, on Juni 20, 2009 at 1:12 pm

    @Chewey:

    Wie auch immer, auf eine Debatte darüber, ob man “Tod den Israelis” rufen kann, wenn man NUR Antizionist, aber nicht Antisemit ist, kann Mr. Moe auf seinem Blog sicher verzichten.

    So ist es😉

  7. Parsa Kakashanian said, on Juni 20, 2009 at 2:45 pm

    http://www.bbc.co.uk/persian/iran/2009/06/090620_og_tehran_shooting.shtml

    @ Chewey

    Es ist mir durchaus bewusst, dass viele Antizionisten antisemitische Ressentiments pflegen. Ich gehe hier auch nicht auf jeden einzelnen Trottel oder Ayatollah ein, sondern auf die islamistische Ideologie in Iran. Und die ist nicht antisemitisch, sondern antizionistisch. Wer dem eliminatorischen Antisemitismus à la Drittes Reich frönt, der würde zuerst seine eigenen Juden abschlachten, bzw. ihnen das Leben zur Hölle machen. Das passiert aber nicht. Die Ideologie betrachtet Israel als kolonialistischen Staat. Hätten sich da im 19. Jahrhundert deutsche Protestanten angesiedelt und ihr Königreich Jerusalem aufgemacht, dann würde der iranische Islamismus dieses Deutsch-Jerusalem heute genauso verdammen. Es geht darum, dass da ein Staat inmitten des Dar al-Islam gegründet wurde. Die antisemitischen Rassentheorien spielen für den Islamismus keine Rolle. Demnach müssen auch nicht die Juden vernichtet werden, sondern nur der kolonialistische Staat. Zumindest in der Theorie dürften sämtliche Juden dort leben bleiben, so sie denn einen islamischen Staat anerkennen.

    Ach ja, für die, dies es immer gerne falsch verstehen: Das ist NICHT meine Meinung, sondern das ist der Standpunkt des iranischen Islamismus.

  8. Parsa Kakashanian said, on Juni 20, 2009 at 2:49 pm

    “Tod den Israelis”

    Vielleicht haben sie das gerufen. Ich habe verstanden: Marg bar Esra’il – d.h. Tod Israel! Das ist auch die übliche Variante. Dass die was anderes brüllen, kann durchaus sein. Diese Idioten haben auch nicht immer alles verinnerlicht, und die wenigsten könnten ihnen den Unterschied zwischen Antisemitismus und Antizionismus erklären. Aber gut, zumindest in diesem Fall gibt es ja eine Gemeinsamkeit zwischen Ihnen und unseren dummen Bassidj.

  9. Parsa Kakashanian said, on Juni 20, 2009 at 2:53 pm

    Das GeTwittere hört sich übrigen gerade ganz schlecht an.. Es bleibt nur beten.

  10. Mr. Moe said, on Juni 20, 2009 at 2:54 pm

    @Parsa Kakashanian:

    Diese Idioten haben auch nicht immer alles verinnerlicht, und die wenigsten könnten ihnen den Unterschied zwischen Antisemitismus und Antizionismus erklären. Aber gut, zumindest in diesem Fall gibt es ja eine Gemeinsamkeit zwischen Ihnen und unseren dummen Bassidj.

    Sehe ich es richtig, dass man Ihnen selbst folglich gratulieren darf, dass sie die vom Regime verwendete (vermeintliche) Unterscheidung zwischen Antisemitismus und Antizionismus begriffen haben?

  11. Mr. Moe said, on Juni 20, 2009 at 2:55 pm

    @Parsa Kakashanian:
    Ja, das hört sich derzeit alles andere als gut an. Dennoch wären Quellen besser als solch‘ allgemeine Aussagen (ist als konstruktive Kritik zu verstehen).

  12. Bernd Dahlenburg said, on Juni 20, 2009 at 8:50 pm

    @Parsa Kakashanian

    Sie schreiben:

    Das mag vor 30, 40 Jahren so üblich gewesen sein. Mitlerweile ist sowas die absolute Ausnahme. Selbst die Deppen in Iran haben sich weiterentwicklt.

    Dann ist also Ulrich Tillgner* ein Depp, wenn er Reportagen darüber dreht?

    ————-
    *Einer der wenigen Berichterstatter des Öffentlich-Rechtlichen übrigens, die noch einigermaßen investigativ berichten….:

    Den Rest können Sie vergessen, wie den hier:
    http://castollux.blogspot.com/2009/06/ulrich-pick-in-teheran-hardliner-nicht.html

    Der schreibt genauso ambivalent wie Sie.

  13. Parsa Kakashanian said, on Juni 20, 2009 at 9:16 pm

    Ich schreibe nicht ambivalent. Ganz und gar nicht. Ich versuche nur die Wahrheit hervorzuheben. Wir wollen uns hier ja mal nicht die Instrumente des Feindes zu eigen machen.

    Die Lage ist ernst. Aber ich bin sehr froh, dass die Leute sich nicht haben abschrecken lassen. Die BBC berichtet von mehr Allahu Akbar als jemals über den Dächern der Hauptstadt. Die Diktatur wankt. Mousavi hat sich als jemand erwiesen, den keiner – absolut keiner – vor 2 Woch in ihm gesehen hat. Er hat der Diktatur die Stirn geboten. Er hat das Regime infrage gestellt. Nichts anderes ist sein Widerspruch gegen Khamenei, den alten Trottel. Wünschen wir ihm, dass er nicht zum Märtyrer werden muss. Wünschen wir ihm auch, dass er kein zweiter Mossadegh wird, sondern jemand, der Iran in eine bessere Zukunft führt und dann schnell die Verantwortung an Jüngere abgibt.

    Der Expertenrat hat heute Khamenei gestützt. Wir wissen nicht, ob das heisst Rafsanjani stützt ihn ebenfalls. Seine Tochter sprach noch vor wenigen Tagen bei den Protesten. Ist Rafsanjani umgefallen, da, wo Mousavi widerstanden hat?

    Jeder Tag ist nun Schicksalstag. Das Tischtuch ist zerschnitten. Für Mousavi gibt es keinen Weg mehr zurück in das Regime. Das weiß er. Für Khamenei gibt es auch keinen Weg der Versöhnung mehr. Seinen Befehl haben heute Tausende mutige Iraner missachtet. Die Proteste gehen weiter. Und die Protestierenden haben erstmals „Marg bar Khamenei“ skandiert. Es könnte der Anfang der Agonie des Regimes sein. Es könnte aber auch das Todesurteil der Protesbewegung einläuten.

    Die Bewegung ist seit heute eine Revolutionsbewegung. Mit ihr steht und fällt der Iran. Und mit ihr steht und fällt auch der Frieden im gesamten Vorderen Orient. Denn ein Regime, das die eigenen Menschen zu tausenden abschlachtet, kann für den Westen kein Dialogpartner sein.

  14. Bernd Dahlenburg said, on Juni 20, 2009 at 10:05 pm

    @Parsa Kakashanian

    Ich schreibe nicht ambivalent. Ganz und gar nicht. Ich versuche nur die Wahrheit hervorzuheben.

    An der Wahrheit haben sich schon etliche Leute abgearbeitet.

    Selbst Jesus schweigt auf die Frage von Pontius Pilatus: „Was ist Wahrheit?“ – wohl wissend, dass es darauf keine Antwort gibt, weil er selbst die Wahrheit und das Leben ist (kleiner Exkurs in meine christliche Glaubenswelt; Mr. Moe wird’s mir verzeihen; keine Missionierung!)

    Sie haben meinen Verweis auf Ulrich Tillgner nicht beantwortet – macht nichts.

    Die Diktatur wankt. Mousavi hat sich als jemand erwiesen, den keiner – absolut keiner – vor 2 Woch in ihm gesehen hat. Er hat der Diktatur die Stirn geboten. Er hat das Regime infrage gestellt.

    Hört sich sympathisch an. Aber ich habe da so meine Zweifel, weil ich glaube, dass Mousavi lediglich als Katalysator dient.

    Und ehrlich gesagt – mehr als eine Katalysator-Funktion hat ein Mann, der Hunderte Oppositionelle während seiner Zeit als MP ermorden ließ, auch nicht verdient.

    Ich habe freundschaftlichen Kontakt mit einer sehr engagierten und bekannten Dissidentin hier in Deutschland (nein, nicht Amirpur – Gott bewahre), die ihnen über Mousavi sehr viel Schlimmes erzählen könnte.

    Nicht er bietet dem Regime die Stirn. Das wissen Sie doch selbst. Die Demonstranten lassen es geschehen, dass er momentan noch (zu Unrecht) als Führungsfigur gehandelt wird.

    Wünschen wir ihm, dass er nicht zum Märtyrer werden muss. Wünschen wir ihm auch, dass er kein zweiter Mossadegh wird, sondern jemand, der Iran in eine bessere Zukunft führt und dann schnell die Verantwortung an Jüngere abgibt.

    Liest sich so, als ob aus dem Saulus ein Paulus geworden ist. Seien Sie mir nicht böse, aber die Messiah-Rolle hat Mousavi weiß Gott nicht verdient, auch wenn ich jedem Menschen zugestehe, dass er sich zum Positiven ändern kann. Es wäre unfair von mir, wenn ich das Mousavi absprechen würde. Mankann ja schließlich nie wissen…

    Der Expertenrat hat heute Khamenei gestützt. Wir wissen nicht, ob das heisst Rafsanjani stützt ihn ebenfalls.

    Ganz ehrlich gesagt:

    Ein Rafsanjani, der 2001 (bei Küntzel/Goldhagen nachzulesen – bitte googeln), noch mit dem Gedanken kokettiert hat, dass die Vernichtung Israels auch einen atomaren Gegenschlag mit dem Tod von mindestens 15. Mio. Iranern rechtfertigern könnte, ist für mich keine zitierfähige Person, auch wenn seine Tochter jetzt eine wirklich hervorragende Rolle in der Freiheitsbewegung einnimmt. Vielleicht setzt sie sich sogar bewusst von ihrem Vater ab. Wissen wir es?

    Die Bewegung ist seit heute eine Revolutionsbewegung. Mit ihr steht und fällt der Iran. Und mit ihr steht und fällt auch der Frieden im gesamten Vorderen Orient. Denn ein Regime, das die eigenen Menschen zu tausenden abschlachtet, kann für den Westen kein Dialogpartner sein.

    Freut mich (zum Teil), dass Sie dass Sie das auch so sehen, obwohl ich nicht erkennen kann, was der Palästina-Konflikt mit den inneren Problemen des Iran zu tun hat.

    Vielleicht aber dennoch ein Punkt, an dem wir uns annähern können.

  15. Mr. Moe said, on Juni 20, 2009 at 10:32 pm

    @Parsa Kakashanian:

    Es könnte der Anfang der Agonie des Regimes sein. Es könnte aber auch das Todesurteil der Protesbewegung einläuten.

    Die Bewegung ist seit heute eine Revolutionsbewegung. Mit ihr steht und fällt der Iran. Und mit ihr steht und fällt auch der Frieden im gesamten Vorderen Orient. Denn ein Regime, das die eigenen Menschen zu tausenden abschlachtet, kann für den Westen kein Dialogpartner sein.

    Hoffen wir, dass das Regime fällt (auch wenn ich, allein aus Gewohnheit, äußerst pessimistisch bin). Hinsichtlich der Moralität des Westens wäre ich mir aber (leider) nicht so sicher.

  16. Parsa Kakashanian said, on Juni 20, 2009 at 11:11 pm

    @ Dahlenburg

    Sie sind sich schon bewusst, dass Mousavi sein Leben riskiert? Er mag durchaus viel Dreck am Stecken haben, aber das trifft auf viele Politiker zu. Sollte gerade der Iran hier eine Ausnahme machen? Ich glaube, das wäre in der Tat zuviel verlangt. Tatsache ist, dass Mousavi seinen Part spielt und das tut er bisher äußerst überzeugend. Für die Menschen in Iran ist er eine Symbolfigur – ein Symbol der Hoffnung auf ein besseres Leben. Und dafür respektiere ich ihn.

  17. Mr. Moe said, on Juni 21, 2009 at 6:53 am

    @Parsa Kakashanian:
    Mit Verlaub – Sie widern mich an. Wollen Sie Mousavi, jemand der zum Mullah-Regime gehört (hat), allen Ernstes mit, sagen wir einmal: Frank Walter-Steinmeier, Angela Merkel oder Joschka Fischer vergleichen? Aber natürlich, Sie haben ja Recht: Politiker in einem demokratischen Land haben auch „viel Dreck am Stecken“, genauso wie Angehörige eines Terrorregimes. Sicher, Mord ist schlimm, aber wenn der Müll mal eine Woche nicht abgeholt wird, dann ist das doch auch irgendwie schlimm…
    Und daher, Revolution hin oder her: Hier ist eine Verwarnung. Noch einmal ein solches Reinwaschen von Islamisten und/oder dem Mullah-Regime, und Sie sind fürs Erste raus hier.

  18. Bernd Dahlenburg said, on Juni 21, 2009 at 7:20 am

    @Parsa Kakashanian
    Sie sind sich schon bewusst, dass Mousavi sein Leben riskiert? Er mag durchaus viel Dreck am Stecken haben, aber das trifft auf viele Politiker zu. Sollte gerade der Iran hier eine Ausnahme machen? Ich glaube, das wäre in der Tat zuviel verlangt. Tatsache ist, dass Mousavi seinen Part spielt und das tut er bisher äußerst überzeugend. Für die Menschen in Iran ist er eine Symbolfigur – ein Symbol der Hoffnung auf ein besseres Leben. Und dafür respektiere ich ihn.

    Sie wollen einen Massenmörder zum Präsidenten hochreden.

    Geht’s noch?

    Sie sind mit keiner Silbe auf die Morde eingegangen, die Mousavi anordnen ließ.

    Wenn er wirklich so toll ist wie Sie glauben, weshalb bekennt er dann nicht seine Verbrechen vor dem ganzen Volk?

  19. Parsa Kakashanian said, on Juni 21, 2009 at 8:46 am

    Sie können nur schwarz und weiß sehen, für Farben dazwischen fehlt ihne jede Sensibilität. Ich kann ihnen jetzt schon sagen, dass diese Revolution im Iran so nicht die ihre sein wird. Die säkulare lupenreine Demokratie steht nicht kurz vor der Einführung. Wir können hoffen, dass es ein moderneres, menschenfreundlicheres System wird. Das wäre ein gigantischer Fortschritt. Insofern kann ich nicht nachvollziehen, wie man alles verteufeln kann, was nicht *perfekt* ist.

    Mousavi hat sicherlich eine problematische Rolle gespielt. Irans Geschichte war blutig. Das verdanken wir nicht nur uns selbst, das verdanken wir auch dem Westen und seiner sehr unrühmlichen Rolle.
    Ich lobe Mousavi nicht für das, was er in den 80er Jahren getan hat (wobei sicher aufgeklärt werden muss, wie tief er drin steckte, in der Ermordung von Oppositionellen.). Ich lobe ihn für seine derzeitige Rolle. Und – auch wenn sie das zum Kotzen finden – er ist im Augenblick DER Hoffnungsträger der Menschen. Sie werden also auf der iranischen Straße gegenwärtig auf starke Ablehnung stoßen, wenn sie ihn als Massenmörder bezeichnen. In einer solchen Lage wie jetzt, in der es um Leben und Tod geht, ist das In-den-Rücken-fallen keine Strategie, die denjenigen hilft, die die Freiheit wollen. Sie wenden Kriteria an, die unerfüllbar sind. Wenn sie der Bewegung ihre Symbolfigur nehmen, dann schwächen sie sie, dann machen sie sie kaputt – und erreichen genau das Gegenteil von dem, was sie wollen. Sie arbeiten dem Regime zu, weil sie ihm selbst vom Westen aus zubilligen, dass seine Gegner ja moralisch mit ihm auf einer Stufe stehen. Sie tun das genau wie Obama mit seinem missglückten Satz, es würde doch keinen Unterschied machen ob nun Mousavi oder Ahmadinejad.

    Im übrigen vergleiche ich Mousavi nicht mit europäischen oder amerikanischen Politikern. Obwohl die ja auch verantwortlich sind für den Tod Hunderttausender. Keiner hat die Amerikaner gezwungen Saddam Hussein zu unterstützen. Keiner hat sie gezwungen seine Verurteilung über den Einsatz von Massenvernichtungswaffen im Weltsicherheitsrat zu blockieren.
    Und schauen Sie in ihr geliebt-gelobtes Israel. Menachem Begin, der Ex-Terrorist, war verantwortlich für die Ermordung vieler Menschen (King David Hotel etc..) im Vorfeld der israelischen Staatsgründung. Er trug auch die Verantwortung für Deir Jasin, jenem Dorf, indem seine Truppe Frauen und Kinder massakrierte. Er trug auch die Verantwortung für Sabra und Shatila, wo seine Soldaten zuschauten, wie christliche Milizen Palästinenser meuchelten. Die Politiker in dieser Region sind nie ohne Fehl und Tadel. Trotzdem respektiere ich Begin für den Frieden, den er mit Ägypten geschlossen hat. Genauso respektiere ich Mousavi für seine derzeitige Rolle.

  20. Mr. Moe said, on Juni 21, 2009 at 8:58 am

    @Parsa Kakashanian:
    Was Sie da wortreich veranstalten, ist nichts als ein einziger Ablenkungsversuch. Mir geht es nicht im Geringsten um Mussawis jetzige Rolle. Abgesehen davon verteufel ich nicht alles, „was nicht *perfekt* ist“ – aber Sie relativieren hier schon wieder: Mussawi ist nicht „nicht *perfekt*, sondern ein Islamist, ein Unterdrücker, ein Befürworter und Beihilfe zum Mord.
    Abgesehen davon falle ich niemandem in den Rücken. Ich sympathiere mit der Freiheits-Bewegung im Iran und versuche sie zu unterstützen, dazu muss ich Mussawi nicht mögen.

    Im übrigen vergleiche ich Mousavi nicht mit europäischen oder amerikanischen Politikern. Obwohl die ja auch

    Ich verrate Ihnen jetzt mal ein kleines Geheimnis: Ich habe nichts gegen Ausländer, aber…
    Oder anders ausgedrückt: wenn Sie nich vergleichen wollen, dann lassen Sie es doch einfach auch bleiben?

  21. willow said, on Juni 21, 2009 at 9:16 am

    Nun… vielleicht hat Parsa ja in diesem einen Punkt garnicht so unrecht (auch wenn mich die Vergleiche mit „King David“, „Deir Jassin“ und „Sabra und Shatila“ regelrecht ank*tzen), manchmal wachsen Politiker mit ihren Herausforderungen – und manchmal, ganzganz selten, lehnen sich selbst Politiker, die zur „Nomenklatura“ gehören irgendwann gegen ihr eingenes System auf! Da spielt es im Nachhinein auch nicht die Rolle, ob sie es bewußt tun, weil sie das Gefühl haben „so kann es nicht weitergehen“ oder ob sie da einfach nur „hineinschlittern“.

    Auch Gorbatschow war jahrzehntelang in höchsten Parteiämtern, Jeltzyn ebenfalls…

  22. Mr. Moe said, on Juni 21, 2009 at 9:24 am

    @willow:
    Ich schrieb ja, dass es darum doch gar nicht geht.


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