Zeitung für Schland

„Israelkritik“ als Gebot der Meinungsvielfalt

Posted in SPIEGEL & SPIEGEL ONLINE by Mr. Moe on Juli 22, 2009

Die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes für die Felicia “Ich-bin-auch-Jüdin-und-Israelin-und-hoffe- dass-Sie-mich auch-so-vorstellen“ Langer wurde bereits mehrfach treffend kommentiert. Ralph Giordano überlegt ob dieses Anlasses verständlicherweise, seine eigene Auszeichnung zurückzugeben. Yassin Musharbash von SPIEGEL ONLINE findet dies indes „völlig überzogen“, denn:

Die Ehrung ist eine Auszeichnung für die Lebensleistung, nicht für die richtige Meinung.

Gemäß dieses Verständnisses könnte freilich jeder fleißige Faschist, Rassist, Sexist oder anderweitig unangenehmer Zeitgenosse das Bundesverdienstkreuz für sich beanspruchen, wobei zumindest letztere sich seit der Auszeichnung Langers durchaus berechtigte Hoffnungen machen dürfen.

Dass sich Giordano gerade über die Auszeichnung für Langer echauffiert, stört Musharbash auch deshalb, weil es neben Langer zahlreiche andere Träger des Verdienstkreuzes gebe, von denen man ja gar nicht wüsste, wie es um ihr Weltbild bestellt sei:

Bei den allermeisten, machen wir uns nichts vor, weiß niemand so genau, was sie gedacht haben könnten oder denken mögen.

Da bei Langer allerdings hinreichend bekannt ist, was sie denkt, geht Musharbashs Schuss so weit am Tor vorbei, dass er die linke Eckfahne trifft. Die berechtigten Einwände gegen Langers Ansichten hält Musharbash offensichtlich sowohl für unerheblich als auch unberechtigt, reicht ihm der Konjunktiv allein doch offenbar nicht mehr aus, um sich von ihnen zu distanzieren:

Die Vorwürfe gegen Langer sind alt: Sie betreibe die Dämonisierung Israels, heißt es, und teile den Nahen Osten in böse Israelis und gute Palästinenser.

In Wirklichkeit sei das alles natürlich nicht so wild:

Tatsächlich ist Felicia Langer, eine in Polen geborene Holocaust-Überlebende, in ihrer Wortwahl stets drastisch. Der Gaza-Streifen ist in ihren Augen ein Ghetto, Israel betreibt für sie eine Politik der Apartheid.

So er ihn denn kennt – bei SPIEGEL-Autoren ist davon nicht ohne weiteres auszugehen -, ignoriert Musharbash den Unterschied zwischen „drastischer Wortwahl“ und „dreister Lüge“ und schießt so gekonnt auch noch die rechte Eckfahne um.  Immerhin gesteht er seinen Lesern großherzig ein, dass man Frau Langers Ansichten nicht zu teilen habe:

Man muss das nicht ebenso sehen. Man kann sogar dezidiert anderer Meinung sein.

Nachdem Musharbash freundlicherweise zugestanden hat, dass man in Deutschland Israel auch nicht für einen Apartheidsstaat halten darf, schweift er ab ins Reich der Fantasie:

Es ist nicht einmal absurd, zu dem Schluss zu kommen, dass Langers Ansichten nicht die der Bundesregierung, des Bundespräsidenten oder der Stadt Tübingen sind. Denn Langer vertritt eine Minderheitenposition.

Wie sich im Gaza-Krieg gezeigt hat und sich dieser Tage an der Siedlungs-Hatz festmachen lässt, ist „Israelkritik“ in Deutschland keineswegs eine „Minderheitenposition“, sondern Konsens. Musharbash hat indes erst dann ein Problem mit „Israelkritik“, wenn sie von der bloßen Theorie zur Praxis übergeht:

Eben deshalb ist auch der Vorwurf Giordanos, niemand habe „in den letzten 25 Jahren mit einer bis an Blindheit grenzenden Einseitigkeit Israel mehr geschmäht als sie“, schlichtweg grotesk. Hat Langer Raketen gebaut wie die Hamas? Betreibt sie in Tübingen ein Atomprogramm? Oder sollte Giordano tatsächlich den Worten von Felicia Langer so viel Bedeutung beimessen?

Musharbashs Maßstab ist demnach der folgende: man muss Israel erst mit Raketen beschießen oder mit der Vernichtung drohen, bevor man einem das Bundesverdienstkreuz nicht zugesprochen werden sollte. „Israelkritiker“ vom Stile Langers verdienten Musharbash zufolge hingegen Respekt und Anerkennung:

Das Bundesverdienstkreuz ist aber keine Auszeichnung für die „richtige“ Meinung. Geehrt werden sollte, wer das geistige Leben in diesem Land bereichert hat, neue Einsichten ermöglicht hat, sich auf die Seite der Schwachen gestellt, sich engagiert hat. Und das hat Langer – jedenfalls mehr als die meisten Fußballtrainer.

Nun hat Langer das „geistige Leben“ weder in „diesem“ noch in irgendeinem anderen Land „bereichert“, noch sind ihre „Einsichten“ neu. Und auf der Seite der „Schwachen“ stehen dieser Tage doch ohnehin die halbe Welt, 80 Millionen Deutsche und ein amerikanischer Präsident. Gebe es eine dritte Eckfahne, hätte Musharbash sie mit diesen und den folgenden Worten auch noch umgeschossen:

Aber auch Felicia Langer streitet für Frieden im Nahen Osten. Vielleicht einen anderen als Giordano ihn sich wünscht. Doch sie strebt nicht die Vernichtung Israels an, sie ist keine Antisemitin, sie ruft nicht zu Gewalt auf. Sie sieht die Dinge bloß anders – vielleicht auch aus anderen persönlichen Erfahrungen heraus.

Freilich streitet auch die Hamas für „Frieden im Nahen Osten“, wenn auch vielleicht einen anderen als Giordano ihn sich wünscht. Geschenkt. Aufschlußreich ist vielmehr der Verweis auf Langers „persönliche Erfahrungen“. Was will Musharbash damit sagen? Dass jemand, der vor den Verbrechen und dem Vernichtunsfeldzug der Nazis geflohen ist, die Nazis von heute besser erkennt?

Wer jedoch dachte, dass Musharbashs Plädoyer für Frau Langer einzig und allein ihrer Person gilt, wird am Ende doch noch eines besseren belehrt. Denn Musharbash geht es um mehr:

Unter den Trägern des Bundesverdienstkreuzes sollte eine gewisse Pluralität jedoch möglich sein, so wie es auch in der deutschen Gesellschaft ist. Die Ehrung für Felicia Langer stellt weder die Staatsräson der Bundesrepublik Deutschland gegenüber Israel auf den Kopf noch bedeutet sie eine Minderung der Verdienste von Ralph Giordano.

Es ist gut, sehr gut, dass in Deutschland Platz ist für Felicia Langer wie für Ralph Giordano. Und es wäre wünschenswert, wenn beide sich damit arrangieren könnten, auf der langen, langen, langen Liste der Geehrten zu stehen.

Anderes ausgedrückt: im Sinne der Pluralität hat ein kleines bisschen Israelhass in Deutschland doch noch nie jemanden gestört, und das ist auch „gut, sehr gut“ so. Äußerst komfortabel zudem, wenn man sich dabei künftig auf eine Bundestverdienstjüdin berufen kann.

Siehe auch: Lizas WeltDas Problem heißt Deutschland

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20 Antworten

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  1. Bernd Dahlenburg said, on Juli 22, 2009 at 10:08 pm

    Felicia Langer & Co sind Balsam für das Gewissen eines Großteils der Deutschen.

    Deshalb hat sie auch die Auszeichnung erhalten.

    Ich befürchte, dass uns noch sehr bedrückende Zeiten bevorstehen. Eines Tages wird man uns schlagen, weil wir es wagen, weiterhin für Israel einzustehen. Die Saat dafür ist schon längst gestreut.

    Warum muss ich so oft an Paul Spiegels Menetekel denken?

    „Hinter dem Ruf nach Frieden verschanzen sich die Mörder!“

  2. Yael said, on Juli 22, 2009 at 11:08 pm

    Vielleicht sollte man all den Herren, sei es vom Spiegel oder anderen gleichgeschalteten deutschen Medien, sei es Oettinger und andere öfter die Definition Antisemitismus der EUMC vor Augen führen.

    Eine Arbeits-Definition von Antisemitismus
    nach der European Union Agency for Fundamental Rights (ehemals EUMC)*
    (Januar 28, 2005)

    „Beispiele, wie sich Anti-Semitismus zum Staat Israel manifestiert in einem umfassenden Kontext:

    Der Vergleich der heutigen Politik Israels mit der Politik der Nazis.

    Dem jüdischen Volk das Recht auf Selbstbestimmung abzusprechen, etwa durch die Behauptung, der Staat Israel sei ein rassistisches Vorhaben.“

    Dort wird das Verhalten einer Langer oder wie sie alle heißen eindeutig als antisemitisch eingestuft.

    Aber da sie nun auch in einer Riege von Altnazis, die das Bundesverdienstkreuz bekommen haben, steht, paßt die auch zu diesen „Auszeichnungen“.

  3. lebowski said, on Juli 23, 2009 at 5:26 am

    „Tatsächlich ist Felicia Langer, eine in Polen geborene Holocaust-Überlebende..“

    Soweit ich weiß ist Langer genauso wenig Holocaust-Überlebende wie ich.

    „Unter den Trägern des Bundesverdienstkreuzes sollte eine gewisse Pluralität jedoch möglich sein..“

    Beate Uhse hats gekriegt, Uschi Glas (wahrscheinlich für ihre Lebensleistung in „Zur Sache Schätzchen“) und wahrscheinlich noch ein Haufen anderer Pappnasen. Ich finde, man sollte Langer die Auszeichnung gönnen. Sie hat so viel Wert wie früher die Siegerurkunde bei den Bundesjugendspielen.

  4. willow said, on Juli 23, 2009 at 6:54 am

    Ja Lebowski, dieses Kreuz haben tatsächlich auch schon so einige Pappnasen bekommen, keine Frage. Aber es gerade jetzt, wo sich gefühlt die ganze Welt -mit gewohnt reger deutscher Beteiligung!- auf Israel einschießt, ausgerechnet einer bekennenden Israelhasserin diese doch hohe staatliche Auszeichnung zu verpassen hat doch zumindest etwas von „Öl ins Feuer gießen“… wie gesagt, man schaue in beliebige Leserkommentarbereiche oder gehe der Einfach halber gleich auf „Hagali“, die Judenhasser tanzen auf den Tischen und feiern die bevorstehende Zwangsaufteilung und Zerschlagung dieses bösen Gebildes unter Führung des neuen Messias! Natürlich nur für den Weltfrieden und die Menschenrechte, völlig klar…

  5. Martin said, on Juli 23, 2009 at 6:58 am

    Besser als Bernd Dahlenburg kann man es nicht auf den Punkt bringen.

  6. Carl said, on Juli 23, 2009 at 8:56 am

    Aber Herr Musharbash steht nicht allein!
    Herr Brumlik konterte ebenfalls heute mit einem Kleinod an Geschmacklosigkeit – ebenfalls erscheinen auf SPON.
    Vielleicht haben die beiden sich ja abgesprochen, damit SPON eine einheitliche Linie fahren kann.
    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,637579,00.html

    So vermittelt sich das dringende Anliegen „gerechter Israelkritik“ besser dem geneigten Leser und dieser muss nicht extra suchen, ob die Argumente schlüssig sind und wenn überhaupt, welche Fakten berücksichtigt wurden…u.s.w.
    Nein…wenn 2 (zwei) Artikel am selben Tag in’s gleiche Horn stoßen…dann muss da ja was dran sein, oder?!

    Ist Herr Brumlik wirklich Antisemitismusforscher bzw. was ist überhaupt ein Antisemitismusforscher?
    Vielleicht gibt es dieses Berufsbild gar nur für diesen Tag als fett gesetzte Überschrift weil sie mir ein Bewußtsein vermitteln soll, dass Herr Brumlik, Frau Langner & Co für das ewig „Gute, Wahre, Schöne“ kämpfen…nur mit den Fakten…da haben sie es nicht so…aber dazu kann man ja sicher auch ne Forschungsgruppe einrichten.

  7. RF said, on Juli 23, 2009 at 10:16 am

    Das Problem ist nicht Deutschland, das Problem ist Anti-Demokraten, wie sie sich auch gerne in so Foren und Blogs wie hier tummeln.

    Da wird einem Noam Chomsky unterstellt er sei Anti-Semit und es werden regelrechte Diffarmierungskampagnen gestartet gegen Menschen nur weil diese sich kritisch über Israel äußern – wohl gemerkt – diese Menschen sind selbst Juden, würde ein Nicht-Jude das tun wäre ein voreiliger Staatsanwalt mit dem 130’er StGB schon im Anmarsch.

    Israel entwickelt sich mehr und mehr zu einem Apartheidsstaat – das kann man mehr und mehr (leider ) beobachten.

    Israel hat ein Recht aus Selbstverteidigung – aber kein Recht Kriegsverbrechen zu begehen und widerrechtliche Mauern auf fremden Gebiet zu bauen. Israel hat ein Existenzrecht, aber ebenso haben die Palästinenser ein Recht auf einen Staat – und zwar einen Staat der diese Bezeichnung auch verdient und kein zersiedeltes und zerfurchtes Gebiet zerschnitten von einer Mauer bei der selbst die Berliner Mauer wie ein Spielzeug dagegen aussieht.

    Kritik und Meinungspluralität sind Kennzeichen einer Demokratie – Frau Langer muss nichts zurückgeben, der Bundespräsident muss sich für nichts entschuldigen oder schämen und wenn Herr Giordano sein Bundesverdienstkreuz zurückgeben will dann soll er es eben tun – das ist dann seine Sache.

    Wir sind ein souveräner Staat und unsere Verfassungsorgane brauchen keine Einflüsterer einer Lobby die auf dem einen Auge blind ist und auf dem anderen Dinge sieht die gar nicht da sind.

    Aber es stellt sich schon die Frage: Kann ich einfach nach ca. 1.900 Jahren zurückkommen an den Ort wo meine vermeintlichen Vorfahren gelebt haben und dort die angestammte Bevölkerung vertreiben und diskriminieren.

  8. Mr. Moe said, on Juli 23, 2009 at 10:27 am

    @RF:
    Da Sie offenbar neu sind und die Kommentarrichtlinien womöglich nicht kennen, schalte ich Ihren Beitrag frei. Ich fordere Sie aber hiermit auf, Apartheids-Vergleiche zu unterlassen. Sie entbehren jeglicher Grundlage. Auf den Rest werde ich später antworten, im Augenblick fehlt die Zeit.

  9. Radh said, on Juli 23, 2009 at 11:24 am

    Zur Sache, Pappnase? Pappnase als Sexspielzeug, Chomsky kein Antisemit: papperlapapp. Beate Uhse hat ihr Kreuz redlich verdient, vor allem auch durch Ostmissionierung. Vielleicht kann Fr. Lange ja deren Make Love not War Spielzeuge über Hamastan abwerfen. Ich habe kürzlich einen Bericht über die tagelange Folter des „Verräters“ Gerd Albartus (Revolutionäre Zellen, außerdem schwul) durch seine palestinensischen Genossen gelesen (längst kalter Kaffee, ich weiß) und das war wieder einmal ausreichend um mir den Appetit für jegliche Solidarität gründlich zu verderben.

  10. anti said, on Juli 23, 2009 at 11:54 am

    Mr.Moe, ernsthaft, neben dem Apartheidsgefasel sollte doch spätestens
    „Wir sind ein souveräner Staat und unsere Verfassungsorgane brauchen keine Einflüsterer einer Lobby die auf dem einen Auge blind ist und auf dem anderen Dinge sieht die gar nicht da sind.“
    hier genau klar sein, wie der Hase läuft.
    Da fühlt sich jemand wahnhaft von einer Israellobby aus Anti-Demokraten verfolgt, die bei jeder Gelegenheit mit dem 130 Stgb alles totschlagen was kein Jude ist.
    Ich empfehle dir: Spar dir Zeit und Mühe, bei dem Herrn hilft nur noch eine Psychoanalyse oder der Baseballschläger, je nachdem ob man nun ihm oder seiner Umgebung helfen will.

  11. Störungsquelle said, on Juli 23, 2009 at 12:36 pm

    Man muss schon aufpassen, wie man die Wörter zusammenstellt, wenn man niemanden beleidigen will.

  12. Yael said, on Juli 23, 2009 at 1:38 pm

    Ja, die jüdische Lobby darf nicht fehlen.

    „diese Menschen sind selbst Juden, würde ein Nicht-Jude das tun wäre ein voreiliger Staatsanwalt mit dem 130′er StGB schon im Anmarsch.“

    Hier wird eine Macht der Juden in Deutschland unterstellt. Sind Sie sicher, RF, dass sie sehr weit von antisemitischen Stereotypen entfernt sind? Ich ganz sicher nicht.
    Beschäftigen Sie sich erst einmal mit der Geschichte Israels, bevor Sie wüste und an den Haaren herbeigezogenen Geschichten erzählen.
    Schön, dass Sie sich zu den Demokraten zählen, während Sie anderen das absprechen.
    Als Demokratin sage ich Ihnen: Sie sind ein kleines A., dass von Tuten und Blasen keine Ahnung hat und was von jüdischer (was Sie natürlich nicht aussprechen, schließlich sind antisemitische Stereotypen nicht mehr Iin) Lobby faseln. Im Übrigen ein Wesenszug des Antisemitismus.

    Beispiele, wie sich Anti-Semitismus zum Staat Israel manifestiert in einem umfassenden Kontext:

    * Dem jüdischen Volk das Recht auf Selbstbestimmung abzusprechen, etwa durch die Behauptung, der Staat Israel sei ein rassistisches Vorhaben.

    er Mythos einer jüdischen Weltverschwörung oder Behauptungen über jüdische Kontrolle der Medien, der Wirtschaft, der Regierung oder anderer gesellschaftlicher Einrichtungen.

    Herzlichen Glückwunsch, Sie sind angekommen.

    @carl

    „Ist Herr Brumlik wirklich Antisemitismusforscher“

    Nein, er ist ein „normaler“ Soziologe, möchte aber den Job von Benz sehr gern übernehmen.

  13. Yael said, on Juli 23, 2009 at 1:46 pm

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,637765,00.html

    Ob sie das alles aus Berechnung oder aus Naivität tut, kann offen bleiben. Freilich fällt es schwer, an Naivität zu glauben, wenn sie zu einem Buch von Jamal Karsli das „Vorwort“ schreibt, worauf dieser stolz auf seiner Homepage hinweist. Zu Erinnerung: Karsli ist der ehemalige Düsseldorfer Landtagsabgeordnete, der mit seinen antisemitischen Äußerungen zuerst die Grünen, dann die FDP kompromittiert hat und sich von beiden verabschieden musste. Einen Prozess gegen Paul Spiegel, der Karsli einen Antisemiten genannt hatte, verlor er in zwei Instanzen, er ist also ein gerichtlich anerkannter Antisemit.

    Kaum anzunehmen, dass der Tübinger OB die Verleihung eines Bundesverdienstkreuzes an einen deutschen Kommunisten, der das Vorwort für das Buch eines deutschen Antisemiten geschrieben hat, auch damit rechtfertigen würde, er habe sich in einem Maße engagiert, „das weit über das hinausgeht, was normal ist“.

  14. Yael said, on Juli 23, 2009 at 4:38 pm

    „Nein, er ist ein “normaler” Soziologe“

    Korrigiere: Erziehungswissenschaftler.

  15. Mr. Moe said, on Juli 23, 2009 at 8:58 pm

    @RF
    anti und Yael haben im Prinzip schon die wesentlichen Punkte genannt. Ich fasse zusammen: Informieren Sie sich über Israel und den arabisch-israelischen Konflikt. Legen Sie nach Möglichkeit Ihre antisemitischen Denkmuster ab.

    @anti:

    Mr.Moe, ernsthaft, neben dem Apartheidsgefasel sollte doch spätestens
    “Wir sind ein souveräner Staat und unsere Verfassungsorgane brauchen keine Einflüsterer einer Lobby die auf dem einen Auge blind ist und auf dem anderen Dinge sieht die gar nicht da sind.”
    hier genau klar sein, wie der Hase läuft.

    Du hast absolut recht.

    Ich empfehle dir: Spar dir Zeit und Mühe, bei dem Herrn hilft nur noch eine Psychoanalyse oder der Baseballschläger, je nachdem ob man nun ihm oder seiner Umgebung helfen will.

    Auch hier hast du wohl recht.

    @Störungsquelle:

    Man muss schon aufpassen, wie man die Wörter zusammenstellt, wenn man niemanden beleidigen will.

    So schwer ist das gar nicht.

  16. willow said, on Juli 24, 2009 at 12:28 pm

    wie die Aufteilung funktionieren soll…


    😉

  17. […] dürfen nicht auf einen Schild gehoben werden, nirgendwo. Und erst recht nicht in Deutschland. Mr. Moe bringt die Sache noch besser auf den Punkt: So er ihn denn kennt – bei SPIEGEL-Autoren ist davon […]

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