Zeitung für Schland

Alles beim Alten oder ein erneuter Sieg des Islamofaschismus

Posted in Die üblichen Verdächtigen by Mr. Moe on Oktober 5, 2009

Menschen mögen in der Lage sein, sich zu ändern, und dies bisweilen sogar auch tatsächlich einmal tun, für Ideologien gilt dies indes nicht. Nach einer guten Woche ohne den Konsum von Medien – ein Wort, das, es kann nicht oft genug betont werden, keinesfalls zufällig ein Anagramm von „meiden“ ist – bestätigt die Durchschau der Frankfurter Rundschau (FR)* diese Erkenntnis, deren Wahrheitsgehalt ohnehin nie ernsthaft zu bezweifeln war.

Die sich in diesem Fall sowohl ihrer eklatanten logischen Widersprüche als auch jeglicher vermeintlich klug machender Erfahrung zum Trotz partout nicht wandeln wollende, weil eben prinzipiell nicht wandelbare, Ideologie, ist die Ideologie des Appeasements. Am 28. September schreibt Birgit Cerha in der FR unter dem Titel „Iran provoziert mit Raketentests“:

Die Islamische Republik setzt im Atomstreit mit dem Westen nun voll auf Konfrontation.

Einmal mehr wird eine Meldung, die nichts Neues enthält, sondern seit Langem Bekanntes und Altbewährtes, in den Rang einer Nachricht erhoben. Denn wie Amir Taheri in „The Persian Night“, seiner Analyse des im Iran herrschenden khomeinistischen Islamofaschismus, treffend schreibt, ist die Islamische Republik Iran „genetically programmed for war“. Und nicht trotzdem, sondern genau deshalb veröffentlicht die FR nur wenige Tage nach der wiederholten iranischen „Provokation“ einen Text von Pierre Simonitsch mit dem Titel „Entspannung im Atomstreit“:

Der Streit über das verdächtige [sic!] Nuklearprogramm Teherans hat sich spürbar verschärft.  Am Donnerstag einigte sich der Iran [sic!!] mit den fünf ständigen Mitgliedern des Weltsicherheitsrates (USA, Russland, Frankreich, Großbritannien, China) und Deutschland in Genf auf einen „intensiven Dialog“. Das nächste Treffen soll noch vor Ende Oktober stattfinden.

Diese nicht überraschend positive Beurteilung des ebensowenig überraschend wenig ertragreichen Treffens in Genf eint die Gutgläubigen. So wertet Paul-Anton Krüger das Ergebnis des Treffens in Genf in der SZ der Logik des Appeasements folgend und die Meldung der New York Times, dass der Iran über das notwendige Wissen verfüge, eine Atombombe zu bauen, gekonnt bei Seite wischend gar als „ein Geschäft, das allen nützt“, einen „geschickten Schachzug“, der auch „im Interesse des Westens“ sei . Der inhärente Widerspruch seiner Argumentation wird dabei bereits im Teaser ersichtlich:

Nach Jahren des Stillstands ist nach den Genfer Gesprächen mit Iran endlich ein Ausweg aus dem Atomstreit in Sicht – vorausgesetzt, Teheran meint es wirklich ernst.

Mit anderen Worten: nein, es ist kein „Ausweg aus dem Atomstreit“ in Sicht. Es ist vielmehr John Bolton zuzustimmen, der in einer lesenswerten Analyse im Wall Street Journal schreibt, dass es sich um „Iran’s Big Victory in Geneva“ handle:

Once again, Washington has entered the morass of negotiations with Tehran, giving Iran precious time to refine and expand its nuclear program. We are now even further from eliminating Iran’s threat than before Geneva.

Und so ist es: die Zugeständnisse des Westens an den Iran verschaffen dem Regime nicht nur weitere Zeit, sondern werden von Ahmadinedschad, Khamenei und Co in nur allzu vertrauter Manier als das interpretiert werden, was sie ihrem Wesen nach auch tatsächlich sind: ein erneutes Zurückweichen vor der Barbarei.

*) Anmerkung zur Frankfurter Rundschau: die FR ist eine Zeitung, deren Niveau mit demjenigen der taz oder der Süddeutschen Zeitung verglichen werden kann. Sie ist – mit anderen Worten – ungenießbar und nur in Ausnahmefällen, in denen keine Alternative zu Verfügung steht, zu rezipieren.

Quellen: Birgit Ceha: „Iran provoziert mit Raketentests“, in: Frankfurter Rundschau vom 28. September 2009, S. 11. sowie Pierre Simonitsch: „Entspannung im Atomstreit“, in: Frankfurter Rundschau vom 2. Oktober, S. 10.

Crossposted auf FREE IRAN NOW!

6 Antworten

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  1. […] auf Zeitung für Schland. Veröffentlicht in Hintergrund. Schlagworte: Appeasement, Atomprogramm, Genf, Iran, Israel, […]

  2. genussdenker said, on Oktober 6, 2009 at 2:47 pm

    Nun ja, das ist halt so in der internationalen Politik : ein Staat steht nicht isoliert für sich.
    Und dies ist auch kein neues Phänomen.

    So wird wohl alles was auf internationaler PolitBühne öffentlich rsp offiziell geäussert wird, abgewogen.
    So simpel das ist und klingt, so gilt dies auch für den Iran.

    Was sich jedoch in den vergangene Dekaden geändert hat : zeigt sich ein Regime gesprächsbereit, so wird der Dialog stets angenommen.
    Klar, damit können Regimes wie auch der Iran auf Zeit spielen.

    Doch, wie sähe es anders aus?
    Die politische & wirtschaftliche Welt ist mittlerweile dermassen eng verknüpft, sodass es nicht möglich ist Verbündete vor den Kopf zu stossen, wenn man irgendeneinen Staat kritisiert. Zu den Grossmächten Sowjetunion/Russland & USA sind wirtschaftliche Mächte wie China, Indien usw hinzugekommen.
    Mag die Armut in den Schwellenländern auch noch so gross sein, doch ihr politisches Gewicht auf internationaler Bühne hat stark zugenommen.
    Tja, der Westen möchte in diesen Ländern günstig Güter produzieren lassen & Rohstoffe beziehen, damit der Lebensstandart erhalten bleibt.

    Diese Strukturen spielen Staaten, spielen Regimes wie auch dem Iran in die Hände.
    Ich denke, das ist man sich auf der globalen Bühne sehr bewusst und erklärt vermutlich auch weshalb man solchen Staaten nie wirklich die Stirn bietet.

    Hinzu kommt auch noch das „Moralische Gewissen“. Wir leben in einer Zeit, in der Misstände in Militärtruppen selbst entferntester Gebiete aufgedeckt und zum Politikum gemacht werden. Was heisst hier schon „verändern“?
    Angesichts der heutigen Vorgehensweise der Militärs hätten wohl Soldaten & Offiziere aus dem frühen 19. Jahrundert nur gelacht. Ja, da wurde zwecks „verändern“ halt einfach niedergemezelt was ideologisch im Weg stand. Klar sind wir (und auch ich) froh dass diese Zeiten vorbei sind. Beste Beispiele dafür sind Darfur, Afghanistan, Palästina/Israel, Irak usw usw usw

    Gibt es den „Moralischen Krieg“?
    Den gibt es wohl nicht, sondern lediglich die „moralische Verteidigung“. Und somit hat sich auch die Rhetorik geändert. Heutzutage sieht sich ja jeder als Opfer. Jeder „verteidigt sich ja nur“.
    Und so leben wir in einer Epoche in der man skeptisch nach allen Seiten nach Gefahren oder Verbündeten Ausschau hält.
    À la „freedom is a word for nothing left to loose“ wie es einst die sauffende Janis sang.

    All dies hat zur Folge das sich freiheitliche Ideologie schwerer durchsetzen lässt. Dafür steht Israel als bestes Beispiel. Ein Staat der sich immer mehr verteidigen muss, sich zunehmends isoliert, weil seine Verbündete nun auch Verbündete ihrer Gegner sind . . .

    So spielen in offiziellen politischen Äusserungen aber auch Handlungen längerfristige taktische Ziele gegenüber thematischen Inhalten verstärkt eine Rolle. Die USA sind da ja richtige Meister.
    Das zeigt auch jüngstes Beispiel in dem Obama den USA-besuchenden Dalai Lama aus „Respekt vor China“ nicht treffen will. „Respekt vor China“? Wohl eher „Angst vor China“.

    Ja, auf internationaler PolitBühne hat man halt noch „Respekt“ voreinander . . .

  3. […] in Zwei mal Drei macht Vier von Mr. Moe am Oktober 6, 2009 Angesichts des ausschließlich den Zwecken Ahmadinedschads und den Mullahs dienenden Genfer-Treffens und des sich im Zuge dessen ein mal mehr manifestierenden – zum Großteil: […]

  4. […] des Notwendigen 7. Oktober 2009 — Mr. Moe Angesichts des ausschließlich den Zwecken Ahmadinedschads und den Mullahs dienenden Genfer-Treffens und des sich im Zuge dessen ein mal mehr manifestierenden – zum Großteil: […]

  5. Khatul Khamud said, on Oktober 7, 2009 at 5:58 pm

    „treffend schreibt, ist die Islamische Republik Iran „genetically programmed for war“. “

    Dafür war aber wenig Krieg in den letzten 30 Jahren. Die Tatsache, dass Deutschland, Amerika, und Israel deutlich häufiger zu den Waffen griffen, bestätigt die alte These, dass Gene nicht alles sind.

  6. Mr. Moe said, on Oktober 8, 2009 at 6:14 am

    @Khatul Khamud:
    Abgesehen davon, dass sich aus meiner Aussage über die Islamische Republik Iran prinzipiell keine Aussagen über andere Länder ableiten lassen, übersehen Sie zweierlei: Erstens, dass zumindest die überwiegende Mehrheit der israelischen Kriege reine Verteidigungskriege waren. An denen, nebenbei bemerkt, Teheran im Übrigen in der Regel nicht ganz unbeteiligt war. Dies bringt uns zum zweiten, von Ihnen nicht berücksichtigten Punkt: Die Islamische Republik Iran führt mit Hilfe ihrer Proxys wie der Hamas oder der Hisbollah seit 30 Jahren einen asymmetrischen Krieg in vielen Ländern der Welt, nicht nur im Nahen Osten. Und seien wir ehrlich: das es nicht zu einem Krieg mit dem Westen gekommen ist, liegt doch eher daran, dass man im Westen alles dafür tut, diesen Krieg zu vermeiden.


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