Zeitung für Schland

Spenden sammeln für Thorsten Schmitz!

Posted in SZ by Mr. Moe on Dezember 10, 2009

Deutsche Nahost- und Israelberichterstatter sind wahrlich zu bedauern, müssen sie doch häufig Jahre lang just in jenem Land leben, das sie von ganzem Herzen verabscheuen und gegen das sie tagein, tagaus anschreiben. Kein Wunder also, dass selbst die Besten ihres Fachs angesichts dieser enormen inneren Spannungen irgendwann ausgebrannt sind und sich versetzen lassen. Nachdem der F.A.Z.-Korrespondent Jörg Bremer mittlerweile aus Italien berichtet, zieht Thorsten Schmitz von der Süddeutschen Zeitung jetzt von Tel Aviv ins „billigere Berlin“. Natürlich nicht, ohne sich standesgemäß von Tel Aviv zu verabschieden.

Über die Stadt, in der er viele Jahre lebte und arbeitete, schreibt Schmitz zum Abschluss, dass man dort „Europa spielen und nichts vom Gaza-Streifen und dem besetzten Westjordanland mitbekommen kann“. Und in dieser ignoranten Besetzer-Stadt war der arme Herr Schmitz gezwungen zu leben! Ein wenig verwundert es jedoch, dass Schmitz gerade in einer Zeit die Segel streicht, in der Hoffnung aufkeimt, dass die allzu lebensfreudigen Juden aus Tel Aviv doch endlich einmal mit der von ihnen selbst verschuldeten Realität konfrontiert werden: Tel Aviv liegt mittlerweile in Reichweite der Raketen der Hamas und die iranische Bombe, die auf Tel Aviv gerichtet sein wird, dürfte ja auch bald fertig sein. Wäre Schmitz konsequent, würde er in Tel Aviv bleiben, könnte er sich doch dann an den möglicherweise baldig auftretenden Veränderungen erfreuen.

Allerdings verbindet sich Schmitz ideologische Abneigung gegenüber Tel Aviv im Speziellen und Israel im Allgemeinen mit einem handfesten finanziellen Motiv: Schmitz kann (oder will) sich seine Wohnung in Tel Aviv offensichtlich nicht mehr leisten:

In der Mittelmeermetropole wird um Wohnungen gekämpft, nicht um Frieden. Das Angebot ist so mager, dass eine der größten Immobilienagenturen seit Monaten auf Plakatwänden an Wohnungs- und Grundstücksbesitzer appelliert, sie mögen ihren Besitz doch bitte veräußern. Die Mieten in Tel Aviv haben das (unverschämte) Niveau von Manhattan erreicht, als hätte es nie eine Finanzkrise gegeben. Unsere 100 Quadratmeter große Vier-Zimmer-Wohnung kostete vor drei Jahren noch 1500 US-Dollar, inzwischen 2600 (ohne Parkplatz wohlgemerkt). Die Vermieter nutzen die Misere aus und rühren keinen Finger. Sie wissen: Es gibt Dutzende Anwärter auf jede Wohnung.

Ja, diese Vermieter, die nur am Profit interessiert sind – wirklich unverschämt. Warum gibt es eigentlich kein israelisches Gesetz, gemäß dessen deutsche Berichterstatter, die ausgewogen über Israel schreiben und dadurch viel dazu beitragen, Israels Ansehen in der Welt zu steigern, mietfrei in Tel Aviv residieren dürfen? Angesichts dieser zum Himmel schreienden Ungerechtigkeit seien die Leser der Zeitung für Schland dazu aufgerufen, ein paar Groschen für Thorsten Schmitz in die Sammelbox zu werfen. So wäre es Schmitz möglich, in Tel Aviv wohnen zu bleiben – könnte es für einen unverbesserlichen Israelhasser eine schlimmere und zugleich gerechtere Strafe geben?

hat tip: Opposite Editorial.

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13 Antworten

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  1. Avram said, on Dezember 10, 2009 at 8:48 am

    Der Herr Schmitz soll froh sein, daß seine Ex-Vermieterin nicht seine Artikel gelesen hat, sonst hätte sie wohl das Dreifache verlangt!😉

    Im übrigen ist es doch egal, wo diese Schmierfinken sitzen. Ein richtiger Auslandskorrespondent wird in ein Land geschickt, um vor Ort Fakten zu sammeln. Da aber die Qualitätsjournalie über Israel nur auf Hörensagen basierende Fakten wiedergibt und nicht wirklich an der Wahrheit interessiert ist, können diese Typen auch in Berlin sitzen und den Newsletter von Hamas & Co. abonnieren.

  2. Schmitt said, on Dezember 10, 2009 at 9:11 am

    Ist doch klar! Der Vermieter ist so ein kapitalistischer, zionistischer Geldsack!
    A propos: Wis ist eigentlich der Mietspiegel in Gaza und Umgebung?

  3. Claudio Casula said, on Dezember 10, 2009 at 9:30 am

    @ Avram

    Kenne ein paar von der Sorte; darunter war ein TV-Heini, der acht Jahre aus Tel Aviv „berichtet“ hat, nie die Landessprache erlernte und sich die relevanten Infos aus Ha’aretz abends in der Kneipe von einem Kumpel übersetzen ließ. Traurig, aber wahr.

    @ Schmitt

    Niedrig. Schlechte Wohngegend. In Tel Aviv wirds jetzt noch teurer, weil Schmitz wegzieht.

  4. willow said, on Dezember 10, 2009 at 10:23 am

    Der Ärmste! Die bösen Juden weigern sich einfach, seine Wahrheiten über das Leben in Israel zu akzeptieren, reißen sich statt dessen um Wohnungen im fürchterlichen Moloch Tel Aviv, einer der laut Schmitz unerträglichsten Städte dieser Welt… undankbares Pack!

    Könnte natürlich sein, daß die Mieterhöhung tatsächlich damit zu tun hat, daß der Vermieter sich mal durchgelesen hat, was dieser Qualitätzsjournalist so verzapft…😉

  5. Mr. Moe said, on Dezember 10, 2009 at 10:26 am

    Den ersten Kommentaren entnehme ich, dass die Spendenbereitschaft doch erheblich geringer zu sein scheint als ich erhofft hatte😉

  6. Ruth said, on Dezember 10, 2009 at 1:42 pm

    „Europa spielen!“ Der Duenkel ist unuebersehbar. Da bilden sich diese dreckigen Juden ein, sie koennten europaeisches Niveau erreichen!

  7. Claudio Casula said, on Dezember 10, 2009 at 2:32 pm

    @ Ruth

    Schmitz kann ja mal darüber grübeln, ob ihm eine europäische Stadt einfällt, die cooler ist als The Big Orange.

    Natürlich ist Tel Aviv Europa (außer auf dem Shuk haCarmel) – und noch ein bisschen mehr.

  8. Avram said, on Dezember 10, 2009 at 3:25 pm

    @ Ruth

    Solange sich die Europäer einbilden, sie stünden über dem israelischen Niveau, ist doch alles in Ordnung!😉

    @ Claudio

    Vorsicht! Nichts gegen meinen heißgeliebten Shuk sagen!!!😉

    Tel Aviv: The city that never sleeps!

  9. heplev said, on Dezember 10, 2009 at 11:44 pm

    @Avram:
    Hat er was gegen den Carmelmarkt gesagt?
    Doch nur, dass er nicht Europa ist. Ich finde, das ist a) zutreffend und b) eine Auszeichnung.🙂

  10. Avram said, on Dezember 11, 2009 at 8:15 pm

    @ heplev

    Daß der Shuk nicht Europa ist, kann man schon daran ausmachen, daß man dort billigst Klamotten kaufen kann, die über Jahre halten, wohingegen in Europa teure Markenprodukte nach spätestens 2 Jahren nur noch als Putzlumpen dienen. Von den kulinarischen Leckereien ganz zu schweigen …😉

    Nein, meine Bemerkung bezog sich auf einige Bemerkungen, die schon vor einigen Monaten auf SoE vielen … ich stehe nun einmal auf dieses „alte“ schmuddelige Israel … kein Vergleich zu dem modernen, dagegen steril wirkenden Shopping Malls … das ist mir dann zu „europäisch“ … dazu muß ich nicht nach Israel fahren!

    Aber, mir ist schon klar, daß dies Ansichtssache ist …😉

  11. nk said, on Dezember 14, 2009 at 4:33 pm

    Anscheinend besteht eine entdprechende Nachfrage nach Wohnraum. Das ist doch ein Zeichen für Optimismus, oder sehe ich das falsch (ernsthafte Frage)

  12. Lila said, on Dezember 17, 2009 at 11:39 am

    Oh je, ich kriege jetzt erst mit, daß Herr Schmitz uns verläßt. Habe ich noch Zeit, mich mit Blumen und einer Packung Kleenex am Flughafen aufzubauen, um ihm nachzuweinen?

    Aber ich tröste mich. Bestimmt schickt uns seine Redaktion noch so einen kompetenten, ausgewogenen Menschen daher. Von Nahostexperten wimmelt es doch in Deutschlands Redaktionsstuben…

  13. Mr. Moe said, on Dezember 17, 2009 at 3:28 pm

    @Lila:

    Von Nahostexperten wimmelt es doch in Deutschlands Redaktionsstuben…

    Nicht nur in deutschen Redaktionsstuben! Es gibt meiner Schätzung nach fast 80 Millionen Nahostexperten in Deutschland.


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