Zeitung für Schland

Worte der Woche (42)

Posted in Worte der Woche by Mr. Moe on Januar 26, 2010

Peres scheint immer noch davon getrieben zu sein, Israel einen Platz auf der Landkarte zu verschaffen.

Diesen überaus aufschlussreichen Satz hat ARD-Korrespondent Sebastian Engelbrecht in einem Kommentar über den israelischen Staatspräsidenten Schimon Peres tatsächlich so geschrieben. Angesichts dieser wahrlich unverschämten Forderung des ehemaligen, so Engelbrecht, „Hardliners“ Peres darf sich mit Engelbrecht gemeinsam darüber gefreut werden, dass „konservative“ Politiker in Teheran mit Nachdruck daran arbeitet, für die Juden einen Platz außerhalb der Landkarte zu schaffen.

Update: In der F.A.Z. ist ein sehr lesenswertes Interview mit Peres zu lesen. Allerdings stellt dies die Ausnahme der Regel dar, wie in Zettels Raum anmerkt wird:

Der Besuch von Präsident Peres in Deutschland findet bisher nahezu unter Ausschluß der Öffentlichkeit statt.

Im ZDF- „Mittagsmazin“ gab es heute eine kurze Meldung; eine knappe Viertelstunde nach Beginn der Sendung. Kein Korrespondentenbericht, keine Statements, kein Kommentar.

Die ARD-„Tagesschau“ um 14 Uhr brachte an vierter Stelle, nachdem unter anderem ausführlich über die Partei „Die Linke“ berichtet worden war, eine Meldung von genau 30 Sekunden über den Staatsbesuch.

Der Besuch jedes afrikanischen Potentaten fände mehr Beachtung.

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13 Antworten

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  1. Gerrit said, on Januar 27, 2010 at 6:37 pm

    Was den Text vom Herrn Engelbrecht auf tagesschau.de angeht, gibt es im weiteren Verlauf zwei wahre „Perlen“ der „Israel-Kritik“ (von wegen: „keiner klickt auf meine schönen Links“ und so…)

    Voilà: Herr Engelbrecht, wie er leibt und lebt – honi soit qui mal y pense (ein Schuft, wer Böses dabei denkt)

    „Perle“ Nr. 1

    „bevor er (Shimon Peres) als Außenminister gemeinsam mit Arafat und dem israelischen Ministerpräsidenten Izchak Rabin den Friedensnobelpreis erhielt, betrieb Peres die militärische Sicherung der Existenz des jungen Staates.“

    Das wird ihm Herr Engelbrecht natürlich niemals verzeihen, dass Shimon Peres die „militärische Sicherung“ Israels und seiner Menschen betrieb, statt sich einfach nur todschießen zu lassen. Entsprechend heißt der Absatz, in dem dieser Satz sich finden lässt: „Vom Militaristen zum Friedensnobelpreisträger“.

    Selbstverteidigung mit Militarismus in eins zu setzen, ist auch dann, wenn es Herr Engelbrecht macht, nichts Anderes als eine dummdreiste Propagandalüge. Nur, um das zu verstehen, müsste man denken können.

    Aber auch beim zweiten Statement aus seiner Feder weiß Herr Engelbrecht die Deppen in D hinter sich.

    „Perle“ 2

    „Im umstrittenen Krieg Israels gegen die Hamas in Gaza vor einem Jahr lobte er die Leistung der Armee.“

    Das hätten Israel bzw. Shimon Peres besser nicht gemacht, nicht wahr, Herr Engelbrecht? Beides, meine ich, sich wehren, und dann auch noch die IDF loben. Ist aber auch blöd, wenn einer so sehr am Leben hängt! Aber wenn Ihnen das solche Unannehmlichkeit bereitet, verzichte ich doch besser darauf, nicht wahr?

    Erlauben Sie mir eine ganz persönliche Frage, Herr Engelbrecht: Wenn bei Ihnen in Bayern auch nur ein Ast über den falschen Gartenzaun ragt, gibt das doch Ärger, oder?

    Wenn Herr Engelbrecht mit seiner Formulierung vom „umstrittenen Krieg“ Israels Recht zur Selbstverteidigung in Abrede stellen will, hat er mit seiner Formel genau den Code getroffen, der bei deutschen „Anti-Zionisten“, „Israel-Kritikern“ und anderen wahnhaft Verblendeten als „legitime Kritik“ an Israel durchgeht.

    Die Zusammenfassung des Lebenswerkes Shimon Peres‘ wird den Engelbrecht-Fans allerdings recht würdig, finde ich, schreibt Engelbrecht über Shimon Peres doch tatsächlich, er sei u.a. auch „Minister für dieses und jenes“ gewesen.

    Dieses Ministerium kannte ich noch gar nicht…

    Aber kann man diesem Herrn Engelbrecht jetzt bitte den Posten geben, um den er sich mit seinem „Beitrag“ beworben hat, nämlich Praktikant für dieses und jenes?

  2. Yael said, on Januar 27, 2010 at 9:08 pm

    Wer klaut hier wo?

    O-Ton Krzysztof

    “Der Besuch von Präsident Peres in Deutschland findet bisher nahezu unter Ausschluß der Öffentlichkeit statt.
    Im ZDF- “Mittagsmazin” gab es heute eine kurze Meldung; eine knappe Viertelstunde nach Beginn der Sendung. Kein Korrespondentenbericht, keine Statements, kein Kommentar. Die ARD-”Tagesschau” um 14 Uhr brachte an vierter Stelle, nachdem unter anderem ausführlich über die Partei “Die Linke” berichtet worden war, eine Meldung von genau 30 Sekunden über den Staatsbesuch.
    Der Besuch jedes afrikanischen Potentaten fände mehr Beachtung. ”

    http://www.hagalil.com/archiv/2010/01/26/peres-5/comment-page-1/#comment-9018

  3. Bert said, on Januar 28, 2010 at 2:30 am

    2. Versuch

    Sie haben recht, … leider!

    Einem Präsidenten des Israelischen Staates, ist auf diesem Boden kein Willkommen durch unseren Staat und Medien geheißen worden.

    Ja, absolut !
    Ja. eine Schande !

    >Stanislaw Jerzy Lec<
    "Wenn überhaupt keine Winde wehen, hat sogar der Wetterhahn auf dem Turm Charakter."

  4. Hartung said, on Januar 28, 2010 at 8:06 am

    Traurige Entwicklungen in Deutschland…

    Viele Grüße aus Israel

    P.S.: Vielen Dank, dass Sie den jüdischen Staat so unterstützden!

  5. Mr. Moe said, on Januar 28, 2010 at 9:05 am

    @Gerrit:

    von wegen: “keiner klickt auf meine schönen Links” und so…)

    Ich schrieb bewusst nicht „keiner“, sondern „die Mehrheit des Leser“😉

    Ihre Kritik an Engelbrechts Kommentar und insbesondere den von Ihnen zitierten Passagen teile ich (natürlich) vollkommen. Die „Worte der Woche“ dienen ein Stück weit auch dazu, solchen Mist nicht untergehen zu lassen, ohne gleich einen gesamten Text auseinanderzunehmen😉

    Aber kann man diesem Herrn Engelbrecht jetzt bitte den Posten geben, um den er sich mit seinem “Beitrag” beworben hat, nämlich Praktikant für dieses und jenes?

    Ich habe Engelbrechts Kommentar eher als Bewerbung für den Nahostkorrespondenten der Süddeutschen Zeitung oder gar gleich einen Platz im neuen Triumvirat mit Thumann und Ladurner bei der ZEIT gelesen.

  6. Mr. Moe said, on Januar 28, 2010 at 9:08 am

    @Yael:
    Na ja, „klauen“ würde ich das nicht unbedingt nennen; eher „vergessen“ einer Quellangabe😉

  7. Mr. Moe said, on Januar 28, 2010 at 9:10 am

    @Hartung:
    Ich habe Sie bereits in der Vergangenheit darauf hingewiesen, dass die Kommentarfunktion nicht dafür da ist, (ausschließlich) Werbung für fremde oder eigene Beiträge zu machen. Insbesondere dann nicht, wenn es sich um einen Beitrag handelt, der offensichtlich keinerlei Relevanz für das Thema des hiesigen Beitrags hat.

    Aus diesem Grund habe ich die Verlinkung entfernt und so werde ich es auch in Zukunft weiter handhaben.

  8. Gerrit said, on Januar 28, 2010 at 11:43 am

    @ moin moin mr moe

    ein cleverer Ansatz ist ja Ihrer: die Leser auf eine Spur bringen, sodass die ihre eigenen Schlüsse ziehen, die sie dann womöglich nicht für sich behalten wollen – da schreibt sich so ein Blog wie von alleine😉
    Bei der „Landkarten“-Formulierung dachte ich noch, der Engelbrecht wäre so ein pseudo-polyglotter Land-und-Leute-Reporter, der gerade was Englisches aufgeschnappt hat („you’re on the map, sweet heart“/“ich hab dich auf dem Zettel, Schatz“), was er dann ein bißchen plump ins Deutsche gebracht hat. Aber der denkt sich das wirklich genau so, wie es da steht, schätze ich.
    Dass die ausgerechnet den nach Tel Aviv schicken mussten – wollte denn sonst keine/r da hin?!?
    SZ und Zeit, oder auch Spiegel, taz, ein Graus ist das alles – die FAZ ist manchmal auch recht durchwachsen, die NZZ hatte es noch am ehesten auf der Reihe. Ich werd am Ende noch zum Welt-Leser, da wird man gemäß Betriebsvereinbarung wenigstens vom Sauerkraut verschont😉

  9. Mr. Moe said, on Januar 28, 2010 at 5:45 pm

    @Gerrit:

    ein cleverer Ansatz ist ja Ihrer: die Leser auf eine Spur bringen, sodass die ihre eigenen Schlüsse ziehen, die sie dann womöglich nicht für sich behalten wollen – da schreibt sich so ein Blog wie von alleine😉

    Sie haben mich durchschaut! In der Tat freue ich mich, wenn Leser sich eigene Gedanken machen und/oder mich an ihrem Wissen teilhaben lassen.

    Dass die ausgerechnet den nach Tel Aviv schicken mussten – wollte denn sonst keine/r da hin?!?

    Ich denke mal, dass er selbst da wahrscheinlich auch unbedingt hin wollte. Vielleicht macht er ja irgendwann einen auf Thorsten Schmitz und zieht zurück nach Deutschland; natürlich nicht, ohne vorher nochmal Dampf abzulassen.

    SZ und Zeit, oder auch Spiegel, taz, ein Graus ist das alles – die FAZ ist manchmal auch recht durchwachsen, die NZZ hatte es noch am ehesten auf der Reihe. Ich werd am Ende noch zum Welt-Leser, da wird man gemäß Betriebsvereinbarung wenigstens vom Sauerkraut verschont

    Na ja, die NZZ ist doch auch recht durchwachsen. Denken Sie z.B. an Victor Kocher.

  10. […] dieser Woche besuchte der israelische Präsident Shimon Peres Deutschland. Am 26. Januar standen Gespräche mit […]

  11. Yael said, on Januar 28, 2010 at 6:36 pm

    @Mr. Moe

    Es kommt noch besser:

    „xxKoshiroxx
    י“ג בשבט ה’תש“ע (Januar 28th, 2010) at 07:52

    ??
    Admin: Herr XY (Krzysztof Leyser Goldsteyn), wie wäre es, wenn Sie mal unter Ihrem Namen schreiben. Oder noch besser, lassen Sie es ganz bleiben. Jedenfalls habe ich keinen Lust hier Detektiv zu spielen. Und ihr Fakedeutsch könnten Sie sich dann auch sparen, genauso wie Ihre dummen superjüdischen Nicks.“

    Genauso wie er die Angabe des Zitierens vergisst, scheint er auch seinen Namen zu vergessen.😀

  12. Gerrit said, on Januar 29, 2010 at 1:41 pm

    @ mr moe,
    stimmt, die wesentliche Qualität des „Qualitätsjournalismus“ scheint seine Resistenz gegen jede Anfechtung des Glaubens vermittels Empirie und Fakten zu sein, siehe Victor Kocher. Um es mit dem Barden zu sagen: „Auch du, NZZ“
    So, wie das Gejammer vom Schmitz klingt, muss der gerade erst aus dem Mußtopf gefallen sein. Wenn es nur um die Miete ging, hätte er doch auch nach Burkina Faso ziehen sollen, oder Halle/Saale😉

  13. […] immer noch davon getrieben zu sein, Israel einen Platz auf der Landkarte zu verschaffen.“ Mr. Moe hat eine Möglichkeit […]


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