Zeitung für Schland

Worte der Woche (48)

Posted in Worte der Woche by Mr. Moe on März 14, 2010

„This was an affront, it was an insult but most importantly it undermined this very fragile effort to bring peace to that region,“ said David Axelrod, one of President Barack Obama’s closest advisers.

Diese Aussage bezieht sich nicht etwa auf eine jener zahlreichen Gelegenheiten, bei derer die „Islamische Republik“ die ausgestreckte amerikanische Hand schroff ausschlug, oder auf die fortlaufende Unfähigkeit respektive den Unwillen der Palästinensischen Autonomiebehörde, echte Friedensverhandlungen mit Israel zu führen.

Nein, die „Beleidigung“ der Vereinigten Staaten besteht der Obama-Regierung zufolge darin, dass der jüdische Staat es wagt, in seiner eigenen Hauptstadt zu bauen. Barry Rubin beschreibt das Verhalten der Obama-Regierung äußerst treffend:

For more than four months the U.S. government has been celebrating Israel agreeing to stop construction on settlements in the West Bank while continuing building in east Jerusalem as a great step forward and Israeli concession deserving a reward. Suddenly, all of this is forgotten to say that Israel building in east Jerusalem is some kind of terrible deed which deserves punishment. […]

Meanwhile, even though the Palestinian Authority has refused to negotiate for 14 months; made President Brack Obama look very foolish after destroying his publicly announced September plan to have negotiations in two months; and broke its promise not to sponsor the Goldstone report in the UN, no word of criticism has ever been offered by any administration official regarding the PA’s continuous and very public sabotage of peace process efforts.

Can people please point out that there’s a bit of a contradiction here?

Update: Ebenfalls lesenswert ist der Leitartikel des Wall Street Journal „Obama’s Turn Against Israel“, wo es heißt:

This episode does fit Mr. Obama’s foreign policy pattern to date: Our enemies get courted; our friends get the squeeze. It has happened to Poland, the Czech Republic, Honduras and Colombia. Now it’s Israel’s turn.

Noah Pollack weist in den contentions des Commentary Magazine indes darauf hin, dass es keinesfalls zufällig „Israel’s turn“ ist:

We have reached a strange new chapter in American diplomacy in which our greatest outrage and our greatest denunciations are reserved for our allies. Maybe that’s not quite right: they’re reserved for one of our allies.

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12 Antworten

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  1. Gesa said, on März 14, 2010 at 10:43 pm

    „Nein, die “Beleidigung” der Vereinigten Staaten besteht der Obama-Regierung zufolge darin, dass der jüdische Staat es wagt, in seiner eigenen Hauptstadt zu bauen. “

    Was bist du denn fürne Knalltüte? Seit wann gehören Ostjerusalem und die illegalen Siedlungen zu Israel? Du übernimmst geradewegs die Argumentation von Typen wie Netanjahu und Liebermann.

  2. Joram said, on März 15, 2010 at 7:27 am

    @Gesa,

    es freut mich, dass Du so einen feinen und ausgesuchten Wortschatz zu gebrauchen pflegst.
    Kannst Du bitte uns auf die gleiche kultivierte Art erklären wem und auf welcher völkerrechtlichen Grundlage Ostjerusalem gehört? Den Türken? Den Britten?

    Kennst Du auch den Unterschied zwischen legalen und illegalen Siedlungen? Oder sind für dich alle Siedlungen die Israelis bauen illegal? Sind auch alle Siedlungen die die Russen ums Königsberg gebaut haben ebenfalls illegal? Was mit den Siedlungen in Oberschlesien und Ost-Pommern? Auch illegal? Sind die chinesischen Siedlungen in Tibet legal oder illegal? Wie oft hast Du in den Blogs gegen die illegale chinesischen Siedlungen in Tibet protestiert? Sind die russischen Siedlungen in Tschetschenien auch illegal?

    Jemand wie Du, der den Namen des israelischen Außenminister nicht richtig buschstabieren kann, soll einfach die Klappe halten. Von nix Ahnung haben ist kein Grund sich aus dem Fenster zu lehnen.

  3. Ady said, on März 15, 2010 at 9:18 am

    Es ist wirklich kaum zu fassen??? Leute, welche weder von Geografie, Politik & Geschichte eine Ahnung haben und sich sonst um nichts kümmern, glauben in Bezug auf die Juden (Israel) immer ihre Meinung kundgeben zu müssen. Und es geht sogar noch einen Schritt weiter; sie halten sich für immer im Recht, denn ihre Bezugsquellen sind ja die deutschen Medien! Ach so, na dann…

    @Joram, kol hakavod.

  4. Joram said, on März 15, 2010 at 3:13 pm

    @Ady

    die Deutschen sind ein ziemlich seltsames Volk. Die fordern die Freiheit für anderen Völker, obwohl sie selber nichts von Freiheit halten:

    „Das Verhältnis zu Demokratie und Freiheit ist nach der Befragung wenig ausgebildet: Rund 80 Prozent im Osten und bis zu 72 Prozent im Westen könnten sich vorstellen, in einem sozialistischen Staat zu leben, solange für Arbeitsplätze, Solidarität und Sicherheit gesorgt wäre. Freiheit ist für 28 Prozent der Ostdeutschen und 42 Prozent der Westdeutschen nach der Umfrage ein wichtiges politisches Ziel. “

    Wie bekloppt muss man sein für den vollen Futtertrog die Freiheit zu opfern? Und so ein Volk erdreist sich den Israelis zu kritisieren. Was für eine Anmassung.

  5. […] in den Vereinigten Staaten für ein Hindernis für den “Friedensprozess” oder gar eine “Beleidigung” anzusehen. Beschlagwortet mit:Israel, […]

  6. Avram said, on März 15, 2010 at 5:27 pm

    @ Joram & Ady

    zu dem Zitat gibt es noch ein älteres von Christian Friedrich Hebbel:

    „Selbst im Fall einer Revolution würden die Deutschen sich nur Steuerfreiheit, nie Gedankenfreiheit zu erkämpfen suchen.“

    Zu der Aufzählung der Dinge, von denen manch ein „Nahostexperte“ offensichtlich keine Ahnung hat, würde ich noch rechtliche Zusammenhänge hinzufügen wollen. Denn wenn jemand ohne weiteres juristische Begriffe in den Mund nimmt, aber nicht den blassesten Schimmer von Völker- und internationalem Recht hat, der sollte sich mal ganz schnell in die Ecke stellen und eine Runde schämen. Zu diesen Leuten zähle ich im übrigen auch den Scherzkeks Ban Ki Moon, der ebenfalls solchen Schwachsinn von sich gibt. Und der könnte sich nun wirklich juristisch beraten lassen, bevor er sich als ahnungsloser Banause outet.

  7. yael1 said, on März 15, 2010 at 6:19 pm

    Bitte nicht hier „die“ Deutschen oder so ein Volk. Keines auf dieser Welt ist homogen, so beleidigt man alle.

  8. Avram said, on März 15, 2010 at 8:28 pm

    @ yael1

    Es regt sich m.E. keiner darüber auf, wenn man von einem Volk im positiven Sinn spricht. Oder gab es irgendwelche Klagen, als vor ein paar Jahren die Bild-Zeitung titelte: „Wir sind Papst!“? Warum sollte es im negativen Sinn anders sein?

    Und wenn wir schon beim Thema beleidigen sind: Warum darf jeder Journalist, jeder Politiker, jede Schnapsdrossel in der Kneipe oder vor dem Fernsehsessel in Deutschland tagtäglich Israel beleidigen, ohne daß sich irgendwer darüber aufregt aber auf der anderen Seite ist es – zumindest Ihrer Meinung nach – schlimm, wenn man es wagt, aufgrund einer repräsentativen Umfrage auf die Gesamtbevölkerung zu schließen?

    Und jetzt bitte keine Diskussion darüber, ob statistische Erhebungen repräsentativ sind oder nicht. Darüber wurden schon unzählige Abhandlungen geschrieben und es sollte mittlerweile anerkannt sein, daß solche Erhebungen unter Berücksichtigung einer gewissen Fehlertoleranz relativ genau sind.

  9. yael1 said, on März 15, 2010 at 11:30 pm

    Man schließt aber eben alle ein, zum beispiel auch viele Nichtjuden, die sich, auch online, sehr für Israel engagieren. Darum gehts.

  10. auslaender2009 said, on März 16, 2010 at 10:46 am

    Ich glaube ja das sind bei vielen die Phantomschmerzen wegen Teilen Westpolens und dem ehemaligten Preußen. Da koennen sie nichts zum besten geben weil dann sind es ja gleich Revanchisten. Folglich trauen sie sich nicht. Bei Israel kann man aber seinen Senf ungestraft vom Zaun haengen lassen und gleichzeitig die geschundene Volksseele pflegen.
    Ansonsten bin ich der Meinung das Israel bis auf Jerusalem die 67 Gebiete raeumen sollte, einen Zaun erstellen und das Land seinen letzten Besitzern zurueckgeben.
    Sollen Aegypten und Jordanien sich doch damit rumaergern vor allem faellt dann der Teil mit der Verbinung der beiten Streifen weg, da sie dann ja wieder den letzten Besitzern gehoeren.
    Natuerlich soll danach das Voelkerecht wieder absolut eingehalten werden. Sprich jede Kasam Stellung ausgeschaltet werden, egal wo sie ist. Jeder Tunel ohne Vorwarnung zerstoert werden mal sehen ob die dann immer noch Spass daran haben werden.
    Jeder Missbrauch von Schutzzeichen der GC nach umgehend mit der Zerstoerung bestraft werden. Keine Bange ist alles dem Voelkerecht nach gedeckt und die beiden Laender zahlen einen geringen Preis dafuer denn normalerweise waere der hoeher.

  11. Avram said, on März 16, 2010 at 11:07 am

    Aha, verstehe. Sie suchen also in Sodom nach Gerechten. Mazal tov!

  12. […] Dies ist genau das, was die Obama-Regierung de facto tut, wenn sie Israel öffentlich in harten Worten kritisiert und nunmehr folgende Forderungen gegenüber Israel respektive Netanyahu stellt: In an […]


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