Zeitung für Schland

Worte der Woche (48)

Posted in Worte der Woche by Mr. Moe on März 14, 2010

„This was an affront, it was an insult but most importantly it undermined this very fragile effort to bring peace to that region,“ said David Axelrod, one of President Barack Obama’s closest advisers.

Diese Aussage bezieht sich nicht etwa auf eine jener zahlreichen Gelegenheiten, bei derer die „Islamische Republik“ die ausgestreckte amerikanische Hand schroff ausschlug, oder auf die fortlaufende Unfähigkeit respektive den Unwillen der Palästinensischen Autonomiebehörde, echte Friedensverhandlungen mit Israel zu führen.

Nein, die „Beleidigung“ der Vereinigten Staaten besteht der Obama-Regierung zufolge darin, dass der jüdische Staat es wagt, in seiner eigenen Hauptstadt zu bauen. Barry Rubin beschreibt das Verhalten der Obama-Regierung äußerst treffend:

For more than four months the U.S. government has been celebrating Israel agreeing to stop construction on settlements in the West Bank while continuing building in east Jerusalem as a great step forward and Israeli concession deserving a reward. Suddenly, all of this is forgotten to say that Israel building in east Jerusalem is some kind of terrible deed which deserves punishment. […]

Meanwhile, even though the Palestinian Authority has refused to negotiate for 14 months; made President Brack Obama look very foolish after destroying his publicly announced September plan to have negotiations in two months; and broke its promise not to sponsor the Goldstone report in the UN, no word of criticism has ever been offered by any administration official regarding the PA’s continuous and very public sabotage of peace process efforts.

Can people please point out that there’s a bit of a contradiction here?

Update: Ebenfalls lesenswert ist der Leitartikel des Wall Street Journal „Obama’s Turn Against Israel“, wo es heißt:

This episode does fit Mr. Obama’s foreign policy pattern to date: Our enemies get courted; our friends get the squeeze. It has happened to Poland, the Czech Republic, Honduras and Colombia. Now it’s Israel’s turn.

Noah Pollack weist in den contentions des Commentary Magazine indes darauf hin, dass es keinesfalls zufällig „Israel’s turn“ ist:

We have reached a strange new chapter in American diplomacy in which our greatest outrage and our greatest denunciations are reserved for our allies. Maybe that’s not quite right: they’re reserved for one of our allies.

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EU will Druck ausüben

Posted in Zwei mal Drei macht Vier by Mr. Moe on März 14, 2010

Natürlich nicht auf die „Islamische Republik“ und ihr Atomwaffenprogramm oder gar die Palästinensische Autonomiebehörde, die Verhandlungen mit Israel dieser Tage ebenso wie die vergangenen Monate ablehnt, sondern auf Israel:

The European Union might use its trade ties with Israel as leverage to pressure it into renewing peace talks with the Palestinians, Catherine Ashton, the High Representative for Foreign Affairs and Security Policy at the EU said on Saturday.

Ashton was speaking at an EU foreign minister conference held in Spain. Swedish Foreign Minister, Carl Bildt, said that Israel’s announcement on building in east Jerusalem during United States Vice President Joe Biden’s visit last week was intentional and not coincidental.

Freilich ist es sicher gut gemeint und zum Wohle Israels, das vor sich selbst bzw. seiner eigenen Regierung geschützt werden müsse.

Deckmantel

Posted in Deutsche Zustände, Die üblichen Verdächtigen by Mr. Moe on März 11, 2010

SPIEGEL ONLINE weiß über den neuen vom US-Außenministerium erstellten Bericht zur Lage der Menschenrechte u.a. Folgendes zu berichten:

Die Kritik an Israels Politik gehe mit wachsendem Antisemitismus einher, hieß es weiter. […] Der Antisemitismus habe im vergangenen Jahr [in Europa, Mr. Moe] – vor allem seit Israels Invasion im Gaza-Streifen im Winter 2008/2009 – „weiter zugenommen“, heißt es in dem Bericht. Die „neue Form“ des Antisemitismus komme oft unter dem Deckmantel der Kritik an Israels Politik oder am Zionismus daher, „überschreitet dabei aber die Linie zur Dämonisierung aller Juden“. Dies manifestiere sich in körperlichen Angriffe auf Juden, Friedhofsschändungen und Beschwerden über ungebührlichen Einfluss von Juden in Politik und Medien.

In diesem Zusammenhang sei auf eine mehr oder weniger zufällige Auswahl deutschsprachiger Kommentare zu den jüngsten Ereignissen in Israel verwiesen:

Peter Münch, Süddeutsche Zeitung – „Eine Freundschaft in Scherben“ (hat tip: Spirit of Entebbe„Unbotsmäßige Juden“):

Das [jüdische Leben in Ostjerusalem, Mr. Moe] ist Provokation, ja es zeugt von Hybris – der kleine Partner führt den großen vor. Für Präsident Obama sollte dies der Anlass sein, Premierminister Netanjahu druckvoll klarzumachen, dass auch die besondere Freundschaft zwischen den beiden Staaten Grenzen kennt. Die rote Linie verläuft dort, wo Israel Amerikas Autorität untergräbt. Zögert Obama nun, dann wächst die Gefahr, dass sich Jerusalem auch in einer anderen Frage löst von einer Kursabstimmung mit Washington: im Umgang mit dem Teheraner Atomprogramm. Wenn Israel, wie bereits angedroht, tatsächlich im Alleingang die iranischen Atomanlagen bombardieren wird, dann droht die ganze Region im Krieg zu versinken.

Inge Günther, Frankfurter Rundschau „Ungenierte Landnahme“:

Daran zeigt sich auch, wie ungeniert Israels Regierung nach wie vor über Land verfügt, das nach internationalem Recht den Palästinensern zusteht.

Clemens Verenkotte, Tagesschau – „Eine vergebliche Reise“:

Israels rechtsnationale Regierung legt keinen gesteigerten Wert darauf, auch nur den diplomatischen Anschein zu erwecken, als ob sie sich in ihrer Siedlungspolitik von Washington oder sonstigen Verbündeten reinreden lässt. […] In Ramallah im besetzten Westjordanland, an der Seite des ohnehin tief frustrierten Palästinenser-Präsidenten Machmud Abbas, fand Obamas Stellvertreter ungewohnt scharfe Worte für die jüngsten Siedlungspläne Israels. Doch diese bleiben – wie immer – folgenlos. Um die Feststellung zu treffen, dass durch die beständig neue Siedlungsbauten genau „das Vertrauen untergraben“ werde, das aus US-Sicht jetzt aufgebaut werden müsse, hätte Biden nicht hierher reisen müssen.

Martin Woker, Neue Züricher Zeitung – „Biden und die Brandstifter“:

Obama wird nicht darum herumkommen, auf die jüngste Provokation aus Jerusalem zu reagieren. Deutlicher hätte nicht demonstriert werden können, was die demokratisch gewählte israelische Regierung von der geplanten neuen Verhandlungsrunde und damit auch von einer Zweistaatenlösung hält: gar nichts. Die Konsequenz solchen Handelns aus einer Position der vermeintlichen Stärke lässt nur zwei Möglichkeiten offen: die Ausschaffung aller Nichtjuden aus Cisjordanien, wie sie israelische Extremisten seit langem fordern; dies käme einer «ethnischen Säuberung» gleich. Oder aber die Einsicht, dass zwischen Jordan und Mittelmeer der Platz nur noch reicht für einen einzigen Staat – mit gleichen Rechten für alle Bürger.

Gregor Peter Schmitz und Christoph Schulz, SPIEGEL ONLINE – „Gute Worte, Böse Freunde“:

Es ist ein neuer Tiefpunkt in den Beziehungen zwischen Israel und den USA: die Ankündigung, jüdische Siedlungen im annektierten Teil Jerusalems auszubauen.

Der Zeitpunkt der Bekanntgabe der Wohnungsbaupläne mag als politisch unklug kritisieren werden können – was im Übrigen sowohl von Israel grundsätzlich wohlgesonnener Seite aus als (natürlich) in israelischen Medien geschieht. Des Weiteren mag sich über die von „israelkritischer“ respektive israelfeindlicher – mit anderen Worten: deutscher, europäischer und postamerikanischer – Seite bereitwillig als eben solche aufgefasste günstige Gelegenheit für Abbas geärgert werden, die „Friedensverhandlungen abzusagen“ und Israel so mit (noch größerer) Leichtigkeit (als ohnehin schon seit jeher) den „Politischen Schwarzen Peter“ zuzuschieben.

Indes steht nach wie vor unweigerlich fest, was bereits vor dem Besuch von US-Vizepräsident Biden in Israel feststand: Weder jüdische Wohnungen in der israelischen Hauptstadt Jerusalem, noch die „rechtsnationale“ israelische Regierung stellen das größte Hindernis für den sogenannten „Friedensprozess“ dar – egal wie häufig und lautstark dies deutsche Zeitungen (oder amtierende US-Präsidenten) auch verkünden mögen. Der derzeitige mediale Aufschrei lässt sich folglich am Besten mit jener von deutschen Nahostberichterstattern fortlaufend falsch verwendeten Floskel beschreiben: unangemessen.

„An Israeli Affront Against Germany“ – Deutsche, wehrt Euch!

Posted in Deutsche Zustände, SPIEGEL & SPIEGEL ONLINE by Mr. Moe on März 2, 2010

Wenn Matthias Gebauer, Christoph Schult und Holger Stark für die internationale Ausgabe von SPIEGEL ONLINE von einem „Israeli Affront Against Germany“ titeln, liest sich das nicht nur oberflächlich wie der Aufschrei scheinbar gepeinigter Antisemiten, sondern ist auch genau so zu verstehen. Folgerichtig halten sich die drei Herren von SPON in ihrem Klagelied über den „Israeli Affront Against Germany“ auch gar nicht erst damit auf, in Widerspruch zu den eigenen Ressentiments Stehendes zu berücksichtigen, sondern befassen sich lieber damit, Zoten zu reißen, Hamas-Propaganda zu verbreiten und Deutschland respektive Deutsche gegenüber Israel in Schutz zu nehmen.

Mit einem Zitat des „Propheten Mohammeds“ beginnend scherzen die SPON-Autoren:

One should not speak ill of the dead, the Prophet Muhammad once intoned. But Mahmoud al-Zahar, 64, the leader of the Islamist Hamas movement in Gaza Strip, is now forced to make a small exception. Sitting on the ground floor of his home in Gaza City’s Tel al-Hawa neighborhood, he talks about his comrade Mahmoud al-Mabhouh, who was liquidated by a hit squad in a Dubai hotel on Jan. 20. How could al-Mabhouh have been so careless and booked his flights over the Internet, asks the co-founder of Hamas? „That was more than stupid.“

Dass es für das gängige moralische Gebot, nicht schlecht über jüngst Verstorbene zu sprechen, keinen Verweis auf den Propheten bedurft hätte, sei den Autoren angesichts ihrer offenkundigen und qua Profession ja geradezu unvermeidlichen Sympathie für Islamisten verziehen. Selbiges gilt für den offenbar lustig gemeinten Verweis auf die Schlechtigkeit al-Mabhuhs, die dann jedoch – Prinzip Fallhöhe, Journalistenschule, Klasse 1, dritte Stunde – nicht wie erwartet darauf zurückgeführt wird, dass es sich bei al-Mabhuh um einen mörderischen Antisemiten gehandelt hat, sondern dass dem guten Mann ja eigentlich nur vorzuwerfen sei, sich nicht ausreichend gegen seine israelischen Feinde geschützt zu haben.

Nachdem bereits zu Beginn des Artikels  solch ein humoristisches Feuerwerk gezündet wurde, zeigen Gebauer, Schult und Stark im nachfolgenden Satz, dass sie wahrlich zu Scherzen aufgelegt sind:

Shortly after al-Mabhouh’s death, when Hamas leaders began pointing the finger at Israel, many observers wrote it off as just another Middle East conspiracy theory. But following revelations by police in Dubai as well as their own investigations, governments in the West have little doubt that this was a Mossad hit.

Die obige Passage enthielte genau dann zwei wahre Sätze, wenn „Hamas leaders“ durch „German and European journalists“, „their own investigations“ durch „own resentments“, „goverments in the West“ durch „German journalists“ und „little doubt“ durch „no doubt at all“ ersetzt werden würde. Die Hamas ist ihren Anhängern bei SPON freilich ohnehin voraus, beschuldigt man dort doch arabische Regierungen und nicht etwa Israel. Dies hindert Gebauer, Schult und Stark allerdings mitnichten daran, den Mossad ohne jeden Zweifel für die Tötung al-Mabhus verantwortlich zu zeichnen, zumal dies ja auch in Israel ein „open secrect“ sei – und dies „despite military censorship“, was auch immer mit Letzterer gemeint sein soll (hört sich jedenfalls richtig schön finster an und wird daher schon stimmen).

Angesichts der erdrückenden Beweise, die deutsche Journalisten gegen Israel zusammengetragen haben, ist es in der Tat frech, dass der israelische Außenminister Avigdor Lieberman, dem deutsche Medien grundsätzlich wohlgesonnen gegenüberstehen, nicht zu Kreuze kriecht:

But that didn’t stop Israeli Foreign Minister Avigdor Lieberman from issuing a brazen denial during a conversation with his Irish counterpart at a meeting in Brussels last week, maintaining that it was all merely propaganda. „The Arabs have a tendency to blame Israel for anything that happens in the Middle East,“ he said.

Natürlich ist Liebermans „denial“ nicht einfach nur ein „denial“ oder gar eine einfache Aussage, sondern „a brazen denial“. Dass Lieberman lediglich als „Israeli Foreign Minister“ und nicht in der ansonsten üblichen Manier als „ultranationalist“ vorgestellt wurde, verdankt sich hingegen vermutlich einem unaufmerksamen Praktikanten, der vergessen hat, den Artikel vor Veröffentlichung gemäß den Richtlinien der Redaktion aufzupolieren. Sich der Erkenntnis verweigernd, dass Liebermans Aussage zweifelsfrei nicht nur eine der wenigen wahren, sondern darüber hinaus auch die zwar trivialste, so doch hochwertigste im gesamten Artikel von Gebauer, Schult und Stark ist, zieht es die SPON-Meute vor, stellvertretend für ein ganzes Volk zu geifern:

The Mossad operation is a particular affront to the Germans [not only to Germany!, Mr. Moe]. Since last summer, current BND head Ernst Uhrlau has been acting at the behest of the Israeli government as a liaison between Jerusalem and Hamas. He sought the release of roughly a thousand Palestinian prisoners held by the Israelis and, in return, Hamas was to set free Israeli soldier Gilad Shalit, who was abducted by Palestinian militants in 2006.

The BND official was in Israel just a few days before Jan. 19 to discuss the next steps in the negotiations. By then the hit squad must have been already on its way to Dubai.

The BND negotiator also returned to the region following the murder in Dubai, but neither before nor after the assassination did his colleagues in Israeli intelligence brief him on their risky plot.

Deutsche Medien erachten den Tausch eines entführten israelischen Soldaten gegen hunderte oder besser noch tausende palästinensische Gefangene, von denen wenngleich nicht alle, so doch eine nennenswerte Anzahl an terroristischen Anschlägen beteiligt war, offensichtlich für eine gute Sache, die ebenso erstrebenswert sei wie der tatsächlich vom BND vermittelte Austausch dreier toter israelischer Soldaten gegen fünft inhaftierte Terroristen und Mörder. Selbstredend habe Israel bereits für den Versuch der Vermittlung des Bundesnachrichtendienstes zwischen der Hamas und Israel so dankbar zu sein, dass es vor etwaigen Geheimdienstaktionen, die in keinerlei Zusammenhang mit dem BND stehen, gefälligst Rücksprache mit Deutschland zu halten oder am besten gleich gänzlich auf derartige Verteidigungsmaßnahmenzu  verzichten habe. Dies vermeintlich nicht getan zu haben stellt erkennbar und ohne Zweifel nicht nur einen „affront to Germany“, sondern gar einen „affront to the Germans“ dar – und das nachdem man in Deutschland doch so wunderbar aus der Shoah gelernt hat und nicht müde wird, die „unverbrüchliche Solidarität“ mit Israel zu betonen!

Und es ist ja nun auch wahrlich nicht das erste Mal sei, dass Israel sich schäbig gegenüber seinem besten und fürsorglichsten Freund verhalten habe:

This marks the second time that the Germans have been snubbed. In late December, Israeli Prime Minister Benjamin Netanyahu rejected at the last moment a detailed agreement that his negotiator Hagai Hadas had hammered out with Hamas via the German intelligence agency. BND head Uhrlau has admitted internally that he currently sees no chance of reaching an agreement in the Shalit case.

In den contentions des Commentary Magazine, einer jener Publikationen, die deutsche Journalisten so lange als zwangsverordnete Lektüre dienen mögen, bis ihre Reeducation gänzlich abgeschlossen sei, weist Noah Pollack nicht nur darauf hin, dass die Lohnschreiber von SPON sich als Hofberichterstatter der Hamas erweisen, sondern dies vermutlich auch noch als Auszeichnung verstünden:

So Israel rejected a prisoner swap and hung Mahmoud Zahar out to dry? This is pure Hamas spin — and therefore very attractive to Western journalists. The reality of the negotiations is that Israel has been waiting on a Hamas answer on the prisoner swap since December, an answer that has not been forthcoming because of a rift between Hamas’s Gaza and Damascus leadership. The Gazans want to do the swap; the Syrian leadership does not.

Diese Umstände geflissentlich ignorierend und sich gänzlich der Hamas verschreibend, halten die SPON-Journalisten indes gemeinsam mit einem derer Führer fest:

This sentiment was also echoed by Hamas leader Mahmoud Zahar. He said it’s impossible to make an agreement with the infidels, and cited a line from the second Surah of the Koran: „Is it not so that every time they made a promise, some of them cast it aside?“

Nachdem wieder einmal geklärt worden wäre, dass Juden notorische Lügner seien, schließen Gebauer, Schult und Stark mit der Moral von der Geschicht, die zugleich die Quintessenz deutscher Nahostberichterstattung darstellt:

Zahar said it had been difficult to convince Khalid Mashaal, the exiled political leader of Hamas in Damascus, Syria, to approve the deal. Netanyahu’s subsequent rejection seriously damaged his reputation within Hamas, says Zahar. „I have suffered a lot internally,“ he adds. „I am not ready to negotiate anymore.“

Jeder aufrechte deutsche Journalist weiß, dass die Führer der Hamas stets zu wirklichen Verhandlungen bereit gewesen sind, angesichts Israels unnachgiebiger und obendrein verlogener Art und Weise jedoch auf ewig zum Widerstandskampf gezwungen sind.  Selbst in jenen dunklen Zeiten, in denen Deutsche höchstselbst einem „Israeli Affront“ ausgesetzt sind, auf diese Ungerechtigkeit hinzuweisen, ist den willigen Vollstreckern der Hamas in den deutschen Medien hoch anzurechnen.

Wenn Lügner gerne morden oder: die ZEIT über Israel

Posted in DIE ZEIT by Mr. Moe on Februar 25, 2010

Gisela Dachs und Christian Denso führen in der Printausgabe der ZEIT aus, warum Israel berechtigtes Interesse an der Tötung von Mahmud Al-Mabhuh hatte. Lobenswert hervorzuheben ist, dass die Autoren die Leser der ZEIT nicht durch Hinweise auf die etwaigen Motive arabischer Staaten wie Ägypten oder Jordanien hinweisen, die selbst die Hamas dazu veranlassen, jene Staaten als Täter zu verdächtigen – es hätte den gemeinen ZEIT-Leser ja doch nur verwirrt, wenn auch nur in Erwägung gezogen worden wäre, dass jemand anders außer Israel an den Pranger zu stellen sei.

Während Dachs und Denso ausführlich, wenngleich gewiss auch nicht in entsprechender Deutlichkeit, darlegen, dass Al-Mabhuhs Tod durch und durch zu begrüßen ist – „Mabhuh war eine Gefahr für Israels Sicherheit“ -, erteilen sie dennoch die für die ZEIT obligatorischen Seitenhiebe in Richtung Jerusalem. Der erste Satz des Artikels lautet etwa:

Immerhin ist Israel diesmal ein bisschen ehrlicher.

Mit anderen Worten: während der jüdische Staat gemeinhin lügt wie gedruckt, sagen selbst die Juden dieser Tage zumindest einmal ansatzweise die Wahrheit – mehr ist von Ihnen ja ohnehin nicht zu erwarten (die „Ehrlichkeit Israels“ bezieht sich im Übrigen auf die Aussage eines einzigen [!] israelischen Abgeordneten, der aussagte, dass es ihm leid täte, wenn Israel nicht für die Tötung Al-Mabhuhs verantwortlich sei). Im Folgenden räumen Dachs und Denso zwar ein, dass „noch“ nicht bewiesen sei, dass Israel Al-Mabhuh „ermordet“ habe, machen aber umso deutlicher, dass Israel für eine derartige Tat doch geradezu prädestiniert sei:

Wer aber weiß, wer das Opfer aus Zimmer 230 des Bustan-Rotana-Hotels war, ahnt, warum ein Staat, der bereits in der Vergangenheit Mord als Mittel seiner Politik verstand, ein Killerkommando auf diesen Mann losgelassen haben könnte.

Während sich andere Staaten gemäß den Wunsch- respektive Wahnvorstellungen deutscher Journalisten verhalten – also entweder jeglichem Konflikt aus dem Weg gehen oder am besten gleich einem fremden Kulturkreis angehören und folglich von jeglicher Verantwortung für eigenes Handeln entbunden sind – zeichne sich der jüdische Staat also dadurch aus, „Mord als Mittel seiner Politik“ zu begreifen.  Und wieder einmal durften ZEIT-Leser etwas lernen, das sie doch ohnehin schon wussten.

Quelle: Gisela Dachs und Christian Denso: „Ihr bester Schmuggler“, in: DIE ZEIT vom 25. Februar 2010, S. 7.

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„Ist Kritik an Israel möglich?“

Posted in Deutsche Zustände by Mr. Moe on Februar 24, 2010

Folgendes kommt dabei heraus, wenn Helmut Schmidt und Fritz Stern von Reinhold Beckmann gefragt werden, ob „Kritik an Israel“ in Deutschland „möglich“ oder nicht etwa „tabu“ sei:

Ist „Kritik“ an Israel „möglich“? – es hat beinahe schon etwas Erheiterndes, dass diese Frage gerade jenen zwei alten Männern gestellt wurde, die zwecks ihrer Beantwortung im öffentlich-rechtlichen deutschen Fernsehen fünf Minuten lang „Israelkritik“ par exellence betreiben und dabei eine bemerkenswerte Reihe an Ressentiments und Falschaussagen verbreiten, ohne dass sie mit nennenswertem Widerspruch des Moderators, der Medien oder führender Politiker zu rechnen haben. Fast ebenso erheiternd ist der Gedanke daran, dass jeglicher Einspruch gegen die Herren Schmidt und Stern schlichtweg als Bestätigung ihrer kruden Thesen gewertet und folglich vom Einfluss der „Israel-Lobby“ schwadroniert werden würde.

hat tip: tw_24:blog.

Only Thing That Matters

Posted in Deutsche Zustände by Mr. Moe on Februar 19, 2010

Wenn deutsche Medien schreiben, dass die „deutsch-israelische“ Beziehung, gar das „deutsche Verhältnis zu Israel“ belastet und eine „diplomatische Krise“ ausgelöst worden sei, ist davon auszugehen, dass der jüdische Staat es wieder einmal gewagt hat, sich gegen jene zu verteidigen, die ihn vernichten wollen. In pawlowscher Manier erklingt der jüngste deutsch-europäische Aufschrei selbst dann, wenn noch nicht einmal mit Sicherheit feststeht, ob Israel für die Ermordung des Hamas-Kommandanten Mahmud Al-Mabhuh in Dubai überhaupt tatsächlich verantwortlich ist – im Zweifel gegen den Angeklagten, wenn der Angeklagte der Jude unter den Staaten ist.

Während Josef Joffe in der ZEIT ausbreitet, warum Al-Mabhuh sowohl Israel als auch etwa Ägypten oder Saudi-Arabien berechtigterweise an der Tötung Al-Mabhuhs interessiert gewesen sein dürften, und Alan Dershowitz diskutiert, ob die Tötung Al-Mabhuhs, sofern vom Mossad durchgeführt, rechtmäßig gewesen sei, labt sich Hans Leyendecker für die Süddeutsche Zeitung und deren Leserschaft am „Mythos mit Kratzern“, der dem von Leyendecker als ebenso rachedurstig wie pannenanfällig dargestellten israelischen Geheimdienst anhafte – über das Böse lacht man eben gerne. Den wirklichen Sachverhalt in bemerkenswerter Manier verfehlend lässt Leyendecker zudem einen „deutschen Sicherheitsexperten“ eine Frage stellen, die sich deutschen Lesern offenbar aufdrängt:

„Wie würden wir reagieren, wenn ein iranisches Kommando einen Israeli in einem Berliner Hotel umbringen würde?“

Die Analogie des „deutschen Sicherheitsexperten“ ist so schief, dass sie wahrlich nur dem Kopfe eines eben solchen entspringen kann. Zum einen wird ignoriert, dass es sich bei Al-Mabhuh um einen Terroristen gehandelt hat, von dessen Handeln unmittelbare Gefahr für das Leben israelischer Bürger ausging, während ein entsprechendes „israelisches“ Äquivalent schlichtweg nicht existiert und folglich auch nicht auch nur legitimes Ziel für „ein iranisches Kommando“ werden könnte. Zum anderen wird unterschlagen, dass „ein iranisches Kommando“ sich selbst im Fall der Fälle eben nicht darauf beschränken würde, eine einzelne Zielperson zu liquidieren, sondern vermutlich das komplette Gebäude, indem sich die Zielperson befände, samt etwaiger weiterer Insassen in die Luft jagen würde. Leon de Winter schreibt über die Tötung Al-Mabhuhs demnach zu recht:

No innocent bystanders were killed, no building was blown up. No, a surgical operation planned by professionals resulted in the death of a terrorist, an evil man with a specific task in the machinery of terrorist acts organized by an anti-Christian, anti-Semitic, anti-Western, pro-mullahs organization called Hamas. The world should rejoice.

In the universe of the Persian Gulf, where cruel, terrorist attacks on innocent civilians are part of the daily routine, this killing was simple and clean. It’s an act the Israeli government, if it really allowed it, should be proud of. As should other governments that oppose terrorism.

Und so liegen die Dinge im Falle Al-Mabhuhs in der Tat ebenso einfach, wie von Eitan Haber für Ynet auf den Punkt gebracht:

Only thing that matters is that al-Mabhouh is dead and his assassins are safe.

No innocent bystanders were killed, no building was blown up. No, a surgical operation planned by professionals resulted in the death of a terrorist, an evil man with a specific task in the machinery of terrorist acts organized by an anti-Christian, anti-Semitic, anti-Western, pro-mullahs organization called Hamas. The world should rejoice.

In the universe of the Persian Gulf, where cruel, terrorist attacks on innocent civilians are part of the daily routine, this killing was simple and clean. It’s an act the Israeli government, if it really allowed it, should be proud of. As should other governments that oppose terrorism.

Worte der Woche (44)

Posted in Worte der Woche by Mr. Moe on Februar 14, 2010

In einem Haus im Osten Jerusalems leben 45 jüdische Siedler unter Hunderttausenden Arabern – eine Provokation, die nun beendet werden soll.

Dieser Teaser gehört zu einem in der Süddeutschen Zeitung veröffentlichten Artikel von Peter Münch über ein von Juden bewohntes Haus in Silwan, im „arabischen Ostteil von Jerusalem“. Münch findet es offenbar nicht nur unerträglich, dass Juden an einem Ort leben, an dem sie Münch zufolge nichts zu suchen haben, sondern dass die „45 Juden“ darüber hinaus auch noch „Flagge zeigen“, „prangt“ doch frecherweise eine „Flagge mit dem Davidsstern“ an der Fassade jenes Hauses, in dem die sieben jüdischen Familien leben (Beweisfoto für die deutsche Leserschaft inklusive). Doch auch ohne den störenden Anblick israelischer Flaggen stünde die jüdische Präsenz dem wahren Leben in Silwan im Weg:

Das Leben ist hier einfach, arm und traditionell, die Araber sind unter sich. Fast unter sich.

Voraussichtlich wird sich das „einfache, arme und traditionelle“ Leben in Silwan bald wieder ohne die störende Präsenz von Juden vollziehen können, hat doch ein israelisches Gericht die Räumung des jüdischen Hauses angeordnet, da es „ohne Baugenehmigung errichtet word[e], so wie [im Übrigen auch, Mr. Moe] viele arabische Häuser in Silwan“. Auch wenn die Räumung zum Unmut deutschr Journalisten bislang noch nicht vollzogen wurde, darf man in München und andernorts demnach darauf hoffen, dass das urwüchsige Leben in Silwan künftig wieder ebenso gewährleistet ist wie im Anschluss an den arabischen Aufstand von 1936-1939, der die seit 1882 in Silwan lebenden jemenitischen Juden zwang, den Ort zu verlassen.

Entwarnung eines Wahnsinnigen

Posted in Zwei mal Drei macht Vier by Mr. Moe on Februar 11, 2010

Nachdem Ulrich Ladurner in Sachen Appeasement in bemerkenswerter Manier vorgelegt hat, zieht Christoph Bertram, Deutschlands größter „Iran-Experte“ und als solcher Chef-Appeaser, nach. In einem Interview mit n-tv erklärt Bertram dem geneigten Leser, dass der Westen bislang doch zu wenig auf die Bedürfnisse Teherans eingegangen sei und es „bisher kein glaubwürdiges Angebot zu einem umfassenden Gespräch gegeben“ habe. In Bezug auf die Ungewissheit des Erfolgs von Sanktionen stellt Bertram die durchaus bedeutsame Frage, was der Westen denn täte, wenn sich etwaige Sanktionen als wirkungslos erweisen sollten. Seine Antwort stellt eine argumentatorische Höchstleistung dar:

Fangen wir dann an, uns militärische Maßnahmen zu überlegen, wie es der amerikanische Senator Joe Liebermann auf der Münchner Sicherheitskonferenz gefordert hat? Das kann es doch nicht sein.

Nachdem geklärt wäre, dass nicht sein kann, was nicht sein darf, widmet sich Bertram der Frage, was denn überhaupt so schlimm daran wäre, wenn die Islamische Republik Iran über Atombomben verfügte. Hierbei stellt Bertram zunächst fest, dass der Iran ja „nur ein paar wenige davon“ hätte – ganz so als sei nicht bereits eine einzige iranische Bombe das, was es mit allen Mitteln zu verhindern gelte. Darüber hinaus vergleicht Bertram die Islamische Republik einmal mehr mit der Sowjetunion, auch er die vermeintliche „Parallele zum Kalten Krieg“ nicht „überstrapazieren“ wolle. Sicher sei in jedem Fall, dass von einem nuklear bewaffneter Iran keine unmittelbare Gefahr ausginge:

Ein Iran mit Nuklearwaffen würde sich wie alle anderen Staaten mit Atomwaffen verhalten: Er würde diese Waffe auf keinen Fall für einen Angriff, sondern zur Abschreckung verwenden.

Bertram verkennt nicht nur, dass der Iran eben nicht „wie alle anderen Staaten“ ist, sondern ein Unstaat, und es infolgedessen schon grundsätzlich keine Garantie dafür geben kann, dass eine iranische Bombe ausschließlich „zur Abschreckung“ verwendet werden würde. Ferner ignoriert Bertram vollkommen, dass ein nuklear bewaffneter Iran auch ohne einen nuklearen Angriff fatale Folgen für den Nahen Osten, den Westen und nicht zuletzt die demokratisch gesinnten Kräfte im Iran hätte – sei es durch die Auslösung eines nuklearen Wettrüstens mit illustren Beteiligten wie Ägypten oder Saudi-Arabien, sei es durch die Erpressung kleinerer Golfstaaten, sei es durch die Manifestation der Islamischen Revolution. Außerdem gibt es da ja auch noch Israel:

Die Vorstellung, dass sich der Iran mit seinen paar Bomben gegen ein nuklear hoch gerüstetes Israel durchsetzen könnte, erscheint mir mehr als absurd. Im Übrigen ist das eine Meinung, die auch viele Strategen in Israel vertreten: Die iranische Bombe wird die Sicherheit Israels nicht entscheidend beeinträchtigen.

Es ist überaus bemerkenswert, dass Bertram einige Zeilen zuvor verkündet hat, dass der Iran angereichtertes Uran eigener Auskunft nach zu „medizinische Zwecke“ benötigte, jedoch die Vernichtungsdrohungen der führenden iranischer Amtsträger – Ahmadinedschad und Khameini – als „mehr als absurd“ abtut. Bertram verschweigt überdies geflissentlich, dass das „nuklear hoch gerüstete“ Israel schon durch eine einzige atomare Bombe ausgelöscht werden könnte, während der ehemalige iranische Präsident Rafsandschani einst öffentlich verkündete, dass ein etwaiger nuklearer Gegenschlag nur unwesentlichen Schaden in der „islamischen Welt“ anrichten könne und es demzufolge nicht irrational sei, derartige Überlegungen anzustellen.

Gemäß des Bertramschen Wahns steht indes fest, dass die atomare Bewaffnung jenes Staates, der Israel fortlaufend mit der Vernichtung droht, die mörderischen Feinde Israel ideologisch und finanziell unterstützt und jährlich antisemitische Aufmärsche organisier, „die Sicherheit Israels nicht entscheidend beeinträchtig[t]“. Die naheliegende Frage, was um alles in der Welt denn dann die Sicherheit Israels entscheidend beeinträchtigte, wenn nicht die iranische Bombe, erübrigt sich lediglich deswegen, weil Bertram Israels Sicherheit bekanntermaßen ohnehin nicht als erstrebenswert und zu verteidigen ansieht, sondern Israel als eine Gefährung deutscher Interessen sieht, dass er sich dazu entschlossen hat, fortlaufend jenem Regime zur Seite zu stehen, das sich die Vernichtung des jüdischen Staates auf die Fahnen geschrieben hat.

Crossposted auf FREE IRAN NOW!

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Worte der Woche (42)

Posted in Worte der Woche by Mr. Moe on Januar 26, 2010

Peres scheint immer noch davon getrieben zu sein, Israel einen Platz auf der Landkarte zu verschaffen.

Diesen überaus aufschlussreichen Satz hat ARD-Korrespondent Sebastian Engelbrecht in einem Kommentar über den israelischen Staatspräsidenten Schimon Peres tatsächlich so geschrieben. Angesichts dieser wahrlich unverschämten Forderung des ehemaligen, so Engelbrecht, „Hardliners“ Peres darf sich mit Engelbrecht gemeinsam darüber gefreut werden, dass „konservative“ Politiker in Teheran mit Nachdruck daran arbeitet, für die Juden einen Platz außerhalb der Landkarte zu schaffen.

Update: In der F.A.Z. ist ein sehr lesenswertes Interview mit Peres zu lesen. Allerdings stellt dies die Ausnahme der Regel dar, wie in Zettels Raum anmerkt wird:

Der Besuch von Präsident Peres in Deutschland findet bisher nahezu unter Ausschluß der Öffentlichkeit statt.

Im ZDF- „Mittagsmazin“ gab es heute eine kurze Meldung; eine knappe Viertelstunde nach Beginn der Sendung. Kein Korrespondentenbericht, keine Statements, kein Kommentar.

Die ARD-„Tagesschau“ um 14 Uhr brachte an vierter Stelle, nachdem unter anderem ausführlich über die Partei „Die Linke“ berichtet worden war, eine Meldung von genau 30 Sekunden über den Staatsbesuch.

Der Besuch jedes afrikanischen Potentaten fände mehr Beachtung.

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